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Hof und Gesellschaft.

*** Prinz und Prinzessin Rupprecht von Bayern, welche bekanntlich vor längerer Zeit eine Reise um die Welt angetreten haben, werden nach den bisherigen Dispositionen heute( Dienstag) von Newyork aus an Bord des Schnelldampfers Kaiser Wilhelm der Große" die Heim­reise antreten. Die Ankunft in Bremen wird am 11. d. M. erwartet, so daß demnach die fürstlichen Weltreisenden vor­aussichtlich am 12. d. M. wieder in München eintreffen

werden.

*** Der Großherzog und die Großherzo= gin von Baden sind aus St. Moritz in Karlsruhe wie­der eingetroffen. Der mehrwöchige Erholungsaufenthalt in Engadin ist für die Gesundheit des greisen Fürstenpaares von besonders günstiger Wirkung gewesen.

*** Der Kaiser und die Kaiserin von Ruß= land haben von Ssarowo aus, wo sie den Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Serephini beiwohnten, die Rückreise nach Petersburg angetreten.

Die Wahrheit über die Pefter Affaire.

Die Bestechungsaffäre, die sich der Gouverneur von Fiume, Graf Szapary, zu schulden kommen ließ, dürfte vor­aussichtlich dem Ministerpräsidenten Grafen Khuen- Heder­vary das Amit kosten, denn wie sehr der Schuldige auch versichern mag, daß er die Tat auf eigene Rechnung und Gefahr ausgeführt habe, so fragt man doch auch in diesem Falle, wem ein Gelingen der Bestechung Nutzen gebracht hätte, und hier kommt denn in erster Linie der Premier­miniſter in Betracht. Zudem sind die beiden Grafen aus das innigste befreundet, so daß man die öffentliche Meinung nur schwer von der völligen Unkenntnis des leitenden unga­rischen Staatsmannes wird überzeugen können. Damit hat die Opposition auch gerechnet. Wie uns von zuständiger Seite geschrieben wird, glaubt man in Budapester einge­weihten politischen Kreisen mit gutem Grund, es hier mit einer schlau angelegten Intrigue der Kossuth- Partei zu tun zu haben.

dem Schweinefleisch wurden auf Anordnung des Gerichts nach Erlangen zur Untersuchung gesandt. Von den er­franften 22 Personen ist inzwischen der größte Teil wieder hergestellt.

Absturz einer Riesendame". Ein eigenartiger Unfall ereignete sich, wie aus Dresden gemeldet wird, auf dem Bahnhofe. Beim Ausladen einer Riesendame", Miß Dora Cooper, welche demnächst auf der Vogelwiese zur Schau gestellt werden sollte, riß plötzlich die Hebekette des Dampf­frahns und Miß Cooper stürzte etwa einen Meter ab, wobei sie sich mehrere Kontusionen am Rücken und an der rechten Schulter zuzog, sich auch die Zunge verletzte. Ihr Im­presario beabsichtigt mun gegen die sächsische Staatsbahnver­waltung auf Entschädigung flagbar zu werden, doch dürfte er hiermit wenig Aussicht auf Erfolg haben, da die Riesen­dame" gegen ihr wirkliches Gewicht mehrere Zentner zu leicht deklariert gewesen sein soll. Das ganze klingt etwas hundstagsmäßig. Hat denn die Riesendame feine Füße oder können diese ihr Gewicht nicht tragen, daß sie wie ein Ge­päckstück aus- und eingeladen werden muß?

Typhusepidemie in Braunschweig. Von 400 Kin­dern, die während der Ferien in einem Gehölz bei der Stadt Braunschweig unter Führung von Lehrern Wald­spiele ausführten, sind in den letzten Tagen 67 Kinder unter typhösen Erscheinungen schwer erkrankt; ebenso ist ein Lehrer erkrankt.

Man glaube ja nicht so schreibt unser Gewährsmann -, daß ein derartiger politischer Kauf, wie der bei Zoltan Papp versuchte, über den jezt die Opposition Zetermordio schreit, bei den Herren mit den gewichsten Schnurrbärten etwas überaus merkwürdiges und seltenes ist. Schon Maurus Jokai, den doch gewiß jeder als einen Stockungarn gelten läßt, da seine Schriften ja erst den Nationalstolz dieses Volkes geweckt haben, schildert in seinem Nabob" die Kulissengeheimnisse des Parlaments, und hierbei spielt ein derartiger Kauf, wie ihn jest Graf Szapary so un­geschickt inszenierte, eine Rolle. Bei dem ganzen Ent­rüstungsrummel ist viel Heuchelei mit im Spiele, um so mehr, als man nicht einmal 1, ob nicht das Objekt der Bestechung zu einer Gruppe von Intriguanten gehört, die den Vorfall herbeiführten, um den Grafen Khuen zu stür­zen, daß also mit anderen Worten Graf Szapary in dop­pelter Weise düpiert wurde, einmal, weil er sich in der Be­stechlichkeit seines Opfers täuschte, sodann, weil er in eine von gegnerischer Seite gelegte Falle prompt hineintappte. Dem Magyarentum fehlt trop der jahrhundertelangen Be­rührung mit der westlichen Kultur doch die edlere Auf­fassung der öffentlichen Pflichten. Ein Volk, das gegen andere Volksteile nicht gerecht zu sein weiß, das die zu sei­nem Staatswesen gehörenden Nationalitäten in der här­testen Weise verfolgt, verfügt nicht über die ethische Auf­fassung der Wesivölker. Das Hunnentum ist den Herren Magyaren seit Jahrhunderten in den Knochen stecken ge­blieben und nicht herauszutreiben. Jedenfalls machen sie mit ihrer lärmenden Entrüstung auf die deutsche Bevölfe­rung keinen Eindruck. Der ganze Vorgang wird lediglich nach seinem Effekt beurteilt und dieser ist für das Deutsch­tum allerdings durchaus nicht erfreulich. Gelingt es, den Grafen Khuen- Hedervary zu stürzen, dann kommt das Ma­gyarentum noch mehr als seither obenauf und die Bedrückung der anderen Nationalitäten wird sich in noch viel schroffe­ren Formen vollziehen als es bis jetzt der Fall war. Nur insofern hat der Fall ein allgemeines Interesse; über das Magyarentum aber hat er uns nichts neues gesagt.

Hus dem Gerichtsfaal.

Ein blutiger Zusammenstoß ereignete sich auf dem schle­sischen Gute Röversdorf zwischen dem Inspektor Schwenglet und aufrührerischen polnischen Arbeitern. Schwengler mußte in der Notwehr einen Arbeiter, der auf ihn mit der Sense eindrang, niederschießen. Der Mann war so rabiat, daß er nach dem ersten Schuß, der ihn nur gestreift hatte, weiter auf Schwengler losging, bis ihn ein zweiter Schuß tötete.

§ Wegen Beamtenbeleidigung wurde der sozialdemokra tische Reichstagsabgeordnete Zubeil von dem Schöffengerich! in Köpenick zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Er war be schuldigt, gelegentlich einer in Schmöckwitz abgehaltenen Volksversammlung dem dertigen Amtsvorsteher von der Decken Mißbrauch der Amtsgewalt vorgeworfen und in Be zug auf die Gendarmen geäußert zu haben, diese Beamter wären die überflüssigsten Menschen auf der Welt". Die leitere Aeußerung zog die obige Strafe nach sich. Wegen der Beleidigung des Amtsvorstehers, für welches Vergehen der Staatsanwalt einen Monat Gefängnis beantragt hatte, erfolgte Freisprechung, da das Delikt nicht als ermiesen angesehen tourde.

Nab und Fern.

Ein schweres Bootsunglück ereignete sich auf der Warthe bei Posen. Ein Kahn, in dem vier Personen eine Ruder­partie unternommen hatten, fenterte. Zwei von den In­sassen tamen in den durch das Hochwasser geschwellten Fluten des Stromes um.

Erdbeben in Spanien. Starke Erdstöße, von heftigem unterirdischen Getöse begleitet, wurden in den letzten Tagen in der spanischen Provinz Granada, vornehmlich in der Gegend von Albunol verspürt. Unter der Bevölkerung herrscht infolgedessen große Erregung.

* Ein vereiteltes anarchistisches Attentat wird aus Bar­celona gemeldet. Während eines Stiergefechts verhaftete die Polizei einen seit längerer Zeit von ihr verfolgten An­archisten, der zwei Dynamitpatronen bei sich trug. Wäre das beabsichtigte Attentat zustande gekommen, so wäre bei der großen Zuschauermenge, die die Arena füllte, sicherlich eine furchtbare Katastrophe eingetreten.

Die Konkursmasse der Leipziger Bank verkauft. Die Gläubigerversammlung der Leipziger Bank ermächtigte ein­Stimmig den Konkursverwalter, die Konkursmasse gegen folgende Gegenleistung an das Leipziger Bankhaus Erttel, Freyberg u. Co. unter Garantie der Nationalbank für Deutschland in Berlin zu verwerten. Die Käuferin gewährt als Kaufpreis insgesamt 67 Prozent für die festgestellten, nicht bevorrechtigten und im Prozeß befangenen Forderun­gen unter Uebernahme der noch laufenden Masseschulden. Eisenbahnzusammenstoß. Auf dem Nürnberger Bahn­hof stieß ein einfahrender Vorortszug mit einem ausfahren­den zusammen. Maschine und Tender des letzteren ent­gleisten; vier Personen wurden schwer verletzt.

Vermischtes.

* Der

[ Die Beförderung des Ermordeten.] Der Reichs­anzeiger" veröffentlicht folgende amtliche Bekanntmachung: Der Rechtsanwalt Friedrich Baur in Altona ist für den Amtssizes in Altona in dem früheren Stadtteil Ottensen, zum Notar ernannt worden." Die Ernennung kommt zu spät. Bekanntlich wurde der Rechtsanwalt Baur, seine Mutter und das 70jährige Dienstmädchen der Familie von dem Bruder, Amtsrichter Baur, in einem Wahnsinnsanfalle erschossen, worauf der letztere Selbstmord beging.

Bezirk des Oberlandesgerichts Kiel, mit Anweisung seines abend um 71

Einsturz einer Tribüne bei einem Wettspiel. In Perth brach während eines Cricket- Wettspiels die große Tribüne mit 1500 Zuschauern zusammen. Dabei wurde einer der Verunglückten auf der Stelle getötet, 150 teils schwer, teils leicht verlegt.

um sich zur

befand fich Rückkehr des erwartet. * Erno ben Privatbo in Baben zum

[ Ein trauriges Wiedersehen.] Vor kurzem wurde wie erinnerlich, der Kaufmann Opitz aus Bärenstein da Opfer der großen Eisenbahnkatastrophe bei Buchholz. Da zu teilt jetzt ein sächsisches Blatt folgende rührende Ge schichte mit. Den Kaufmann Grund von Bärenstein be Annaberg, den Apotheker Fritsch in Weipert, den Kauf mann Opiß, ebenfalls von Bärenstein, und den Kaufmanr Haase in Wien verband seit lander Zeit ein inniges Freund schaftsband. Dieser Tage nun kam der vierte Freund au Wien nach dem Erzgebirge, um mit den übrigen ein frohe Wiedersehen zu feiern. Dieses wurde aber in tragischet Weise durch den Allbezwinger Tod vereitelt. Der erste der genannten Freunde kam bei dem Buchholzer Eisenbahn­unglück ums Leben, der zweite starb am Samstag und der dritte am Sonntag. Anstatt mit ihnen an heiteren Er innerungen sich zu ergößen, konnte Haase seine drei Freund nur zu Grabe geleiten.

A Erkönigin Natalie über den serbischen Königsmord.. Wie aus Wien gemeldet wird, wird die frühere serbische Königin Natalie demnächst eine Broschüre über die Schreckensnacht im Belgrader Konaf veröffentlichen. Durch ihre Enthüllungen würden viele Personen kompromittiert werden. Zu gleicher Zeit macht der in Neusaz wohnhafte Dr. Johann Grujits Front gegen den neulich von uns aus­führlich besprochenen Artikel in der Zukunft" über das Attentat Knezewitschs auf König Milan. Er stellt die etwas kühne Behauptung auf, daß der Plan zu Milans und Alexanders Ermordung damals auf Betreiben Peter Kara­georgiewitschs gefaßt worden sei. Die vier Leute, die Knezewitsch gedungen hatten, seien jezt teils Minister in Belgrad, teils am Morde im Konak beteiligt. Der Ex­minister Wladan Georgewitsch, der Verfasser jenes Arti­tels in der Zukunft", habe um diesen Plan gewußt. Man darf gespannt sein, was dieser zu den seltsamen Angaben jeines Widerparts sagen wird.

zu den Massenvergiftungen während einer Bauern­hochzeit in dem mittelfränkischen Pfarrdorfe Sammenheim bei Gunzhausen wird gemeldet, daß die Vergiftung auf Grünspan zurückgeführt wird. Das Fleisch ist nämlich, wie festgestellt wurde, in einem fupfernen Kessel gefocht worden, der vermutlich vorher nicht genügend gereinigt wurde, so daß der am Kessel noch haftende Grünspan sich den Speisen mitteilte und sie vergiftete. Die Eingeweide des verstor­benen Bauern Tröfter, sowie der Kochkessel und Reſte von

[ Einen interessanten Beitrag zur Frauenfrage] bringt in humoristischer Form das Stammbuch eines Wittenberger Studenten aus dem Jahre 1795, das sein Ur­großenkel soeben veröffentlicht. Man liest darin: Gesänge, welche die Jungfrauen nach Beschaffenheit ihres Alters zu singen pflegen:

Nach dreizehn Jahren verhaftet wurde in Rumburg ( Mähren) der ehemalige Postbote Josef Rummel, der seiner Zeit wegen eines Vortrages über Gott und die Natur" sich eine Anklage wegen Gotteslästerung zugezogen hatte. Rummel entzog sich damals durch die Flucht nach Amerika der gerichtlichen Ahndung. In Amerika hatte Rummel einen neuen Beruf gewählt und es zu ziemlicher Wohl­habenheit gebracht. Die Sehnsucht, seine Heimat wieder einmal zu sehen, veraniaßte ihn, eine Erholungsreise nach Rumburg zu machen. Dort wurde er aber sofort nach sei­ner Ankunft verhaftet.

Der Rächer der Familienehre. Ein erschütterndes Drama hat sich in Neapel abgespielt. Die 16jährige Assunta Marra, ein bildhübsches, aber sehr unerfahrenes Mädchen aus guter Familie, war den Lockungen des Camorristen Alfonso Nasoni erlegen. Ihr Bruder, ein Schuhmacher, stieß ihr in Gegenwart vieler Leute sein Schustermesser in den Hals. Dann stellte er sich mit den Worten: Ich habe die geschändete Familienehre gerächt!" freiwillig der Polizei.

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von 14-16: Nun kommt die liebe Zeit herbei. 16-18: Es ist gewißlich an der Zeit. 18-20: Herzlich tut mich verlangen. 20-22: Erbarm' dich mein, o Herre. 22-24: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 24-26: An Wasserflüssen Babylon. 26-28: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 28-30: Ach, wie elend ist unsere Zeit. 30-32: Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt. 32-34: Nunmehr hab' ich ausgeruht. 34-36: Hinunter ist der Sonnenschein. 36-38: Der zeitlichen Ehr' will ich gern entsagen. 38-40: Ach, wann wirst du, lieber Tod, doch endlich einmal kommen?

* Gin raffinierter Brudermord ist in Alt- Sander bei Lemberg begangen worden. Wegen Erbstreitigkeiten er­mordeten zwei Brüder Stepanski ihren Bruder Johann, den sie abends zur Eisenbahnbrücke gelockt hatten, und legten dann die Leiche auf die Schienen, um glauben zu machen, der Ermordete sei von einem Zuge überfahren worden. Als die Leiche gefunden wurde, waren ihr aber nur die Beine ab­gefahren worden, der Arzt war also in der Lage, den Mord zu konstatieren. Der Verdacht lenkte sich sofort auf die Brüder, die aber Wind bekommen hatten und geflüchtet waren.

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Man sieht daraus, daß in damaliger Zeit eine Frau, die unverheiratet blieb, zu nichts auf der Welt mehr sich gut dünkte. Heute ist ihr, auch wenn die Jugend und die Aussicht auf Eheleben schwand, doch die Möglichkeit gezeichnungen au geben, sich ihr Leben freundlich und nußbringend zu ge­ſtalten.

Der Erfinder Edison schwer erkrankt. Wie aus New­York gemeldet wird, ist der berühmte Erfinder Edison durch seine vielen Versuche mit Röntgenstrahlen in Gefahr, das Augenlicht zu verlieren. Er soll bereits halb erblindet sein, und die Aerzte haben ihm streng untersagt, weiter zu experimentieren, da er sonst völlig blind werden würde. Ein Assistent Edisons ist durch die furchtbare Wirkung der X- Strahlen am rechten Arm gelähmt worden. Drei Finger der linken Hand haben ihm außerdem amputiert werden müssen.

Bunte Chronik. In Frankfurt a. M. wurde der Kongreß des Weltbundes für Tierschutz und gegen Vivisektion unter Beteiligung zahlreicher Ausländer eröffnet.

+[ Ein Freund Leos X111.] Wie aus Carpineto, der Geburtsstadt des verblichenen Papstes, berichtet wird, lebt dort ein 70jähriger Frachtfuhrmann namens Giuseppe Tuggi, der sich rühmen darf, von Leo XIII. oft als gutet Freund im Vatikan aufgenommen worden zu sein. Went Luggi, wie es häufig vorkant, dem Papste Gegenstände aus seiner Heimat brachte, unterhielt sich dieser stundenlang mit ihm im Dialeft von Carpineto und lud ihn zu einem Glas Wein ein. Tuggi erhielt vom Papst unter anderem ein Maultier aus den Ställen des Vatikans und einen

Aus Saybusch kommt ein unverbürgtes Gerücht von einem großen Eisenbahnunglück auf der galizischen Ost­bahn, bei dem 30 Personen getötet und 52 schwer ver­wundet seien.

neuen Waaen.

Schreckenstat einer Wahnsinnigen. Die 21 Jahre alte Tochter des Schneiders Wessels zu Elberfeld wurde plötzlich von Tobsucht befallen. Sie entkleidete sich vollständig, be­goß dann ihre Kleider mit Petroleum, steckte sie an und sprang, nachdem sie dabei empfindliche Brandwunden er­litten hatte, nackt aus dem Fenster ihrer im zweiten Stock­werf gelegenen elterlichen Wohnung. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus gebracht, wo sie nach kurzer Zeit ihren Wunden erlag.

Des Luftschiffers Luftschlösser. Der bekannte fran­zösische Luftschiffer Santos Dumont will jetzt an der deutsch­französischen Grenze Kreuzfahrten unternehnen, um die hohe Verwendbarkeit seines lenkbaren Ballons Nr. 10, der einen Motor von 60 Pferdestärken besitzt, für Militärzwecke zu beweisen. Das Experiment wird unter Beihilfe des fran­zösischen Generalstabes durchgeführt werden. Da Spreng geschosse nach der Haager Konvention aus Luftballons nicht geschleudert werden dürfen, so denkt Santos Dumont wohl nur daran, Hervorragendes im Aufklärungsdienst leisten zu können. Aber auch als Luftfavalerist wird er nicht viel ausrichten.

[ Der stolze Peter.] Der neue Serbenkönig ist recht stolzer will sich nichts schenken lassen. In einer öffent lichen Bekanntmachung seiner Kabinettskanzlei läßt er das Publikum des In- und Auslandes darauf aufmerksam machen, ihm fortan keinerlei Geschenke oder sonstige Wid­mungen zuzusenden, da dieselben nicht angenommen wer den. Man ist in Serbien doch sonst nicht so peinlich. Fürchtet man etwa unangenehme Ueberraschungen in den Kisten, Höllenmaschinen und dergleichen? Nach den furcht baren Vorgängen im Konak hat man jetzt wohl allen Grund zur Vorsicht.

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[ Ein interessantes Geschenk] erhielt Präsident Loubet von der Verwaltung des Argus de la Presse", des ältesten Pariser Bureaus für Auszüge aus den Zeitungen: zwei große Albums, die mehr als zweitausend Auszüge, Illustra tionen und Karrikaturen enthalten, die seit einem Jahre über ihn erschienen sind.

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[ Präsident Giron.] Der bekannte Sprachlehrer Biron taucht wieder einmal aus der Versenkung auf. Sein Name wird jetzt in belgischen Blättern viel genannt anläß­lich der Ernennung seines Onfels, des bisherigen Privat­dozenten für Rechtskunde an der Universität Brüssel, zum ersten Präsidenten des belgischen Kassationshoses. Man er­ieht auch hieraus wieder, daß Girons Familie in Belgien hoch angesehen war und ist.

[ Ein Milliarden- Dollar- Stück wird auf der Weltaus stellung in St. Louis zu sehen sein, allerdings nur in Papiermaché. Sie soll 49 Fuß Durchmesser und 30 Zoll Dicke haben.

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münze soll 43 Zoll tief sein: die Buchstaben auf der Münze sollen eine Höhe von 30 Zoll und das Datum ,, 1904" Fuß Höhe haben. Schon jetzt hat man den Scherz. namen Uncle Sams Taschenmünze" für das Riesenmodel erfunden.

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