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ein Geschenk gebracht: Sein Millionenpump ist endlich ge­glüdt, und zwar sind es serbische Kapitalisten, die das Geld bergegeben haben. Die Erfahrungen mit Milan haben da. nach nicht viel gefruchtet.

Hof und Gesellschaft.

Großherzog Friedrich von Baden beging gestern seinen 78. Geburtstag in voller Frische des Geistes wie des Körpers. Unter den eingelaufenen Gra tulationsdepeschen ragte das Telegramm des Kaisers durch große Wärme hervor.

Reichskanzler Graf Bülow wird gegen Mitte dieses Monats die Sommerfrische in Norderney verlassen, um noch einen mehrwöchentlichen Aufenthalt bei seinem Neffen, dem Wirkl. Legationsrat Dr. Rücker, in Jenisch- Park bei klein­Flottbeck zu nehmen. An der Reise des Kaisers nach Ungarn und Wien wird der Reichskanzler nicht teilnehmen.

*** Fürst von Pleß, Hans Heinrich XI., Reichsgraf bon Hochberg und Freiherr von Fürstenberg, vollendet heute ( Donnerstag) sein siebzigstes Lebensjahr. Fürst Pleß ist be­fanntlich ein gern gesehener Gast bei unserem Kaiserhofe; der Kaiser, der mit ihm eng befreundet ist, pflegt schon feit geraumer Zeit alljährlich auf Einladung des Fürsten auf Schloß Pleß einen mehrtägigen Jagdaufenthalt zu nehmen.

Steht eine Intervention bevor?

Was den Mazedoniern trotz aller ihrer Greueltaten nicht geglückt ist, das scheinen die türkischen Baschibozuks jetzt z11 Wege bringen zu sollen: Eine Intervention der Mächte. Wenn dem blutdürftigen Treiben der Baschibozuks von der Pforte nicht bald Einhalt getan wird, scheint ein Eingreifen der Mächte, auf das England bereits drängt, unvermeidlich. Wie unmenschlich die Baschibozuks, deren Erbitterung ja be­greiflich ist, in Mazedonien Haufen, zeigt eine Schilderung der Wiedereroberung des von den Comitatschis den Türken ab­genommenen Städtchens Smilewo: Die Türken umzingelten den Ort, steckten sämtliche Häuser in Brand und schossen auf die flüchtende Bevölkerung. Dann plünderten die Baschi­bozuks die Stadt, während die übrigen türkischen Soldaten über 200 Einwohner niedermeßelten. Viele Kinder wurden von den Soldaten in die Flammen geworfen. Eine Anzahl Frauen wurden in einem Hause eingeschlossen, dieses dann mit Petroleum begossen und angezündet. Die Frauen soll­ten in den Flammen umkommen, damit sie nichts von den berübten Grausamkeiten erzählten. Sie wurden jedoch noch rechtzeitig von anderen Baschibozuks befreit.

Neue Christenmorde in Beirut.

Auch die neuen Vorkommnisse in Beirut verschärfen die ohnehin schon genügend kritische Situation noch mehr und ebnen einer Intervention die Wege. Die Ankunft des ameri­lanischen Geschwaders vor Beirut gab der türkischen Bevöl­ferung der Stadt das Signal zu einer großen Mezelei unter den Christen: 30 Personen sollen ermordet und sehr viele andere verwundet sein. Die diplomatischen Vertreter in Konftantinopel haben bereits bei der Pforte wegen der Vor­gänge Vorstellungen erhoben, einige Großmächte wollen Kriegsschiffe nach Beirut entsenden. Die Pforte bestreitet natürlich, daß so viele Morde vorgekommen feien, sie weiß nur bon einem getöteten Christen und einem Verwundeten.

Was von dieser türkischen Versicherung zu halten ist, ergibt sich aus einer authentischen weiteren Meldung, wo­nach die Chriftenmorde in den verschiedensten Stadtteilen Beiruts fortdauern. Es herrscht große Verwirrung. Han­del und Verkehr seien gestört. Das Konsularkorps hat be­schlossen, die sofortige Abberufung des Wali Reschid- Bey, dessen fremdenfeindlicher Haltung die Vorgänge zugeschrieben werden, durch die Botschafter bei der Regierung zu bean= tragen und vom amerikanischen Admiral Schutz der Kon­fuln zu verlangen. Der Admiral ließ darauf 500 Mann an Land gehen. Die amerikanischen Schiffe sind gefechts­bereit, andere Kriegsschiffe werden erwartet.

Uuruhen im Janern Syriens.

Bu allem Ueberfluß kommen nun auch aus dem Innern Syriens Nachrichten über große Unruhen. Man befürchtet Mezeleien im Libanon- Gebiet. Alles drängt zu einer Ein­mischung der Mächte, wenn die Pforte nicht unverzüglich energische Schritte zur Niederdrückung der Unruhen tut. Und darauf ist wenig, fast gar keine Aussicht.

demselben nieder, der älteste Sohn einen solchen im Namen der Familie.

Die Typhuserfrankungen in Braunschweig. Laut amt­licher Mitteilung sind in der Woche vom 30. August bis 5. September im Herzogtum Braunschweig folgende neue Typhuserkrankungen angemeldet: In der Stadt Braun­schweig 9 gegen 9 in der Vorwoche, im Kreise Wolffenbüttel 2 gegen 4 in der Vorwoche, im Kreise Blankenburg 5 gegen 3 in der Vorwoche, im Kreise Helmstädt 1, im Kreise Holz­minden 2, im Kreise Sandersheim 2. In diesen drei Kreisen waren bisher keine Typhuserkrankungen vorgekommen.

Aus dem Gerichtsfaal. Korbettenkapitän Hecht, zuletzt Ausrüstungsdirektor der Raiserwerft in Danzig, wurde vom Kieler Kriegsgericht der Marineinspektion zu dreitägigem Stubenarrest wegen Ungehorsams gegen einen Dienstbefehl verurteilt. Die Deffentlichkeit war wegen Gefährdung der Staatssicher­heit vollständig ausgeschlossen. Hecht ist inzwischen aus dem attiven Seeoffizierskorps ausgeschieden.

§ Der neue Hüssener- Prozeß. Als Termin für die er­neute Verhandlung gegen den Fähnrich zur See Hüssener bor dem Oberfriegsgericht zu Kiel ist der 21. September in Aussicht genommen worden.

Nab und fern.

Spekulativer Attentäter. Wie erinnerlich, wurde am 4. d. M. ein Attentat auf den Frankfurt- Berliner D- 3ug bersucht, indem bei Mühlheim a. M. eine 10 Centner schwere Schiene quer über die Eisenbahnschienen gelegt worden war. Der Attentäter ist nunmehr entdeckt. Eine uns zugegangene amtliche Meldung besagt:

Die Untersuchung hat ergeben, daß der Täter der Hilfs­Bahnwärter Kaiser selbst gewesen ist. Er hat die Tat be gangen, um zu einer Belohnung und zur festen Anstellung gelangen. Kaiser hatte sich bei der Untersuchung durch Die Staatsanwaltschaft in Widersprüche verwickelt und schließ lich die Täterschaft zugestanden. Er wurde verhaftet.

Ein liebenswürdiger Zug der Kaiserin wird nachträg lich von dem Aufenthalte des Kaiserpaares in Merseburg bekannt. Der dortige Kgl. Musikdirektor und Dom- Organis Schumann war von der Kaiserin in das Schloß befohler worden. In seiner Aufregung über die ihm widerfahren Ehre stürzte der alte Herr beim Verlassen seines Grund studs auf die Straße, wobei er sich mehrere Quetschunger am linken Arm und in dem Gesicht zuzog. Als die Kaiserin von dem Unfalle hörte, begab sie sich sofort persönlich nad der Wohnung Schumanns und erkundigte sich in der liebens würdigsten Weise nach dessen Befinden.

Die Frage der Mainkanalisierung rückt erfreulicher. weise vorwärts. Am 21. September wird in Nürnberg eine Konferenz sämtlicher Mainuferstaaten stattfinden, in der man eine Einigung über die Kostenaufbringung u. s. w. versuchen wird.

Sich selbst gerichtet hat der Friedhofswächter Steh in Würzburg. Keh war verhaftet worden unter der Beschul­igung, Grabschändungen aus Eigenmy begangen zu haben. Jetzt wird aus Würzburg gemeldet, daß der Beschuldigte in seiner Zelle crbángt ausgesunden wurde.

Enthüllung des Miquel- Denkmals. Auf dem Fried­hof zu Frankfurt a. M. fand die feierliche Enthüllung des bon der Stadt ihrem verstorbenen Ehrenbürger Staats minister Dr. v. Miquel errichteten, vom Professor Varner ausgeführten Denkmals statt. Der Feier, bei welcher der Oberbürgermeister Dr. Adices die Gedächtnisrede hielt, wohnten Vertreter der Stadt sowie der Stadtkommandant als Vertreter des im Manöver befindlichen Kommandieren­den Generals und eine große Zahl geladener Gäſte bei. Nachdem die Hülle des Denkmals gefallen war, legte der Oberbürgermeister im Namen der Stadt einen Kranz an

Einen sonderbaren Selbstmordversuch machte eine in Blankenburg a. H. zu Besuch weilende Dame, indem sie sich Die Bunge mit einer Schere abschnitt. Man fand die Dame blutüberströmt vor und holte sofort mehrere Aerzte zu Hilfe, die ihre Ueberfkhung ins Krankenhaus anordneien.

Ein bedanerlicher Manöverunfall, dem ein Angehöriger des Garde- Ulanerregiments zum Opfer fiel, wird uns aus Naumburg gemeldet. Der Garde- Ulan Mosmann, welder in Schönberg bei Naumburg in Quartier lag, ist im Beisen nichrerer Kameraden beim Pferdeschwemmen in der Sale ertrunken, noch ehe ihm Hilfe gebracht werden fonnte. Der Verunglückte war der einzige Sohn wohlhabender Eltern.

Zu der neuen Spionageaffäre in Ars bei Met, iber welche wir bereits mehrfach berichteten, wird uns jeti meite Jemeldet, daß der in Haft genommene Zeugsergeant, welcher zwei Granaten an Frankreich ausgeliefert hat, erſt ſei einigen Monaten auf der Veste Kronprinz beschäftigt wr oordem arbeitete er längere Zeit in der Munitionsfabrik in Spandau. Er fuhr häufig nach Pagny und Bont- à Mousson; um aber bei den Eisenbahnbeamten keinen Bee bacht zu erregen, begab er sich zunächst immer erst nach Wez, con wo aus er dann nach Frankreich weiterreiste. Der Ver. haftete hat bereits ein umfassendes Geständnis abgeleg!: es soll ihm eine Belohnung von 4000 Francs für seinen Verrat versprochen werden sein.

A zur Schließung der Spielbank in Altenberg wird neuer­dings von dort gemeldet, daß vor einigen Tagen eine Ve ratung des Komitees der Spielbank stattgefunden hat, in welcher beschlossen wurde, sich um Aufhebung des Spielver botes an die Kommissare der beteiligten beiden Länder zu venden. Die Antwort auf diese Beschwerde wird täglich er­wartet. Sollte sie günstig ausfallen, so wird sofort in vollem Umfange wieder gespielt werden. Anderenfalls soll dann zur Bildung von Privat- Spielzirkeln geschritten werden. Die Mehrzahl der Angestellten der Bank sind übrigens mit dem Direktor und seiner Familie gegenwärtig noch in Altenberg anwesend.

allengericht un

im Juni d. J. 1 557 227 Hektar mit Winterweizen bestellt erinnen auch u Ausdehnung der Wiesen. Im ganzen deutschen etcje waren feinem Dienst

Beulenpest in Nintschwang. Dem Londoner Stan­dard" wird aus Tientsin gemeldet, daß in Niutschwang die Beulenpest ausgebrochen sei. Am Sonntag scien 18 Todes­fälle vorgekommen. Es scheine, daß keine gesundheitspolizei­liche Kontrolle criſtiere, die Leichen seien einfach hinaus­geworfen und unbeerdigt liegen gelassen worden.

255 465 Heftar mit Sommerweisen, 300 026 Hektar mit Winterspelz, 5 878 630 Heftar mit Winterroggen und 146 394 Heftar mit Sommerroggen, 1705 312 Hettar mil Sommergerſte, 4 301 067 Heftar mit Hafer, 3 251 507 Hektar mit Kartoffeln, 1 887 684 Hektar mit Klee, 226 203 ind Rübsen. Die Ausdehnung der Wiesen betrug 5 950 178 Heftar, auf Weinbau entfielen 119 648 Heftar und auf

Bunte Chronik. Die erste Generalversammlung des Berbandes Deutscher Baumaterialienhändler findet heute in Dresden statt. Es sind zu dieser Versammlung an alle Bändler Deutschlands Einladungen ergangen.

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Hektar mit Luzerne und 79 967 Heftar mit Winterco Betrag ihrer G

Bei Kopenhagen ereignete sich ein bedauerlicher Un­glücksfall. Vier Personen unternahmen eine Bootfahrt; eine Dame verlor den Hut und stürzte, als sie ihn er­greifen wollte, ins Wasser. Ihr Verlobter versuchte, sie zu retten, ging aber mit ihr unter, so daß beide ertranfen.

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ŏopfenbau 36 688 Heftar. Von der gesamten Anbaufläche Monat erneuert. m Königreich Preußen famen auf den Winterweizen S75 1 17 einmal geschehen

pektar( im Vorjahr 1033 935 Hektar), auf den Sommer

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weizen 172 973( 84 819) Sektar, auf den Winterroggen spredjen. Man

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1513 692( 4 628 701) und auf den Sommerroggen 75 SSI ( 69 308) Heftar, auf die Gerste 921 937( 873 714) Heftar, uf den Hafer 2826 020( 2 722 777) Heftar, auf die Kar toffeln 2 223 819( 2 223 668) Heftar, auf den Klec 1206 499( 1 237 146) und auf die Luzerne 86 433( 87 783) Hektar, auf die Wiesen 3 267 415( 3 269 421) Hektar, a Raps und Rübsen 53 909( 59 393) Heftar, auf den Hopfen 2150( 2246) und auf die Neben 18 316( 18 336) Heftar. np. Die Kronsbeeren- Ernte in Schweden ist diesmal die Ausfuhr nach deutschen Häfen über Malm und Trelleborg 3 000 000 Kg. Der Preis stellte sich an den Auffaufsplätzen 13 bis 15 Pfg. das Kilogramm. In Den letzten Tagen trafen in Trelleborg so große Maſſen Krons­beeren ein, daß die gewöhnlichen Dampfer auf der Saßnitz­Trelleborger Linie die Masse nicht bewältigen konnten. Auj dem Bahnhof lagerten an einem Tage nicht weniger als ein halbes Hundert Eisenbahnwagen mit Kronsbeeren, und die ,, Svea" mußte eine Sonderfahrt machen, wobei sie 250 000 Kilogramm Kronsbeeren beförderte.

außerordentlich reichlich ausgefallen. Im Auguſt betrug und ertrant, che

Der Internationale Kongreß für Volkshygiene in Brüssel hat gestern seine Schlußfizung abgehalten. Das Bureau weigerte sich, die Resolution über die Schaffung eines Hygieneministeriums dem Exekutivkomitee zu übermitteln. Die hygienische Maßregelung der Kleinindustrie und die Frage der Landentvölkerung werden dem nächsten Kongreß überwiesen.

Der Landwirt.

hr. Ueber den Anbau der hauptsächlichen Fruchtarten im Juni 1903 veröffentlicht der Reichsanzeiger die im kaiserl. Statistischen Amt zusammengestellten Zahlen. Die Ermitte ungen über die Anbauflächen finden seit 1899 bereits im Suni statt, um den Bedürfnissen des Handels und der landwirtschaft entgegenzufominen; da aber bei Aufmachung Der Erntestatistik erfahrungsgemäß manche Einzelangaben iber den Anbau noch berichtigt werden, so werden die mit­Jeteilten Zahlen als borläufige" bezeichnet.

Kunft und Wiffenfchaft. NJ. Der Nährwert der Pilze ist nach dem Gutachten eines österreichischen Fachgelehrten sehr gering. Eine Anzahl der bekannten Schwämme ist von Haus aus giftig. Diese gif tigen Arten sind häufig gewissen unschädlichen Arten so ähn lich, daß eine ganz tüchtige botanische Kenntnis dazu gehört, um sie zu erkennen, bezw. sicher zu unterscheiden. Von sehr vielen Pilzen ist zur Stunde gar nicht bekannt, ot sie giftig oder ungiftig sind, aber auch abgesehen davon sind die meisten wegen ihres hohen Wassergehaltes und ihres Gehaltes an stickstoffhaltigen Verbindungen der raschen Zer febung unterworfen. Dazu kommt, daß die Pilze als solche eine schwer verdauliche Nahrung liefern. Die früheren An gaben über den hohen Nährwert der Pilze sind auf Grune genauer und gewissenhafter chemischer Analysen und physio logischer Versuche über ihre Verdaulichkeit und ihren Nähr wert längst schon widerlegt.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigten im Juni 1903 fol Jende Fruchtarten eine Abnahme der Anbaufläche im deut schen Reich: Winterweizen um 207 783 Hektar oder um 11,8 v. H., Winterroggen um 137 551 Heftar oder 2,3 v. H., klee um 45 106 Heftar oder 2,3 v. H., Winterraps une Rübsen um 7352 Hektar oder 8,4 v. H.; wenig erheblich; var die Abnahme der Anbaufläche bei Reben( um 0,2 v. H.). Luzerne und Hopfen( je 0,1 v. H.). Eine Zunahme des Anbaus ergab sich vor allem bei Sommerweizen und zwar um 108 120 Heftar oder 73,4 v. H., sodann beim Hafer um 144 777 Heftar oder 3,5 v. H., bei Sommergerſte um 61 441 Heftar oder 3,7 v. H., bei Sommerroggen um 8588 Hektar oder 6,2 v. H. und bei Kartoffeln um 10 931 Bektar oder 0,3 b. S. Unerheblich war die Zunahme der

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BF. Ueber wandernde Gasmassen sprach der bekannte Pa riser Chemiker Berthelot in der letzten Sigung der Parise Akademie der Wissenschaften. Nach Berthelots Beobachtun gen entstehen beim Abfeuern von Kanonen dichte und zu sammenhängende Gasmassen, die mit erheblicher Geidvin digkeit di Atmosphäre und andere Gase durchschneider fönnen, te ihren Zusammenhang zu verlieren und ohne sich mit den umgebenden Gasen zu vermengen. Aehnlich Erscheinungen zeigen sich beim Ausbruch eines Vulfans, uni so erklärt es sich, daß bei dem verhängnisvollen Ausbruch des Mont Pelee im vorigen Jahre alles Lebende, das sich auf der Bahn der von dem Berge entsandten brennender Baswolken befand, erstickte und verbrannte, während Men schen und Tiere in furzer Entfernung davon unversehr blieben. Schließlich vermutet Berthelot auch, daß eine ähn liche zusammenhängende Masse von tötlichem Gas, also ci eigentlides gafiges Giftgeschoß, von dem Feuer in den Tunnel der Bariser Untergrundbahn ausgegangen sein dürfte. Das Gasgeschoß muß durch den Tunnel geeilt jei wie durch den Lauf einer Kanone, und so die Menschen menge noch in weiter Entfernung getroffen haben.

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[ Ueber die Siesta des Kaisers Wilhelm II.] berichte der Madrider Heraldo": Der deutsche Kaiser scheint die echt spanische Sitte der Siesta in Berlin eingeführt zu haben Der Kaiser ist, wie jeder weiß, ein Meister in der Kunst, sein Zeit gehörig auszunußen und sein Leben richtig zu gestalten Er steht im Sommer um 5, im Winter um 6 Uhr auf. liest mindestens 40 Zeitungen, verschickt seine Privatforre spondenz, die sehr umfangreich ist, unterhält sich und arbeitet init seinen Sekretären. Darauf nimmt der Kaiser ein reich­lich bemessenes Frühstück ein und gibt sich dann der Ruhe deutendsten Fir und Erholung bringenden Siesta hin. Und er schläft nicht etwa im Lehnstuhl ſizend, wie die Domherren in der Kirche, die Richter im Gerichtssaale und die Abgeordneten im Par­lament; er kleidet sich vielmehr ganz aus und legt sich ins Bett, als wenn er einen Nachtschlaf tun wollte. Eine oder auch zwei Stunden bleibt er im Bett und steht dann munter und ausgeruht auf und bereit, sofort wieder an die Arbeit zu gehen oder sich körperlichen lebungen, die er nicht ver­nachlässigt, zu widmen. Die Siesta ist eine Sitte, die der Kaiser, vielleicht ohne es zu wissen, den alten kastilischen Rittern entlehnt hat; diese Ritter wußten in Fragen der Sygiene sehr genau Bescheid." Es fragt sich nur, woher dem Heraldo" seine Weisheit ward?!-

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[ Die Schwestern des Papstes,] Maria, Anna und Rosa, fellung gefunde

die bisher im Patriarchat zu Venedig lebten, sind vorgestern nach Rom übergesiedelt. Auf dem Bahnhof in Venedig an gelangt, wollten die Damen, alter Gewohnheit gemäß, in cinen Wagen dritter Klasse steigen; sie waren nicht wenig erstaunt, als ihnen der Vorstand die Mitteilung machte, daž cin Salonwagen für sie reserviert sei. Papst Pius X kann sich übrigens, wie in Rom verlautet, noch immer nicht an die Klausur des Vatikans gewöhnen. Alte Bekannte, die ihn besuchten, finden, daß er sehr angegriffen aussieht. Auc er selbst erklärt, sich nicht wohl zu fühlen, flagt über die große Sitze und daß es ihm an der langgewohnten Bewegung fehle

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Derart im Vatikan eingeschlossen zu bleiben, halte er für die Kreiling V

Länge nicht aus.

[ Er weiß sich zu helfen.] In Clifton( Arizona) start dieser Tage, 88 Jahre alt, ein Wirt, Fritz Adolphy, der einst Adoptivvater von mehr als neunzig Mädchen geweser ist. Er war früher Besitzer eines weit und breit bekannter großen Gartenlofals mit weiblicher Bedienung in St. Louis Als eines Tages eine städtische Verordnung die Verwendung von Kellnerinnen im Wirtsgeschäft verbot. eilte er nach dem

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