Ausgabe 
7.1.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

na minka

rei nebst Handlung

A( Preussen)

d. Deutsch. Kaisers,

ers v. Russland, des

rkei u. vieler Kaiserl., Höfe etc., präiirt nd silbernen Staats­daillen, empfiehlt:

Racehunde

ch-, Renommir-, Be­Damen- Hunde) vom an- u. Schosshündchen. und gratis.

Ssuru. Behandlung sein. m.vielen Illustrationen, unden, vollständiges -Zuchter Mark 6. Bahnhof Zahna.

18,50 M., 5 Ko. 2,50 M. bestes zweck­

hen dienlich Hunde­

ilo 2,50 Mark.

sehr hoher Nährwerth.

oduction erforder­

Ko. 2 Mark.

ng, um den Thieren

weil die bisher ver­

derungen entsprachen,

ns selbst hergestellt.

cn.

eilkraft

Leiden und männ

die Firma

an- Dresden, über die elektrische

herrlich bewährten

Nr. 5.

Erstes Blatt.

Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 1.50.

Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Mittwoch, den 7. Januar 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Der Marine- und der Militäretat.

CB. Aus den beiden Etats für unsere Reichswehr, die soeben veröffentlicht worden sind ergiebt sich auch im neuen Jahre mit Deutlichkeit das Bestreben unserer Reichsregie­rung, in der Aneignung der technischen Kriegsmittel und in der zeitgemäßen Organisation unserer Reichswehr zu Lande und zu Wasser mit den Fortschritten der Zeit gleichen Schritt zu halten. Daneben soll auch die theoretische Aus­bildung unserer Offiziere vervollkommnet werden. Denn es ist die Errichtung einer friegstechnischen Hochschule ge­plant Der Striegsdienst der Zukunft wird wesentlich ab­hängen von den Leistungen unserer technischen Truppen. anntmachung. Es ist deshalb ein sehr gesunder Plan unserer Reichsheeres­verwaltung, daß sie neben der kriegstheoretischen Aus­6 Monat altes Kin bildung in Taftit und Strategie eine genaue theoretische egeeltern gesucht. Kenntnis der Wassentechnik anstrebt. In der Hand der auf dem Armenant. mit der Waffe genau vertrauten Offiziere wird eine Truppe ein viel wirksameres Kampfmittel sein, als wenn nur

e und 28 Mt.)

gen.

Züchtige

er, ehrlicher,

schfrau äußerlich auf die Handhabung der Waffe gedrillte Offiziere ädchen sof. gesucht Praxis der Dienstersahrungen mit der wissenschaftlichen schanstalt ,, Edelweiss, Theorie eine viel inigere sein als seither Sollte es uns durch weitere Vervollkommnung unseres Offizier torps, das uns, wie fürst Bismarck ſich einmal ausdrückte, gelingen, unseren Vorsprung vor den Heeren anderer Na­tionen zu behaupten, so wäre damit eine weitere Friedens­bürgschaft gegeben, denn mehr als je gilt das Wort: Wer den Frieden will, muß zum Kriege rüsten.

er Bursche benau tann bauerus äftigung finden. W ent

b. d. Bl.

erteilt Nachhill

ſtunden.

te, alte Violine

zu verkaufen.

in der Exp. d. B. vermieten:

beten.

jurterstraße 63

niemand in der Welt nuchachen Tann, auch fernerhin

Die Ausführung dieser Friedenssicherungen aber muß von dem Plane ausgehen, ein Volk zu einer Kriegsführung ohne Bundesgenossen zu befähigen. Nur eine Nation, die diese Bedingung erfüllen kann, hat nach heutigen Ber­hältnissen eine Großmachtstellung inne und fenn sie be­haupten. Ist sie aber nur in einem Teile ihrer Wehr­Zimmer mit oder ohr bereitschaft auf fremde Hilfe angewiesen, oder von dem sion zu vermieten. guten Willen und der Friedensliebe anderer Völker ab­Wefteinaaffe 7. hängig. so muß sie stufenweise von dem Piedestal her= umerwohnung, untersteigen. Welcher Partei man auch angehören mag, der III. St. ver 1. Apri das eine fann man micht bestreiten, daß jahrelang unsere gesucht. Off. mit Preis Seewehr nicht auf der Höhe der Zeit stand. Unsere wach ter F. C 49 an die sende Großmachtstellung, so wie die weltwirtschaftliche Gut­wickelung, die durch unsere raschen Verkehrsmittel hertei­geführt worden ist, machten eine Vermehrung unserer Flottenmacht zur unbedingten Notwendigkeit Die Groß­machtstellung eines Volkes hängt also nicht mehr von dem Stande der Heeresmacht allein ab, sondern und zwar vielleicht noch in viel höherem Grade- von der Beschaffen­heit der Seewehr. Man sieht ja, wie die Verhältnisse auf dem europäischen Festlande einer inneren Beruhigung zustreben. Die Balkanfrage, einst der Zankapse: zwischen Desterreich und Rußland, ist zu einem Friedensfundament geworden, die elsaß- lothringische Frage hat an Schärfe verloren, und zivischen Italien und Desterreich liegt Venetien nicht mehr als Streitgegenstand. Aus dem Jest­lande tritt die Beruhigung ein, weil die Völker Europas die Notwendigkeit erkannt haben, ihre Kraft und ihre Intelligenz auf die Flottenbildung zu verwenden Ins­besondere wir Deutsche dürfen mit der Tendenz unserer Reichswehrverwaltung einverstanden sein, die folgende Pa­rallelen im neuen Marine- und Heerestaus alt au gestellt hat: Stillstand in der Massenentwickelung des Landhe.res, dafür aber eine vollkommenere Berufsausbildung des Effi­

34 Zimmern und Rüd zweite Stoď nebst einn in der Manfarbe und

il auf 1. April 1908 zu vermieten. Nähre erme sterei, Zimmer 15 matismus

Branten teile ich it unentgeltlich m

аз

r lieben Mutter na

gräßlichen Schmer Binderung, und na 6

vollständige Heilun ünauer, Rödim termelcherftr.11/ 17

Heirat vermittelt zierstorps und Erweiterung unserer Flottenmacht. Frei­Bureau Krämer, ki lich die Aufwendungen für dieſes leßtgenannte Ziel sind Husfunft gegen 30 B nicht unerheblich, andererseits aber sind diese Aufwendun­auf Hypothek, Schul- gen doch auch ein Hilfsmittel zur Befestigung und Stär­echsel etc. durch Gehung unserer Industrietätigkeit. Die Flottenvermehrung

sneck i. Th.

helhonig

tiert reinem Sonig,

che 50 Pig. Zu hab

potheke Broß- Felda

Städtisches

Tachthaus

würde eine ganz andere volkswirtschaftliche Bedeutung haben, wenn sie etwa im Auslande in Arbeit gegeben werden müßte. Das ist aber feineswegs der Fall. Deutsch­land ist vielmehr in der glücklichen Lage, die Mehrzahl der Arbeiten auf eigenem Gebiete und mit eigenen Rohstoffen erzuſtellen. Die Ausgaben sind durchaus nicht verloren, sondern im Innern des Landes als nahrungsspendendes Element im Umlauf. Insbesondere dürften diese Auf­wendungen auch versöhnlich auf die wirtschaftlich schwä­cheren Schichten wirken, wenn auch im neuen Haushalts­jahre wieder, wie im alten, die Reichsaufträge für den Flottenbau die sozial dankbare und schöne Aufgabe er­füllen, die Schäden der vorhandenen Arbeitsnot in der Winterzeit zu lindern. Auf alle Fälle fordert der neue Haushalt in feiner Form die Kritik heraus. Im Gegen­

fenfleisch 56. teil wird ein jeder besonnene Staatsbürger daraus mit leisch ohne Preis Befriedigung und Beruhigung ersehen, daß auch in der

heute u. morgen.

theater Gießen.

, den 7. Januar 1903

nächsten Zeit die Reichsregierung unablässig auf eine zweck­entsprechende Ausbildung unserer Friedensbürgschaften be­dacht ist.

Jolksverftellung: Venezolanische Verworrenbeiten.

Der

Wa Don Castro sträubt sich neuerdings wieder mit bersen und Füßen gegen eine Abdaniung. Dieser Glücks­eine sieht seinen Stern noch nicht erbleichen, und man ihm die Anerkennung nicht versagen, daß er trop

seiner fast verzweifelten Lage sich immerhin eine gute Dosis Mut und Energie bewahrt hat. Er denkt nicht daran, vor der Revolution die Waffen zu strecken, und das, obwohl die Aufständischen in drei Kolonnen gegen ihn und die Regierungstruppen im Anmarsche sind, und obwohl schon am 3. Januar ungefähr 8 Meilen von Cara­cas ein heftiger Kampf stattfand, welcher zu gunsten der Rebellen ausfiel. General Matos, der Hauptrivale Castros, will jezt selbst das Kommando über die gesamten revolutionären Streitkräfte übernehmen. Er hat einen Aufruf an die Bevölkerung gerichtet, die Waffen zu er­greifen. Matos rechnet auf die Unterstüßung Rolandos, dessen Streitkräfte gegen Caracas marschieren. Dort herrscht große Panik, und eine Anzahl angesehener Bürger begab sich zu Castro und hielt ihm die Hoffnungslosigkeit und Unhaltbarkeit seiner Lage vor. Castro indes bestand darauf, seine Stellung so lange zu behaupten, als seine Truppen in einer entscheidenden Schlacht nicht geschlagen

worden wären.

Auch in der Dreistigkeit gegenüber den Mächten er­tahmt Castro noch nicht. In einer nach Washington ge­sandten Darstellung des venezolanischen Konflikts erklärt er schlankweg, Deutschland sei der eigentliche Anstifter der Feindseligkeiten gegen Venezuela gewesen; England - das doch mindestens gleichzeitig mit uns vorgegangen ist-- habe nur mit großer Zurückhaltung und anscheinend widerwillig(!) an den Operationen teilgenommen.

Von amerikanischen Busineßmen werden Castros Quer­treibereien unterstüßt. Die Newyorker Red Star- Dampfer­linie versucht eine Intervention der Vereinigten Staaten gegen die Praxis der Blockademächte vor Venezuela her­beizuführen. Sie sandte an den Staatssekretär Hay einen Protest, weil dem Red Star- Dampfer ,, Caracas" von den Blockadebefehlshabern nicht gestattet worden war, seine Ladung in La Guaira zu löschen. Der Protest enthält zugleich die Forderung, die Unionsregierung solle die Rhe­derei für den Schaden, der ihr durch; die Blockade zuge­fügt ist, entschädigen. Das wird sie ja nun nicht tun, sie wird aber den willkommenen Anlaß benußen, bei den Blockademächten üße Vorstellungen zu erheben.- In Port of Spain ist ein Prisengericht gebildet worden, welches die Giltigkeit der Beschlagnahme sämtlicher vene­zolanischer Schiffe prüfen sowie den Wert der Prisen fest­sezen soll. Unabhängig hiervon sind Schritte unternommen worden zu einer etwaigen Freilassung der Schiffe im Falle des Zusammentretens des Schiedsgerichtes.

Die Politik.

Brinz Heinrich Regent von Braunschweig?

Ein Londoner Sensationsblatt, die ,, Daily Mail", will aus deutschen Marinekreisen erfahren haben, Prinz Heinrich von Preußen werde demnächst aus der Ma­rine ausscheiden, um die braunschweigische Regentschaft zu übernehmen. Die Nachricht entbehrt nicht durchaus der Wahrscheinlichkeit, immerhin ist sie zur Zeit mindestens verfrüht. Bisher ist von einer Ersetzung des Prinzre­genten Albrecht durch den Prinzen Heinrich nicht die Rede gewesen; der Prinzregent hat auch, soweit bisher bekannt, nicht die Absicht, die Regentschaft niederzulegen, was doch die Vorbedingung für die Uebertragung der Regentschaft an den Prinzen Heinrich wäre. Eine andere Frage ist, ob, wenn Prinz Albrecht von Preußen ein­mal die Augen schließt, seine Nachfolge in der braun­schweigischen Verwaltung nicht dem Prinzen Heinrich übertragen wird.

Der marokkanische Aufstand

scheint tatsächlich so gut wie beendet zu sein. Die aufrüh­rerischen Stämme unterwerfen sich dem Sultan und die Beunruhigung läßt nach. Die Verbindungen zwischen Tan­ger und Fez sind angeblich wieder hergestellt. Nach neueren Nachrichten kehrte in die Hauptstadt die Ruhe zurück. Auch die entschiedene Haltung des Sultans, der sich mit seinem Bruder Mohamed persönlich an die Spize der Truppen ſeßen will, flößt Vertrauen ein. Trotzdem ist ein über­triebener Optimismus in der Beurteilung der Lage in Marokko keineswegs am Plaze. Der Aufstand kann, wenn er z. Zt. auch beendet ſcheint, bei dem leisesten Anlaß wieder aufleben.

Sagasta+.

stoße. Der König äußerte darüber sein tiefes Bedauern, fand aber nicht die nötige Entschlußkraft, sich über die alberne Etikettevorschrist hinwegzuseßen. Sagastas Leiche wird in dem Leichenwagen der Militärveteranen zu Grabe gefahren werden. Die Regierung beschloß, der Leiche gleiche Ehren zu erweisen, wie der Canovas, nämlich die, welche einem aktiven Feldmarschall erwiesen werden. Später soll die Leiche im Pantheon, dem Beiseßungsort hervorragender Persönlichkeiten, beigesezt werden.

Kurze politische Nachrichten.

* Berlin, 6. Januar.( Hofbericht). Der Kai­ser hatte heute am Brandenburger Tor eine Besprechung mit dem Finanzminister, dem Polizeipräsidenten, dem Ge­heimen Hofbaurat Jhne und dem Tiergartendirektor Geit­ner über die Aufstellung von Denkmälern. Hierauf besuchte der Kaiser den Reichskanzler und hörte im Schlosse die Vorträge des Chefs des Militärkabinets und des Chefs des Admiralstabes der Marine.- Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich begaben sich heute mittag nach Bonn zurück.

?) In Madrid ist am Montag Abend der frühere spa­nische Ministerpräsident Sagasta gestorben. Er war wohl an die zwölf Mal leitender Minister in Spanien; zwi­schen ihm, dem Liberalen und dem Konservativen Canovas del Castillo pflegte die Leitung der Politik Spaniens abzu­wechseln. Erst vor wenigen Wochen legte er das Premier­ministerportefeuille ab. Unter Sagasta wurde in Spanien das allgemeine Stimmrecht, die Zivilehe, die Geschwore nen- Gerichte und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt, Kurz vor Sagastas Tode hatte der junge König Alfons den Wunsch geäußert, den Todkranken zu besuchen. Man bedeutete ihm jedoch, daß das gegen die Etikette ver­

* Das Befinden des Königs Georg von Sachsen bessert sich ständig. Der König fühlt sich etwas kräftiger, Fieber ist nicht vorhanden.

* Wie verlautet, wird Deutschland zunächst mit Ruß land und den Vereinigten Staaten in neue Handels­vertragsverhandlungen eintreten. Später sol­len dann die Verhandlungen mit Desterreich und Ita­lien folgen.

Vermischtes.

)..( Sie werden nicht alle. Bei einer Gerichtsverhand­lung in Berlin über den bekannten Gistmord am Teufelssee" fam auch zur Sprache, daß eine Frau Marie Cordus durch ihre Wahrsagefunst" mit dazu beigetragen hätte, dem Töpfer Jaenicke und seinem Opfer, der Näherin Luise Bergner, den Kopf zu verdrehen. Diese Frau C. septe auch später ihr Geschäft noch jort. Sie gibt sich für eine Zigeunerkönigin aus und sagt aus der Hand wahr. Aber sie bannt auch Strantheiten, allerdings nicht allein, sondern mit Hilfe eines Schäfers in Mecklenburg, der das goldene Lebensrad, und wenn das nicht hilft, das schwarze Todesrad dreht. Von dieser Heilkunst erjuhr auch eine Gastwirtsfrau, die vom Rheumatismus arg ge­plagt wurde. Hinter dem Rücken ihres Mannes ging sie zu der ,, Zigeunerkönigin". Diese schnitt ihr unter allerhand Hokuspokus einige Haare und die Spißen der Finger­nägel ab und steckte dieses zu gleichen Teilen in drei ausgehöhlte Aepfel, die dann die Kranke eine Weile in ihre Achselhöhle legen mußte. Die so vorbereiteten Acpiel, so behauptete die Zigeunerfönigin, bringe sie dem Schäfer in Mecklenburg, der sie einem alten Manne zu essen gebe. Während er dann das goldene Lebensrad drehe, werde der Alte krank und sieche dahin, die Kranke aber werde gesund. Als diese Kur noch nichts half, mußte der Schäfer das Lebensrad noch einmal drehen und später auch noch das Todesrad. Der einzige Erfolg war jedoch, daß die Gastwirtsfrau und ihr Mann, den sie später ins Vertrauen gezogen hatte, im ganzen um rund 400 Mark erleichtert wurden. Jezt bemächtigte sich die Staatsanwaltschaft der Sache und verschaffte der Zigeunerlönigin freie Wohnung in einem staatlichen Gebäude. Frau Cordus bleibt auch der Kriminalpolizei gegenüber dabei, daß der Schäfer mit den beiden heilkräftigen Rädern in Mecklenburg existiere.

:| Ein entsetzlicher Doppelraubmord wird aus Rosen­berg i. Westpr. gemeldet. Die Ermordeten sind der 37 Jahre alte Besizer Josef Ayermann und dessen 41 jährige Ehefrau, die allein auf ihrer etwa einen Kilometer von der Stadt entfernten Besitzung wohnten und wirtschafteten. Die Leiche des Mannes fand man im Schweinestalle, den Kopf vom Rumpfe getrennt. Die Leiche bot einen um so entesßlicheren Aublick, als die fünfzehn Schweine, die sich in dem Stalle befanden, während der Nacht über die Leiche hergefallen waren, die Kleider vom Leibe gerissen und einzelne Teile der Leiche angefressen hatten. Die Frau lag in dem auf der anderen Seite des Hofes liegenden Viehstalle; anscheinend ist sie von den Mördern beim Füttern des Viehes überfallen worden. Auch ihre Leiche war furchtbar zerstümmelt. Der Verdacht, die Tat be­gangen zu haben lenkt sich auf zwei plötzlich verschwundene russische Arbeiter, die bis vor kurzem bei einigen Besizern gearbeitet haben.

)( Eine furchtbare Katastrophe wird aus Lissabon gemeldet. Dort barsten aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache die Reservoire der Wasserleitungen. Mit surcht­barer Gewalt ergossen sich mächtige Wasserfluten in die Straßen, alles auf ihrem Wege vernichtend. Ricle Läuser wurden unter dem Druck der Wogen wie Spreu hinweg­gefegt. Eine große Menge von Menschen soll umgekom­men sein. Die öffentlichen Gebäude und Theater wurden stark beschädigt.