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)-( Eine zweite Anna Rothe. In Meerane( Sachsen) wurde die Frau des Schmiedes Frenzel verhaftet, die, ge­nau nach dem Rotheschen Rezept, im Zustande der Trance gläubige Spiritisten beschwindelte. Nur hat es Frau Fren­zel noch toller getrieben als ihr Vorbild. So soll das Medium unter anderem, um Verstorbene von ihren Sün­den zu erlösen(!), öfters ein Statspiel arrangiert ha­ben, wobei es die Karten gewöhnlich immer selbst verteilte, aber auf die Weise, daß das Medium mit seinem Gatten fast regelmäßig gewann. Hatten die übrigen Mitspieler das Glück, einmal zu gewinnen, dann mußten sie das ge wonnene Geld an das Medium abliefern. An diesem Spiel haben natürlich auch die weiblichen Spiritisten teilgenom men, obgleich sie vom Statspiel überhaupt keine Ahnung hatten. War die Stattasse gut gefüllt, dann wurde zur Abwechselung dann und wann ein Abendessen veranstal tet, an dem sich die ganze Sefte gütlich tat. Auch lieh sich das Medium bedeutende Kapitalien von verschiedenen Personen. Sie ließ dann nach gewisser Zeit einen Geiſt erklären, daß die Darleiher von ihr teine Zinsen nehmen dürften.

Ein Verbrecher- Ehepaar wurde in Niederfinow bei Eberswalde verhaftet. Wie erinnerlich wurde Anfang April die Ehefrau des Tischlermeisters Colberg aus Kam­min in Pommern an der Landstraße ermordet und be­raubt aufgefunden. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf ein Ehepaar, das in Begleitung zweier Kinder mit einem Handwagen in der Gegend des Tatortes ge­sehen worden war. Jezt gelang es, die Verdächtigen namens Echmidt in Niederfinow zu fassen. Die beiden Kinder haben bereits gestanden, daß ihr Vater den Mord begangen habe.

(:) Duellierende Damen. In Moskau fand zwischen der Gattin eines hohen Militärs und der Arztwitwe Marie Wofitow ein Säbelduell statt, in welchem die letztere eine schwere Verwundung am rechten Arme erhielt. Die beiden Duellantinnen schieden unversöhnt. Die Ursache des Zwei­kampfes bildete ein Wortwechsel, in welchem die Arzt­witwe ihre Gegnerin beschuldigte, Beziehungen zu einem jungen Offizier zu unterhalten. Als Zeugen fungierten bei dem Duell Freundinnen der beiden Duellantinnen. )( Von einem sonderbaren Weltreisenden wird aus Odessa berichtet: Der 15jährige F. Terkal entschloß sich zu reisen, nachdem er Wunderdinge von fremden Ländern gehört hatte. Es fehlte ihm aber an Geld. Da verfiel er auf den Gedanken, einen Reisetoffer mit doppeltem Boden herzustellen, und zwar so, daß Licht und Luft eindringen fönnten. Der Koffer konnte ferner auf geheime Art ge­öffnet und geschlossen werden. Ein halbes Jahr arbeitete der geniale Tertal an dem Koffer. Als er fertig war, suchte er einen Reisebegleiter und hatte auch bald einen gefunden. Terkal nahm, nach berühmten Mustern, im Koffer Plaz, und der Reisebegleiter gab den Koffer als Ge­päck auf. Unterwegs verließ Tertal in einem günstigen Augenblick den Koffer, und die Folge war, daß bei der Ablieferung des Gepäcks an der Endstation immer 93 Pfund von dem an der Aufgabestelle eingetragenen Ge­wicht des Koffers fehlten; 93 Pfund betrug nämlich das Körpergewicht des Knaben Terkal. Die Eisenbahn- und die Dampfergesellschaften suchten sich gewöhnlich mit dem Rei­sebegleiter, der den Koffer aufgegeben hatte, zu einigen und zahlten ihm wegen des unerklärlichen Gewichtsverlusts eine angemessene Entschädigung. So soll der findige Ter­tal halb Europa bereist haben, und er, der mit 19 No­peken in der Tasche Odessa verlassen hatte, konnte zuletzt eine Barschaft von fast 4000 Mark sein eigen nennen. Nun packte ihn aber das Heimweh, und er beschloß, nach Odessa zurückzukehren, natürlich wieder im Reisetoffer. In Sossnowice wurde er aber von der Grenzwache ent­deckt und per Schub nach Odessa befördert, wo er der Po­lizei übergeben wurde. So endete die abenteuerliche Reise eines anschlägigen Kopfes, der es in der Welt noch weit bringen kann.

|: Eine beklagenswerte Familientragödie trug sich in Avellino bei Neapel zu. Dort wurde der Apotheker Fiore, seine Mutter und seine Schwester von einem tol­len Hunde gebissen. Obwohl Fiore als Apotheker die schrecklichen Folgen eines solchen Bisses kennen mußte, legte er der Sache keine Bedeutung bei, bis sich dieser Tage plötzlich bei allen Familienmitgliedern Zeichen der Hundswuf zeigten. Fiore starb schon nach wenigen Etun­den. Die Mutter wollte in einem Wutanfall vom Bal­kon ihres Hauses auf die Straße springen und konnte nur mit Mühe zurückgehalten werden. Die Schwester wurde schleunigst nach Neapel gebracht, wo sie im Pa­steur- Institut Aufnahme fand.

()[ Ein Riesengebäude.] Im Holborn- Viertel zu Lon­don ist ein Gebäude vollendet worden, wie es sich in Europa wohl kaum zum zweiten Mal findet. Es ent­hält nicht weniger als 6153 Zimmer; dreißig Aufzüge befördern die Bewohner der elf Stockwerke und mitten darin ist ein Restaurant für die 8600 Mieter des Hau­ses eingerichtet, die für sich also die Bevölkerung eines Heinen Landstädtchens ausmachen. Die Kosten des Baues beliefen sich auf 21 Millionen Pfund Sterling oder auf 50 Millionen Mark.

tafel standen vor dem gefeierten Baäre zwei Kleine, seltsame Holzfiguren, einen uralten Mann und eine eben­so alte Frau vorstellend. Diese beiden bedeuten ein sa­genhaftes Bauernpärchen, welches während seines gan­zen langen Lebens immer schwer gearbeitet und nicht ein einziges Mal gestritten hatte. Diese Figuren sind bei je­der Hochzeit zugegen, ungeachtet, ob sie in der ärmsten Hütte oder im Kaiserpalaste abgehalten wird. Auf der Tafel selbst standen imposante, vier Fuß the silberne Kraniche, hinter denen sich je eine silberne Fichte erhob und zu deren Füßen eine silberne Schildkröte lag, um­geben von weißen Blumen, Krystall und glänzender Eeide. Es waren dies Geschenke für das Kaiserpaar von den Familienmitgliedern und intimsten Freunden. Neben dem Gedeck eines jeden Gastes stand eine prächtig ausgeführte silberne Bonbonniere, welche gleichfalls einen Kranich und eine Schildkröte vorstellt, die in der den Japanern eigenen fünstlerischen Art emailliert waren. Dies waren die Gaben des Kaiserpaares an die Gäste. Der Kranich bedeutet langes Leben, die Fichtenzweige aber viel Glück und die Echildkröte Reichtum, somit waren die Gaben des Kaiserpaares und der Gäste die Ber­förperung der gegenseitigen guten Wünsche.

(-)[ Das größte Familiendiner,] das jemals stattge­funden hat, dürfte das Essen gewesen sein, das unlängst in der Mormonenstadt Salt Lake City die Brüder Lorin, Winslow und Aaron Farr gaben. 400 Kinder, Enkel und Urenkel der drei Herren wohnten dem festlichen Mahle bei. Der 83jährige Lorin Farr allein sah 315 Nach­kommen bei Tisch. Wenn demnächst Präsident Roosevelt durch Salt Lake City tommen wird, wollen ihn die drei Brüder Farr mit ihrer ganzen Nachkommenschaft begrüßen. Der alte Lorin will bei dieser Gelegenheit eine Rede halten, in welcher er darauf hinweisen wird, daß es nicht richtig ist, daß das Volk der Vereinigten Staaten sich vermindere, wie der Präsident in einer seiner letzten Reden behauptet hat; in Salt Lake City sorge man schon für einen zahlreichen Nachwuchs. Der alte Lorin muß es wissen!

(!)[ Ein Fest am japanischen Hofe] schildert eine Lon­boner Korrespondenz. Am Jahrestag der Hochzeit des Kai­sers und der Kaiserin fand eine Reihe glänzender Feier­lichkeiten statt. Der Thronsaal, in welchem der Empfang abgehalten wurde, war auf das prunkhafteste dekoriert. Die Wände, mit der Verschalung aus kostbarem Holz, waren mit feinsten Krepp- und Seidengeweben in den zartesten Schattierungen drapiert und Tausende von Blu­men bildeten die Einfassung des Saales, denn in Japan gibt es obne Blumen kein wahres Fest. Bei der Gala­

Bunte Chronit. Der Dichter Josef Lauff hat um seine Enthebung von der Etelle des Dramaturgen des Wies­badener Hoftheaters nachgesucht. Der Kaiser hat das Entlassungsgesuch genehmigt unter der Voraussetzung, daß die dichterische Kraft Lauffs auch weiter der Bühne zur Verfügung stehen solle.

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Der Schuhmachergeselle Gustav Lasche gab in sei­ner Wohnung in Etegliß auf die Arbeiterin Marie Fluhr zwei Revolverschüsse ab, von denen einer in die Stirn ging, während der andere den Halsknochen verlegte. Die Berlegungen beider sind nicht lebensgefährlich.

Die englischen Behörden haben die Auslieferung des aus Berlin geflüchteten Kurpfuschers Nardenfötters berfügt.

In dem Drte Aangenesch bei Geldern wurde der 78jährige Rentner Franz Bollen nächtlicherweise von zwei umherziehenden Bettlern ermordet. Die Haushäl­terin des Ermordeten war von den Unholden, die bis jezt noch nicht ermittelt werden konnten, eingesperrt worden.

Der Hamburger Lustmörder Mailau soll jezt auf Antrag des Gerichts auf seinen Geisteszustand unter sucht werden. Zu diesem Zwed wird er nach der Brovin stal- grrenanstalt zu Schleswig überführt.

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Vermischtes.

[ Eine Hungermünze] fand ein Weingärtner in Tübingen beim Graben in seinem Weinberg. Diese Hun­germünzen stammen aus dem schweren Notjahr 1817. Sie find etwas größer als ein Fünfmarkstück und aus Weißmetall. Die eine Seite zeigt eine Engelsgestalt über einer Kugel schwebend und umrahmt von den beiden Sprüchen: Auf Regen folgt Sonnenschein" und ,, Lei­den und Freuden, alles kommt vom Herrn". Die andere Seite enthält folgendes: Im Jahre 1817 war die Teuerung im Königreich Württemberg so groß, daß ein Scheffel Dinkel 40 Gulden, ein Scheffel Gerste 32 Gulden, ein Scheffel Haber 24 Gulden, ein Simri Erb­sen 7 Gulden, ein Eimri Kartoffeln 4 Gulden und ein Pfund Brot 18 Kreuzer kostete."

)[ Eine ,, hochfeine Stelle".] Im Güstrower Anz." vom 31. März findet sich folgende Anzeige: Ein Junge, der konfirmiert ist, findet hochfeine Stelle als Kuh­hüter. Näheres Wilh. Karl Borchert, Markt 19."

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.()[ die feinste Wage.] Vor einiger Zeit ging durch die Presse eine Notiz, in der eine in der Bank von Eng­land aufgestellte Wage, die mit ein Zehntel- Milligramm Genauigkeit wägt, als die feinste, die bis jetzt kon­struiert, gerühmt wurde. An der königlich sächsischen Bergakademie Freiberg und in den sächsischen Hütten­werken Halsbrücke und Muldenhütten sind jedoch Wagen im Gebrauch, die eine Gewichtsbestimmung bis ein Vierzigstel Milligramm Genauigkeit gestatten. Diese Wagen sind deutsches Fabrikat und dienen zur Vor­nahme von Gold- und Silberproben. Als wirklich feinste Wage der Welt muß die kürzlich von dem italienischen Professor Calvioni tonstruierte gelten. Auf ihr kann man ein geringes Gewicht mit einer Genauigkeit von ein Zehntausendstel Milligramm( gleich ein Zehnmillion­tel Gramm) wiegen. Mit dieser Wage gelang es, nach­zuweisen, daß duftende Substanzen, wie Moschus, Am­bra und dergleichen, mit der Zeit an Gewicht verlie­ren, eine Tatsache, die bisher wohl vermutet wurde, aber nicht bewiesen werden konnte.

mußte. Durch

Besichtigung der Gießener Sielbauarbeiten geachtet werbe

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Als lezter Punkt auf der Tagesordnung für die gestrige Stadtverordneten- Sigung war: Besichtigung der Kanalbau­arbeiten in der Bahnhofstraße. Nach Schluß der Beratungen sammelten sich die Stadtverordneten um 6 Uhr in der Bahn­hofstraße an der Bieseckbrücke. Hier ergriff Herr Baumeister Braubach, der örtliche Leiter der hiesigen Sielbauarbeiten, das Wort, um in furzen gemeinverständlichen Darstellungen den jezigen Stand der Arbeiten, sowie auch Näheres über die Eigenschaften der eigentlichen Bauausführungen, der Ka­näle und ihrer Spezialbauten zu erläutern. Wir geben nachstehend den ungefähren Sinn dieser Rede wieder.

[ Lustige Gesch chten von Prinzen und Königen] erzählt ein Mitarbeiter des ,, Gaulois" anläßlich des be­vorstehenden Besuchs des Königs von England in Paris. Eduard VII. war bekanntlich als Prinz von Wales ein nicht seltener Gast im Babel an der Seine. Gewöhnlich reiste er aus guten Gründen inkognito, einmal aber wurde er feierlich im Rathause empfangen. Die schlichten Männer aus dem Volke, die dort die Gesetze für die Stadt Paris machen, wußten mit höflicher Eti­quette nicht genau Bescheid, und es entspannen sich zwischen ihnen und dem Prinzen Gespräche, die recht ungezwungen- demokratisch waren. Besonders hübsch war die Unterhaltung, die die Frau eines der Väter der Stadt mit dem Prinzen anknüpfte. Haben Sie Kinder, Ma­dame?" fragte der Prinz. Ja, Herr Prinz, vier Stück

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Ein Hauptgrund bei der Herstellung des städt. Siel­nezes ist, den Grundwasserstand in der ganzen Stadt nach Möglichkeit zu senken. Dieses wird bei den Mauerfielen nach zwei Richtungen hin erzielt. Erstens durch die Deff. nungen in den Sohlsteinen, zweitens durch seitliche Bei­füllung( zwischen äußerer Ranalwände und der Baugruben­wände) mit groben Kies. Die äußere Ranalwand selber ist durch einen wasserdichten Verpuz gegen Eindringungen von Grundwasser geschüßt. Um das Eindringen des Grund­wassers in die hohlen Sohlsteine zu ermöglichen, sind die unteren Fugen derselben offen gelassen. Die Grundwässer welche durch diese Sohlsteindrainage abgeleitet werden, werden vermittelst einer geschlossenen Thonrohrleitung unter der Wiesed her, in die Sohlsteine des Kanals, welche auf der linken Wies& sowie der linken Lahnuferseite bis zur Klär­anlage geführt wird, eingeführt. Die Kiesdrainage an den Seiten der Kanäle wird vermittelst einer über dem Beton, welcher um die Düferrohre unter der Wieseck eingestamft ist, aufgebrachten Riesschicht mit der Riesdrainage des vorbe­nannten, nach der Kläranlage führenden Kanals verbunden. Durch diese beiden Drainagen ist es ermöglicht, den Grund­wasserstand der ganzen Stadt zu senken und das Grund­wasser bis nach der Kläranlage zu leiten. Da der Kanal an dieser Stelle bis zu einem gewissen Hochwasserstand( nach der Lahn zu) freie Vorflut hat, werden nach der Vollendung der Kanalisation auch die tiefer gelegenen Reller in der Stadt von Grundwasser frei sein.

und Sie?" Ich auch," erwiderte der Prinz lä­chelnd. ,, Und was lassen Sie Ihre Kinder werden?" fragte die Dame weiter.- ,, Oh! der älteste soll, wenn Gott ihm das Leben schenkt, König von England wer­den; für die anderen habe ich, offen gesagt, noch nichts passendes gefunden." Im Jahre 1867- so erzählt der Gewährsmann des Gaulois" weiter- gab es in Paris so viel Könige, daß sie gar kein Aufsehen mehr erregten; die Könige von ganz Europa, Afrika und Asien schienen sich anläßlich der Weltausstellung in Paris ein Ren­dezvous gegeben zu haben- auf Schritt und Tritt stieß man mit einem gekrönten Haupt zusammen. Ville­messant, der Chefredakteur des Figaro", gab damals seine Empfangsstunden in folgender Weise bekannt: ,, Zu sprechen: Für Redakteure nur vormittags, für Prinzen von 2-5 Uhr."

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Das Düterbauwert, an welchen sich die Herren Stadtverordneten versammelt hatten, hat folgenden Zwed. Der durch die Bahnhofstraße führende Hauptsammler, welcher später die sämtlichen Schmuz, Küchen und und Closetwässer des Stadtteils nördlich der Wiesed ab­führen wird, tritt an dem rechten Wieseckufer in solcher Höhe zu Tage, daß ein Durchführen des gemauerten Profils ohne erhebliche Stauung der Wies& nicht möglich ist. Um jedoch den Kanal fortführen zu fönnen, mußte hier eine Unterdückerung der Wieseck vorgenommen werden und wird dieselbe vermittelst zweier nebeneinanderliegenden geschmiedeten 0,80 m weiten Nohre hergestellt. Die Wahl zweier neben­einander liegenden Rohre wurde aus Betriebs Rücksichten gewählt. Durch Einsezen von Spülthüren im rechtsseitigen und Schiebern im lintsseitigen Düterbauwerk ist es ermög licht jeder Zeit das ein oder andere Rohr auszuschalten und auf seinen Zustand zu prüfen resp. die eventuellen Schlamm­oder sonstige Ablagerungen in den, im unteren Dückerbaus werk angebrachten Sandfängen, zu beseitigen. Diese Rohre sind auf der Fabrik durch Herrn Baumeister Braubach auf einen Druck von 10 Atmosphären geprüft. Außer dem ist es durch das Schlagen zweier Spundwände durch die Wieseck, ermöglicht worden, eine vollständige Betonum­hüllung der Rohre zu bewerkstelligen. Da die Rohre im höchsten Falle nur einen Drud von 3,50-4,00 m erhalten ist es also vollständig ausgeschlossen, daß dieselben irgend welche Beschädigung erhalten. Die vorerwähnten Spülthüren im oberen Düterbauwert haben noch einen anderen Zwed. Nämlich, werden diese Spülthüren geschlossen, so staut sich das Wasser im Kanal Bahnhofstraße an, und fann durch plößliches Deffnen der einen oder anderen Thür mit folossaler Geschwindigkeit durch das eine oder andere Düterrohr durch schießen und eventuelle Ablagerungen mit sich fortreißen. Durch borbenannte Düfereinschaltung werden die sämtlichen Schmuß, Küchen- und Closetwässer unge hindert den Klärbecken an der Lahn zugeführt. Diese Klär becken sind so angeordnet, daß bis zu einem gewissen Lahn­hochwasserstand vorbenannte Wässer nach Durchlaufen der einzelnen Klärbecken und ihren Einrichtungen frei der Lahn zu fließen. Tritt ein höherer Wasserstand ein, so werden die Wässer nach Passieren der Klärbecken vermittelst Maschinerie in die Lahn übergepumpt. Die bei Abführung der Grundwässer genannte Riesschicht über der Düferrohr umhüllung wird zwecks Vermeidung des Eindringens von Wieseckwasser mit wasserundurchlässigem Material überfüllt und so das alte Wieseckbett wieder hergestellt. Die Wiesed hat nach dieser Herstellung also feinen Einfluß auf die Kanal noch Grundwasserabführung.

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Was nun den Kanal in der Bahnhofstraße be trifft, ist folgendes. Der Kanal ist die Verlängerung des Hauptabflußsiels und als Hauptsammler A bezeichnet. Er führt von der Wieseck durch die Bahnhof­straße, Löbers Hof, Stadtbach, Auf der Bach, Wetzsteingaffe, Wallthorstraße und Marburgerstraße bis zum neuen Fried hofweg. Er wird resp. ist teils schon bis zur Wallthor straße als Mauerfanal ausgeführt. An der Wieseck hat er eine Breite von 1,56 m und eine Höhe von 1,95 m und läuft an der Wallihorstraße in ein Profil von 0,50 m Breite und 0,75 m Höhe aus. Von der Wallthorstraße ab wird er in Thonrohren ausgeführt und zwar in solchen von 0,40 m bis 0,25 m Weite. Von diesen Arbeiten sind seit Arbeitsbe ginn am 11. August 1902 schon ausgeführt 965 m Mauer fanäle und 475 m Thonrohrkanäle. Außerdem sind noch in der Moltkestraße u. f. m. an Regenfanälen ausgeführt in Cementrohren 2280 m. Die Ausführung dieser Arbeiten waren insbesondere beim Hauptsammler größtenteils sehr schwierig. Fand man doch in den meisten Fällen feinen tragfähigen, fogor meist dünnflüssigen Schlamm, welcher oft bis zu einer Tiefe von 1,50 m unter der Kanalfohle aus

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