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Frankfurt.[ Aufsehen erregender Selbst­mord.] Der 42 Jahre alte Architekt Richard Tschampel sprang gestern Abend in selbstmörderischer Absicht in den Main. Gleichzeitig nahm er das 10jährige Kind seiner Schwester, sowie ein einjähriges Kind seiner Braut mit ins Wasser; alle drei ertranten. Die Leichen wurden heute Morgen geländet. Er hat die Tat in einem Anfall von Geistesgestörthe't begangen. Zu der Mordtat des( aus Schlesien stammenden) Architekten Richard Tschampel können wir noch mitteilen, daß auch 2 Schwestern desselben durch Selbstmord geendet haben. Die eine, die Mutter des von Tsempel in den Tod mitgenommenen Kurt Günther, hat sich i. 8. vergiftet, während eine jüngere, roch nicht 20 Jahre alte Schwester sich ertränkt hat. Am Freitag, dem Tage, an welchem Tshampel seine graufige Tat beging, war der Jahrestags des Selbstmords der jüngeren Schwefter. Die Leiche des Kurt Günther, eines bildschönen 11jährigen Knaben, zeigte im Gesicht schwere Kraßwunden. Man schließt daraus, daß sich derselbe noch im Wasser aus der Umschlin­gung zu befreien g sucht hatte, aber von dem Manne, den er Vater nannte, mit Gewalt niedergehalten worden ist. Sein richtiger Vater lebt noch, ebenso wie Tschamgels Eltern. Der Vater, ein 72jähriger Gerichtssekretär a. D. ist bereits hier eingetroffen.

*** Frankfurt a. M., 5. April. Die hiefige Gastwirte­innung beschloß in ihrer lezten Sigung fortan alle Firmen welche mit Wirten in geschäftlicher Verbindung stehen und sich ferner an der Eröffnung von Automatenrestaurants mit Kapital beteiligen, zu boykottiren.

Kassel, 5. April. Der Gerichtsherr, Generalleut­nant v. Heevingen, legte noch im letzten Augenblick gegen die Fulda geworfen haben sollte, von der Anklage des Mord­das den Unteroffizier Degen, der bekanntlich seine Braut in versuchs freisprechende friegsgerichtliche Erkenntniß Berufung an das Oberkriegsgericht ein.

*** Kassel, 5. April. Hier erschoß sich ein 30 Jihre alter Schmiedegeselle, weil ihm seine Mutter, eine sehr ver= mögende Frau, nicht das zur Gründung eines eigenen Ge­schäfts erforderliche Kapital von 20 000 Mt. hergeben wollte. Ober- Ingelheim. Zur Warnung bei bevorsteh ender Saat mag folgender Vorfall dienen. Ein Landwirt hatte ein Gemenge von Kunstdünger mit den Händen aus­gestreut und dabei eine kleine Handwunde nicht beachtet. Die Hand schwoll an und es mußte vorläufig zur A m putation eines Fingers geschritten werden. An dem Hause des Weinhändlers Stüthe, in einem Teil unsers Fleckens, wo beständiger Verkehr herrscht, wurde ein geschlossener Fensterladen mit Petroleum begoffen und angezündet. Der Laden verbrannte, ohne weiteres Unglück anzurichten.

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wird eine

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in Steins Garten zu Giessen

Montag, den 20. April 1903, nachm. 3%, nhr. stattfinden.

Im Namen und Auftrage der zahlreichen Freunde der beiden Herren, sowie der Behörden und Körperschaften, welchen sie angehört haben, beehre ich mich, eine allgemeine Aufforderung zur Beteiligung an der geplanten Festlichkeit ergehen zu lassen.

Anmeldungen zur Teilnahme werden bis zum 17. laufenden Monats in Steins Garten entgegengenommen. Gießen, den 2. April 1903.

Dr. Breiderf Provinzial Direktor.

Achtung!

Marktbericht.

Weslar, 4. April. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Butter 1.20 Mt., Eier 2 Stück 12 Pfg.

* Buzbach, 4. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kostete Butter per Pfd. 1.10-0.00 Mt., äse per Pfd. 42-45 Pfg., Eier 1 Stück 6 Pfg.

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Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr.1783);

für die Redaktion verantwortlich: Albin lein, Gießen.

Bekanntmachuna.

Betr.: Die Ausführung des Reichsgesetzes, die Schlacht­15 vieh- und Fleisch beschau betr.

Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Bestimmungen der Fleischbeschauordnung bom 10. April 1880, insoweit sie nicht durch das Reichsgesetz und die Bundesratsvorschriften ersetzt sind, bis zur Ver­öffentlichung der demnächst zu erlassenden Ausführungs­bestimmungen in Anwendung zu bringen find. Gießen, den 1. April 1903. Großh. Kreisamt Gießen. Dr. Breidert.

Bekanntmachung.

Am 31. März 1. Js. wurde ein braun- graugefleckter, anscheinend wertvoller Jagdhund in den hiesigen Anlagen eingefangen. Der Eigentümer desselben beliebe seine An­sprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 6. April 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler.

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