Ausgabe 
6.5.1903 Erstes Blatt
 
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Nab und fern.

(") Prinzessin Luise von Toskana hat einer Tochter das Leben gegeben. Das Kind ist von einem sächsischen Hofrat in das Standesregister eingetragen worden und soll dem Vernehmen nach vorläufig in der Obhut der Mutter berbleiben. Vielleicht läßt man in Dresden auch alle direkten Ansprüche fallen und es bleibt ständig bei der Mutter. Gewisse Beschränkungen in der Erziehung des Kindes wird sich Prinzessin Luise allerdings gefallen las­sen müssen, da ihre Tochter unbestritten als sächsische Prinzessin gilt.

König Leopold von Gräfin Lonyay verklagt. Die Gräfin Lonhay hat, wie bereits gerüchtweise gemeldet, nun wirklich ihren Vater, König Leopold von Belgien, auf Herausgabe von 17 Millionen Francs verklagt, die ihr aus ber Hinterlassenschaft ihrer Mutter zustanden. König Leo­pold wendet ein, daß zwischen ihm und seiner verstorbenen Gemahlin keine Gütergemeinschaft bestand.

(!) Ein Musterschuhmann. Einer armen Berline Witwe war eine Geldstrafe von 3 Mt. auferlegt wor den, weil sie es verabsäumt hatte, ihr Kind impfen zu lassen. Da die Frau das Geld nicht bezahlen konnte, sollte sie in Haft genommen werden. Der mit der Abho lung beauftragte Echußmann G. fand bei der Mutter noch fünf Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren vor. Dies: flammerten sich jammernd an die Mutter, als sie hörten, baß sie abgeführt werden sollte. Der Frau fehlte noch eine Mark, um die Strafe entrichten zu können. Ge rührt durch die Klagen der Kinder, legte der Schub mann die fehlende Mark zu. Wer im harten Dienst sich ein so weiches Herz bewahrt, daß er von dem knappen Solde noch ein Scherflein für die Armen und Elenden hat, der bietet die Gewähr, daß er stets sein schweres Amt zum Wohle der Allgemeinheit ausüben wird.

$ Eine Herzenstragödie. In Etegliz hat, wie gemeldet, eine Frau Burschke ihr zweijähriges Töchterchen er mürgt und dann ihren dreijährigen Sohn und sich selbst ertränkt. Der Grund zu dieser unseligen Tat wirft einen Schimmer romantischer Tragik auf die unscheinbare Person der Frau aus dem Volke. Sie war von dem Vater ihrer Kinder nach kurzer Ehe um ihre Ersparnisse gebracht und verlassen worden. Verbittert und scheu zɔg sich die Arme von der schlechten Welt zurück, bis sie vor furzem einen Bäcker Bartlich kennen und schäßen lernte, der ihr die Ehe versprach, wenn ihre erste geschieden würde. Die betreffenden Schritte waren bereits getan, ba tauchte der unwürdige Ehemann wieder auf. Es be­stand Gefahr ernster Konflikte und um den Geliebten nicht darin unschuldig mitzuverwickeln, beschloß die Frau in ihrer Verzweiflung, aus dem Leben zu scheiden und ihre Kinder mit in den Tod zu nehmen.

* Eine Arbeiterschar vom Blik getroffen. In Allagen( Westfalen) fuhr ein Blizz mitten in eine Ar­beiterkolonne von 12 Bersonen hinein, die damit beschäf= tigt waren, an der Chaussee Bäume zu pflanzen. Wäh rend sich die meisten von den Wirkungen des Schlages mehr oder weniger schnell an Ort und Stelle erholten, liegen drei der Getroffenen unter schweren Lähmungs­erscheinungen darnieder. Man zweifelt an ihrer völligen Herstellung.

() Sein Leben für sein Weib gab der Arbeiter Wiezig aus Bempelburg. Er setzte, um zu einem ihm gehörigen Stück Kartoffelacker zu gelangen, mit seiner Frau über den ziemlich breiten Zempelburger See. Der Kahn, der zur Fahrt benutzt wurde, war aber leck, füllte sich bald mit Wasser und versant. Da nahm W. seine Frau auf den Rücken und versuchte schwimmend das Ufer zu er= reichen. Doch bald waren seine Kräfte erschöpft. As dann das Ehepaar um Hilfe rief, eilte der Fischer Seidak, der gerade im See fischte, zur Rettung herbei. Leider konnte er nur die Frau retten, während der Mann vor seinen Augen versant. Erst nach längerem Suchen wurde die Leiche gefunden.

)-( Ein furchtbarer Akt jugendlicher Roheit erregte in Borbeck bei Essen allgemeine Entrüstung. Vier Schulknaben im Alter von 10 bis 13 Jahren überfielen ge­meinsam einen sechsjährigen Knaben, der ihnen miß­liebig war, und mißhandelten das arme wehrlose Kind durch Fußtritte derart, daß es auf der Stelle seinen Geist aufgab. Die jugendlichen Bösewichte zeigten nach der Untat nicht die geringste Reue.

|: Von einem Wachtposten erschossen wurde beim Pul­termagazin unweit Bögendorf in Schlesien der Arbeiter Krieger. Der Posten hörte gegen 10 Úhr abends ein ver­dächtiges Geräusch. Bei genauerer Beobachtung bemerkte er im Strauchwerk einen Mann, den er, seiner Instrut­tion gemäß viermal anrief. As die Anrufe keinen Erfolg hatte, gab der Posten Feuer und der Unbekannte brach, von der Kugel zu Tode getroffen, zusammen. In dem Augenblicke, als der Mann hinsank, konnte er noch die Worte von sich geben: Friß komm doch!" Man glaubt hieraus zu schließen, daß ein regelrechter Ueberfall auf den Posten geplant war.

= Eine dramatische Rettungsszene wird von der ita­lienischen Eisenbahnstation Castiglione berichtet. Dort stand an einem einsamen Bahnübergang die Frau des Bahnwärters in Vertretung des schwer erkrankten Man­nes Posten, um den Schnellzug von Mailand durchpas­sieren zu lassen. Ihr dreijähriges Töchterlein spielte nicht weit von ihr am tiefen Brunnen ein Schrei, das Kind war kopfüber hineingestürzt. Kein Mittel, es zu retten! Doch, da naht der Zug, und mit ihm hilfreiche Hände! Die verzweifelte Mutter schwingt wie rasend das rote Halte­signal, der Zug hält, Zugführer und Fahrgäste springen aufgeregt hinunter. Zwischen den letzteren ist ein wacke rer Turner, der sich in den tiefen Brunnen hinabläßt, und nach wenigen Minuten wieder emporgezogen wird, das Kind im Arm. Es lebt! Mit einem Dantesruf bricht die Mutter ohnmächtig zusammen.

Seit vier Monaten schlafend liegt in Athen ein junges Mädchen Maria Daskalaki. Sie hatte in einem Krankenhause, in das sie wegen eines geringfügigen Leidens gebracht worden war, so furchtbare Szenen menschlichen Leides und Jammers mitansehen müssen, daß sie bald nach ihrer Entlassung völlig zusammen­brach und in tiefen Schlaf verfiel, der seit vier Mo­naten andauert. Die Kranke schläft mit offenen Augen und singt manchmal im Traum geistliche Lieder. Die Aerzte stehen ratos vor diesem medizinischen Rätsel.

Bunte Chronit. In einem Zimmer des Bahnhofsbe amtengebäudes zu Mlawa an der westpreußischen Grenze wurden sechs Kinder des Stationseinnehmers im Alter von fünf bis sechzehn Jahren an Kohlendunst erstickt in ihren Betten vorgefunden. Nur die beiden kleinsten Kin­der der Familie, welche sich im Schlafzimmer der Mutter befanden, sind am Leben geblieben.

Aus Berlin verschwand nach Verübung zahlreicher Schwindeleten und Wechselfälschungen der Kaufmann und Restaurateur Albert Moriz. Der Entslohene hat in we­nigen Tagen durch betrügerische Manipulationen rund 100 000 Mark flüssig gemacht. Seine Frau begleitet ihn. Auf dem Truppenübungsplaz Neu­hammer, dessen Terrainkosten, wie erinnerlich, in der legten Session des Reichstags zu heftigen Debatten An­laß gaben, wütet ein großer Waldbrand. Vernichtet sind bis jetzt 200 Morgen älterer Bestand von fiskalischem Terrain.

In einem Seitengraben der Kasseler Chaussee bei Nordhausen wurde der 70jährige Kommissionär Eisenach tot aufgefunden. Die Leiche weist schwere Kopfwunden Iuf und ist zweifellos beraubt worden.

In Dortmund verhaftete die Polizei eine aus drei Personen bestehende Falschmünzerbande. Bei der Haus­juchung wurde eine Menge falscher Zweimarkstücke, sowie Pressen, Schmelztigel u. s. w. gefunden.

Der geistestrante Arbeiter Broscheid in Göttingen spaltete seiner Frau mittelst eines Beils den Schädel. Der Täter wurde verhaftet.

2000 Ausflügler in Detroit im Staate Ohis dringen troß gesperrter Barriere auf das Bahngeleis. Ein heran­brausender Blizzug tötete 75 und verlegte 30 Personen.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Der Pommernbankprozeß zu Berlin verläuft bisher sehr eintönig: Börsen- und banktechnische Aus­einandersetzungen, die für das große Publikum fein Interesse haben. Im allgemeinen wird nichts beigebracht, was man aus dem Vorbericht nicht schon wüßte. Aufmerksamkeit im Auditorium erregte nur eine Erörterung über die sogenannten geheimen Ausgaben" bes Bankdirektoriums, die in einem Jahre, 1896, allein 121,704 Mark betrugen; der größte Teil dieser geheimen Ausgaben läßt sich aus den Büchern nicht ziffernmäßig nachweisen.

§ Die Eifersucht spielte eine verhängnisvolle Rolle in einem Prozesse wegen Mordversuchs an der eigenen Tochter gegen die Arbeiterehefrau Auguste Schwerdtfeger in Spandau. Der Ehemann quälte die Frau seit langem mit eifersüchtigem Verdacht, der sich noch verstärkte, als ein Bäckergeselle Rabeczinski zu dem Paare als Schlaf­bursche" zog. Es kam zu heftigen Szenen, und Schwerdt­feger wies dem Rabeczinski die Tür. Am anderen Tage tam der Fortgewiesene in Schwerdtfegers Abwesenheit zu­rück, um seine Sachen zu holen; zufälligerweise kam dieser aber gerade unerwartet nach Hause, um seiner An­sicht nach das unerlaubte Zusammensein seiner Frau mit ihrem vermeintlichen Liebhaber zu stören. Rabeczinski zog es vor, sich durch die Flucht vor dem Wütenden zu retten. Schwerdtfeger wollte nun seine Frau troß ihrer Unschuldsbeteuerungen verstoßen, und diese machte in ihrer Verzweiflung den Versuch, sich und ihr Töchterchen zu er­schießen, weshalb sie sich jetzt zu verantworten hatte. In der Verhandlung beschwor der Zeuge Rabeczinski, mit der Angeklagten niemals in unlauterem Verkehr gestanden zu haben. Die Entscheidung wurde vertagt, um die Ange­flagte auf ihren Geisteszustand zu untersuchen.

§ Ein häßliches Sittenbild entrollte eine Verhand­lung vor dem Kölner Schwurgericht gegen den Schuh­macher Fischer. Der Angeklagte, der das uneheliche Kind seiner in Antwerpen wohnenden Tochter durch Ein­geben einer größeren Menge Scheidewasser tötete, wurde zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt hatte Todesstrafe bean­tragt. Die Frau des Angeklagten wurde, als sie ihre Zeugenaussagen gemacht hatte, verhaftet, nachdem er­wiesen war, daß sie ihre drei Töchter an reiche Lebe­männer in Antwerpen verkuppelt hatte.

Kleine Gerichts- Chronik. Der Prozeß gegen den Er­sten Bürgermeister von Eisenach, Dr. v. Jewson, wegen Verbrechens im Amte begann vor der Ersten Straf­kammer des Landgerichts in Eisenach. Dr. v. Fewson soll bekanntlich einen jungen Mann, mit dessen Familie er befreundet war, rechtswidrig einer Strafe entzogen haben, die jener, der sich fälschlich jungen Mädchen gegen­über als Kriminalbeamter ausgab, zu gewärtigen hatte. - Wegen fahrlässiger Inbrandsetzung der Schulfre­gatte ,, Moltke" wurde in Kiel der Wachoffizier des Schif­fes, Leutnant Gleiß, zu einem Monat Festungshaft ver­urteilt. Der durch seine Nachlässigkeit angerichtete Scha­den beträgt 38 000 Mark.

Kunft und Wissenschaft.

F. C. Das 75 jährige Jubiläum der Gesell. schaft für Erdkunde wurde in Berlin im großen Saale des Zoologischen Gartens durch eine Festsizung feierlich begangen. Von den bei dieser Gelegenheit gehaltenen wis­senschaftlichen Vorträgen erregte besonders der des stan­dinavischen Forschers Sven Hedin über die tibetanischen Hochgebirgsseen allgemeines Interesse. Eine besondere Weihe erhielt das Fest durch die Ueberreichung der Atten einer Richthofenstiftung mit einem Kapital von 26,000 Mark an unseren berühmten Geographen und Geologen Ferdinand von Richthofen, der seinen siebzigsten Geburts­tag begeht. Richthofen war lange Jahre hindurch Präsi­dent der Gesellschaft.

RK. Der Entdecker des Gorillas gestorben. Der bekannte Afrikasorscher Paul Belloni du Chaillu ist in Petersburg gestorben. Seinen Ruhm begründete er in den sechziger Jahren durch die Entdeckung des Gorilla. Gerüchte von der Existenz dieses, wie die Eingeborenen be­haupteten, den Menschen am meisten ähnlichen Affen wa­ren zwar schon nach Europa gedrungen; die Gelehrten ver­muteten jedoch, daß es sich um eine Spielart des Schim­panse oder Orang- Utang handeln dürfte. Du Chaillus Be­richte nun über seine Begegnung mit dem Gorilla riefen die größte Sensation und eine lebhafte Diskussion in der wissenschaftlichen Welt hervor, in der man erst den Be­richten du Chaillus keinen Glauben schenken wollte,

Giessener Cagesnenigkeiten.

*** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 12, ausgegeben am 4. Mai enthält u. A.: Ueberfi der von Großh. Ministerium des Innern für das Etatsja 1903/04 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kon munalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden de Kreises Gießen.

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Durch Entschließung Großh. Ministerium de Innern wurde Regierungsaffessor Rudolf Lauteschläge: in Büdingen mit den Dienstverrichtungen eines Kreisamts mannes bei dem Großherzoglichen Kreisamt Büdinger beauftragt.

** In Homburg Höchft ist die freisinnige Kandidat Helff zu Gunsten des Nationalliberalen Abgeordneter Dr Lotichius St. Goar zurückgezogen worden. Man hofft, ih trop Wettbewerbs des Zentrums und der Bündler in di Stichwahl mit dem Sozialdemokraten zu bringen.

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** In Limburg- Diez Hadamar hat der freifinnige Kan didat Münch die Agitation begonnen. Der Wahlkreis wa von 1871 bis 1893 freisinnig vertreten, doch fant di Stimmenzahl allmählich von 11,000 bis 1800. Bulegt ve trat der 8entrumsabgeordnete Cahensly den Kreis. Die Nationalliberalen stellen den Fürstlich Wiedschen Rentami mann Buchsieb, die Bündler den Futebefizer Hagmann auf Ersterer dürfte in den Städten, lezterer im Amt Diez die meisten Stimmen erhalten.

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* In Sprendlingen fand am Sonntag eine Ver trauensmännerversammlung statt, in welcher Dr. Becker, praktischer Arzt daselbst, als Kandidat für die nächste Wahl an Stelle des Herrn Fabrikanten Böhm Offenbach a. M. proflamiert wurde.

** In Würzburg haben Lieberale, Freifinnige, Demo fraten und Bündler den Lehrer Jakob Beyhl, der sich den National Sozialen zurechnet, als Kandidaten gegen den dem Zentrum angehörenden Vertreter erwählt.

* Von den vereinigten Liberalen im 9. sächsischen Reichstagswahlkreise( Freiberg) wurde Professor Dr. Bier mer die Kandidatur angetragen. Biermer hat abgelehnt, er will feine politische Rolle spielen und würde sich im Falle einer Wahl nicht entschließen fönnen, der nat. lib. Fraktion beizutreten. Er steht weiter links als diese Partei.

** Die hessische Infanterie begeht am 1. Juni dieses Jahres einen Gedenktag. Vor 100 Jahren wurde sie in drei Feldbrigaden zu drei Bataillonen und drei Reservebrigaden zu zwei Bataillonen eingeteilt. Ferner wurde aus den Stämmen des aufgelösten Leibgrenadier bataillons das jige zweite Bataillon als Füfilierbataillon der Brigade vom Lan graf errichtet. Zu dieser Brigade ges hörte auch das Regiment Landgraf( jezt Nr. 116) mit der Garnison Gießen.

Archäologischer Anschauungsfurs. Das Großh. Ministerium des Innern hat mit dem Königlichen Bayerischen Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Edulangelegenheiten die Vereinbarung getroffen, zu Pfingsten 1903 in ähnlicher Weise, wie dies in früheren Jahren ge schehen ist, in dem beiderseitigen Staatsgebiete einen gemein fomen archäologischen Anschauungsfurs für Lehrer höherer Unterrichte anstalten unter Einbeziehung von Würzburg, Aschaffenburg, des hess schen Limes( bei Bußbach), von Fried berg, der Saalburg und Mainz abzuhalten. Der Kurs be ginnt am Dienstag, 2. Juni 1. J8. in Würzburg und dauert bis einschließlich Mittwoch, 10. Junt. Von hessischer Seite wird als Leiter und Dozent zu dem Kurse der Ministerial rat i. P. Soldan in Darmstadt beigezogen, ferner als Do­zenten Universitätsprofessor Dr. Sauer von Gießen, Bau rat Jacobi von Homburg, Museumsdirektor Prof. Dr. Schu macher, Oberlehrer Prof. Neeb, Museumsdirektor Linden schmit und Oberbibliothekar Prof. Dr. Velke, diese in Mainz, dann Oberlehrer Helmcke von Friedberg. Aus dem Pro gramm ist hervorzuheben: am 2. und 3. Juni finden in Würzburg im Hörsale des kunstgeschichtlichen Museums der Universität folgende Vorträge statt: Dr. Wolters ( über Troja), Dr. Bulle( über Polychromie der an tifen Plastif), Prof. Dr. Sauer( über die Kunst geschichteschreibung und die erhaltenen Monumente), Dr. Bulle( über das antike Wohnhaus) An beiden Tagen findet Führung durch das funstgeschichtliche Museum( Dr. Wolters) statt, ferner zu gelegener Zeit eine solche durch die Handschriften und Intunabeln der Universitäte bibliotek( Dr. Wolters). Am Donnerstag( 4. Juni): Fahrt nach Aschaffen burg( Pompejanum, Schloß, Museum, Stiftskirche). Abends Fahrt nach Bußbach, wo am Freitag besichtigt werden: Römische Limesanlagen, Straßen- und Wachttürme, Straßen­fastelle, Hallstattgehöfte und Hallstattgräber. Am Samstag ( 6. Juni) frühmorgens: Friedberg( Besichtigung des Mithrasheiligtums), vormittags weiter, nach Homburg und zur Saalburg. Nachmittags: Saalburg- Museum in Hom burg. Sonntag und Montag bis Mittwoch 10. Juni: Mainz. Von hessischen Oberlehrern werden zehn an dem Kurse teilnehmen. Ferner sind von hessischer Seite aus Ein ladungen an die zuständige württembergische und badische oberste Schulbehörde um Entsendung je eines Oberlehrers ergangen.

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** Auf der im Juni dieses Jahres in Hannover statt findenden Wander- Ausstellung der Deutschen Land wirtschafts- Gesellschaft wird die Verwendung des Spiritus zu technischen Zwecken, ähnlich, wie dies auf den vorher gehenden Ausstellungen in Bosen( 1900) und in Halle( 1901) der Fall gewesen ist, in einer besonderen Veranstaltung vor geführt werden. Echon ein Vergleich der räumlichen Aus tehnung dieser Ausst lung mit den beiden vorhergehenden wird einen Beweis dafür liefern, in welchem Umfange der Verbrauch des Spiritus in Haushaltung und Technik in den Izten Jahren angenommen hat. Allein für die Ausstellung der Koch, Heiz, Plätt und Leucht Apparate wird ein großes, aus drei Abteilungen bestehendes Ausstellungszelt von etwa 1000 Quadratmeter errichtet w.rben. Fast alle auf diesem Gebiete tätigen Fabrifen, deren Anzahl fortwäh rend zunimmt, werden auf der Ausstellung vertreten sein. Die Spiritus- Beleuchtung wird außer von den einzelnen

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