Reichskanzler hat stets I ont, daß Deutschland und Ruß land, wenn sie dem natürlichen Zuge der Interessen folgen weit mehr Grund zur Annäherung als zur Trennung haben. Unter dem Einfluß dieser Erkenntnis hat auch der Zweibunt und infolge davon der Dreibund eine Veränderung erfahren. Der Zweibund ist nichts anderes als das Zusammenarbeiten zu einem gemeinsamen außereuropäischen Ziele. Rußland will sich in seiner ostasiatischen Politik einen WaffenGenossen sichern, auf innereuropäischem Gebiete aber vermeidet es jede Gelegenheit zu Konflikten.
Das hat Frankreich sehr unsanft erfahren müssen, als seine Minister und Publizisten in so großsprecherischer Weise die Interessen der Balkanvölker wahrnehmen wollten. Ein Lot Gefühlspolitik ist ja allerdings auch dabei, denn der Sultan gilt, ob mit Recht oder mit Unrecht, als Deutschlands guter Freund. Das ist für Frankreich Grund genug, um sich der angeblich unterdrückten Balkanslaven anzunehmen. Die Verhältnisse dort lassen sich bei den widersprechenden Nachrichten gar nicht genau aus der Ferne beurteilen. Die einen sagen, die Türken seien in ihrer Verwaltungspraxis grausam, die anderen betonen wieder, daß die ganze Unruhe durch das Ränkespiel der vom Großmannsdünkel gepeitschten bulgarischen Regierung angezettelt sei. Sei dem, wie ihm wolle, Rußland will feinen Orientfrieg, das ist das entscheidende und für Westeuropa auch beruhigende Moment in der gegenwärtigen Lage. Die Stimmung in Europa ist eine durchaus friedliche und ein Symptom davon ist die Visite in Kopenhagen.
Inzwischen aber spielt sich im äußersten Westen von Europa in Lissabon das Schauspiel eines glanzvollen Fürstenbesuches ab, der ebenfalls als das Symbol einer politischen Zukunftsgruppierung gelten kann. König Eduard von England weilt bei dem König von Portugal zu Besuch und das portugiesische Volk begeht dieses Ereignis als ein Nationalfest. In ganz Europa aber weiß man, was das bedeutet. England hat geheime Absichten auf die Delogoabai, ohne die der Gedanke eines britischen Weltimperiums nicht auszudenken ist. Dieses aber und Rußlands ostasiatische Politik sind die beiden Pole, zwischen denen die europäische Politik pendelt. Wer wird angesichts dieser Tatsache wohl behaupten wollen, die beiden Visiten seien ein höfischer Akt obne politische Bedeutung?
Nab und Fern.
* Einen eigenartigen Beitrag zum Mädchenhandel hat eine Warschauer Stellenvermittlerin geliefert. Sie hat sich in das deutsche Nationalkomitee, das sich zur Bekämpfung dieses Krebsschadens der modernen Gesellschaft gebildet hat, mit der naiven Bitte gewandt ,,, doch der Durchfuhr von französischer ,, Ware" keinen Widerstand entgegenzusetzen, da es doch einen anderen Weg als über Berlin nicht gebe und die Warschauer Stellenvermittler durch die Störung der Zufuhr schwer geschädigt würden." Die Bitte hat ihre gebührende Zurückweisung gefunden.
- Zu dem Gattenmordversuch in Schöneberg wird von dem Arzte des verhafteten Kartographen Fi scher mitgeteilt, daß er diesen in der Tat seit Jahren an einer geheimen Krankheit behandelt und ihm Jodkalium verschrieben habe. Zu Fischers Beruhigung habe er ihm bei seiner Verheiratung auch für die Ehefrau Jodkali verschrieben, um auf alle Fälle eine Insettion zu verhindern. Diese Aussage verbessert Fischers Position erheblich.
Ein reuiger Deserteur fand sich dieser Tage bei seinem alten Regiment in München ein. Auf der Kasernenwache erschien ein feingekleideter, Ende der 20er stehender Mann, mit Zwicker, Lackschuhen, Zylinder und Gummimantel. Er gab an, daß er vor fünf Jahren einem Vorgesetzten beim Reinigen seiner Kleider 2 Mark aus der Tasche entwendet habe. Er wurde des Diebstahls überführt und flüchtete aus Furcht vor der Strafe. Seit dieser Zeit war er ununterbrochen auf der Reise in aller Herren Länder. Schließlich kam er nach Paris und erwarb sich dort eine gute Position. Da seine Eltern in der Rheinpfalz ein großes Gut besigen und schon lange die Rückkehr ihres einzigen Sohnes wünschen, weil er ferner beabsichtige, eine Pariserin zu heiraten, habe er sich, so erklärte er, nun freiwillig dem Regiment gestellt. Er wurde sofort verhaftet und ins Garnisongefängnis gebracht. Während seiner ganzen Wanderzeit war er niemals von der Polizei kontrolliert worden. Er hatte als einzige Legitimation nur seine Schulzeugnisse mit sich geführt.
= Ein neuer Lustmord in Altona. Am Winklerplaz in Altona wurde die 24jährige Prostituierte Anna Schmidt ermordet aufgefunden. Es wurde ein Lustmord festgestellt. Als Täter wurde der aus Hamburg stammende Schlächtergeselle Mailau verhaftet, und man bermutet auch, daß dieser in den letzten Monaten auch die anderen, bisher ungefühnten Frauenmorde in Hamburg und Altona verübt hat.
(:) Das historische Wettrudern zwischen Oxford und Cambridge hat bei strömendem Regen am 1. April stattgefunden. Die Universität Cambridge, welche im vorigen Jahre mit fünf Bootslängen gesiegt hatte, errang Diesmal mit sechs Bootslängen einen noch leichteren Eieg. Die diesjährige Fahrt war die 60. Von den 60 Fahrten gewann Orford 32, eine blieb unentschieden, und 27 Fahrten gewannen die Hellblauen, wie die Cambridger im Gegensatz zu den Dunkelblauen von Oxford genannt werden.
.) Das neueste lenkbare Luftschiff. In Paris machten die Brüder Lebaudy mit ihrem lenkbaren Ballon ,, Le Jaune" eine Probefahrt, die vorzüglich ausfiel. Das Luftschiff gehorchte vollständig den Manövern der Maschi nisten, beschrieb eine 8 in weitem Umfange, ging bis zur Seine und wurde leicht, ohne die geringste Störung, nach dem Schuppen zurückgebracht. Die nächste Ausfahrt soll von Moisson nach Paris und zurück, in einer Entfer nung von 100 Kilometern, unternommen werden.
In Frankfurt a. M. sprang der 42jährige Architekt Richard Tschampel in selbstmörderischer Absicht in den Main; gleichzeitig nahm er das zehnjährige Kind seiner Schwester und das einjährige Kind seiner Braut mit ins Wasser. Me drei ertranken.
- Auf einem Münchener Postamt ist ein Postbeutel gestohlen worden, in dem sich unter anderem ein Einschreibebrief mit 19 000 Mart Inhalt befand.
- Der Dampfer ,, Vera", von Rosario nach Hamburg unterwegs, ist unweit Punta Indio nach einem Zusam menstoß mit dem englischen Dampfer ,, Heathglen" gesunken. Das Schicksal der Besatzung ist noch unbekannt.
Giessener Cagesneuigkeiten.
* Der Großherzog ist am Freitag Mittag 3 Uhr 39 Minuten von der Orientreise hierher zurückgekehrt. Der hohe Landesherr, dessen frisches und gesundes Aussehen man allgemein freudig bemerkte, wurde am Bahnhofe vom Prinzen und von der Prinzessin Franz Joseph von Battenberg mit der Prinzessin Xenia von Montenegro, vom Prinzen Albert zu Schleswig- Holstein, vom Grafen und von der Gräfin zu Erbach- Schönberg begrüßt. Ebenda hatten sich eingefunden der preußische Gesandte, der russische Ministerpräsident und der engliche Geschäftsträger, der Staatsminister, der Diviſionskommandeur, der Stadtkommandant, die Oberhof- und Hofchargen, der Oberbürgermeister. Das bei dem nach vielen Regentagen wieder freundlichem Wetter sehr zahlreich in den Straßen versammelte Publikum brachte Seiner Königlichen Hoheit lebhafte Dvationen dar. Die Einzugsstraßen und viele andere Straßen der Stadt zeigten sich in schönstem Flaggenschmuck.
** Der 3 weiten Rammer ist eine Reihe von Regierungsvorlagen zugegangen, betreffend die Entwürfe eines Forst strafgesezes, eines Feldstrafgesetes und eines Ges es über das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen.
** Die Technische Hochschule in Darmstadt hat auf einstimmigen Antrag sämtlicher Abteilungen durch Beschluß von Rettor und Großem Senat dem Herrn Staatsminister Dr. Rothe, sowie dem Herrn Finanzminister Dr. Gnauth die Würde eines Dottor Ingenieurs ehren halber verliehen in Anerkennung der hohen Verdienste, die sich die beiden Herrn durch das erfolgreiche warme Eintreten für die Erweiterung der Hochschule um die Förderung der technischen Wissenschaften erworben haben.
Ernannt wurde der Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg Heinrich Geißler zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg Heinrich Geißler zum Oberlehrer an dem Schullehrer- Seminar zu Alzey.
* Seit 1. April besteht auf dem alten Zollhofe zu Frankfurt ein Untersuchungsamt für zubereitetes Auslandsfleisch. An der Spize desselben steht der Tierarzt Dr. Alfred Jäger, vordem Assistent am Institut für Veterinärhygiene und Pathologie der Universität Gießen.
*** Richtiges Aprilwetter bescheerte uns der gestrige Sonntag. Am frühen Morgen Sonnenschein, dann folgte Regen mit Schnee vermischt und wieder Sonnenschein den ganzen Tag in einem Durcheinander. Im Großen und Ganzen machte der gestrige Sonntag- es war ja auch Balmarum einen äußerst ruhigen und stillen Eindruck, entsprechend dem Ernste und Bedeutung des Tages für diejenige unserer jungen Konfirmanden, welche gestern zum ersten Mal selbst vor dem Altar hintreten konnten und ihr Celöbnis ablegten. So manchen Eltern, manchem armen Mütterchen ist aber auch nun eine Sorge genommen; hegt es doch die Hoffnuäg, daß der Sohn oder die Tochter etwas mit verdienen helfen zum Unterhalt für das Leben. Mögen alle diese Hoffnungen nicht zu schanden werden!
*** Für die Situng der nächsten Stadtverord neten versammlung, die übermorgen Mittwoch, den 8. April, nachmittags 4 Uhr stattfindet, stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Joh. Pfaff für die Ecke Credner- und Hillebrandstraße; hier: Dispens. 3. Desgl. des H. Winn für die Ecke Riegelpfad und Querstraße. 4. Desgl. des A. Rahnefeld für die Schanzenstraße. 5. Desgl. der Gebrüder Zutt für die Steinstraße; hier: Dispens. 6. Desgl. des A. Scheppelmann für den Großen Steinweg; hier: Dispens. 7. Deegl. des Karl Becker für den Schiffenbergerweg; hier: Dispens. 8. Desgl. des Karl Müller für die Plockstraße. 9. Desgl. des Balth. Keil von Heuchelheim für die Straße GießenHeuchelheim. 10. Das Turmhaus am Brand; hier: Herrichtung eines Dachzimmers. 11. Unterhaltung der Anlagen vor dem Universitätsgebäude. 12. Gesuch des Friedhofaufsehers Sier um pachtweise Ueberlassung eines Stück Landes beim neuen Friedhof. 13. Antrag der Arbeitnehmerbeisiger des Gewerbegerichts wegen Teilnahme eines Beisigers an dem, am 11. und 12. September 1903 in Dresden stattfindenden Verbandstag. 14. Revision der Rechnung der Stadt Gießen für 1900/01; hier: Bemerkung 14 und 38. 15. Vergebung von Sielbauarbeiten. 16. Gesuch des Rud. Trescher und Herm. Schrödel von Frankfurt a. M. um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bergstraße 20. 17. Desgl. des Karl Hartmann im Hause An den Bahnhöfen 71. 18. Desgl. des Paul Drexelius aus Dormtmund im Hause Wallthorstraße 24. 19. Desgl. des Wilh. Comes im Hause Sonnenstraße 29. 20. Desgl. des Johs. Seeger im Hause Neuenbäue 5. 21. Desgl. des Georg Kraft für die Frant furterstraße 83. 22. Desgl. des Wilh. Wagner im Hause Bahnhofstraße 31. 23. Desgl. des Gg. Korndörfer im Hause Grünbergerstraße 117.
*** Ueber den Zeitpunkt der Wahlberechtigung weist eine in Berliner Blättern mitgeteilte Zuschrist darauf hin, daß schon der am 16. Juni 1878 geborene Deutsche wahlberechtigt ist. Die bisherige Braris hatte allerdings entgegengesetzt entschieden, weil vor Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches zwei Deutsche, die an demselben Tage in verschiedenen Rechtsgebieten geboren waren, als verschieden alt berechnet wurden. Das Bürgerliche Gef gbuch aber hat durch den§ 187, legten Saz, allen Deutschen die Beit ihres Geburtstages geschenkt, die zwischen Mitternacht und dem Moment der Geburt liegt. Man wird 25 Jahre alt mit dem Beginn der Geisterstunde des Tages, an dem man geboren ist. Wer am 16. Juni 1878 geboren ist, wird mit dem Beginn des 16. Juni 1903 wahlfähig.
*** Ueber die am Mittwoch eröffnete Provinzial- Siechenanstalt der Provinz Oberhessen schreibt die„ D. Ztg." noch Folgendes: Die von Herrn Geh. Oberbaurat v. Welzien gegebene Erklärung über die Anlage der Anstalt besagt, daß das Gelände, auf dem das Stechenhaus errichtet ist, einen Flächeninhalt von 20 Morgen hat. Das Gelände stellte die Stadt Gießen tostenlos. Die Anlage ist auf einer recht
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winklig zur Licherstraße von NO nach SW gezogenen Mittellinie errichtet; das Gefälle nach SO veranlaßte die Bauverwaltung, die Gebäude staff lförmig zu stellen. Auf der Mittellinie sind das Verwaltungsgebäude, die Küchenbauten und ein Stallgebäude für Hühner und Schweine, sowie Gartengeräte aufgereiht. Rechts vom Eingang, in da höheren Lage stehen die Gebäude für Männer, links in tieferer Lage die sich im wesentlichen den ersteren gleichenden für Frauen. Von den dreigeschossenen Gebäuden für je 120 bis 140 Pfleglinge sind vorerst nur zwei aufgeführt, die anderen zwei sollen nach Bedarf errichtet werden, so daß die Anstalt dann 568 Pfleglinge aufnehmen kann. Etwal zurückliegend hinter den großen Pflegehäusern sind einge schossige, besonders eingefriedigte Gebäude errichtet für j 20 Pfleglinge, deren Zustand besondere Wartung erforde ( sog. Unreine). Jedes der großen Gebäude enthält im Erdgeschoß 12 Bimmer für je 2 Pfleglinge aus gebildeten Kreisen oder für solche, denen das Treppensteigen scher fällt. Zu dieser Abteilung gehört ein Speise, ein Lese zimmer und ein Bad. Jedes der beiden Obergeschosse um faßt einen großen Tages- und Speiseraum für 48 Pfleglinge, zwei Schlafräume für je 24 Betten. In den Untergeschossen befinden sich je 4 Brausezellen, 2 Wannenbäder, ein Raum für Kleiderreinigung und mehrere Räume für die Handbe schäftigung der Pfleglinge und die Magazine. In den Ge bäuden für Unreine befinden sich Tagesräume, Isolierzellen, Wärterräume und Untersuchungszimmer. Die Krankenzimmer enthalten 8, bezw. 2 Betten, zwischen diesen Zimmern sind Baderäume angeordnet. Im Obergeschoß des Verwaltungs gebäudes werden Pfründner untergebracht, im Erdgeschoß die Verwaltung, die Diensträume des Arztes und ein Pförtner zimmer; das zweite Obergeschoß enthält die Wohnung des Verwalters. Hinter dem Verwaltungsgebäude befindet sich ein Bleichplatz. Der vordere Teil des durch eine bedeckte Ueberfahrt mit dem Kesselhaus verbundenen Küchengebäudes enthält über dem Vorratskeller die Dampffochküche, die Räume für die Speiseausgaben, die Spülküche, Borratsräume, das Speisezimmer für das Personal. Ueber den Nebenräumen der Küche sind die Wohnungen des weiblichen Dienstper sonals. Im hinteren Teil des Küchengebäudes ist die Dampfwaschküche, die Trockenapparate, Mangel-, Bügel- und Flickstube, der Desinfektionsraum. Im Obergeschoß ist eine Wohnung für den Heizer, ein wäschemagazin, während der Dachraum als Trockenboden dient. Im Keller befinden sich 3 Dampftessel und die Lager für das Brennmaterial, das auf Schienengeleisen direkt über die Füllöffnungen befördert wird. Sämtliche Gebäude sind massiv, die Tecken in mit Eisen arniertem Beton, die Räume der Pfleglinge mit fugenlosem Boden; die Beleuchtung ist elektrisch; die Wasserversorgung erfolgt aus der städtischen Wasserleitung; die Abwässer werden nach Fertigstellung der städtischen Kanalisation in diese eingeführt, vorläufig in Gruben gesammelt. Das freibleibende Gelände wird zu Gemüse- und Biergärten her. gerichtet, in denen die arbeitsfähigen Pfleglinge Beschäftigung finden werden.
** Sonderzüge. Für die Osterfeiertage sind wieder verschiedene Sonderzüge eingeschoben worden. Von Station Gießen gehen Sonderzüge nach Frankfurt am 9. und 11., 13. und 14. April. Am 9. und 14. April ab Gießen 1150 Vormittags, am 9 und 11. April ab 454 Nachmittags und am 11., 13 und 14. April ab 808 Abends.
*** Wer ist der Eigentümer? Wie aus der Bekannt machung des Polizeiamts ersichtlich ist, ist vergangene Woche, am 31. März ein anscheinend wertvoller Jagdhund in den Anlagen eingefangen worden, dessen Eigentümer 3. 8. noch unbekannt ist. Vielleicht tragen diese Zeilen zur Ermittelung desselben bei.
*** Das Gelände, welches vergangene Woche Herr Stadtverordnete Hanau zum Preise von 8 Mt. pro m an Herru Steinhauermeister Azbach verkauft hat, war im Jahre 1888 durch Kauf in dessen Besitz übergegangen.
Aus Hessen und nachbargebieten.
Oberförsterci Schiffenberg Morgen Dienstag findet eine Holzversteigerung statt. Es werden ver steigert: 6 Eichenstämme mit 1,75 fm, 132 Fichtenstämme mit 59,63 fm, 5 Kiefernstämme mit 3,00 fm, 2 Lärchenstämme mit 1,75 fm, 86 Fichten- Derbstangen mit 7,20 fm, 49 Fichten- Reisstangen mit 1,2 fm, 14 rm Eichen Wert scheitholz für Küfer, Glaser pp; Buchen: 4 rm Scheiter, 10,6 rm Knüppel, 350 Wellen, 2 rm Stöcke; Eichen: 79,7 rm Scheiter, 26,6 rm Knüppel, 26 60 Wellen, 97,5 rm Stocke; Kiefern: 191,6 rm Scheiter, 74,4 rm Knüppel, 1760 Wellen, 56,2 rm Stöde; Fichten: 2 rm Scheiter, 3 rm Rnüppel, 1590 Wellen, 33,2 rm Stöcke; Weichholz: 1850 Wellen. Zusammenfunft morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen. Steinberg am Uebergang über bie Eisenbahn.
Krofdorf. Gestern, am Sonntag Palmarum hat aud hier die Konfirmation der vereinigten Kirchengemeinde Krof dorf Gleiberg- Kinzenbach stattgefunden. Bisher fand di Konfirmation bekanntlich erst am Sonntag nach Ostern statt
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r. Aus dem Bieberthal. In diesen Tagen waren es 25 Jahre daß Herr Lehrer Höhn, und 31 Jahre das Herr Lehrer Heymann an der Schule zu Rodhein tätig sind. Im Laufe dieses Zeitraums siud in den hiesiger Schulverhältnissen mancherlei Veränderungen vor sich ge gangen. So wurde zunächst Bieber von Rodheim mit welchem es eine Gemeinde bildet, bezüglich der Schul abgezweigt. Ja das stete Anwachsen der Schülerzahl zu Bieber erforderte sogar im vorigen Herbst die Errichtung einer II. Schulklasse. Sodann wurde im Jahre 1897 aud Vezberg, welches durch Kirche und Schule mit Rod heim verbunden, sonst aber in politischer Beziehung zum Kreise Weglar gehört, von Rodheim abgezweigt, und erhielt feine eigene Schule. Aber troß dieser Abzweigungen if die Schule zu Rodheim z. 3. wieder vierklassig. Herr Kreis schulinspektor richtete an beide Herren warme Worte der
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