lang sind die einzelnen Stollen, doch lag es nicht in unserer Absicht, bis an deren Ende zu pilgern. Abgesehen von der Schwüle in der Nähe der Bumpwerke, ist die Luft da unten ziemlich frisch und verursacht des. halb weber Atembeklemmung noch besonderen Schweiß ausbruch. So hatten wir Einrichtung und Treiben in dem Schacht gesehen, in dem die Rolwagen hin- und Dorthin, wo noch gehauen wird, konnten wir mit Rücksicht auf die Güte unserer Unaussprechlichen und unseres Schuhwerkes nicht gehen, sehnten uns auch An dem Fahrstuhle wieder nach des Tages Licht. wieder angelangt, gab der dort beschäftigte Bergmann 5 Glockenschläge nach dem Maschinenhause zum Zeichen, Wenige Augendaß lebende Laft" zu Tage fahre. blicke" danach atmeten wir wieder ungepumpte" Luft, brachten unseren Anzug wieder in Ordnung und be traten das Freie. Wenn es da unten auch nicht fürchterlich ist", so freuten wir uns doch wieder, als wir atmeten im ,, rosigen Licht."-
Nur ein Drittel des normalen Betriebes ist zur Zeit im Gange. Briketts werden nicht fabriziert, sondern die Kohle kommt als Brennmaterial in die Zuckerfabrik des benachbarten Dorfes Stockheim. Trotz der verringerten Arbeit ist doch für den Verdienst der Bergleute gesorgt, wenn auch nicht in dem Maße, wie in gewöhnlichen Verhältnissen.
So hatten wir denn alles gesehen und erfahren, was unser Interesse in Anspruch nahm. Vom Bergmannsberuf rasch emancipiert, riefen wir nach entsprechendem Dante unserem freundlichem Führer ein herzliches Glück auf" zu und wanderten fürbaß auf der Straße nach dem benachbarten freundlichen Städtchen hungen, wo wir uns von den nicht sehr großen Anstrengungen unserer ersten Grubenfahrt zu erholen gedachten und auch nach Kräften konnten.
Nur ja tein Handwerk!
( Nachdruck verboten.)
Wie bedauerlich tief das Handwerk in neuerer Zeit in der allgemeinen Wertschäßung herabgekommen ist, bezeichnet kaum etwas anderes so deutlich als sein Nachwuchs an Lehrlingen. Derselbe Stand, der einst bei jedem aufzunehmenden Lehrling eine strenge Prüfung über gute Herkunft und Gesittung angestellt hat, muß heutzutage gar oft aus Mangel an Lehrlingen ohne Wahl zugreifen und sich mit jungen Burschen befassen, die von anderen Ständen ferngehalten werden. Es herrscht leider in weiten Kreisen die Anschauung, als set es zu schade um wohlerzogene und geweckte Knaben, sie einem Handwerker in die Lehre zu geben, als seien die ungeratensten Jungen für ein Handwerk mmer noch gut und flug genug. Mit dieser irrigen
Bekanntmachung.
Montag, den 27. Oktober d. J., vormittags 10 Uhr, beginnt in dem Schulhause in der Neustadt ein achtwöchentlicher Kursus der Haushaltungsschule. Die Schülerinnen werden in weiblichen Handarbeiten, besonders aber im Kochen und in der Führung eines einfachen Haushaltes unterrichtet. Diejenigen, welche den Kursus besuchen wollen, fönnen sich bei der betr. Lehrerin, Frl. Anthes, oder bei dem unterzeichneten Lehrer in der Stadtmädchenschule melden. Gießen, den 13. Oftober 1902.
Mecum,
Bürgermeister.
Für den Schulvorstand.
J. V.: Schaaf.
Bekanntmachung.
Betr. Versteigerung von Birken- Besenreisig im Gießener
Stadtwald.
Die in den Distrikten Zollstockwäldchen, Neuheege, Philosophenwald, Waldshute, Wanne und Unterhag des Stadtwaldes zur Aufarbeitung kommenden
70 Wellen Birken- Besenreisig
Werke
Doktorarbeiten
Preislisten
aller
anschauung muß aber gebrochen werden, da man all erwärts ernste Anstrengungen macht, um das Handwerk dem heranwachsenden eine gediegene Ausbildung zu wirtschaftlich wie geistig und fittlich zu heben und zumal geben. Heute geht im Handwerk nicht mehr alles brüber und drunter, namentlich nicht in Bezug auf das Lehrlingswesen.
wenn ein Wandel zum Besseren eintritt, wird sicherlich das wohl oder übel fügen müssen. Andererseits müssen auch bie Lehrlinge sich jest mehr in Bucht und Ordnung schicken, und Verhalten der meisten Lehrherren wärmer und freundlicher werden, nur müssen auch die lieben Eltern selbst bedenken, daß Lehrjahre keine Hercenjahre sind und dem Meiſter nach
Nr. 243
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Oberbrifische
Das Blatte
Daß auch der dümmste Junge im Handwerk un- Kräfte wird das Uebel, unter dem das Handwerk immerhin Gartenbau, som gestört sein Fortkommen findet, trifft durchaus nicht zu. mehr unverdient als verdient zu leiden hat, nur noch So fragte unlängst in einem Fachblatt ein Meister an, größer, und es sei zur Beruhigung vieler Eltern ausdrücklich was er mit seinem Lehrling machen solle. Der Lehr- betont, daß man jezt im Handwerk dem Lehrlingswesen ling sei der schwerfälligste Mensch, nichts gehe in seinen sogar eine größere Aufmerksamkeit zuwendet als in anderen Stopf, an Willigkeit mangele es ihm nicht, wohl aber Ständen, und daß deshalb ihre Söhne bei einem verständigen an Verständnis. Nach dreijähriger Lehrzeit sei er bei ordentlichen Handwerksmeister nicht schlechter aufgehoben sind der Gesellenprüfung durchgefallen, auch nach einem als bei irgend einem anderen Lehrherrn. weiteren Lehrjahre werde er jetzt sicher wiederum durchfallen. Länger als 4 Jahre dürfe er jedoch nicht lernen, und was dann?- Nun kann ja nach dem bestehenden Gesetz fein Lehrjunge gezwungen werden, sich einer Gesellenprüfung zu unterziehen, er fann auch so Geselle werden, nicht aber ohne Meisterprüfung Meister. Und wer nicht das Zeug hat, die Gesellenprüfung zu bestehen, wird schwerlich die viel schwierigere Meister prüfung überwinden. Uebrigens ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, daß die Gesellenprüfung als Zwang vorgeschrieben und auch der Gesellentitel geschützt wird, wie schon mehrfach gefordert wurde. Wer dann nicht die nötige Begabung aufweist, der bleibt eben nur Hilfsarbeiter in seinem Gewerbe oder sucht sich eine andere Beschäftigung aus. Es mag ja für den Einzelnen eine Härte sein, aber dem ganzen Stande wird sicherlich damit gedient, daß nicht der Heranziehung von Pfuschern Vorschub geleistet wird, und es fann ja noch die Möglichkeit offen gelassen bleiben, daß der Betreffende späterhin sich abermals einer Gesellenprüfung unterzieht.
Ein schlimmerer Uebelstand für das Handwerk ist, daß ihm nicht blos viel beschränkte, sondern auch viel verdorbene Jungen zugeführt werden. Zwar hat man die Absicht, um dem besonders im Osten hervortretenden Lehrlingsmangel abzuhelfen, der öffentlichen Fürsorge überwiesene Knaben dorthin in die Lehre zu sch cen, wieder fallen gelassen, da diese zu sehr verwahrlost sind, doch sehen noch zahlreiche Familien für ihre mißratenen Söhne das Handwerk as legtes Zufluchtsmittel an. Man schiebt dann die bedauerliche Thatsache, daß sich unter den jugendlichen Strafgefangenen eine besonders hohe Bahl von Handwerkslehrlingen befindet, vor allem den Meistern in die Schuhe. Unstreitig giebt es unter diesen manche schlechte Menschen und fehlt es in den Werkstätten nicht selten an der nötigen Aussicht, so daß die Meister ihre Lehrlinge zu viel den Gesellen preisgeben und sich selbst zu wenig um sie fümmern. Aber auf Grund der neueren Geseze läßt sich hierin schärfer als bisher einschreiten und diesem Zwang wird sich die Meister- wie die Gesellenschaft
Amtlicher Teil.
Die Frage, ob das Handwerf eine günstige Bufunft bietet, ist bei seiner Vielseitigkeit nicht in aller Kürze zu entscheider, schließlich auch bei feinem anderen Stande unbedingt zu bejahen, aber so viel läßt sich wohl mit gutem und ordentlich strebsamer Handwerfer auch in Bufunft im Recht behaupten, daß gerade ein tüchtiger, geistig geweckter allgemeinen sein Forifommen finden wird. Es ist übrigens vielfach nicht der Hinblick auf die Zukunft, der Eltern wie Kinder bei der Wahl des Berufes leitet, sondern oft das äußerliche Vorurteil, als sei das Handwert an sich ein zu geringer Stand. Leider wird darin nicht nur in anderen Ständen, sondern im Handwerk selbst gefeht und schon in den Kindern eine gewisse Geringschäßung gegen den eigenen Stand groß gezogen. Jeder Junge, der nicht ganz auf den Ropf gefallen ist, taugt natürlich mehr zum Professor" als einen fleinen Beamten in schöner Uniform haben, als einen zum Professionisten", und auch die Tochter wollen lieber Handwerksmeister in seinem freilich nicht so reinlichen Arbeitsden ärmsten Schichten des Volkes trifft, geißelte die Dutsche fittel. Diese Scheu vor dem Handwerk, die man selbst in Töpfer- Zeitung" ausgezeichnet in folgendem Zeitgedicht:
"
„ Ein Handwerk" soll der Bub' nicht treiben, Denn dazu ist er viel zu gut;
Er fann so wunderniedlich schreiben, Dft so ein feines junges Blut.
,, Nur" ja kein Handwert! Gott bewahre! Das gilt ja heute nicht für fein.
Und wenn ich mir's am Mund abspare, Es muß schon etwas Bess' res sein!
Der Hände Arbeit fam zu Schanden, Der Arbeitsbluse schämt man sich; Das rächt sich noch in deutschen Landen, Das rächt sich einmal bitterlich.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783);
K.
für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
follen Dienstag, den 21. Oftober, Vormittage 11 an der Grünberger Chauffee bei Annerod soll auf dem Uhr im Bürgermeisterei- Gebäude- Zimmer Nr. 15- Bimmer Nr. 15 Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen, Zeichnungen usw. liegen während öffentlich versteigert werden. Die Großherzoglichen BürgerEinsichtnahme auf, auch sind wir bereit, den Interessenter meistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, dies der Dienststunden auf unserem technischen Bureau zur am Orte der Aufstellung am Dienstag, den 21. d veröffentlichen zu lassen. Mits., vormittags von 10 bis 11 Ühr Auskunft zu
Gießen, am 14. Oftober 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Die Lieferung des erforderlichen Kornrohs für Maschinendrusch das städtische Schlachthaus ca. 100 Ctr. oder Preßstroh soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebote hierauf sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift bis zum 25. d. Mts. bei uns einzureichen.
Gießen, am 16. Oftober 1902.
Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.
Arbeitsvergebung.
Die Lieferung und Aufstellung einer Umzäunung aus verzinttem Drahtgeflecht für den Hochdruckbehälter
erteilen.
Angebote sind bis zum 27. Oktober d. Js. vor mittage 11 Uhr verschlossen und mit entsprechende Aufschrift versehen, bei uns einzureichen. Gießen, den 14. Oftober 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk. Otto Bergen.
Bekanntmachung,
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Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 2 wenn er at September 1. Js. wird hierdurch zur öffentlichen Kennt vorüber iſt. niß gebracht, daß der Verwaltungsrat die Herabsetzung stand, daß d des Zinsfußes für alle Einlagen vom 1. Januar 190 dem Großbe ab auf 3% und für alle ausgeliehenen Stapitalier laffen, hierdi auf 48% genehmigt hat.
Gießen, den 13. Oktober 1902.
Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen.
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Speise- u. Weinkarten
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Rechnungen
Gießener Verlagsdruckerei.
sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung.
( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Neuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen.
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