Ausgabe 
22.9.1902 Erstes Blatt
 
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ruf zur Einigkeit der linksstehenden Parteien.

Der Finanzstand des Volkes ist schlecht; nun flagen auch die Kreise, die in den guten Jahren für alle übertriebenen Ausgaben zu haben waren. Wenn unsere Sozialpolitik neue Anre jungen erfährt, so kommen sie nicht von der Regierung. Daß die Arbeitslosen­versicherung auf die Tagesordnung unseres öffentlichen Lebens kommt, verdanken wir der deutschen Volkspartei und den Bemühungen Sonnemanns, die Anfänglich so viel Widerstand fanden. Der Redner berührt dann noch den Niedergang des Antisemitismus und den Verzicht Württembergs auf die eigene Postmarke. Die Zoll­frage schwebt noch. Wir hoffen, daß die Politik der Handelsverträge, von der auch die Landwirtschaft Vor­teil gehabt hat, fortgeführt wird. Es ist möglich, daß diese im Reichstag aber durchdringen, und daß wir Reichstagswahlen bekommen, die sich um den Zoll­

tarif drehen.

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Sonnemann bemerkt bezgl. der Anregung zur Arbeits­Iosenversicherung, daß die Stadtgemeinden zuerst die Versicherung einführen sollten. Aber wir sind auch mit einem andern guten Wege einverstanden, wenn er nur zum Ziel führt. Handelt es sich auch nicht um die Lösung der sozialen Frage, so doch um einen weiteren Fort­schritt zugunsten der wirtschaftlich Schwachen.

Landtagsabg. Prof. Dr. Heimburger befürwortet sodann eine Reform der Wahlkreis- Einteilung. Er zeigt statistisch die Ungleichheit der Wahlrechts, die aus der Un­gleichheit des Wahlkreisbevölkerungsziffer hervorgeht und der Rechten zu Gute fommt, während die Linke geschädigt wird. Dr. Größ- Berlin hebt die praktisch- politischen Schwierig feiten hervor, die der Reform entgegenstehen, und fordert eine Vermehrung der Reichstagssite.

Bayer erinnert daran, daß nur die Wahlkreiseinteilung zur Debatte steht.

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** Das hessische Justizministerium hat soeben an sämtliche Staatsanwaltschaften und Justizbehörden des Landes ein Ausschreiben folgenden Inhalts gerichtet: Wenn gegen einen Offizier des Beurlaubtenstandes auf Zuchthausstrafe, auf Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte und auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter rechtskräftig erkannt worden ist, so ist das Urteil in beglaubigter Abschrift unmittelbar dem Präsidenten des Reichsmiliärgerichts zu übersenden.

Quidde hebt hervor, daß es sich darum handle, daß die jetzige Wahlkreiseinteilung einfach der Verfassung ange­paßt werde.

Venedey befürwortet die von Heimburger vorgeschlagene Resolution; ebenso Kohn- Dortmund Die Resolution wird angenommen. Sie lautet:

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** Neue Reichsbant- Nebenstelle. Am 1. Oktober wird in Neu- Ruppin eine von der Reichsbankstelle in Brandenburg a. H. abhängige Reichsbant- Nebenstelle eröffnet. ** Der Starkenburgische und Oberhessische Missions­Verein, die sich im Mai d. Is. in Frankfurt a. M. zu einer Hessischen Missionskonferenz zu ſammengeschlossen hatten, hielten vorgestern im großen Saale des Stadtmissionshauses zu Darmstadt thre diesjährige zahlreich besuchte Jahresversammlung ab, die durch Herrn Oberkonsistorialrat Petersen er öffnet wurde. Nach herzlicher Begrüßung der Er­schienenen durch den Vorsitzenden, Herrn Landgerichts­direktor Dr. Kolb, und einem Ueberblick über die Vereinsthätigkeit im letzten Jahre durch den Schrift­führer, Herrn Pfarrer Röm held von Pfungstadt, er­hielt Herr Pfarrer& ppler von Basel das Wort zu seinem Referate: Katholische und evangelische Missions praris". Aus vollſter Bedeutung des Werkes heraus schilderte er darin die Verschiedenheit der Leitung, der gesandten Missionare, der Sendungs­aufgabe, der Sendungsmittel und der Sendungserfolge der Mission der katholischen und der evangelischen Kirche und fand für seine klaren und warmen Ausführungen die lebhafte Zustimmung der Versammlung.

*** Polizeibericht. Die Thäter, welche auf der Rodheimerstraße in der Nähe des Abendstern" einen Burschen und ein Mädchen aus Heuchelheim, die sich auf dem Heimweg von der Krofdorfer Kirchweihe befanden, überfallen, das Mädchen belästigt und den Burschen arg mißhandelt und körperlich verletzt haben, sind am Samstag in Person zweier hiesiger verheirateter Ar­beiter ermittelt und zur Haft gebracht worden. Im Laufe vergangener Woche kam ein junger schwarzer Jagdhund in hiesiger Stadt abhanden. Vermutlich ist das Tier gestohlen, vor Ankauf wird gewarnt. Aus einem Hausgarten der Göthestraße wurde am vergangenen Samstag ein 15 bis 20 Meter langer Gartenschlauch( Gummi) gestohlen. Ein hiesiger Ein-| wohner wurde gestern auf Requisition der Behörde wegen Meineides verhaftet; ebenso ein junges Mädchen wegen Verbrechens gegen§ 218 R.-St.-G.-B.

Der Parteitag erklärt: Die heute giltige Wahlkreisein­teilung zu dem Reichstag entspricht infolge der seit ihrem Erlaß eingetretenen Verschiebungen in der Bevölkerungszahl den thatsächlichen Verhältnissen so wenig mehr, daß durch sie der Begriff des gleichen Wahlrechts illusorisch gemacht wird und daß ein auf Grund dieser Wahlkreiseinteilung gewählter Reichstag nicht als Spiegelbild der Volksmeinung betrachtet werden fann.

Es ist daher eine Forderung der Gerechtig­feit und des ehrlichen Konstitutionalismus, daß eine neue den Bestimmungen der Reichsverfassung und Bevölkerungs­einteilung Rechnung tragende Einteilung getroffen werde. Als Ort des nächsten Volksparteitages wird Heil­bronn gewählt. Der Vorort bleibt in Frankfurt.

Sozialdemokratischer Parteitag.

München, 20. Sept. In der Nachmittagssigung wurde der Parteivorstand gewählt: Bebel und Singer wurden Vor­sigende, Gerisch Kassierer, Pfannkuch und Auer Sekretäre.

Nun fommt noch eine Alkoholdebatte, denn es liegt eine Reihe Anträge vor, den Alkoholismus zu be­fämpfen. Die Diskussion darüber wird verhältnismäßig rasch geschlossen. Die radikalen Alkoholanträge fallen alle unter den Tisch, dafür wird folgende Resolution gefaßt:

M. Unglücksfall. Am Samstag Mittag furz nach 2 Uhr beobachteten wir, wie beim Sielbau an der unteren Wieseck ein Arbeiter, anscheinend am Kopfe ver­letzt, aus dem Kanalgraben herauf befördert wurde und, von mehreren Mitarbeitern gehalten, zu der nahen Bauhütte geschafft wurde.

-Straßensperrung. Die Bewohner der Marburgerstraße und des Wieseckerweges weisen wir auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerfs hin, nach welcher die Wasserleitung in genannten S'raßen am Mittwoch den 26. vorübergehend abgesperrt wird.

** Militärdienstnachrichten. v. Bierbrauer zu Brenn­stein, Leut. im 4. Großh. Hess. Inf.- Regt.( Prinz Carl) Nr. 118, in das Inf.- Regt. von Goeben( 2. Rhein.) Nr. 28 versetzt.

** Eisenbahn- Personalien. Das badische Mitglied der Direktion der Main- Neckarbahn, Geheimrat Robert Stub, wurde zum Vorstand der Rechnungsabteilung der General direktion der Badischen Staatseisenbahnen ernannt, und das Kollegialmitglied der lettgenannten Direktion, Regierungsrat Max Herrmann, nach Mainz versetzt und die ihm bei der Gemeinschaftsdirektion daselbst von Baden zu beseßende Mitgliedstelle übertragen.

Der Parteitag erkennt rückhaltlos die Gefahr an, die aus einem übermäßigen Genuß alkoholischer Getränke für den Kampf um die politische und wirtschaftliche und damit die physische und geistige Befreiung der Arbeiterklassen ent­springen; der Parteitag ist aber nicht in der Lage, die Agitation für die völlige Abstin nz von alkoholischen Ge­tränken als eine der Aufgaben der Partei oder die Ver­pflichtung der Abstinenz als Voraussetzung für die Partei­zugehörigkeit zu erklären. Die deutsche Sozialdemokratie ist cine politische Partei, die ihre politischen und wirtschaftlichen Grundsäße zu ihrem Programm niedergelegt hat. Daher muß es der Parteitag ablehnen, über ein Urteil zu fällen, die, wie die Frage der absoluten oder relativen Schädlichkeit des Alkohols, in das Gebiet der Sozialwissenschaften ge= hören. In der Erwägung, daß die deutsche Sozialdemokratie es von jeher als ihre Aufgabe betrachtet hat, die Arbeiter flasse nicht blos förperlich, sondern auch geistig und sittlich zit heben und sie so zur Führung ihres Befreiungs ampfes immer mehr zu befähigen, geht der Parteitag über die An­träge betreffend die Alkoholfrage zur Tagesordnung über.

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Das zweite Referat des Tages erstattete sodann in treff­licher Weise Herr Hoffaplan Palmer von Schönberg über das Thema: Die Feier unserer Missionsfeste", Es folgte die Organisation der neu gegründeten Hes­sischen Missionsfonferenz und die Beratung der vorge= schlagenen Statuten, die einstimmige Annahme fanden. Die Konferenz hat demnach den Zweck, ihre Mitglieder und Freunde auf dem Wege wissenswaftlicher Arbeit tiefer in das Verständnis der Theorie und Praxis der Missionsfragen einzuführen. Sie sucht diesen Zweck zu erreichen durch die Jahresversammlung, ein Jahrbuch und eine Bibliothek. Stimmberechtigtes Mitglied fann jeder evangelische Christ werden, dem die Heidenmission am Herzen liegt und der einen Jahresbeitrag von 1 Mark entrichtet. Bei der sodann vorgenommenen Wahl des Vorstandes für die Jahre 1902-1907 wurden gewählt: zum Vor­sigenden Landgerichtsdirektor Dr. Kolb in Darmstadt, zum Schriftführer Pfarrer Römheid in Pfungstadt, zum Rechner Hofkaplan Palmer in Schönberg, sowie zu Beisißern Dr. M. Rieger in Darmstadt, Pfarrer Walz in Bessungen, Pfarrer Bezler in Mörfelden, Pfarrer Schlosser in Gießen, Stiftspfarrer Weber in Lich und Dekan Hainer in Hungen. Herr Pfarrer Widmann sprach unter allgemeiner Bustimmung dem seitherigen Vorstande den warmen Dank der Versammlung für seine Thätigkeit aus. Zum Orte der nächstjährigen Konferenz wurde Friedberg gewählt.

=* Vom Manöver zurück- es lebe der Reserve­mann! Am Samstag sind mit der Bahn unsere 116er aus dem Manöver zurückgekommen und heute schon erfolgte die Entlassung der Reservisten Drum Brüder stoßt die Gläser an, es lebe der Reservemann", dieses allbekannte Lied hörte man schon gestern aus den kräftigen Soldaten­tehlen und heute Morgen erst, die Wogen gingen da bei Manchem noch viel höher, als sie dann mit der Reserv müße auf dem Ohr und dem R servistenstock in der Hand dem Kasernen­thor den Rücken kehrten. Die Lust nach dem bürgerlichen Berufe machte ihnen das Herz so weit. Aber nicht alle blicken nach ihrer Entlassung vom Militär fröhlich und zuver­sichtlich darein; denn gar mancher muß sich jetzt eine Eri­stenz shaffen und eine Stellung in seinem Berufe suchen, dem er durch Erfüllung seiner Militärpflicht entzogen wurde. Aber der Riservist braucht nicht ängstlich zu sein, hat er sich doch während seiner Militärzeit schäzenswerte Eigenschaften erworben: Disziplin, Ordnungssinn, Pünktlichkeit und sicheres Austreten sind heutzutage schon Empfehlungen. Der Kampf ums Dasein wird von ihm dann viel leichter aufgenommen. Wir wünschen allen Reservisten, daß ihnen das bürger­liche Leben nun das bringen möge, wonach ihr Sehnen jetzt ist.

Einstimmig angenommen wird ein Antrag, gegen den Fleischwucher zu agitieven und zu protestieren. Schmidt- Frankfurt teantragt eine Resolution, die Einführung des Proportional­wahlsystems für alle Wahlen zu verlangen. Pfannkuch weist darauf hin, daß das ja schon im Pro­gramm steht. Der Antrag Schmidt wird abgelehnt.

Zu Ehren der russischen Genossen wird ohne De­batte einstimmig eine Resolution gefaßt, die den Zaris­mus und die Dienste, die ihm von deutscher Seite ge­leistet werden, verurteilt.

Wildberger, ein einstiger Junger", der 1891 aus der Partei ausgeschlossen wurde, soll auf Antrag des Parteivorstandes und Andere wieder in Gnaden auf­genommen werden. Es wird aber von Schmalfeldt be­antragt, den ganzen Beschluß vom 21. Oktober 1891 aufzuheben, damit alle" Jungen" wieder in die Partei eintreten fönnen. Dies wird angenommen.

Der nächste Parteitag findet in Dresden statt. Damit ist Schluß der langen Tagung.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Prinzessin Elisabeth reiste heute Vormittag nach Schloß Wolfsgarten ab, wohin die gesamte Hofhaltung ver­legt wird.

Aus Hessen und Nachbargebieten.

[-] Holzheim, 22. Sept. Gestern feierte man unsere seit langen Jahren beliebte und befannte Kirchweih. Der Himmel war uns Holzheimern sehr hold, und infolge des schönen Wetters waren von den nächstgelegenen Ortschaften gekommen. Die Wirte hatten vollauf zu thun wie von Gießen und Buzzbach sehr viele Kerwegäste herbei­trog der von verschiedenen Seiten gern gesehenen Abschaffung unseres Volksfestes.

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[-] Holzheim, Hier hat man einem Landwirt einen die legthin hier lag, mit keiner besonderen Kost aufger artet bösen Streich gespielt. Derselbe soll seiner Einquartierung, haben, und irgend welcher gute Freund" hat diese Erzäh­Deffentlichkeit übergeben. An der Sache ist aber kein wahres lung" poetisch in der Buzzbacher Zeitung" der breiten Wort; der betreffende Landwirt ist selbst Soldat gewesen und hat seinen Manövergast sehr anständig bewirtet. Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben.

Recht fidel und in bestee harmonischer Stimm­ung feierte gestern der Gesangverein Heiterkeit" in Cafè Leib sein 24jähriges Stiftungsfest. Nicht allein, daß die Mitglieder mit ihren Angehörigen fast vollzählig erschienen waren, auch von den einge­ladenen hiesigen Brudervereinen hatten sich sehr viele mit eingefunden, um mit der Heiterkeit" heiter zu sein. Der Vorstand hatte aber auch Hand in Hand mit dem Dirigenten, dem Herrn Lehrer Becker, ein Programm aufgestellt, welches der ganzen Festverſamm­lung schr zusagte. Mehrere Chorlieder, darunter Des Kindes Sehnen", Tief ist die Mühle verschneit" und der Schwur freier Männer", wie neben den Konzert Piecen auch die komischen Vorträge brachten sehr schnell eine urfidele und dabei sehr gemütliche Stimmung in den Saal. Zum Schluß gab's dann noch das Theater­stück: Auf der Alm da giebt's fa Sünd" Man hatte damit, als letzte Nummer, das Beste aufgehoben. Wer das Stück auch schon gesehen hatte, die Bretter­künstlerinnen und Künstler der Heiterkeit, sie hatten Schwung in das Stück hineingelegt, so daß man's am gerngesehenen Beifall beim Fallen des Vorhanges auch nicht fehlen ließ. Ein Tänzchen bildete den Schluß des Abends. Heute Vormittag fanden sich die Sänger zum Frühschoppen im Schipfapaß" ein, daß es auch hierbei recht fidel zuging, bedarf keiner besonderen Er­wähnung. Manches Glas wurde auf das nächstjährige, das 25jährige Stiftungsfest dabei geleert.

**( Privattelegramm.) Bei der heutigen Schlußziehung der Darmstädter Schloßfreiheitslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 100 000 f. mit der Prämie von 150 000 Mt. zusammen eine Viertel Million auf das Los Nr. 8075 nach Mainz, ferner 10000 mt. auf 1550 ebenfalls nach rainz.

5000 Mt. auf Nr. 19 498( Darmstadt), 1000 Mt. auf Nr. 24 938( Offenbach), 500 Mk. auf Nr. 22 291 und 23 199.

Steinberg- Wagenborn, 23. Sept. Unser Kirchweih­fest, zu dem uns der sonnige Himmel das herrlichste Wetter geschenkt hatte, hat den denkbar schönsten Verlauf genommen. Ueberall fam man von Nah und Fern, um mit uns zu feiern. Besonders von Gießen strömten um die Nachmittags­stunden ununterbrochen und scharenweise die Besucher her­bei.

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in Steinberg und zwei in Wagenborn) von ihrem Stamin­Kurz vor 4 Uhr zogen die vier Vereine( zwei lokal aus, die festlich geschmückten Dorfstraßen und unter den Klängen der Musik und mit wehenden Fahnen ging es hinab zum Festplatz. Dieser, in dem Wiesengrunde zwischen beiden Orschaften gelegen, war bereits belebt worden. Zwei Karoussels sorgten für Abwechslung, von denen aus eine lange Gasse mit Schaubuden auf beiden Seiten zu den Tanzböden führten. Letztere waren das Endziel der einzelnen Vereine, für die je ein Tanz­platz errichtet war. Nachdem die Fahnen hier nieder­gestellt waren und die einzelnen Musikabteilungen ihre erhöhten und umkränzten Sitze eingenommen hatten, begann der Tanz. In den Zwischenpausen konnte man sich bei den langen, fürsorglich überdachten Sizreihen, um die durstigen Kehlen zu stillen, erholen. Gegen Abend zog man wieder mit Musik in die gewohnte Dorfschente und feierte und tanzte hier noch lange, sehr lange weiter.

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** Schotten. Nach nahezu einjähriger Arbeit ist unser Rathaus, ein Denkmal früherer Zeit, wieder voll­ständig dem früheren Aussehen entsprechend hergerichtet worden und gewährt nun einen stattlichen Anblick. Das Holzfachwerk, vornehmlich aus Eichenholz gezimmert, war gut erhalten geblieben und hat einen braunen An­strich, die Fenster zierliche und sechseckige Scheibchen, die Ecktürmchen neue Beschieferung erhalten. Die innere Einrichtung entspricht allen Erwartungen. Es können in dem Gebäude wieder Versammlungen usw. abgehalten werden.

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** In dem Wahlbezirk Schotten kommt allmählig die Wahlbewegung in Fluß. Der seitherige Abgeordnete Sebastian Weidner wird voraussichtlich nicht wieder gewählt werden. Nach einer Statistik soll derselbe im 31. Landtag 321 Mal gesprochen haben, was das Land jedenfalls viel Geld gekostet hat. Und was hat Herr Weidner

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