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† Ein Handwerksbursche mit einem Pfahl im Leibe wurde in Werder a. H. zum Arzt gebracht. Der Mermſte hatte sich die schwere Verlegung beim ,, Fechten" zugezogen. Ms er über einen Hof ging, wurde er von einem bissigen Hund verfolgt und sprang nun über einen Zaun, wobei er sich auf einen Pfahl aufspießte. Derselbe drang in den Bauch ein und bohrte sich längs der Haut fort, um in der Nabelgegend wieder hervorzutreten. Der Verletzte mußte den Pfahl mit zum Arzte schleppen, der den Mann nach einem Potsdamer Krankenhause schaffen ließ.
)-( Ein Automobil als Brandstifter. Ein seltsamer Straßenbahnunfall wird aus Berlin gemeldet. Daselbst fuhr ein Automobil seitlich gegen einen Motorwagen der Straßenbahn an, so daß es den zwischen den beiden Hinterachsen belegenen Bleisicherungskasten berührte und zerstörte. Die Bleisicherung brannte aus, die Kabel schmolzen, und einen Augenblick war der Motorwagen von einer förmlichen Flammensäule umhüllt. Hierdurch erlitt ein Herr, der auf der Hinterplattform des Straßenbahnwagens stand, Brandwunden an beiden Händen.
:: Opfer der See. Der norwegische Dampfer ,, Anna", von Middlesborough nach Jütland unterwegs, ist mit der ganzen Besazung von 12 Mann untergegangen. Außerdem wird der in Geestemünde beheimatete Fischdampfer ,, Neck" vermißt. Das Fahrzeug verließ vor drei Wochen seinen Heimatshafen, um in der Nordsee zu fischen. Seit der Zeit hat man von dem Schiffe nichts mehr gesehen und gehört. Der Dampfer ist zweifelsohne mit feiner ganzen, aus zehn Personen bestehenden Besagung, darunter mehrere Familienväter, dem neulichen Sturm in der Nordsee zum Opfer gefallen.
Ein falscher König. Wie aus Wien gemeldet wird, tam fürzlich in das Amtslokal des Postamts Wieden ein Mann, der sich dem diensttuenden Beamten gegenüber als König von Rumänien" ausgab und ihm den Auftrag gab, auf telegraphischem Wege sofort Militär zu requirieren. Der Postbeamte, der sofort einsah, daß er einen Frren vor sich habe, suchte ihn zu beruhigen. Der ,, König" stürmte jedoch auf die Straße und forderte den nächstbesten Sicherheitswachmann auf, den Beamten zu verhaften, weil er es gewagt habe, ihm, dem König von Rumänien, ungehorsam zu sein. Auf eine Einladung des Wachmannes folgte ihm der Geistesgestörte aufs Polizeikommissariat Wieden, von wo er der psychiatrischer linif übergeben wurde.
,, Nebeccas Töchter" machen im Lande Wales wieder einmal von sich reden. In der Umgegend von Rhayader, in der Grafschaft Radnor, konnte man in den letzten Tagen an den Mauern merkwürdige Zettel sehen, auf welchen geschrieben stand: Rebecca und ihre Töchter merden sich um 72 Uhr auf den Felsen versammeln." Etwa hundert Frauen, den Kopf in Shawls gehüllt, und Mädchen, die in einer Hand eine Laterne, in der andern ein großes Messer halten, finden sich jeden Abend am Rendezvous- Plage ein, um gegen die strengen Maßregeln zu protestieren, die zum Schuße des Salms im Flusse Whe gegen die Fischdiebe ergriffen werden mußten. Die alten und jungen Weiber steigen hinunter zu den Ufern des Flußes, spießen die durch das Licht der Laternen angelockten Fische auf und nageln sie an die Türen der Häuser, in welchen die städtischen Beamten wohnen. Durch nächtliche Versammlungen dieser Art protestieren die Bewohner von Wales schon seit 1843 gegen alle Maßregeln der Behörde, die ihre Unzufriedenheit erregen. Was den gegenwärtigen Fall betrifft, so sind bis jeßt ,, Rebeccas Töchter" Siegerinnen geblieben: die drei Flußwächter wurden gründlich geprügelt, Verstärkungsmannschaften konnten im ganzen Bezirk tein Unterfommen finden, da sie niemand aufnehmen wollte, und ein Gastwirt, der gewagt hatte, ihnen zu trinten zu geben, sah am nächsten Tage Rebecca und ihre Töchter in sein Haus eindringen und, ohne zu zahlen, das ganze Bier austrinken, das sich in der Kneipe befand.
- Beglaubigt. Gast: Ist denn das Huhn auch wirklich frisch?" Wirt: Gewiß, dort sitzt der Autler noch, der's überfahren hat."
-Aus einer Dienstbotenversammlung. Borsigende Köchin: Ferner schlage ich vor, zu beschlie Ben, daß wir so lange alle Gerichte verderben, alle Braien anbrennen wollen, bis unsere Herrschaften beim Kriegsministerium durchgesetzt haben, daß unsere Stadt Barnison wird."
57]
Dr. Rumseys Patient.
Noman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdrud verboten.)
Chinesische abergläubische Befürchtungen.] Die| Köhler- Langsdorf contra Biermet
Eingeborenen- Bresse Chinas beschäftigt sich jetzt schon
mit allerlei Anfündigungen von furchtbarem Unheil, das dem großen Reiche am siebzigsten Geburtstage der Kaiserin- Witwe unfehlbar zustoßen werde, den diese 1904 begeht. An jeder 10jährigen Wiederkehr des Geburtstages der Kaiserin nämlich soll China von Unglück betroffen worden sein. An ihrem Geburtstage verlor die KaiserinWitwe ihren Sohn durch Tod; an ihrem fünfzigsten offupierten die Franzosen Annam; an ihrem sechzigſten fielen die Japaner in Korea ein und annektierten Formosa. Einige ganz schlaue chinesische Höflinge schlagen mun vor, schon dies Jahr den siebzigsten Geburtstag" der Kaiserin zu feiern, während sie in Wirklichkeit erst das 69. Lebensjahr vollendet hätte. Vielleicht, daß man so dem drohenden Schicksal entrinnen könne.
-67 Theater giebt es gegenwärtig in Rewhorf, und in nächster Zeit sollen noch sechs nene eröffnet werden. Man hat berechnet, daß in Newyort täglich etwa 75 000 Personen ins Theater gehen. Für eine Lage im MetropolitanTheater wurde neulich die Kleinigkeit von 320 000 Mark bezahlt. Dafür darf der glückliche Erwerber, ein Mann in vorgerückten Jahren, die Loge auf Lebenszeit benutzen )-([ Die Neujahrsfarten der Humberts.] Der Neujahrstag hat der eingeferferten Familie Humbert gezeigt, wie viele Leute in aller Welt ihrer gedenken. Romain Daurignac bekam eine Ansichtskarte, auf der ein unbekann ter Schalf sein Schicksal mit folgenden Reimen bejammerte: Mein armer Romain Daurignac,
„ Es war eine gute Idee von mir", dachte sie im Weitergehen bei sich, daß ich den Baron um eine Unterredung bat. Jezt weiß man doch, woran man ist. Je mehr er darüber nachdenkt, desto weniger verlockend wird ihm die Aussicht aufs Zuchthaus oder noch Schlimmeres sein. Er ist verpflichtet, uns zu bedenken, seine Frau, mich und Tante Armitage. Tante würde auch Strafe bekommen. Wie ärgerlich er war, als ich beinahe mein anderes Geheimnis verraten hatte- wie fonnte ich auch nur so dumm sein. Ich kann nicht vorgeben, Ihre Worte nicht zu verstehen", sagte er. Er macht sich feinen Pfifferling aus mir Ina, wenigstens weiß er es iezt es schadet ia auch nichts. Ach, wie das innerlich brennt es ist die wahnsinnige Liebe zu ihm, die ich mein Leben lang für ihn empfinden werde. Es giebt nichts, was ich für ihn nicht zu thun ver möchte! Eigentlich ist es eine Schutach für mich, eine Schande! Ich, eine verheiratete Frau, einen anderen Mann so zu lieben! Aber ich fann nicht dafür ich fann nicht dafür! Armer Georg! Ich fann ihm feine Liebe entgegenbringen, er ist mir nichts, aber auch garnichts, solange der Baron lebt. Es ist doch nett, daß ich und er ein Geheimnis miteinander haben! Nun werden wir uns gewiß öfter sehen! Ob er mich wohl noch hübsch findet? Er muß es eigentlich, denn ich bin die schönste im ganzen Dorf. O meine Seite, meine Seite!"
Hetty ging bergan, die Hand auf das umgestüm klopfende Herz gepreßt und nach Atem ringend. Die Schmerzen in der linten Seite wurden immer heftiger und zwangen sie plöglich, stehen zu bleiben.
Jetzt steckst du aber fest im Sad. Madame Therese erhielt eine Menge Briefe und Karten aus Amerika, in der sie um ihr Autogramm gebeten wurde. Eine Sammlung von Unterschristen berühmter Persönlichkeiten ist ja nicht vollständig, wenn die der großen Schwindlerin fehlt. Deren Töchterlein Eva aber hat gar eine Flut von Heiratsanträgen erhalten. Vielleicht befinden sich unter den Kandidaten auch solche, die durch Evas Hand sich eine reiche Einnahmequelle sichern wollen, wenn ihr Engagement beim Zirkus Barnum perfekt wird.
Was sagte er nur von Fortgehen?" fubr fie in ihren Ge banken fort. Vincent und ich sollten das Land verlassen? Nimmermehr, es fällt uns garnicht ein. Nein, nein, so weit geht es denn doch nicht. Vielleicht fürchtete er, ich fönne ihn verraten. Ach, wie schlecht er mich fennt! Ich muß ihm noch deutlicher be weisen, daß ich verschwiegen bin wie das Grab. Sind diese vielen Jahre fein Beweis dafür? Ach, wie weh mir die Seite thut! Ich muß beute abend wieder Tropfen nehmen, nachher wird es stets besser. Wie frisch und munter Georg sein wird, wenn er aufwacht. Der Schlaf wird ihn unendlich erquidt haben."
* Nette Reisegesellschaft. Um 8000 Mark ist der englische Lord Roßlyn, der bekanntlich als Schauspieler tätig ist, auf dem Dampfer ,, Etruria", mit welchem er dieser Tage in Newyork eintraf, im Kartenspielen erleichtert worden. Er ließ sich verleiten, während der Reise mit drei Männern Poker zu spielen. Anfangs wurde zu niedrigen Einfäßen gespielt, und einer der drei Männer verlor etwa 2000 Mart. Auf Veranlassung des Verlierers begann man höher zu spielen, und als der Dampfer in Newyork eintraf, war der mimende Earl um 6000 Mart leichter geworden. Ehe der Tampfer aber in Newyork eintraf, war der Cunard Linie per Kabel gemeldet worden, daß sich auf dem Schiffe Bauernfänger befänden, und die am Dock der Gesellschaft stationierten Polizeidetektivs wurden angewiesen, bei dem Eintreffen des Dampfers nach den Leuten Umschau zu halten. Sie veranlaßten den Earl, trotz seiner anfänglichen Abneigung, eine Klage zu erheben, konnten aber auf dem Dampfer nur einen remer drei Mitspieler finden, welchen sie verhafteten. Die andern beiden müssen wohl unmittelbar nach dem Anlegen des Dampfers von diesem fortgeschlichen sein. Im Detektivbureau ertannte der Earl of Roßlyn in dem Bilde des berüchtigten Spielers Owens einen seiner Reisegenossen.
Bunte Chronik. Der Jagdausseher Halb aus Röhrbach bei Straßburg schoß den Tagelöhner Schneider, der unberechtigterweise ein Jagdgebiet mit geladen m& wehr betrat, ohne Anruf nieder, obwohl Schneider die Flinte fortgeworfen hatte und in ein Haus geflüchtet war. Der Jagdhüter wurde verhaftet.
In der Angelegenheit der Berliner Denkmals- Verstümmelungen sind mehrere Verhaftungen vorgenommen worden. Am meisten verdächtig ist der Arbeiter Hugo Pilz.
Der aus dem Treberprozeß" bekannte Terlinden spielt neuerdings im Duisburger Untersuchungsge ängnis den ,, wilden Mann". Infolgedessen haben seine Verteidiger ihr Mandat niedergelegt, so daß der Prozeß nicht mehr in der bevorstehenden Schwurgerichtsperiode zur Verhandlung kommen kann.
-In ganz Oberitalien herrschen starke Influenza- Epidemien, in Padua zählt man allein 15 000 Erkrankunger bei zwanzig Todesfällen am Tage.
Sie schritt troß der Stiche in der linken Seite weiter und hatte endlich den Gipfel des Hügels erreicht.
Von hier aus ging es sanft bergab bis zur Vincentschen Farm. Hetty lief immer schneller, bis sie schließlich rannte, aber die Schmerzen in der linken Seite zwangen sie abermals, still zu stehen. Sie erreichte das Haus erit, als es schon ziemlich dunkel war. Im Hofe und im Hause war alles still, nichts rührte sich.
„ Georg schläft noch", sagte sich Hetty, erleichtert aufatmend. " Ich bin also sicher, daß er mich nicht vermißt hat. Jezt heißt es schnell umziehen, Licht anzünden und das Abendbrot hübsch zurecht machen."
Zeitungsstimmen.
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die Sache machen, „ Die Belegung Univerfität mit Br femiten paffen, bef des beffifchen Baue
Wir brachten in Nr. 2 unserer Zeitung vom 3 J nuar 1. J. einen Artikel aus dem Sießener An zeiger" zum Abdruck, welcher sich mit dem Antrag de Landtagsabgeordneten Röhler- Langsdorf befaste und wonach an der Landesuniversität Gi ßen eine zweite Bro fessur für Nationalökonomie errichtet werden solle, da gewisse Leute mit den Lehren des Nationalökonomen Professor Tr. Biermer nicht einverstanden wären. In derselben Nummer veröffentlichten wir aber auch gleich eine Erflä rung genannten Professors, in welcher derselbe die Angriffe und Verdächtigungen zurückweist, welche lettere man ihm zu unterschieben versucht. Bemerken wollen wir noch, daß in keiner anderen Zeitung ein gleicher Angriffsartifel gestanden hat als nur im„ Gießener Anzeiger". Heute sind wir in der Lage, die Stimmen einiger in den Parteien maßgebenden Zeitungen zu hören.
Sie öffnete die Thür, welche in den Hühnerhof führte; die Tiere flatterten erschreckt von ihren Stangen. Leo, der Hofhund, tam auf sie zu und rieb den zottigen Kopf an ihrem Stnie; fie streichelte ihn flüchtig und eilte dem Hause zu. Sie schloß eine Seitenthür auf, zu welcher sie den Schlüssel stets in der Tasche trug, und betrat den fleinen Flur, die Thür wieder hinter sich schließend. Alles war still und dunkel.
Betty fand sich auch in Finstern zurecht. Leise schlüpfte fie den Gang entlang und öffnete die Küchenthür. Das Feuer glimmte le fe und verbreitete einen düsteren, unheimlichen Lichtschein in dem kleinen Raum. Als sie in das Wohnzimmer trat, überlief sie ein eisiger Schauer warunt, fie hätte es nicht sagen können. Es wälzte sich ihr plöslich etwas schwer aufs Herz.
Sie trat an das Sofa heran.
„ Er schläft noch", wiederholte fie teise. Die herrlichen Tropfen haben ihm wirklich gut gethan. Ich nehme nachher auch welche; denn ich habe heute solches Herzklopfen, wie seit langer Seit nicht."
In die Küche zurücktretend, schürte sie das Feuer an, dann nahm sie einen Leuchter vom Küchenbrett und zündete das Licht an. Mit diesem in der Hand ging sie zurüd zu ihrem Manne, die Kerze mit der Rechten beschattend, damit das Licht den Schläfer nicht störe. Bincent lag dem Anschein nach noch immer so da, wie sie ihn vor mehr als zwei Stunden verlassen; er lag auf dem Rücken, die Arme an jeder Seite lang ausgeftredt, den Mund ein wenig geöffnet, mur etwas blasser als sonst sah
er aus.
" Wie fest er schläft", flüsterte Setty erleichtert.„ Es geht alles famos! Jegt werde ich mich recht niedlich machen und eine hübsche helle Jade anziehen; denn Georg liebt es, wenn ich mich
NB. Derfelbe
wie vor aud Stohl
fteht dafelbft ein fo Am 5. Januar Offenbach, Figur. Die Nummer vom hey reits am Freitag trag des antiser Sie f Langsdorf, den berufen. maßen: Natürlic des Vogelsberg Mensch ernft. eine to mische trag ein grell Zustände des G Zweite Stamm Majorität, mit übel rechnen die demnächst sehr gespannt droben in ihre Profeffors Bio er durch die 2 richteten Doze sonders ne wieweit d Biermers Die Frantf.
Die Frff. 8tg." schreibt in ihrem Morgenblatt bom 5. Januar: □ Aus Hessen, 2. Jan. Der antisemitis Reichs- und Landtagsabgeordnete Röhler Langsbo hat bei der zweiten hessischen Kammer den Antrag ge stellt, an der Gießener Universität ein zweites Ord nariat für Nationalökonomie zu schoff n un für diese Professur den Professor Dr. Ruhland, Lehre der Staatswissenschaften an der Dominikanerlehranstalt i Er begründet Freiburg in der Schweiz zu berufen.
seinen Antrag damit, daß die gegenwärtig in Gieße angeftellten nationalökonomischen Dozenten, der Ordina rius Professor Dr. M. Biermer und Privatdojent Dr. R. Liefmann, liberal und bauernfeindlich seien und lehrten. Namentlich dem Ersteren müsse, da er die zu fünftigen Staatsbeamten verderbe und im Dienste der Börse" stehe, ein gleichgeordneter agrarischer Dozent, wi es Ruhland sei, auf die Nase ges zt werden. Biermer lehre im Sinne von Ricardo, und dieser sei ein Jude g wesen. Auch der Privatdozent Dr. Liefmann tauge nicht für hessische Verhältnisse; denn dieser jei selbst zitierten Säßen de
jüdisch..
Natürlich nimmt in Heffer Gießen ein sehr außer den Bauern des Vogelsbe: 98 den Abgeordneter„ lomische Figur" Köhler kein Mensch ernst. Für alle Gebildeten ist er von den„ Gebilde längst eine fomische Figur.... Man wird Reichstag gewähl auf die demnächst beginnenden Kammerverhandlungen sehr Sozialdemokraten gespannt sein dürfen; denn Köhler und Genossen drohen der Blamage, du in ihrem Initiativantrage, das Gehalt des Professors werden, den laut Biermer nur dann zu genehmigen, wenn er durch die Vogelbergs ernſt Berufung eines zweiten agrarisch gerichteten Dozenten demokratischen, fre schachmatt gesetzt wird. Besonders neugierig darf bildeten" in Gief man sein, inwieweit die hessische Staats, nicht, daß Herr Kö regierung sich Biermer's und Liefmann's annimmt.
Das Offenbacher Abendblatt", Organ des Abg. Ulrich, schreibt vom 3. Januar:
Herr Köhler hat übrigens aud mit seinem neuesten Antrag wieder unkonsequent ge handelt. Wenn er die Berufung des Prof. Ruhland verlangte, damit dieser das physiokratische System des Leibarztes der Pompadour den Gießener Studenten eintrichtert,
weil dieses System den Wünschen der Volksmehr heit entspricht,
so hätte Herr Köhler längst eine zweite Professur für Tierarzneiheilkunde verlangen müffen. Der jetzige Professor und seine Schüler haben wohl niemals den Wünschen der Freunde des Herrn Köhler entsprochen, wenn sie die Maul- und Klauenseuche konstatierten. Und oft genug haben antisemitische Angehörige der von Herrn Köhler angesprochenen Volksmehrheit" in Versammlungen erklärt: die tierärztlichen Maß: nahmen wären Unsinn; man solle 14 Tage lang die Tierärzte einsperren, dann wäre feine Spur mehr von der Maul- und Klauenseuch vorhanden.
"
für ihn puze. Dann mache ich den Tisch zurecht, und wenn alles fertig ist, mede ich ihn. Jezt ist es acht Uhr, er hat über drei Stunden geschlafen. Ich schlief damals nach den ersten Tropfen freilich viel länger. Wenn das Abendbrot fertig ist, wede ich ihn. Es wird ein Hauptspaß, wenn er sieht, wie spät es ist und wie lange er geschlafen hat."
Das Licht in der Hand haltend, ging Setty in ihr eigenes fleines Zimmerchen, legte Jadet und Hut ab und brachte beides beiseite. Dann zog sie ein helles Hausiädchen mit einer hübschen Spizenrüsche am Halse an, band eine niedliche Schürze vor und begab sich in die Küche. Hier zündete fie die verschiedenen Lampen an und stellte sie an ihre Pläge im Zimmer, Flur und Küche.
Blöglich überrieſelte es die junge Frau eistalt und ein unbehagliches Gefühl beschlich ſie. Eine innerliche Erregung schüttelte ihren zarten Körper und machte sie fast schwindeln, sodas fie fich an einen Stuhl halten mußte, um nicht umzufallen. Allmählich erholte sie sich, aber die Schmerzen in der Seite wurden wieder heftiger, und das Atmen ward ihr recht be schwerlich. Nach einer Weile legte fie Holz und Kohlen auf das Fener, dann wärnte sie ihre eiskalten Hände an der auflodernden Glut.
„ Wie das Feuer prasselt", murmelte fte. Es iniſtert fo laut, daß Georg aufwachen müßte, wenn er nicht die Tropfen genommen hätte. Na, mag er noch ein Weilchen schlafen, bis Sas Abendessen fertig ist."
Nun begab sie sich in die Stube, deckte den Tisch, legte Messer und Gabel auf, fezte Teller bin und holte Schinten, Butter, Brot und Käse herzu. Als sie mit alledem fertig war, blidte fie wieder auf den Schlafenden. Er lag so ruhig, nicht einnial atmen hörte sie ihn. So ruhig schlief er sonst nicht, meistens schnarchte er fogar; im Anfang ihrer Ehe hatte Hetty manche Nacht infolge seines Schmarchens kein Auge zuthun fönnen.
Wie fanft er heute schläft", dachte die junge Frau wieder „ Das machen alles die prächtigen Zaubertropfen. Ah, ich weiß, was ich thue, ich toche ihn schnell ein paar frische Gier und Cacao, das mag er beides sehr gern."
Gedacht, gethan. Sie eilte in die Küche, nahm sechs Eier, fochte diese und bereitete eine fleine Ranne voll duftenden Cacao, feste alles zufammen auf ein Brett und wollte es eben in die Stube tragen, als sie wieder heftige Seitenstiche betam und schnell das Brett hinseßen mußte. Nach einer Weile ermannte sich und trug es hinein.
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fürzlich irrtümlich r Vorgängers Bierm gründlich verkannt; Jahrgangs hat sic national- öfonomi Ansicht Ausdruc Standpunkt G1 die Kammeragrar Abendblatt- Artikel agrarische Enque werden sie einsehe gegen Prof. Biern grarheiligen Rub
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