Fragen an verschiedene Zeugen hervorgeht, den War Andruczewski im Verdacht zu haben, daß er diese Zeugen ausgefundschaftet. Von den Geschworenen werden wiederholt Fragen an die Zeugen gerichtet, wie überhaupt die Geschworenen mit großer Aufmerksamkeit ihrer schwierigen Aufgabe gerecht zu werden suchen und häufig in die Verhandlungen eingreifen. Eine längere Auseinandersetzung entspinnt sich darüber, wie das volnische Wort Chachuta am richtigsten ins Deutsche zu übersetzen sei. Hechelski hat nach Angabe eines Zeugen in Kosten und auch in Poſen diesen Beinamen geführt. Es ergibt sich, daß Chachuta ein Mittelding zwischen Schwindler und Aufschneider bezeichnen soll. Der Spion.
Zeuge Fuhrmann Kaiser Kosten sagt aus, daß er den Agenten Hechelski einmal nach Wroblewo gefahren und dieser bei der Gastwirtin Kaskowiak abgestiegen sei. Nach etwa 20 Minuten sei Hechelski aus dem Hause gekommen, gefolgt von der keifenden Wirtin, die ihm zurief: Sie Lump, Sie Schwindler, Sie Spion, machen Sie daß Sie' rauskommen, unsere Gräfin hat ehrlich ein Kind geboren." Zeugin Fran Kaskowiak- Wroblewo bekundet, daß eines Tages Hechelski zu ihr nach Wroblewo gekommen und ein Gespräch wegen des kleinen Grafen mit ihr angefangen habe. Sie habe das Gefühl gehabt, daß sie zu einer Schlechtigkeit überredet werden sollte und habe nach ihrer Magd gerufen, daß sie mit dem Besen kommen und ihr helfen solle, den Mann hinauszuwerfen. Hechelski sei ein Schwindler und Betrüger, der ihr Geld versprochen habe, damit sie gegen die Gräfin zur Lügnerin werden solle. Sie habe ihm das vorgehalten und da habe er nichts gesagt, sondern nur die Achseln gezuckt. Hechelskis Verteidigung.
tuend eingewirkt. Sie soll zur Zeit nicht das geringste Anzeichen irgend welcher geistigen Störung zur Schau tragen.
Eine furchtbare Dynamitkatastrophe hat sich in den amerikanischen Regierungsmagazinen auf der Hudson- Insel Jona ereignet. Nach den bisherigen Ermittelungen sind 16 Personen getötet, mehrere andere verletzt worden. Es ist aber wahrscheinlich, daß die Zahl der Opfer weit größer ist, da man die Unglücksstätte noch immer nicht betreten konnte.
In den Magazinen befanden sich einige hundert Tonnen Dynamit, die mit unheimlichem Krachen in die Luft flogen. Ein Hagel explodierender Geschosse richtete in der Umgegend meilenweit Verwüstungen an. Mehr als eine Stunde lang stiegen auf der Insel Flammen und Rauch empor; die durch die Explosion verursachten Erschütterungen wurden meilenweit verspürt. Die Einwohner ergriffen, von Schrecken_erfaßt, die Flucht. Die Zahl der bei der Explosion ums Leben gekommenen Personen läßt sich noch nicht feststellen; man kann sich der Unglücksstätte nur bis auf eine Entfernung von zwei Meilen nähern, da noch fortdauernd nach allen Richtungen hin Geschosse fliegen.
Zeuge Hechelski verwahrt sich dagegen, daß er die Kaskowiak irgendwie veranlassen wollte, etwas unrechtes zu tun. Natürlich habe er bei seiner Reise nach Wroblewo den Zweck verfolgt, möglichst viel über die Gräfin und das Kind zu erfahren. Er sei deshalb auch zur Hebamme Ossowska ge= gangen, weil ihm zu Ohren gekommen sei, daß diese manche Neuanschaffungen in ihrem Geschäft gemacht; er habe erfahren wollen, ob ihr das Geld infolge des Meineids zugeflossen sei. Er habe sich ihr als Nähmaschinenreisender, was er ja auch sei, vorgestellt und habe damals das Gespräch auf das gräfliche Kind zu bringen gesucht, die Ossowska habe aber jede Auskunft verweigert. Schließlich habe er ihr auf den Kopf zugesagt, daß sie in Posen einen Meineid geleistet habe. Er habe auch die Gastwirtin Kaskowiak aufgesucht, weil er glaubte, daß diese ihm werde mitteilen können, woher die Ossowska zu größeren Einnahmen gekommen sei. Diese habe gesagt, die Ossowska habe in letzter Zeit mit Massieren viel Geld verdient. Daran habe sich eine Unterhaltung über die Gräfin und das Kind geknüpft, er hätte natürlich gern viel erfahren, es sei ihm aber nicht eingefallen, irgend jemand zu beeinflussen. Er schildert eingehend sein Gespräch mit der Gastwirtin und tritt dabei, lebhaft geſtikulierend, auf sie zu, die Zeugin aber tritt ängstlich zurück.
Der Zeuge Mar Andruszewski, der Stiefsohn der alten Dienerin, sagt aus, daß diese stets geleugnet habe, daß das Kind unterschoben ſei.
Verhaftung im Gerichtssaal.
Die Verhaftung eines Anarchisten wird aus Mailand gemeldet. Bei einer bei ihm vorgenommenen Haussuchung wurde jedoch kein wichtiges Schriftstück vorgefunden. Bei seinem Verhör erklärte der Verhaftete, er habe sich früher auch in Gibraltar aufgehalten, sei dort einen Monat im Gefängnis gewesen und dann ausgewiesen worden.
Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete, Zigarrenfabrikant Franz Hofmann ist gestorben. Damit wird der 22. sächsische Wahlkreis frei, der zum sicheren Besitzstande der Sozialdemokratie gehört.
einige Stunden aus, ißt und trinkt mit ihr und ermahn sie beim Abschied stets, den neuen Gebieter ihres Herzen nicht durch Ungehorsam zu erzürnen. Ein wahres Idyll!
Die serbische Regierung hat alle Hände voll zu tun, um die tendenziösen Nachrichten zu dementieren, die allerorten und mit konsequenter Bosheit aufflattern. Hieß es doch wieder einmal, König Peter wolle abdanken. Natürlich denkt er nicht daran. Und weiter war berichtet worden, die Regierung wolle eine neue Anleihe aufnehmen. Gleichfalls Unsinn, sagen die serbischen Offiziösen. Man sieht: der Dementierapparat in Belgrad arbeitet flott und präzis; ob aber auch ehrlich?
Die nächste Zeugin, Frau Wieckowski aus Wroblewo, macht eine der von ihr von dem Untersuchungsrichter eidlich abgegebenen völlig entgegengesetzte Aussage. Sie erklärt, daß nach ihrem bestimmten Wissen an dem Tage, an dem die Nachricht von der Entbindung der Gräfin nach Wroblewo kam, die alte Andruszewski nicht verreist gewesen sei. Auch am Tage vorher sei die Alte zu Hause gewesen. Vor dem Untersuchungsrichter hatte sie das Gegenteil ausgesagt. Ihr wird in eindringlichster Weise vorgehalten, daß sie sich des wissentlichen Meineids bezichte und eingesperrt werden würde. Die Zeugin behauptet, daß sie beim Untersuchungsrichter nur habe sagen wollen, die alte Andruszewska sei nach der Entbindung der Gräfin einmal verreist gewesen.„ Sie können mir das Leben nehmen, Sie können mit mir machen, was Sie wollen, ich kann nichts anderes sagen." Sie habe allerdings beim Untersuchungsrichter geweint, aber nur, weil man sie so angeschrieen und ihr gedroht habe, man werde fie vom Fleck wea verhaften. Nach längeren Verhandlunaen ivird die Zeugin auf Beschluß des Gerichtshofs unter dem Verdacht des wissentlichen Meineids verhaftet.
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[ Die Polizeihunde] haben sich nach einem Bericht au Gent, wo bereits einundzwanzig Wachhunde im Dienst der öffentlichen Sicherheit stehen, vorzüglich bewährt. Die Gine brüche, Ueberfälle u. s. w. haben sich nach der Einführung der Hunde merklich verringert und das Gefühl der Sicher heit hat einen in Gent früher unbekannt geweſenen Grad erreicht. Bekanntlich haben auch viele deutsche Städte Hunde probeweise in den Dienst der Polizei gestellt. In Gent bleibt jeder Hund ständig in seinem Bezirke und lernt alle Be amten der Reihe nach kennen. Im Dienste trägt er einen Maulforb, so daß friedliche Passanten nichts zu besorgen haben. Bemerkt der Hund etwas verdächtiges, so streift der Polizeibeamte rasch dessen Maulkorb ab, der frei am Sale bande hängt. Gegen schlechtes Wetter wird der Hund dur eine wasserdichte Decke geschützt. Wenn die Tiere richtin erzogen werden, so legen sie Ruhe und Ueberlegung an der Tag. Ihren Führern sind sie mit unbedingter Treue et geben und setzen ohne Zögern ihr Leben für sie ein. Gin nicht rassenreiner Hund wird, wenn er sich als diensttau lich erweist, ungefähr hundert Mark kosten. Seine Erhalt ung erfordert nicht viel: zwei Mahlzeiten aus Fleisch, Bro und Reis. Während des Dienstes erhält er ein Stück Hunde kuchen.
Das Venezuela- Schiedsgerichtsverfahren zeitigte einen Antrag des französischen Vertreters Clunet, der eine Vorzugsbehandlung von England, Deutschland und Italien nicht gelten lassen und die Verteilung der Einnahmen im Verhältnis der Beträge der von den Mächten anerkannten strittigen Forderungen verteilen will. Außerdem sollen die Blockademächte, die auf eigene Gefahr und ohne Auftrag von den anderen Mächten gehandelt hätten, die Kosten des Schiedsgerichtsverfahrens tragen. Man darf sich wohl der Hoffnung hingeben, daß der Schiedsgerichtshof diesem wenig wohlwollenden Antrag nicht stattgeben wird.
Auch der nächste Zeuge, Vogt Johann Biskup, verwickelt sich in derselben Angelegenheit in Widersprüche. Auch er will sich jetzt nicht mehr entsinnen, daß die alte Andruszewska am 27. Januar verreist war. Aehnlich unbestimmt sagen die folgenden Zeugen aus Wroblewo über diesen Punkt aus. Aus dem Schluß des Zeugenverhörs ist nur noch die Aussage des Zeugen Miechalsky von Interesse, der von zuverlässiger Seite gehört haben will, daß Hechelski vom Grafen Hektor Kwilecki 30 000 Mark erhalten habe, um Reisen nach Krakau, Warschau, Paris u. s. w. zu machen und Zeugen, die in dieser Sache aufzutreten haben ,,, umzudrehen".
Hus dem Gerichtsfaal.
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[ Das Grabdenkmal des Lebenden.] Mit einem Kosten aufwande von 5000 Dollars errichtete Oberst James Smith der größte Baumwollpflanzer des Staates Georgia, an der Stätte, wo er dereinst begraben zu werden wünscht, ein statt liches Monument, das in einer Höhe von 22 Fuß eine Statu Smiths zeigt. Die Nachbarn Smiths fanden das Denkmal in dessen Inschrift nur noch der Todestag Smiths ausz füllen ist, zu proßig und richteten dasselbe übel zu, inden sie hunderte von Schüsse auf das Monument abgaben. Ober Smith ließ dann am Fuße des Denkmals eine Marmo tafel mit der Inschrift anbringen, daß er für die Abfassun der Beschädiger des Monumentes 500 Dollars Belohnun zahle. Nun begruben die wütenden Nachbarn den Ober Smith in effigie und rollten ein Felsstück auf das Grab Ein roh gemaltes Schild verspricht 1000 Dollars demjenigen der die Beschädiger dieses Denkmals( des Felsstücks) abfab
Auf dem Festmahl, das zu Ehren des Reichsbankpräsi denten Dr. Koch aus Anlaß seines 50 jährigen Amts. jubiläums veranstaltet wurde, brachte Graf Bülow den Kaisertoast aus, der zwei bedeutsame Aussprüche enthielt. Einmal konnte der Reichskanzler feststellen, daß zum Hohn auf alle Verelendigungstheorien sich unser Volt als Ganzes bis in immer breitere Schichten hinein einer Lebenshaltung erfreut, wie sie ihm in seiner Vergangenheit für die große Masse der Nation niemals beschieden war". Sodann war er in der Lage, die in Ungarn verbreitete Mär zu zerstören, die wissen will, daß man für den Prinzen Eitel Friedrich nach dem magyarischen Throne strebe. Graf Bülow erklärte rund und nett, daß aus Anlaß dieser abenteuerlichen Gerüchte der Kaiser ihm geschrieben habe: ch und meine Söhne gehören dem deutschen Volke." Diese Mitteilung wird den ungarischen Phantastereien den erwünschten Dämpfer auffeßen.
§ Der Prozeß gegen die Direktoren der Mannheimer Aktiengesellschaft für chemische Industrie hat vor der dortigen Straffammer begonnen. Die Hauptangeklagten sind die beiden kaufmännischen Direktoren Josef Böhm und Hermann Heninger. Die Anklage lautet gegen Böhm auf betrügerischen Bankerott, Fälschung der Bücher, Untreue und Verschleierung, gegen Heninger auf Beihilfe. Ferner sind angeklagt die beiden jetzt noch an der Spize des inzwischen von der Konkursverwaltung verkauften Unternehmens stehenden technischen Direktoren Friedrich Holland und Dr. Hans Kohlstock wegen Verlegung ihrer Pflichten als Vorstandsmitglieder. Ein besonderes Kapitel nehmen die Fälschungen von Krediten auf ein amerikanisches Bankhaus und die Unterschlagung bon 200 000 Mark aus dem Nachlasse der Gräfin de la Rosée ein, zu deren Testamentsvollstrecker Böhm ernannt war.
Nab und fern.
Neue Schreckenstaten der Armenier in London. Die armenische politische Sekte, die durch einen Emissär den Vorsitzenden der Londoner Gesellschaft armenischer Flüchtlinge, Sagouni, hatte erschießen lassen, hat zu der ersten Schreckenstat weitere hinzugefügt. In dem Londoner Vorort Peckham, wo die Gesellschaft armenischer Flüchtlinge ihr Bureau hat, wurden auf offener Straße zwei Mitglieder des Komitees, Grigorien und Szimicien, von einem Unbekannten erschossen, ein drittes Mitglied Karapetian leicht verwundet. Darauf jagte sich der Attentäter selber eine Kugel durch den Kopf. An der Kopfbedeckung will man denselben Mann erkennen, der auch das Todesurteil an Sagouni vollzog.
Prinzessin Luise von Koburg hat von der Nervenheilanstalt Lindenhof bei Dresden, wo sie sich bekanntlich seit der Trennung von ihrem Gatten aufhält, unter dem Namen einer Prinzessin Kohary einen längeren Ausflug nach Oberitalien gemacht. Man hat die Prinzessin in Mailand erkannt. Begleitet war sie von dem Arzt Dr. Pierson, einem Kammerdiener und einer Hofdame. Die Reise hatte sich als notwendig herausgestellt, weil das nervöse Leiden der Prinzessin sich in letter Beit stark verschlimmert hatte. Die Luftveränderung bat auf die Gefundheit der Brinzessin denn auch sehr wohl
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[ Auf seinen Lorbeern] ruht, ganz buchstäblich genom men, Gustav v. Moser, dessen sterbliche Ueberreste je im Krematorium zu Gotha verbrannt wurden. Er hat bereits während seiner Lebenszeit sich einen kleinen Sar von Kristallglas anfertigen lassen, der dereinst zur Au nahme seiner Asche dienen sollte und den er nur vertrau ten Freunden zeigte. Von jedem Lorbeerkranz, der ihm während seines langen Lebens gewidmet worden war- und es waren deren unzählig viele, hatte er imme ein Blatt herausgenommen, es zu Asche verbrannt und diese in den kleinen Sarg gelegt, der dazu bestimmt war die Asche seines Körpers aufzunehmen. Und so werde id einst wirklich auf meinen Lorbeeren ausruhen," pflegte e bei Betrachtung seines Sarges heiter lächelnd zu sagen.- Und so ist es nun auch geschehen.
Bunte Chronik. Bei Ausschachtungsarbeiten in Bairak ( russisches Gouvernement Jekaterinoslaw) wurden mehrere Arbeiter verschüttet. Es werden eifrige Rettungsversuche gemacht; die Stimmen der Verschütteten sind zu hören.
Ein großer Brand zerstörte den oberen Teil der Stadt Jeremié auf Haiti. Der Schaden ist beträchtlich.
Vermischtes.
** Falsche Hundertmarkscheine im Umlauf. Wiederum muß vor falschen Scheinen gewarnt werden, die seit kurzen in Umlauf gesetzt sind. Diesmal handelt es sich um Hu dertmarkscheine. Sie unterscheiden sich von echten Scheine dadurch, daß der Strafandrohungsartikel undeutlich gedrud ist, die roten Stempel auf der Vorderseite eine bräunlic Färbung zeigen, der Druck des Bildes der Rückseite un scharf, flecksig ist und die Gesichtszüge sowohl des Germa nia- Kopfes wie der beiden Seitenfiguren gröber sind. Als besonderes Unterscheidungsmerkmal, das auch bei gebrauch ten Scheinen sofort erkennbar ist, diene, daß die Krone über dem Reichsadler auf der Vorderseite bei den Falschscheinen teilweise fehlt. Im übrigen unterscheiden sich die Falsch scheine, die aus dem Jahre 1898 datiert sind und den Buch staben E führen, weder in der Größe noch Färbung von den echten Scheinen.
[ Eine hübsche Mommsen- Anekdote,] bei der der große Forscher allerdings nur passiv eine Rolle spielt, wird jetzt aus der Vergessenheit hervorgeholt. Als im Jahre 1877 im Konzertgarten zu Berlin der 60. Geburtstag Theodor Mommsens durch einen Kommers der Studentenschaft begangen wurde, feierte kein Geringerer als der damalige Unibersitätsrektor Professor Helmholt den berühmten Gelehrten. Er gedachte nach der wissenschaftlichen Lebensarbeit auch der parlamentarischen Wirksamkeit des großen Forschers, der damals als Abgeordneter den Kreis Kalau vertrat.„ Darf ich," so schloß Helmholtz unter stürmischer Heiterkeit ,,, darf ich in der Sprechweise seines Wahlkreises von ihm reden, so möchte ich sagen: Mommsen ist weder- kahl noch I a u!"
Das
Ein Ver berleiher, daß reiter ab ganze Wo Sonntag Nana! Denken Sie, Tausender z gemerkt!"
[ Ein preußischer Kultusminister über die Prügelstraf in der Schule.] In den soeben veröffentlichten Erinnerungen des früheren Kultusministers Dr. Robert Bosse Aus de Jugendzeit" erzählt der Verfasser von seinen Quedlinburge Schuljahren:„ Geschlagen wurde auf dem Gymnasium oder wie man es damals in Quedlinburg im Volksmunde nannte auf der großen Schule" nicht. Ich entsinne mich nicht, da auch nur ein einziger Gymnasiast von einem Lehrer einmal eine Ohrfeige bekommen hätte. Verdient hätten wir eine solche oft genug; aber es mag wohl besser gewesen sein, daß das Gymnasium nach der Regel Walters von der Vogel weide ohne Schläge zu erziehen bestrebt war.
[ Die verkaufte Frau.] Unter den Bazaraufsehern in Nikolajewsk befand sich so erzählt ein Odessaer Blattein gewisser N. Diesen Mann packte plößlich die Sehnsucht nach seinem Heimatsdorf und er beschloß, seine Stellung in der Stadt aufzugeben. Damit war aber seine Ehehälfte, eine gebildete" Städterin, nicht einverstanden; es zog sic durchaus nicht ins Dorf. Was war zu tun? Der Stadtwächter F., ein Freund des Bazaraufsehers, wußte Rat: er fragte den Freund, ob er ihm die Frau verkaufen wolle! Beide Teile waren bald einig, und mit Einwilligung des Kaufobjekts kam der Handel zustande. Die Frau war durchaus nicht teuer- sie brachte nur 7 Rubel und 50 Kopefen! Durch den Verkauf ist das bisherige gute Verhältnis zwischen den gewesenen Ehegatten durchaus nicht getrübt worden. Wenn der Mann zur Stadt kommt, besucht er regelmäßig die Er- Gattin, borat sie sich von ihrem neuen Herrn für
Nimmer wird's gelingen,
Zucht mit Ruten zwingen; Wer zu Ehren kommen mag,
Dem gilt Wort soviel als Schlag."
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[ Ein Affe als„ Löwe" des Tages.] In Varis ist zur Zeit der Schimpanse Konsul, der in verblüffendster Treue einer modernen Gentleman zu kopieren versteht, ist, trint raucht, spazieren geht und fährt, ganz wie jeder Pariser Dandy, die Tagesberühmtheit. Die Photographen der Seinestadt drängen sich im Wartesalon des vornehmen Hotels, i dem der intelligente Affe mit seinem„ Impresario" abgestiegen ist, und streiten sich um die Ehre, ihn konterfeien 31 dürsen. Auch wird sein Bildnis von Künstlerhand im nächsten Salon zur Ausstellung gelangen. Konsul hat, sichtlich gerührt, den Besuch hervorragender Persönlichkeiten empfangen und soll demnächst bei einem Staatsmann dejeunieren. Murz dieser Affe ist der Löwe des Tages. Er führt seine Molle mindestens ebenso gut aus, wie mancher von seinen mensch lichen Vettern.
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[ Die Ziegelpreßmaschine.] 5000 Ziegelsteine täglic bermag eine fürzlich in England erfundene und patentierte Maschine zu legen, die ein einziger Mann bedient. Bisher war das Legen von 500 bis 600 Ziegeln die reichliche Tages arbeit eines Maurers; die Maschine, die den Mörtel selbst tätig aufträgt und die Backsteine an Ort und Stelle drückt vermag also das Acht- bis Zehnfache der Menschenarbeit 3 leisten. Sie ist natürlich nicht für kompliziertere Bouten nur für einfache, gleichlaufende Mauern anwendbar.
[ Raubfischerei in der Ostsee.] Die Raubfischerei wir in der Ostsee, speziell im Frischen Haff, arg betrieben. Die selbe besteht darin, daß nachts ein eiserner, ungefähr eine Meter hoher Kamm über den Seegrund geschleist wird. Di Fische, wie Schleien, Karauschen, Rotaugen u. s. w., werden dadurch meist völlig zerfleischt und vernichtet, die Aale bleibe dagegen darin hängen. Ein einziges Fahrzeug fann a diese Weise in einer Nacht an 150 Pfund erbeuten, die aller
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