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berbaten sich) alle Aenderungen des von ihnen aufgestellten Reformprogramms. Wie wenig übrigens Bulgarien an Ab­riistung denkt, zeigt sich wieder darin, daß die zu dreiwöchigen Uebungen einberufenen sechs Reserveklassen des slidbulga­rischen Regiments noch fernerhin unter den Fahnen behalten werden.

O Die Uebersiedelung des ehemaligen serbischen Minister­präsidenten Dr. Vladan Georgevitsch nach Belgrad wird als politisches Ereignis betrachtet. Georgewitsch lebte bekannt­lich seit der Heirat des Königs Alerander im freiwilligen Erile in Wien.

* Der junge König Alfons von Spanien wird voraus. sichtlich im November dem König von Portugal seinen Gegen­besuch machen. Im nächsten Jahre konunt König Alfons be­kanntlich nach Verlin.

Zur Beseitigung des Arbeitermangels in den Berg­werken von Transvaal wollen die Engländer jetzt asiatische, speziell chinesische Arbeiter einführen. Der erste Transport wird wahrscheinlich schon im Januar nächsten Jahres landen, und von dann an werden 3000 Arbeiter in jedem Monat eintreffen.

Die Hochstapelei gedeiht auch in China schon. Die deutsche Gesandtschaft in Peting veranlaßte bei der chine­sischen Regierung Ermittelungen über einen angeblichen ehe­maligen Kapitän der deutschen Marine, namens Bode, der von der Provinzialregierung unter der Drohung Geld erpreßt hat, er werde sich sonst bei der Gesandtschaft be­schweren.

Heer und flotte.

Zum Militär- Reitinstitut in Hannover sind vom 1. Of. tober d. Js. ab zu einem zweijährigen Kursus im ganzen 59 Offiziere kommandiert worden, nämlich 5 Oberleutnants. 81 Leutnants der Kavallerie, 3 Oberleutnants, 19 Leutnants der Feldartillerie und ein Oberleutnant der schwedischen Leib­garde zu Pferde. Unter den Kommandierten befindet sich fein der Gardekavallerie angehöriger Offizier, nur das sächsi sche Garde- Reiterregiment ist an dem Kommando beteiligt.

frei zutage trat. Der Förster war eben in Graz, die Ge­schwister waren in der Schule und die Dienstmagd hatte sich einer Besorgung wegen außer Hause begeben. Der Gendarm, dem die Anzeige des Burschen von Anfang an nicht glaub. würdig vorfam, nahm ihn vor der Leiche in ein scharfes Ver­hör und brachte ihn zum Geständnis, daß er das Mädchen erschossen habe. Er will das Mädchen besucht und bei dieser Gelegenheit einem Schrank ein Gewehr entnommen und ohne zu wissen, daß es geladen war, damit gespielt haben, bis der Schuß losging und das mit dem Fegen der Stube be­schäftigte Mädchen traf. Die gerichtliche Untersuchung der Reiche ergab, daß dem Mädchen Gewalt angetan war.

Schiffsarmierungen. Für die z. 3t. noch auf den Werften im Bau begriffenen Linienschiffe Braunschweig"," Elsaßẞ" und Hessen" werden gegenwärtig auf den Kruppschen Werken in Essen Geschüße hergestellt, die sich sowohl ihrer Konstruktion als auch ihrer Größe nach bisher noch nicht in der Marineartillerie oder an Bord der Schiffe der deutschen Flotte befinden. Es sind dies 28 3tm. und 17 3tm.- Schnell­feuergeschüße von 40 Kaliber Rohrlänge, welche für die Haupt- und Mittelarmierungen der neuen Linienschiffe be­stimmt sind. Die Anschaffungskosten für jedes Schiff betragen 7% Millionen Mark, während die Armierung des neuesten im Dienste befindlichen Linienschiffes Mecklenburg", das in den letzten Wochen seine Probefahrten beendete, nur gegen 5 Millionen Mark betrug.

Hus dem Gerichtsfaal.

Der Stahlkönig" Charles Schwab wird jetzt von dem Massenverwalter des amerikanischen Schiffsbautrusts betrüge rischer Praktiken beschuldigt, die aus einer Transaktion wegen der Bethlehemeisenwerte berstammen. Schon vor längerer Beit tauchten, wie erinnerlich, Gerüchte auf, die ungünstiges über den Vertrauensmann der amerikanischen Stahl­industriellen zu erzählen wußten und damals seinen Rücktritt vom Präsidentenposten zur Folge hatten.

A Das Verbrechen türkischer Soldaten an einer deutschen Köchin im Konstantinopeler Hospital Guelhane, das wir fürz lich meldeten, wird jetzt doch seine Sühne finden. Während der Untersuchungsrichter zuerst erklärt hatte, daß das Mäd­chen den Soldaten durch ihren leichtsinnigen Lebenswandel Anlaß zum Sittlichkeitsattentat und Beraubung gegeben habe, sollen jetzt die drei Schuldigen, ebenso wie ihre vor gesetzten Offiziere strengstens bestraft, der militärische Direktor des Hospitals abgesetzt werden. Die Köchin erhält 250 Pfund Türkisch( etwa 4500 Mark) als Entschädigung für die er­littene Mißhandlung.

die Prinzessin und hatte ihren Borjazz ausgeführt, ehe der Prinz sich von seinem Staunen erholen konnte.

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[ Das neueste Ballspiel,] das jetzt in England großen Anflang findet, nennt sich" Tamburello", nach denr Spielgerät, das in Tamburins besteht, die die Stelle des Rackets beim Lawntennis vertreten. Im übrigen gelten die selben Regeln wie bei Tennis. Das Tamburello verlangt eine bedeutende körperliche Bewegung; es gehört ein sehr träftiges Handgelenk dazu, den Ball mit einem so seltsamen Instrument zu treffen. Das Tamburin kann mit den ge­wöhnlichen Glöckchen ausgestattet sein, wodurch das Spiel dann musikalische Begleitung bekommt. Wenn vier Spieler gut abgestimmte Tamburins haben, so wird der Reiz natür lich erhöht und das Spiel besonders reizvoll für Damen werden. Aber auch Männer werden das Spiel gern als Zeitvertreib betrachten, denn es ist keineswegs leicht, es gut zu spielen. Anfängern wird es sehr schwer, überhaupt einen Ball über das Netz zurückzuschlagen.

** Die Bahnbeförderung der Rekruten behufs Stellung bei ihren Truppenteilen erfolgt auch in diesem Jahre ohne eine Zusammenstellung von größeren Transporten. Wie in den letzten beiden Jahren haben sich die angehenden Vaterlandsverteidiger von ihrer Heimat aus direkt zu dem Truppenteil zu begeben, für welchen sie ausgehoben worden sind. Der Gestellungsbefehl enthält Angaben darüber, von welchem Bahnhofe aus und zu welcher Zeit die Abfahrt zur Truppe zu geschehen hat. Gegen Vorzeigung des Befehls erhalten die Beorderten an den Schaltern die Fahrkarten ausgehändigt. Sie sind verpflichtet, möglichst eine Stunde, wenigstens aber eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges die Militärfahrkarte zu lösen.

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[ Der bedrängte Saharakaiser.] Jaques Lebaudy, der Pariser Milliardär und Kaiser der Sahara in spe, hat in London, wo er sich zur Zeit inkognito" ganz wie ein ge wöhnlicher Vergnügungsreisender aufhält, unter den Ver folgungen abenteuerlustiger Leute, die ihn in sein Kaiser reich begleiten wollen, viel zu leiden. Das Dienstpersonal des Savoy- Hotels, in dem er logiert, ist entsetzt über die wilden Männer, die den Vorhof des aristokratischen Gast hofs belagern. Korsen, Albanier, Griechen, Malteser, Ar menier, alles Stämme, die der Levante einen schlimmen Namen geben, lungern, Zigaretten rauchend, dort umher, neben ihnen kühn und gefährlich dreinblickende Abenteurer, Deserteure von der Fremdenlegion, Gesellen, die allen mög lichen Herren gedient, für Don Carlos gestritten und in Zentralamerika gewerbsmäßig Regierungen gestürzt und Bürgerkrieg geführt haben. Sie möchten die Heerscharen Sr. Majestät zum Siege führen, in seinem Staate dienen oder seine Leibwache kommandieren und senden zum Teil Briefe oder Karten mit arabischen Adressen, um den Nach weis zu bringen, daß sie der Landessprache der Sahara mächtig sind. Doch keiner wurde empfangen. Die Besucher kamen zu Hunderten, besonders seit ein Schalk die Bosheit hatte, eine Unmasse Leute, Agenten und Lieferanten durch ein autographiertes Schreiben aufzufordern, ihre Waren zur Prüfung vorzulegen. Sie strömen von allen Seiten zusam men mit Katalogen, Modellen und Mustern von Ackergeräten, Kanonen, Handfeuerwaffen, Sätteln und Packzeug und allen mur erdenkbaren Dingen, so daß die Hotelsekretäre, die alles abweisen müssen, fast dem Wahnsinn nahe sind. Ein unter nehmender Agent fam sogar mit einem vierspännigen Wagen an, um Muster zerlegbarer Häuser zu zeigen. Es wurde ihm natürlich schleunigst abgewinkt.

Unter Bezugnahme auf die mancherlei Grörterungen über die Kanalvorlage, die neuerdings durch die Presse gehen, schreibt uns unser CB.- Mitarbeiter auf Grund guter Infor­mationen: Es ist außer allem Zweifel, daß die Regierung, die sich seiner Zeit so fest auf die wasserwirtschaftliche Vor­lage festgelegt hat, ihren Plan nicht fallen lassen kann. Die Ueberschwemmungen in Schlesien bieten die beste Handhabe für eine Neubelebung des Projektes. Man wird Regulie­rungen für Schlesien und die Oder heutigentags mühelos durchsetzen können. Daraus erwächst ganz von selbst die Ver­pflichtung, auch anderen Gegenden gleiches Recht wider­fahren zu lassen. Wenn man nach allem Vorhergegangenen natürlicherweise auch nicht annehmen kann, daß der ganze ursprüngliche Plan auf allen Strecken gleichzeitig mit dem gleichen Nachdruck in Angriff genommen wird, so ist doch vorauszusehen, daß bei dieser Gelegenheit der Bau des ganzen Mittelandkanals wenigstens im Prinzip gesetzlich festgelegt wird. Damit wäre zwar nicht viel, aber immerhin etwas ge­wonnen. Zumal, wenn die Vermutung zutrifft, daß man gleichzeitig mit dem Ausbau einer Teilstrecke einen praktischen Anfang macht.

§ Der Prügelpädagoge Dippold hat sich zur Zeit vor dem Schwurgericht zu Bayreuth wegen tödlicher Mißhandlung des Berliner Schülers Heinz Koch, und wegen schwerer Körperverletzung, begangen an dessen Bruder, Joachim Koch, zu verantworten. Die Vorgeschichte des Dramas, dem der junge Heinz Koch, ein Sohn des Direktors der Deutschen Bant, zum Opfer fiel, haben wir bereits früher ausführlich erzählt. Die Anklage bringt jedoch noch einige bisher un­bekannte Grausamkeiten ans Licht, die der entmenschte Lehrer an seinen Böglingen beging. Er schnallte sie zur Nachtzeit auf einen Tisch, schlug auf sie los, bis der Stock in Trümmer ging, traftierte sie mit Fußstößen und Fußtritten. Den Joachim Koch würgte er dreimal derart am Halse, daß Be­wußtlosigkeit eintrat. Fast jede Nacht raubte er den Jungen den Schlaf, indem er sie mit den Händen an das Kopfende, mit den Füßen an das untere Ende des Bettes band oder sie in Hemd stundenlang vor ihrem Vette stehen ließ. Oft weďte er sie nachts aus dem Schlafe, um sie zu prügeln und mit Prügeln zu bedrohen. Auch mußten sie barfuß im Schnee herumlaufen. Am 8. März mußte Heinz Koch nach einer furchtbaren Mißhandlung mit dem Stocke nachts gefesselt( in den Bock gespannt) auf dem Boden schlafen, so daß er sich nicht bewegen konnte. Am anderen Tage konnte sich das bedauernswerte Kind kaum aufrecht erhalten und verweigerte die Nahrungsaufnahme. Trotzdem trieb ihn Dippold auf und Heinz Koch mußte turnen. Als er die lebung vor Schwäche nicht machen konnte, mußte ihn sein eigener Bruder Joachim schlagen. Am 10. März brach Heinz Koch vor Schwäche mehrmals zusammen. Dippold trat mit Füßen auf ihm herum, während der Junge am Boden lag, riß ihn mehrmals auf und hielt ihn zur Arbeit an. Dippold sucht sich zu verteidigen, indem er sagt, daß Heinz Koch öfters Ohnmacht simuliert hätte.

Nab und Fern.

A Die deutsche Fischdampferflotte bildete den Gegenstand eingehender Untersuchungen des Bremerhavener Seeamts. Wie f. 3t. gemeldet, waren den Stürmen des letzten Winters nicht weniger als sechs Geestemünder und Bremerhavener Fangdampfer zum Opfer gefallen. 70 Menschenlehen sind dabei zu Grunde gegangen. Es wurde nun vom" Seeamt untersucht, ob diese vielen Katastrophen, denen sich noch eine größere Anzahl ähnlicher in früheren Jahren anreiht, etwa auf Mangel an Seetüchtigkeit bei unseren deutschen Fisch dampfern, auf fehlerhafte Ausrüstung in Maschinen, Resser, Kohlen u. s. w., oder vielleicht auf Mängel in der Ausbildung und Qualität der Besatzung zurückzuführen seien. Das Urteil der Sachverständigen lautete dahin, daß an der vollen See­tüchtigkeit unserer deutschen Fischdampfer nicht zu zweifeln ist. Die Maschinen- und Sesselanlagen entsprachen allen modernen Anforderungen; ebenso ist die Ausrüstung mit Sohlen eine mehr als ausreichende gewesen. Der Reichs kommissar hielt noch bessere Ausbildung der Kapitäne für erforderlich und glaubt durch Einstellung von Schiffsjungen ein besseres Material an Matrosen zu erhalten.

Schwere Stürme richteten in zahlreichen Orten des westlichen und nördlichen Deutschland großen Schaden an. In Berlin, Dresden, Frankfurt a. M., Bremen, Kiel, Emden u. s. w. wütete der Orkan. In Dresden fegte er das vier Stockwerk hohe Gerüst des Neubaues des städtischen Volks­bades um, auf dem sich 12 Mann befanden. Hierbei wur­den 3 Mann getötet und 4 schwer verletzt. Auch in Berlin kamen verschiedene schwere Unglücksfälle vor.

Die 56. Hauptversammlung des Gustav Adolf- Vereins fagte in Hamburg. Die Beteiligung aus allen deutschen Ländern und aus Desterreich ist überaus zahlreich. Vom Ausland sind Italien, Belgien, Frankreich und Brasilien durch Abgeordnete vertreten. Nach einer nicht öffentlichen Sigung der Delegierten des Hauptvereins fanden abends in sechs, den verschiedenen Stadtteilen angehörenden Haupt­firchen Festgottesdienste statt, die sämtlich stark besucht waren. In der St. Petri- und St. Nikolai- Kirche wurde nach been­digtem Gottesdienste eine Anzahl reicher Festgaben an Tauf­und Abendmahlsgeräten für Gemeinden in der Diaspora übergeben.

Gin jugendlicher Lustmörder wurde in Kalsdorf bei Graz verhaftet. In der Gendarmeriekaserne erschien der 16jäh rige Bursche Frankl und zeigte an, daß Wilderer die 14jährige Tochter des Försters Herunter erschossen hätten. Er habe den Schuß gehört, dann einige Männer hinter dem Förster hause weglaufen gesehen und endlich das Mädchen im Haus flur mit zerschmettertem Kopf tot aufgefunden. Ein Gen darmerie Posten führer begab sich mit dem Burschen in das Forsthaus und fand das Mädchen in einer Blutlache liegen. Ein aus unmittelbarer Nähe abgegebener Schrotschuß hatte dem Mädchen die Schädeldecke abgerissen, daß das Gehirn

Bunte Chronik. In Düsseldorf wurde unter dem Ver­dacht, Mädchenhandel zu treiben, ein angeblicher Kunst­Händler Hermann Dallmer aus Spandau verhaftet.

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[ Eine eigenartige Huldigung] erweisen die Pariser schon jetzt der Königin von Italien, die in nächster Zeit an der Seite ihres Gemahls in die französische Hauptstadt ein ziehen wird. Ueberall singt man ihr zu Ehren: Viens, Hélène, viens, Hélène, viens, nach dem bekannten Viens, poupoule, der französischen Nachdichtung des Gassenhauers: Komm', Karlineken!" Sehr geschmackvoll ist eine solche volkstümliche Huldigung gerade nicht. Wie aus Nom ge­meldet wird, hat sich übrigens die Königin von ihrem Auto­nobil- Unfall in Racconigi wieder vollständig erholt; derselbe var übrigens, wie man jetzt erfährt, bedeutsamer, als man mfänglich glaubte, da er vorzeitig und vorläufig die Aus­sicht auf einen Thronerben zerstört hat.

-- In Kratz bei Essen wurde ein verheirateter Arbeiter von dem Liebhaber seiner Frau im Streit erschlagen. -In Kiel ermordete der Schlosser Behrens die geschie­dene Frau Jöhnk, mit der er zusammenlebte. Darauf er­stach er sich selbst.

-In dem österreichischen Grenzort Oderberg raubten Diebe aus der Stadtkirche zahlreiche Wertgegenstände und zerbackten den Altar. Der Schaden beträgt 40 000 Mark.

Vermischtes.

[ Gerichtliche Kuriosa,] die er in langjähriger Prayis mfgelesen hat, veröffentlicht ein Breslauer Oberlandes gerichtsrat. In dem Büchelchen findet sich aus der ersten Zeit nach der Annerion von Hannover an Preußen 1866 olgende Anzeige an die Kronanwaltschaft zu Celle unter der Ueberschrift Vorsätzliche Anklage und Staatsbeleidi Jung". Die Denunziation lautet unter Beseitigung der innstörenden orthographischen Fehler:" Fünf Minuten vor 5 Uhr ging der Schuhmacher Biermann hier vor der Stadt­lirche vorbei und der Apotheke zu, so rief er laut dreimal: Bismarck! Wie er wieder zurückkam, da hatte er ein großes Wort, sagte wieder, Bismarck würde aufgehenkt, und Hannö­erisch würden wir doch. Majestätsbeleidigung! Die Frau Brünhöfer Beplat hat es auch angehört. Ich bitte dem Kri­minalgericht um Bestrafung, er hat schon mehrmale gerufen: Hannöverisch werden wir doch! auf öffentlicher Straße. Ich fämpfe und mein Blut vergieße ich für meinen jetzigen König and für Gouverneur Bismard und für den Preußischen Staats. Dorette Knöfeldt." In einem Steckbrief, den das Amtsgericht Elze am 5. Mai 1868 gegen den Kalkfabrikan ten Moses Stern erließ, heißt es unter der Rubrik Be­sondere Kennzeichen": Das Aeußere desselben macht den Eindruck eines arabischen Häuptlings mit Ausnahme seiner Beleibtheit, wonach er zur äußern Erscheinung eines Pascha hinneigt".

[ Die italienische Königin auf der Hintertreppe.] Eine hübsche Episode aus dem Leben des italienischen Königs­paares erzählen angesichts von dessen bevorstehendem Besuch in Paris dortige Blätter. Die Königin ist eine eifrige Freundin aller Sports. Rudern, Radeln, Automobilfahren, Reiten nichts ist ihr fremd. Als sie noch als Kronprin zessin mit ihrem Gatten im Königlichen Schlosse Capo di Monte bei Neapel wohnte, hatte die fünftige Königin die Gewohnheit, jeden Morgen Hoch zu Rad" einen Ausflug in die Umgegend zu unternehmen. Eines Tages radelte die Prinzessin allein aus, ohne ihren Gemahl zu benachrichtigen. Bei der Rückkehr wollte sie ihrem vor der Villa wartenden Gatten durch eine elegante Wendung imponieren, verlor aber das Gleichgewicht und fiel auf den durch den Regen aufgeweichten Sand einer Allee. Diener eilten rasch herbei, aber die Prinzessin war schon aufgesprungen und betrach­tete wehmütig ihre beschmutzte und zerrissene Toilette. Der Prinz von Neapel, der Augenzeuge dieses herrlichen Falles" gewesen war, tat sehr zornig, weil die Prinzessin ohne seine Erlaubnis und ohne seine Begleitung ausgefahren war. Siehst du," sagte er, das ist die Strafe für deinen Leicht­sinn. Jetzt bist du so mit Straßenschmutz bedeckt, daß du kaum den Aufgang für Herrschaften" benußen kannst." ..Dann benube ich eben die Sintertrevbe." erwiderte einfach

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A[ Der entgleiste Premierminister.] Seddon, der wohl­jeleibte Herrscher und patriotische Premierminister von Neu­celand, erregt im Mutterlande recht häufig unbeabsichtigte Heiterfeit. Es steht fest, daß König" Seddon, wie er spottend jenannt wird, gern redet und daß er ein glühender Verehrer des Herrn Chamberlain ist. Neuerdings hat sich nun der Jute Premierminister dazu verleiten lassen, seine Rede mit ranzösischen Worten zu verschönern, wahrscheinlich weil man hm den allerdings unangenehmen Vorwurf gemacht hatte, : r sei der ungebildetste hohe Beamte im englischen Weltreich. Der Versuch, seine Bildung in den Augen der Welt zu reha­pifitieren, muß nach der Zeit" nun leider als durchaus ge­icheitert angesehen werden, wie die beiden nachstehenden Säße beweisen, die der böse demokratische Reynolds" der Rede Seddons entnimmt: Er tommt mir vor wie ein Mann, der ich einbildet, er ritte auf einem hors de combat", während r auf einem ganz gewöhnlichen Klepper sitt." Da das Wort , horse" im Englischen Pferd heißt, hatte King Seddon fluger­peise angenommen, daß das französische hors de combat" ( außer Kampf gesetzt) ein Schlachtpferd wäre. Der andere Sak lautet: Das Mutterland wird stets finden, daß Neu­celand sein vis- à- vis ist, das dicht hinter ihm folgt." Hoffent­ich folgt Mr. Seddon nicht als vis- à- vis dicht hinter Mr. hamberlain in die politische Verbannung, sondern bleibt noch inige Zeit in feiner Herricherstellung zur Freude seiner Freunde und Gegner.

Kein Wun der Jahrhu

[ Immer langsam voran!] Der unglaubliche Fall, daß iner Sekundärbahn zu schnelles Fahren vorgeworfen wird, at sich in Eichelstedt zugetragen, dessen Gemeindevertretung inscheinend nur immer langsam voran" will. Sie hat nämlich den Beschluß gefaßt, sich beschwerdeführend an den Sisenbahnminister zu wenden, weil die Kaltenkirchener Sekundärbahn zu schnell fährt. In der Begründung wird ausgeführt, durch das schnelle Fahren kämen häufig Be­riebsunfälle vor. Sat man schon jemals Klagen darüber

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