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findenden Ablösung der Truppen in Sudoran dorthin ge schickt, doch geht man wohl nicht fehl, wenn man annimmt daß das französische Oberkommando in ernster Sorge um seine vorgeschobenen Posten schwebt und deshalb Ver. stärkungen für dringend nötig hält.

Kurze politische Nachrichten.

* Nach einer Entscheidung des Reichstanziers ist auch nach bem Infrafttreten des neuen Fleischbeschaugesetzes die Ein fuhr von amerikanischem Schweinefleisch an die Bedingung geknüpft, daß eine Bescheinigung über die in Amerika vor genommene mikroskopische Untersuchung beigebracht werden muß.

Im nächsten Jahre gedenkt die Regierung eine Er höhung der Gehälter der Oberpostdirektoren im Reichstage zu beantragen. Die Oberpostdirektoren sollen durd) diese Erhöhung mit den Vortragenden Räten im Reichspostami auf dieselbe Gehaltsstufe gestellt werden.

* In Hannover ist der Streit der Bauhandwerker und Bauarbeiter beendet. Die Arbeiter nehmen die Arbeit vor. läufig zu den alten Bedingungen wieder auf. Für später sind gewisse Lohnerhöhungen und Abkürzungen der Arbeits. zeit vereinbart.

* Der Fuldaer Landrat Steffens, der wegen einiger Streiffrawalle über Fulda den Belagerungszustand ver­gängen wollte, ist schtrer erkranft, so daß seine Ueberführung in eine Heilanstalt bei Heidelberg erforderlich wurde.

* Der russischen Kommission, die in Petersburg am 3. d. Mts. zur Beratung des neuen deutsch russijden Handelsvertrag zusammentritt, find auch ethige deutsche Beamte zugeteilt.

Der österreichische Ministerpräsident v. Körber und der Finanzminister Böhm v. Bawerk statteten dem Kaiser Franz Josef in Ischl einen Besuch ab. Eine Stunde später fand eine Konferenz der beiden Minister mit dem ungarischen Finanzminister von Lufacs statt. Es handelt sich um die Regelung der österreichisch- ungarischen Zollfrage, die durd die Vorgänge in Budapest ins Stocken geraten ist.

* Bei der spanischen Regierung sind von den Präfetten aus Cordoba, Cadiz, Sevilla und Coruna beunruhigende Nachrichten über den allgemeinen Ausstand ein. gegangen. Man hat strenge Vorsichtsmaßregeln getroffen. namentlich in Barcelona.

Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser besichtigte in Drontheim den Don und nahm beim Konsul Jessen das Frühstück ein. An Bor? der Hohenzollern" alles wohl.

Der Großherzog von Schwerin ist vor einer Reise nach Rußland in seine Residenz zurückgekehrt.

denen wohl ein Glas Wein aus dem gutgefüllten Keller des Rontlabe getrunken oder eine Zigarette geraucht wird. Die deutschen Kardinäle Kopp und Fischer haben es bequem, wenn sie sich besuchen wollen: Kardinal Kopp ist in Nummer 25, Kardinal Fischer in Nummer 23 im ersten Stockwerk am Korridor der Kortile Sirtus V. untergebracht, wo bisher die Geheimkapläne ihre Wohnung hatten. Die Nummern der Zellen müssen vor der Papstwahl zu allerhand aber­gläubischen Voraussagen herhalten. Serafino Vannutelli hat die Unglücksnummer 13, während Oreglia die Nummer 58 bewohnt, die nach dem römischen Traumbuch gleichbedeu­tend mit Papst ist. Wie es heißt, soll die 58 auf Oreglias Tür nicht durch einen Zufall, sondern durch Schmeichelei der Architekten gekommen sein, da Oreglia ebenso wie die Kardinäle Rampolla und Mocenni, in seiner bisherigen Woh­nung verblieben ist. Eine sonderbare Anekdote erzählt man sich von Kardinal Agliardi, der bekanntlich als Papabile betrachtet wird. Agliardi, der die Nummer 17, die Un­glück" bedeutet, gezogen hatte, soll sich beeilt haben, seine Zelle dem erkrankten Cretoni anzubieten, da dieser dort besser aufgehoben sei. Dergleichen chiacchiere, törichte Schmähe reien, sind beim abergläubischen römischen Volke nur zu beliebt.

Prinzessin Henriette zu Schleswig Holstein- Sonderburg- Augustenburg, die Gattin des befann en Generalarztes, Professors Dr. b. Eemarch und Tante de Raiserin, feierte am Sonntag zu Reichenhall ihren 70. Ge burtstag.

Die Königin Mutter Margherita bol Italien hat sich von Kiel aus an Bord der englischen Jach Jolanthe" nach Norwegen begeben.

Das englische Königspaar wurde in Corf vom Lordmayor und den Behörden empfangen uni von der Menge begeistert begrüßt.

Entgegen einigen Blättermeldungen wird vom Haa aus fonstatiert. daß die Königin Wilhelmina boi Holland nicht in diesem Monat, sondern erst im Oftobe. mit dem Bringgemahl Hemrich nach Vecklenburg gehei vürde.

Blaue Rauchwolken.

* Rom, 1. Auguft.

Die Wahlüberwachung.

Kardinal Cretoni ist übrigens nicht der einzige der be jahrten Bapstwähler, der dem heißen ungesunden Klima seinen Tribut zahlen mußte. Außer ihm sind noch die Kar dinäle Perraud, Richard und Herrero y Espinosa mehr oder minder schwer erkrankt. Ihre Stimmzettel werden durch drei dazu abgeordnete Kardinäle zum jedesmaligen Stru finium abgeholt. Man sieht, wie streng die Ueberwachung

Zwischen

md wie jede Möglichkeit von Unregelmäkiafciten aus. lossen ist. Der Verkehr an den Drehbrettern, durch die Griese, die jedoch offen sein müssen, und sonstige Gegen. stände für die Kardinäle zu bestimmten Tagesstunden ins Kon flave kommen dürfen, wird forgfältig überwacht. Gespräche an diesen Stellen dürfen nur laut geführt werden. So wird auf jede Weise dafür gesorgt, daß die Heimlichkeit der Wahl, die von Kardinälen und Rontlavisten mit heiligem Eide be schworen ist, nicht durch Versuchungen von außen gestöri werde.

Vor dem Vatikan drängen sich heute die dichten Scharen der Neugierigen. Mit südländischer Lebhaftigkeit gestiku lieren die Römer nach den mit Holzkasten in der bei deut schen Gefängnissen üblichen Art bis zu halber Höhe be deckten Fensterreihen, hinter denen das Konklave heute um 10 Uhr seinen ersten Wahlgang begonnen hat. den Römern zahlreiche Fremde, die über die Chancen der Wahl, je nach Nationalität, die widersprechendsten Urteile fällen. Dazwischen die blißenden Waffen der italienischen Truppen, die für die Sicherheit und Freiheit des Konklave sorgen sollen ein buntes, bewegtes Bild, das seltsam ab­sticht von dem düsteren Gepränge, das sich auf demselben Petersplaze noch vor wenigen Lagen entwickelte. Die Traues um den toten Papst fällt im Gedanken an den neuen Ober­hirten der katholischen Christenheit, der nun bald in der bollen Glorie seiner hohen Würde von der Loggia des Pe­tersdoms seinen Segen spenden wird, schneller Vergessenheit anheim. Sic transit gloria mundi!

Die erste Sfumata".

Wieder resultatlos.

preuzen staatita angesteute epaatragerin, Witwe Wil helmine Eulig, ihr 25jähriges Staatsdienstjubiläum. Frau Euliz wird besonders gern von Damen als Gepäckträgerin in Anspruch genommen.

Bestfälle auf einem österreichischen Dampfer. Auf dem Dampfer des österreichischen Lloyd Melpomene" erkrankten auf der Fahrt von Hongkong nach Singapore 6 von 260 chinesischen Passagiernn. Vier der Erfranften starben, die beiden anderen und der Rest der Chinesen wurden in Singa­pore an Land gesetzt. Der Dampfer ist jetzt in Triest an­gekommen, ohne daß sich auf der Weiterreise ein neuer Arankheitsfall ereignet hätte. Der Dampfer wurde denn auch im Triester Hafen für nicht mehr pestverdächtig erklärt.

Und nun zum zweiten Wahlgang. Wieder füllt sich der weite Petersi latz und wieder richten sich die Blicke gespannt auf den kleinen Sornstein, der die Entscheidung über die Neubesetzung der höchsten Würde der katholischen Christen­heit bringen soll. Es wäre ja allerdings eine nie dage­wesene Ueberraschung, wenn schon im zweiten Skrutinium die Wahl perfekt würde. Werden doch jetzt Stimmen laut, die sogar die vorher als ziemlich sicher in Aussicht gestellte Möglichkeit bestreiten, daß die Wahl am morgigen Sonntag zustande fomnit, und behaupten, daß vor Mittwoch in feinem Falle daran zu denken sei. Doch die Neugierigen auf dem Petersplay lassen sich nicht beirren. Unverwandt blicken sie hinauf nach der Sfumata. Wird sie weiße oder blaue Rauch. wolfen bringen? Nach fast zweistündigem Harren stieg dann aber doch wieder zu ihrer Enttäuschung der dichte blaue Qualm empor. Es war wieder einmal nichts.

Aus dem Gerichtssaal.

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Fünfzig Personen durch Einsturz einer Brücke ertrunken. Bei Portland( Oregon) ereignete sich eine furchtbare Kata­strophe, bei der fünfzig Personen ihren Tod fanden. Auf einer Brücke über den Williamettefluß stand eine große Menschenmenge, welche den Künsten eines armlosen Schwim mers zusah, der sich in den 30 Fuß darunter befindlichen Fluten tummelte. Plötzlich brach ein Bogen der Brücke zu­sammen und etwa hundert Personen stürzten in die Tiefe, von den fünfzig in den Wellen des Stromes ihren Tod fanden.

Eine tragische Scheidung. Der Pariser Kaufmars Jules Francois, der wegen einer Scheidungsklage vor dem Versöhnungsrichter zu erscheinen hatte, zog plöglich einer Revolver aus der Tasche und schoß sich eine Kugel ins Herz Während er röchelnd zusammenstürzte, brach seine Frau die die Klage angestrengt hatte, in verzweifeltes Schluchzer aus und warf sich auf den Körper des Schwerverwundeten Dieser wurde im hoffnungslosen Zustande ins Hospita überführt.

Da Schreien und Rufen: Der Papst ist gewählt!" Aus dem kleinen Schornstein über dem Dach der Sixtinischen Kapelle, der von dem zur Verbrennung der Stimmzettel eigens erbauten Herd ausgeht, zeigt sich ein Wölkchen. Doch die Kundigen merken gar bald, das es sich um eine durch das Aufwerfen von Heu zu dickem Qualm gesteigerte Sfumata handelt, eine Rauchwolfe von dunklem Blau, nicht um das inilchweiße Wölfchen, das das Zustandekommen der Wahl berkündet. Es ist also in dem ersten Wahlgang feine Eini­gung zu erzielen gewesen. Die Eingeweiten verlassen des. halb gleich den Plaz, da es nun bis 4 Uhr nachmittags, wo die zweite der täglichen zweistündigen Wahlversammlungen beginnt, nichts mehr zu sehen gibt. Der Rest der Menge aber starrt unablässig nach der Loggia della Benedi­zione" über dem Hauptportal des Petersdomes in der Er­wartung, dort einen Kardinal erscheinen zu sehen, der den Namen des neuen Papstes verkündet. Nach längerem ver­geblichen Harren mußten aber auch sie sich überzeugen, daß es für diesmal nur blauer Dunst" gewesen war. Sie eilen gum Colazione oder in die Kircher, wo das Allerheiligste noch immer ausgestellt ist und Scharen von Betern in heißem Flehen den Herrn der Welten um gnädige Erleuchtung für bas heilige Rollegium in seiner schweren Aufgabe anrufen. Abergläubische Arithmetik.

Nab und fern.

* Eisenbahnzusammenstoß. Auf der Station Neu- Sandez in der Nähe von Krakau stieß ein Personenzug mit einem schweren Lastzug zusammen. Zwei Wagen des Personen­zuges wurden zertrümmert, drei Personen, darunter ein Schaffner, wurden schwer, dreizehn Personen leicht verlegt. In Tiflis entgleiste infolge böswilliger Entfernung einer Schiene ein Güterzug; zwei Personen wurden getötet, drei verwundet.

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Der verliebte Mimiker. In Mailand macht die Liebes. Tragikomödie des auch in Deutschland bekannten franzö­sischen Mimikers Séverin viel von sich reden. Dieser trat seit einiger Zeit im Mailänder Eden- Theater als Pierrot auf und soll angeblich 600 Frcs. für den Abend erhalten haben. Eine schöne Pariserin, Frau Clementine d'Orville, hatte sich in den Künstler verliebt und siedelte, nachdem sie ihren Gatten im Stich gelassen hatte, nach Mailand über, wo sie mit Séverin zusammen im Hotel wohnte. Die Liebe dauerte aber nicht lange, denn das leicht entzündliche Herz der Frau Clementine fing rasch von neuem Feuer, und die schöne Frau beglückte jetzt einen jungen Mailänder Lebe­mann mit ihrer Gunst. Das nahm sich Séverin so zu Herzen, daß er im Eden- Theater einen kleinen Selbstmordversuch inszenierte; die Kugel ging natürlich fehl, denn kein Mensch wird es wohl einem Pierrot zumuten, sich im Ernst das Leben zu nehmen. Frau Clementine aber mochte nach dieser Tragikomödie den Boden in Mailand doch wohl etwas zu heiß finden, und eines Tages war sie mit ihrem neuen Lieb­haber durchgebrannt, angeblich nach Lugano. Dorthin ist ihr Séverin jetzt nachgereist, nachdem er seinen Kontrakt ge­brochen, wie Clementine ihm das Herze brach. In Mailand hat er nichts zurückgelassen, als eine unbezahlte Hotelrech­nung; sie beträgt allerdings nur etwas mehr als 1000 Lire eine Lumperei, wie man sieht!

Vorbereitungen zum Kaisermanöver. Der Chef des großen Generalstabes der Armee, Graf Schlieffen, hat sich in Begleitung zweier höherer Generalstabsoffiziere in das diesjährige Kaiser- Manövergelände begeben, um auf Grund der persönlichen Besichtigung Vorbereitungen resp. Ab­änderungen der bereits getroffenen Bestimmungen zu be­raten.

Während der Zwischenzeit bis zum Nachmittagswahlgang bflegen die Kardinale in ihren Zellen der wohlverdienten Ruhe oder statten sich gegenseitig Besuche ab, bei denen sich naturgemäß die Nationalitäten zusammenschließen. Bevor. jugt wird für solche kleine Extrazirkel das Zimmer eines bom Los begünstigten Kollegen, das den besten Schutz gegen bie wahrhaft erdrückende Size bietet. Häufig verlockt aber auch die bloße Nachbarschaft zum Austausch von Visiten, bei

Kriegervereinsübung vor der Kaiserin. Am Sonn tag fand in Cadinen vor der Kaiserin eine große Felddienst­Aranfenträger- und Wasserwehr- Uebung statt. An ihr be teiligten sich insgesamt 23 Kriegervereine, Kranfenträger Kolonnen 2c. des Stadt- und Landkreises Elbing. Der Sonntag wurde gewählt, weil die Teilnehmer in der größten Mehrzahl in der Woche nicht abkömmlich sind.

Die ,, Winker." Das vom Kaiser für die als Winker" d. h. Flaggensignalisten, ausgebildeten Soldaten gestiftete Abzeichen, zwei gefreuzte weiße und rote Fähnchen auf dem rechten Oberarm, ist jetzt sämtlichen Linien- Infanterie­truppen zugestellt worden, nachdem es die Garde bereits vor einiger Zeit erhalten hatte. Von jeder Kompagnie werden bekanntlich drei Mann als Flaggen- Winter ausgebildet.

Bunte Chronik. Der bekannte Nordpolfahrer Kapitän Bade ist in der Rostocker Ohrenklinik verstorben.

Das Linienschiff Kaiser Wilhelm 11." wurde im Kieler Hafen von dem schwedischen Schooner Emma" angerannt. Der Schooner wurde schwer havariert.

Hochwasser im Alpengebiet. Aus den bayerischen und österreichischen Alpen mehren sich gefahrdrohende Meldungen über Hochwasser. Am großen Achen und den sonstigen Zu­flüssen zum Chiemsee sieht es besonders schlimm aus. Das Wasser führt massenhaft Baumstämme und anderes Holz mit sich; viele Wege und Straßen sind unterbrochen. In Passau steigen Donau und Inn in gleicher Weise rasch. Auch bei Rosenheim führt der Inn Hochwasser. Im ganzen Tauerngebiet sind furchtbare Regengüsse niedergegangen; der Oberpinzgau ist besonders schwer heimgesucht, der Markt in Mittersill überschwemmnt, die Bahn unterbrochen und der Verkehr eingestellt. In Kärnthen liegen die Verhältnisse ähnlich; es ist dort der Verlust mehrerer Menschenleben zu beflagen. Auch im Santal ist ein großer Wolkenbruch niedergegangen, der Cilli schwer gefährdete.

Auf dem Kreuzschachte 1 der Königshütter Königs­grube wurden ein Steiger und ein Häuer durch ausströmende Gase getötet.

Vermischtes.

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Früher angefte

[ Der Kaiser auf dem Gipfel des Digermulen.] Von der Nordlandsreise des Kaisers wird von einem Augenzeugen folgende Schilderung des Aufenthalts des Kaisers auf dem Gipfel des Digermulen, eines 350 Meter hohen Bergkegels, gegeben. Der Kaiser saß mit seinem Gefolge auf den Granit­blöcken des Gipfels und rauchte aus langer Papierspize mit Wohlbehagen seine Zigarre. Ein Matrose brachte aus dem nahen Quell einen frischen Trunk in der Kelle, während andere mit dem Wegräumen der Geschirre des eben beendeten Imbisses beschäftigt waren. Der Kaiser sah sehr wohl und etwas sonnenverbrannt aus und war offenbar in heiterster Stimmung. Er trug einen hellgrauen Touristenanzug mit Kniehosen, einen leichten Hut von gleicher Farbe, rot und schwarz gestreifte Wadenstrümpfe und gelbe Bergschuhe. Auf dem Gipfel herrschte reges Leben, ein zahlreiches Aufgebot von Matrosen war eifrig beschäftigt, einen gewaltigen, vom Fjord aus später noch lange sichtbaren Steinmann zu er­richten, der das Wahrzeichen, welches an den ersten Kaiser­besuch erinnert und eine bezügliche Inschrift trägt, noch über­ragt. Es waren mächtige Blöcke, welche die fräftigen See­leute zusammentrugen, und der Kaiser, der mit seinem Berg­stock wiederholt die Stellen für die neuen Bausteine bezeich­nete, zeigte ein lebhaftes Interesse für den sichtlich empor­wachsenden Bau.

Eine Landtagswahl auf Probe wurde in Berlin_ab­gehalten. Auf Veranlassung des Magistratskommissars hatten sich in einer dortigen Realschule 150 Herren einge­funden, die nach dem neuen Wahlreglement für die preußi­schen Landtagswahlen ihre Stimmen pro forma abgeben sollten. Die Probe soll vorzüglich geflappt haben.

Eine folgenschwere Explosion fand in der Schulzschen Kohlendestillation zu Bochum statt. Der Teerkessel flog in die Luft, verleẞte sechs Arbeiter schwer, und durch den aus fließenden Teer wurden eine halbe Stunde weit Wiesen und Gärten verdorben. Staatsdienstjubiläum einer Gepäckträgerin. In Falkenberg( Bez. Halle) beging am 1. August die einzige in

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[ Die kaiserliche Korpsschwester.] Eine eigenartige Auszeichnung ist der Prinzessin Adolf zu Schaumburg- Lippe, jüngsten Schwester des Kaisers, verliehen worden. Korps Borussia" in Bonn verlieh ihr nämlich aus Dank­barfeit für ihr dem Korps bewiesenes großes Interesse die Korpsschleife, eine Auszeichnung, die bisher noch feiner Dame zuteil geworden ist.

Der Schuldige. Mutter: Aber, Frizl, jezt has du schon wieder die Hose zerrissen." Fripl: Gelt, Mama, bei dem Schneider lassen wir nichts mehr arbeiten." In der Kochschule. Vorsteherin: Sie bringen ja Ihr Hündchen gar nicht mehr mit, Fräulein Paula!" Schülerin: Ach, der Nacker, seitdem er einmal hier gefüttert worden ist, macht er immer kehrt, wenn wir unten an der Haustüre sind!"

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Sie tennt ihn. Junge Frau: Mein Gott! mein Mann hat wieder den Hausschlüssel vergessen." Freundin: Sei doch froh, dann kommt er um so früher heim."- Junge Frau: Da irrst du sehr. Jekt bleibt er so lange aus, bis in der Früh das Haustor wieder geöffnet ist."

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Trost. Junger Schriftsteller: Dent dir, lieber Freund, Diebe haben mir mein Roman- Manuskript gestohlen!" Freund: Tröste dich, Hans, die finden ja für dasselbe doch feinen Verleger!" ( Megg. H. Bl.) Das, Garten"-Restaurant. Berliner Restau­rateur( dem der Gärtner für seinen Sommergarten eine Anzahl Topfpflanzen und Sträucher gebracht hat): So, die beiden Oleanderbäume wi ich noch behalten; det übrige Frienzeig nehmen Se in ruhig wieder mit. Ich habe mir doch' n Garten und..enen Urwald bei Ihnen bestellt. ( 2. Bl.)

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