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9.2.1903 Erstes Blatt
 
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in bat die wird man in ben gesund empfindenden Freifen der Nation bebauern, baß der schurkische Frech king, der die Schwäche der unglücklichen und ihrer Sinne richt mächtigen Frau auszubeuten wußte, der eigentliche Arheber ihrer Berfehlung als der einzige daraus hervorgehen soll, den teine Vergeltung und teine Bitternig betroffen.

Der Siegeszug der Hmerikanerin.

Als anläßlich der Benezuela- Angelegenheit bas Kriegs­geschrei der amerikanischen Chauvinisten und der gelben Bresse am größten wurde, hat einer der Klügsten Berater bes Präsidenten Roosevelt, der wenig geneigt war, wegen Venezuela einen abenteuerlichen Krieg zu beginnen, zu sinem jener Higköpfe, die um jeden Preis zum Kriege treiben möchten, gesagt: ,, Lassen Sie nur die ausländischen Diplomaten machen, alles wird schon gut werden, ihre Frauen arbeiten für uns." Dieser fluge Freund des Prä­sidenten hat lachend die Wahrheit gesagt. Durch ihre mit europäischen Diplomaten verheirateten Töchter lernen die Amerikaner die Stärke und die Schwäche der euro­päischen Mächte kennen und selbst jene Geheimnisse, die die Diplomaten sonst nur ihresgleichen anvertrauen. Die Zahl der europäischen Staatsmänner, die die Staats­geschäfte ihres Landes leiten oder letien werden und Amerikanerinnen geheiratet haben, ist bedeutender, als man annimmt, und wird mit jedem Tage größer. Und wie groß auch immer ihr Patriotismus und ihre Klugheit sein möge, diese Männer werden sich doch immer mehr oder weniger von ihrer treuen Lebensgefährtin, die die Beugin selbst ihrer geheimsten Gedanken ist, leiten lassen.

Die Amerikanerin vergißt niemals ihre Nationalität und ihre Heimat, wenn sie durch ihre Heirat auch Eng­länderin, Französin, Deutsche oder Italienerin geworden ist. Mit Stolz tritt sie immer und überall für ihr erstes Baterland ein. Man kann sogar sagen, daß erst die ameri­lanische Frau in den Vereinigten Staaten den Imperialis­mus ins Leben gerufen hat: sie begnügte sich nicht mit den von ihrem Gatten auf mehr oder minder geraden Begen verdienten Millionen, sie wollte, daß ihr Land ., eine Geschichte" habe, den Ruhm der Waffen kennen lerne und die alte Welt beherrsche, die sie gründlich verachtet, aber deren Vergangenheit und deren Traditionen sie so jehr beneidet. Sie will sich an den internationalen Kämpfen beteiligen, mögen sie nun friedlich sein oder nicht, und deshalb sucht sie durch die Heirat Zutritt zu den diplomatischen Stellungen, die bei den anderen Na­tionen in so hohem Ansehen stehen. Heutzutage ist in den Bereinigten Staaten der Botschaftertitel mindestens eben­obiel wert wie der Fürstentitel, und der geringste Gesandt­schafts- Attaché gilt auf dem Heiratsmarkte mehr, als ein deutscher Baron von uraltem Adel. Der Freund des Prä­sidenten Roosevelt hatte also garnicht unrecht, als er mit jeinen weiblichen Landsleuten rechnete.

Charakteristisch ist es schon, daß die drei angesehensten Diplomaten in Washington Amerikanerinnen zu Frauen haben. Frau Michel Herbert, die Gattin des englischen Botschafters in den Vereinigten Staaten, ist Amerikanerin, Frau von Sternburg, die Gattin des deutschen Geschäfts. trägers ist Amerikanerin; Frau Jusserand, die Gattin des französischen Botschafters, ist von amerikanischen perkunft!

Minister Frhr. v. Hammerstein lehnt diese For­derung strikte ab und zeigt an der Hand von Beispielen, daß für jeden christlich denkenden Menschen das Bewußt­[ ein etwas Beruhigendes haben müsse, daß in ernſten Theatern nur solche Stücke aufgeführt werden, in die wir unsere Frauen und Töchter hineinführen können, ohne Jelbst zu erröten.

Und dann sehe man einmal, wie die Amerikaner durd ihre Töchter, Schwestern, Nichten u. s. w. ihren Einfluß in Europa auszudehnen suchen. In Frankreich ist Frai D'Estournelles de Constant, der heute noch Diplomat uni Abgeordneter ist, morgen aber schon Minister des Aeußerr jein kann, Amerikanerin. Aus Amerika stammt auch Frai Ribot, die Gattin des ehemaligen Ministers des Aeußern Frau Jousselin, die Gattin des Pariser Stadtrates, is gleichfalls Amerikanerin; Amerikanerin ist auch Frau Pate nôtre, die Gattin des französischen Botschafters; garnicht zu zählen sind die jungen französischen Diplomaten ,, der Zukunft", die von Amerikanerinnen geheiratet worden ind, ohne Zweifel um ihrer selbst willen, aber sicher ruch jener Zukunft" wegen, die diskontiert worden ist; Was England betrifft, so ist Frau Chamberlain, die Gattin Des berühmten Ministers der Kolonien, die Tochter des Amerikaners Edincott, der unter Cleveland Minister war; Die Vizekönigin von Indien, die jüngst bei dem Durbar n Delhi wie eine wirkliche Königin behandelt worden ist, ft eine Tochter des Getreidespekulanten Leiter von Chicago ind darf sich jeßt stolz Lady Curzon von Keddleston nen nen; Lady Churchill ist Amerikanerin; Frau Arthur Poget, eine intime Freundin der königlichen Familie, ist eine Tochter der Vereinigten Staaten. Graf von Moltke, von Der dänischen Gesandtschaft in Washington, hat eine Bona­parte Wyse geheiratet, die zwar französischen Ursprungs, aber doch Amerikanerin ist. Fürst Cantacuzene, von der cussischen Botschaft, ist mit einer Enkelin des Generals Brant verheiratet. Der dänische Minister von Hegermann­Bindencron ist der glückliche Gatte einer reizenden Amerika­erin. Demnächst wird sich in Washington Fräulein Maria eithgow mit dem zweiten Sekretär der russischen Botschaft, gerrn Peter Rogeschtwensky, verheiraten. Die Liste der imerikanischen Millionärstöchter, die wie die Gräfin on Castellane in Frankreich oder in anderen Ländern jervorragende Stellungen in der Gesellschaft erlangt ha en, wäre zu lang. Alle diese Damen haben ein doppeltes Ziel im Auge: sie wollen ihren Gatten vorwärts bringen, im ihre eigene soziale Stellung zu erhöhen, vergessen iber dabei niemals, ihren ganzen Einfluß zum Ruhme Amerikas arbeiten zu lassen.

16. Sigung.

Preussischer Landtag.

Baus der Abgeordneten.

Eigener Bericht.

Die Debatte vor- und nachher war von wenig Belang leber Mißstände hatten noch etliche Abgg. zu flagen; allein sie erhielten teine Antwort. Nur dem Abg. Hanssen( Däne) wurde auf seine erneute Beschwerde über die Ausweisung preußischer Staatsbürger aus Schles­wig der Bescheid, daß die Regierung sich nach der Ent­scheidung des Oberverwaltungsgerichts richten müsse. Hier. auf wird dem Minister sein Gehalt bewilligt. Nachdem dann noch der freisinnige Antrag auf Aenderung des Wahlmodus und Abänderung der Wahlkreise abgelehnt wurde, vertagt sich das Haus.

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Nab und fern.

)-( Ein gefährlicher ,, Armeelieferant". In Berlin wurde ein Hochstapler namens May Schiemangk verhaftet, der die unglaublichsten Schwindeleien verübt hat. Zu­legt wollte er einen Berliner Hausbesizer mit der klei­nigkeit von 180 000 Mart hineinlegen, um eine Geschäfts­veise nach Amerika zu unternehmen zwecks Abschließung großer Waffenkontratte. S. ist der Sohn eines Wirt­schaftsbesizers in Staupit und sein eigener Vater zählt zu den Betragenen. Er hat nie etwas rechtes gelernt, hat aber viel Talent für die Zeichenkunst bekundet, die er später nur zu schwindelhaften Zweden verwertete. Sc hat er viele sehr geschickt ausgeführte Zeichnungen von Heeres- Ausrüstungsgegenständen angefertigt, zu denen er angeblich die Patente besaß und über deren Verwertung er mit verschiedenen Staaten fortdauernd in Unterhand­fung gestanden haben will. Außer diesen Plänen und Zeich­nungen hatte er stets zweifellos auch von ihm selbst angefertigt Dokumente zur Hand, die seinen Verkehr mit Staatsmännern und Militärbehörden nachweisen soll. ten. Echiemangt, der als Gemeiner bei den Pionieren gedient hat, brachte es s. 3t. zuwege, als amerikanischer Offizier hoch zu Roß einer Parade auf dem Tempelhofer Felde beiwohnen zu dürfen.

Die zensierte Zenfur. Der Minister des Innern muß um seinen Etat hari singen. Tags vorher Beschwerden und Beschwichtigungen über polizeiliche Mißgriffe, tags darauf Auseinander. jegungen über die Theater- Zenjur. Hat jene Frage auf ein allgemeines Interesse rechnen fönnen, fo interessiert die Zensur- Frage mir einen beschränkten Kreis Theaterfreunden und Theaterleitern. Abg. Barth( fr. Bgg.) bringt die Klagen der Theaterfreunde vor, die sich beschwert fühlen durch das Verbot eines Stückes von Paul Heyne und eines von Max Dreyer. Jerner werde der Borwärts" von der Polizei zu oft chikaniert. Redner plädiert für eine Radikalkur, mit der Theaterzenfur auf­juräumen und die Theaterdirektoren mehr als bisher unter die Verpflichtung ihrer eigenen Verantwortlichkeit ju Stellen.

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::: Ein Soldat ermordet. In Brandenburg a. H. wird seit Kaisers Geburtstag der Kanonier Emil Franz vom Feldartillerieregiment Nr. 3 vermißt. Er hatte an einer militärischen Feier teilgenommen und nach dieser ein jun­ges Mädchen nach Hause begleitet. Seither hat ihn nie­mand gesehen. Am Morgen des nächsten Tages fand man in einer Blutlache das Seitengewehr des Verschwun­denen mit zerrissenem Koppel. Man nimmt an, daß der Kanonier in eine Schlägerei verwickelt und getötet worden ist. Seinen Leichnam hätten dann die Täter über Seite geschafft.

) Eine geheimnisvolle Kindesmörderin. Bei eine Frau Berta Bodicka in dem ungarischen Orte Napaged] nahm vor längerer Zeit ein auffallend hübsches blasses Mädchen mit blondem Haar Dienst. Die Fremde nannte sich Anna Homola und Novak und gab Refetnic bei Brerau und Lundenburg als ihre Heimat an. Ganz plötz lich verschwand sie aus Napagedl und kurz darauf fand man dort unter der Marchbrücke ein neugeborenes er drosseltes Kind auf. Zweifellos ist die angebliche Magd die Mutter und Mörderin des Kindes. Auffällig ist, daß die Verschwundene, weiche, zarte, weiße Hände und kleine Füße hatte, wie sie sonst Mägde nicht zu haben pflegen.

Bunte Chronit. Auf dem Kohlenwerke ,, Viktoria" in Lobstädt bei Leipzig wurden durch hereinbrechende Koh. lenmassen 3 Bergleute verschüttet; einer der Verunglückten fand den Tod, die beiden anderen wurden lebensgefähr. lich verletzt.

( Stadttheater). Morgen Dienstag gelangt zum Testen Male als volfstümliche Vorstellung Das große Licht" von Felix Philippi zur Aufführung. Der hohen Kosten wegen sind auch für diese Borstellung die Preise der Plätze um 10 Pfg. erhöht worden. Als Benefiz für Herrn Steinert wird am Freitag den 13. d. Mts. Wilhelm Tell" gegeben. Am Samstag, den 21. d. Mts. wird in der hiesigen Turnhalle eine große Theater Re doute"( rheinisches Karnevals fest) unter Mit wirtung von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters, welche u. A. ein Karnevals- Festspiel zur Aufführung bringen, ver anstaltet.

- Daß eine Stadt von fast 150 000 Einwohnern keine einzige Droschke aufzuweisen hat, dürfte doch wohl zu den Seltenheiten gehören. Eine solche Stadt ist Bar­men. Die einzige Droschke, die dort existierte und schön viel Stoff zu allerhand Bemerkungen gegeben hat, ist nun auch verschwunden. Der Besizer hat sich genötigt gesehen, den Droschkenbetrieb mangels ,, genügender Be schäftigung" einzustellen.

In Berlin stürzte sich eine junge Frau Alma K., die wegen Betruges festgenommen werden sollte, vor einen gerade daherkommenden Straßenbahnwagen und wurde schwerverleßt nach der Charité geschafft, wo sie ihren Verlegungen erlegen ist.

Unter dem Verdachte des Kindesmordes wurde in Berlin die Näherin Pauline Kummerom festgenommen. Das Delikt liegt fast zehn Jahre zurück.

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Der gestrige Sonntag brachte uns mancherlei Vergnügen. Am Abend vorher fonnte man sich auf dem Maskenball des Turnvereins( bestens amüsiren. Das Gebotene war wirklich Novität und dabei das Ungezwungene an dem ganzen Abend. Wer seine Karnevalstimmung prolongiren wollte, hatte gestern Sonntag Abend im Cafe Leib beim Fechtverband Gießen Lahr reiche Gelegenheit. Auch hier war Humor und Wig Trumpf. Das Arrangement fann nur gut geheißen werden; fein Wunder wenn das Ende des Festes sich bis zum heutigen Morgen ausdehnte.

- Ein 73 Jahre alter Mann hat in einer Wiener Vor­stadt seine Ehefrau durch Messerstiche getötet und sich selbst schwer verleßt. Der Bluttat ging eine heftige Eifersuchts­izene voraus, indem die 72 Jahre alte Frau dem Manne Untreue mit einem jungen Mädchen vorwarf.

-In einem Bergwerf bei Castuera( Spanien) erfolgb ein großer Wassereinbruch. Es steht fest, daß zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sind, doch ist die Zahl Der Berunglückten noch nicht bekannt.

In Stein's Saalbau hatte sich der Sängerkranz niedergelassen. Dessen Darbietungen sind ja so bekannt, baß es erübrigt darüber zu berichten. Hier gilt immer das Wort:

wo man singt, da laß dich ruhig nieder, Böse Menschen haben keine Lieder."

Wer aber mehr Sinn für's Freie hatte, zog bei dem schönen Wetter hinaus. Heuchelheim, Klein- Linden, Lollar und Wieseck erfreuten sich eines starten Zuzugs. Wünschen wir, daß alle gutes Plus erzielt haben.

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** Freitag morgen beehrte anläßlich seines Hierseins des Trompetertorps des 2. Rheinischen Husaren- Regiments Nr. 9 aus Straßburg, Herrn Lermmè, Direktor der Aftien­bierbrauerei, welcher seine Dienstzeit in obigem Regiment ab solvierte, mit einem Ständchen. Fragliches Korps war bei der hiesigen Studentenschaft so beliebt, daß es am andern Tage nach dem Konzert in Steins Garten, in zwei hiesigen Wirtelokalen, wo Studenten verkehren, Frühschoppen- Ronzert geben mußten. Am Abend spielte das Trompetertorps in Wezlar, woselbst ihnen eine Anzahl Studenten folgten. Das Korps reifte von hier ab und fonzertierte Samstag am Abend in Heidelberg. Hoffentlich findet es bei der dortigen Studentenschaft denselben Anhang wie hier.

£[ Das Heiratsalter der Pariserin] wird in einer jetzt veröffentlichten statistischen Studie genau bestimmt. Aus der statistischen Arbeit, die die Periode von 1890 bis 1900 berücksichtigt, ergibt sich, daß die meisten Pariserinnen sich im 21. Lebensjahre verheiraten. Von 121 525 Frauen, die sich während des angegebenen Zeitraumes in Paris verheiratet haben, waren 27 981 noch nicht 20 Jahre alt; zwischen 20 und 30 standen 61 370; zwischen 30 und 40 22 881; zwischen 40 und 50 7316; zwischen 50 und 60 2 299.

Lokales.

Gedenktafel für den 9. und 10. Februar.

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9. Februar. 1789. Gabelsberger*. 1801. Friede zu Luneville zwischen Frankreich und Franz II. Deutsch­land verliert das linke Rheinufer. 1834. Felix Dahn in Hamburg* 1901. Der Hygieniker Bettenkofer in München.

10. Febrnar. 1519. Cortez' Abfahrt von Cuba mach Merits. 1755. Der französische Philosoph Montes­quieu in Paris t. 1763. Friede zu Versailles( Canada wird englisch.) 1847. Der Physiker Edison in Milan ( Oh)*

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** Der Kanarienklub Gießen beabsichtigt eine Bucht station edler Kanarienvögel zu gründen, wozu nächsten Mittwoch eine Versammlung bei Birt Gräf, Leigesternweg, stattfinden. wird.

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Einigung der deutschen Radler. Von Seiten der Allgemeinen Radfahrer- Union, D. T.-K., wird mit allen Mitteln eine Einigung der gesamten deutschen Nadler anzubahnen gesucht und diesbezügliche Zusammenfünfte der Delegierten der einzelnen Verbände haben schon stattgefunden. Vom 11.- 14. Juli d. J. wird in der süddeutschen Handelsmetropole Mannheim, am Zu sammenfluß des Rheines und Neckar, der 18. Kongreß der Allgemeinen Radfahrer- Union, D. T.-K., tagen, der sich besonders mit der Einigungsfrage befassen wird.

**( Langfinger). Ein Wirt in der Steinstraße mietete dieser Tage, durch eine Vermietfrau, ein mit angeb lich besten Beugnissen versehenes Dienstmädchen. unter Bor legung Mt. 3 Mietsgebühren und Mt. 2 Mietsgeld für das betreffende Mädchen. Nach 1/2 tägiger Tätigkeit unter zog das neue Mädchen die Taschen der Kleider ihrer Herrin einer Revision und entwendete daraus 5 Mt., worauf sie verschwand. Anzeige gegen das getreue" Dienstmädchen ist erstattet.

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Aus Hessen und nachbargebieten. Heuchelheim. Der letzte Freitag brachte etwas rege Abwechselung in das sonst so einförmige Alltagsleben. Galt es doch die angekündigte Holzauktion im Gemeinde wald zu besuchen. Das leichte Frostwetter machte es mög lich trockenen Fußes den Wald zu erreichen. Es hatten einige auch per Wagen, ja einer sogar zu Pferd sich nach dem Walde aufgemacht. Allein zu große Kaufluft tann man bei unserer einmaligen Holzversteigerung nicht an den Tag legen, denn wenn jeder Besucher später eine Holzfahrt unternehmen will, so darf niemand mehr als ein Gebot wagen, da bekanntlich adjährlich nicht viel Holz im hiesigen Wald gefällt werden kann.

** Für den Kreis Alsfeld. Für die Angehörigen der jenigen Gemeinden des Kreises, welche zu den Amtsgerichts bezirten Grünberg und Ulrichst ein gehören, sowie für Ermenrod findet ein Amtstag in Nieder Dhmen Mittwoch, den 11. Februar von vormittags 11 bis mittags 1 Uhr und für die Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Homberg ein Amtstag in Homberg Freitag der Die 13. Februar, vormittags von 8-12 Uhr statt. Amtstage werden in Nieder- Ohmen auf dem Bureau der Bürgermeisterei daselbst und in Homberg im Rathause ab gehalten.

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** Lauterbach, 6. Februar. Die Webſchule begin Cigarren am 20 April ihren zweijährigen Kursus für aus de Volksschule entlassene junge Leute. Auch ist ein Kursu für Fabrikantensöhne und Interessenten eingerichtet Die Leitung hat Hauptlehrer fündel.

** Lauterbach, 6. Febr. Im Wahlkreis Lauterbac Alsfeld- Schotten soll Herr Wilhelm Finger dahier all nationalliberaler Kandidat zum Reichstag aufgestellt werden ** Aus dem Ohmthale. Ein sehr gesuchter Artike sind in diesem Winter die Pelztiere. Man zahlt dafür ganz ungewöhnlich hohe Breise. Galt sonst ein Fuchs balg 3 bis 4 Mart, so zahlt man jezt 6 Mt. dafür Ein Iltisfell gilt das Doppelte des früheren Preises, für ein Marderfell werden sogar bis zu 15 Mart bezahlt Einem Einwohner zu Ruppertenrod, der das Fangen der Pelztiere versteht, gelang es vorige Woche zwei Jitis zu fangen,

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