Ausgabe 
18.10.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Städtisches

achthaus

te und morgen: einefleisch 54. edizinal­

erthran

Emil Fischbach

pheum

arietè.

Tapick

Dorftellung.

" Wohn- und Schl auch einzeln zu ve bergerstraße 3 port .möbl. Zimme später zu vermieten b nel, Bahnhofte.

Zimmer zu be Brandgasse 8.

üher Friedrich Mülle

ite gehörige halbe m Lagern von Heu eeignet, ist zu vermieten. der Bürgermeisterei- . 15. Bimmerwohnung zu ver­sofort zu beziehen Grabenstraße 8.

Zimmer

et zu vermieten, a Kost. euenweg 36, II. St. 3 Zimmerwoh fort zu vermieten. Dammitrake 4. lirtes simmer fchön möbl und üchfter Nähe d. neue Grünberger str. 48.

it zu vermieten.

früher Loo's

Onnenstraße 30, ist der Wohnung per i berinieten. Näherd rgermeisterei- Zimm

Schöne fardenwohnung behör per 15. Ofte eten.

Bahnhofftr. la

Sardenwohnung

er mit Zubehör za mil Log, Kirchenplas eines Zimmer

ieten.

Bismar dftraße 17

Bimmerwohnung

Nr. 243. Erstes Blatt.

Avvenement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel­jährlich Mt. 1.50.

Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberheinische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Samstag, den 18. Oftober 1902.

Gießener

11. Jahrgang.

Jusectionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. font 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg.

Postzeitungsliste No. 3032.

Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Fernſprechauschluß Nr. 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeifung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen.

Die Burengenerale in Berlin.

Die drei Helden des Burenkrieges, die Generale de Wet, Botha und Delarey, weilen seit Donnerstag Abend in den Mauern Berlins, von der Bevölkerung mit unendlichem Jubel empfangen. Wie hoch die Wogen der Begeisterung gingen, das beschreibt an anderer Stelle unseres Blattes der Verfasser unseres Briefes ,, Aus der Reichshauptstadt" in fesselnder Schilderung. Ueber die weiteren Ereignisse von dem Augenblick an, wo Johannes Trojan im Namen des Empfangskomitees die drei Generale in den schwung­collen, von uns mitgeteilten Versen begrüßte, wird uns noch aus Berlin geschrieben:

Troßdem den Generalen Ruhe zu gönnen war, bestand das Volk auf seinen Schein und gab sich nicht eher zufrieden, als bis General Botha und de Wet von dem Balkon des Brinz Albrecht"-Hotels zu der versammelten Menge spra­chen. Alle beide dankten in bewegten Worten für den warmen Empfang, tief ins Herz der Berliner' aber stahl sich Christian de Wet, als er hinunterrief: ,, Auch mein Herz schlägt deutsch! Deutsches Blut rollt in meinen Adern! War doch meine Mutter eine Deutsche!"

Um 8 Uhr begann die Festsigung des Burenhilfsbundes und die Ueberreichung der Spenden, die im ganzen an 250 000 Mart betrugen. Dann folgte ein solennes Mahl unter dem Vorsiz des Präsidenten des Burenhilfsbundes, Professor Siemering.

Nach einem Gebet und dem Trinkspruch auf den Kaiser hielt General Botha eine Rede, in der er nochmals seinen Dank für alle Liebe und Treue aussprach, die den Buren während des Krieges und jetzt von deutscher Seite er­wiesen sei. Er betonte, daß die Generale fest an ihrem Untertaneneide gegen England hielten, und daß sie nur getommen seien, um für ihr darbendes Volk zu betteln. Ja, zu betteln der große Schlachtenheld schämte sich nicht, wiederholt dieses Wort zu gebrauchen und sich im Gedenken an seine notleidenden Brüder in Südafrika selbst zu er­niedrigen. Ueberhaupt sprach aus seinen Worten eine rührende Bescheidenheit, ebenso wie aus denen des ,, grim men" de Wet. Auch dieser bekannte sich offen als armer biljesuchender, der von der Politik nichts mehr wissen wolle. In einem Punkte war seine Bescheidenheit sicher nicht angebracht. Er sagte von sich, daß er kein Redner jei, da er keine Zeit zu Redestudien gehabt habe, als höchstens damals, wo er Schafe gehütet". Schon diese Gegenüberstellung des armen Hirtenknaben mit dem schlachtengewohnten Krieger, der er jetzt ist, war ein Meisterstück oratorischer Leistung. Aber, wie schon vorher bom Balkon aus, wußte er auch im Saale des deutschen Gemüts goldenste Saiten erklingen zu lassen, als er mit berhaltener Stimme mitteilte, daß er durch den Tod eines Kindes und die Krankheit eines anderen gezwungen wäre, feine Reise zu unterbrechen. Alles wollte dem treuen Bater mitfühlend die Hand drücken.

61

Dr. Rumseys Patient.

Roman von Dr. Halifar und T. L. Meade Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdruck verboten.)

Er ging weiter über die Ebene. In einiger Entfernung hörte er Everetts Stimme.

Franzius, Franzius, so warte doch! Ich komme mit Dir!" Ein alter Mann, welcher ein großes Bündel Holz auf dem Süden trug, tauchte jezt in Franzius Nähe auf. Auch er hatte das Rufen vernommen.

" Ich glaube, man ruft Sie", wandte er sich an Franzius. Dieser blickte den Alten starr an, dann drehte er sich um und fah Everetts Silhouette auf der weiten Fläche sich abzeichnen. Gleich darauf lief er wieder davon, als ob die wilde Jagd hinter ihm her sei.

In diesem Moment ging der Mond vollends unter, das weite, flache Land lag in tiefem, grauem Dämmerlicht da. Franzius hatte keine Ahnung, wo er sich befand. Er hatte die Umgegend von Großhofen des Abends oder gar in der Nacht noch nie durchstreift, sie war ihm daher jegt völlig unbekannt, und er wußte nicht, wohin er nun die Schritte lenken sollte. Plöglich stolperte er und fiel in ein tiefes Loch. Er stieß einen leisen Schmerzens­ruf aus und richtete sich mit einiger Mühe in die Höhe. " Holla!" rief da eine Stimme," Sie hätten ia beinahe das Bein gebrochen! Was thun Sie hier?"

eren Stod per fofort größer und schlanker als er selbst, stand vor ihm. Das Gesicht

7.

Kirchstraße 2

Im Nu war Franzius auf den Füßen; ein Mann, etwas fonnte er in der Dunkelheit nicht erkennen, aber die Stimme, die fannte er nur zu gut.

Was zum Teufel fommen Sie mir in den Weg?" feuchte er

Bon Seiten des Burenhilfsbundes sprachen die Reichs­tagsabgeordneten Liebermann von Sonnenberg und Dr. Arend. Um Mitternacht suchten die ermüdeten Generale ihr Zimmer auf, während die Festversammlung noch lange beijammen blieb.

Am Freitag früh traten die Burengenerale zu einer mehrstündigen konferenz zusammen. Schon von morgens an hatten sich zahlreiche Personen, Offiziere und ehemalige Burenkämpfer im Hotel zum Prinz Albrecht" eingefun­den. Sie wurden jedoch in Rücksicht auf die Konferenz an die Sekretäre verwiesen und von diesen empfangen. Gegen 12 Uhr erschienen die Generale auf dem Balkon. Brausende Hurrahrufe ertönten, die sich in der Menge immer weiter fortpflanzten. Im Gesellschaftsanzuge, blo­Ben Hauptes verweilten die Generale mehrere Minuten auf dem Balkon, sich nach allen Seiten gegen das Publikum danefnd verneigend.

Um halb 12 Uhr verließen die Generale das Hotel und fuhren in drei Equipagen durch die Wilhelm-, Voß-, König­gräger Straße und Friedens- Allee nach dem Denkmal des Fürsten Bismarck, an welchem sie die Wagen halten ließen. Nach kurzer Besichtigung des Monumentes fuhren sie nach dem Reichstags- Gebäude.

Bei ihrem Erscheinen auf der Tribüne bemächtigte sich des Publikums und der Reichsboten lebhafte Erregung. Alles blickte zu den drei großen Männern hinauf. Einer der Ersten, der sie begrüßte, war Fürst Herbert Bismarck, der sie auch auf einem Rundgange durch die Räume be­gleitete, bei dem Dr. Liman und Abg. Liebermann v. Son­nenberg die Führung übernommen hatten.

Vom Reichstage aus fuhren die Wagen durch die Lin­den nach dem Denkmal Kaiser Wilhelms I., welches eben­falls von den Generalen besichtigt wurde. Eine Kranz Niederlegung fand nicht statt, und zwar, weil die Schleifen nicht mehr rechtzeitig fertiggestellt werden konnten. Nach­mittag folgten die Generale einer Einladung des Frauen­hilfsbundes zum Thee bei Frau Major von Owen in den Festsälen des Prinz Albrecht"-Hotels.

Deutscher Reichstag.

-

Zolltarifberatung.

CB. Berlin, 17. Oktober. In der heutigen Sitzung des Deutschen Reichstags erklang bereits ein Echo auf die gestrigen Ausführun­gen des Reichskanzlers, daß notwendigerweise ein Ver­fall des parlamentarischen Lebens infolge der Ausfüh­rung etwa vorhandener Obstruktionspläne eintreten müsse. Der sozialdemokratische Abg. Antrick bemerkte näm­lich, daß der Reichstag keine Belehrungen darüber nö­tig habe, wie er am besten seine Würde wahre. Reichs­kanzler Graf Bülow hätte lieber seine Mahnung an eine

Ich ich!" schrie Franzius, mein Weg führt gerade an jene Stelle, wo Sie stehen!"

So treten Sie zur Seite und lassen Sie mich in Ruhe!" Es war so dunkel ringsum, daß die beiden Männer einander wie Schatten dünkten. Ihre vor Zorn und Leidenschaft bebenden Stimmen flangen ihnen fremd. Franz trat dichter an den Baron heran.

"

Sie sollen mich fennen lernen!" zischte er. Bei Gott, ich will Ihnen meine Meinung sagen, damit Sie wissen, was Sie eigentlich sind!"

Mein Herr", unterbrach ihn der Baron mit erzwungener Nuhe, ich habe nichts mit Ihnen zu schaffen! Gehen Sie mir aus dem Wege!"

Hahaha, erst sollen Sie meine Meinung hören! Sie sind ein elender Schleicher, ein Lügner, fein 3oll an Ihnen ist ein Ehrenmann. Soll ich Ihnen fagen, warum Sie heute zwischen mich und das Mädchen traten? Weil Sie es für sich selber haben wollten!"

Diese ungeheuerliche Beschuldigung verblüffte Audrey der­maßen, daß er feine Silbe erwiderte und die Vermutung in ihm aufstieg, er habe es mit einem Wahnsinnigen zu thun.

Sie vergessen sich", sagte er in strengem Tone nach einer längeren Bause. Ich entschuldige Ihr Benehmen, ich weiß nicht einmal, wovon Sie sprechen!"

Oho, das wissen Sie ganz genau, Sie hinterlistige Kreatur! Sie traten zwischen Hetty Armitage und mich, weil Sie das Mädchen für sich haben wollen. Hetty felber sagte es mir heute abend!"

,, Hetty sagte das? Sie lügen!"

Sie sagte es und dabei bleibt es! Sie Sie Tugend­wächter! Jezt gehen Sie aus dem Wege, oder ich schlage Sie nieder wie einen tollen Hund!"

her Stadtthea atemlos. Machen Sie, daß Sie fortkommen! Sonst- ich bin Audrey fühlte für Franzius und dessen wilde, an Wahnsinn ben 17. Otober 19 311 allem fähig; nehmen Sie sich in acht vor mir!"

zweiten Wale!

große Eid

auspiel in 4 Aften von

Frlig Philippi

war es.

" Ich verstehe Sie nicht!" erwiderte Audrey, denn dieser Franzius nahm seine ganze Kraft zusammen, um sich zu beherrschen.

Hören Sie mich! Ich will Ihnen nichts zu Leide thun aber ich bin von Sinnen ein böser Geist tobt in meiner Brust, sehen Sie mir aus dem Wege, gehen Sie nach Hause " Fällt mir garnicht ein", lautete die Antwort. Die Ebene oder teht ebensogut mir offen, wie Ihnen. Wenn ich Ihnen zuwider bin, so geben Sie doch Ihrer Wege!"

grenzende Leidenschaft etwas wie Mitleid. Er dämpfte den in ihm aufquellenden Zorn, denn die Anschuldigung war so un­geheuerlich, daß er sich kaum darüber ärgern konnte.

Sie thun mir leid", sagte er endlich, denn Sie befinden sich in einem großen Irrtum. Ich wollte Fräulein Armitage nur so beschüßen, wie ich jedes andere iunge Mädchen beschüßen würde. Geben Sie jetzt den Weg frei, mein Herr! Ich will weitergehen!" Bei Gott im Himmel, das sollen Sie nicht!"

Franzius stieß einen wilden, heiseren Wutschrei aus und stürzte sich im nächsten Augenblick auf Audrey, während er seinen

Antric

andere Stelle richten sollen, die durch das Verhalten gegenüber den Burengeneralen das Ansehen des Rei ches zum Spotte der gebildeten Welt gemacht habe. Im übrigen wiederholte er die Behauptung, der jeßige Bolla tarif führe nicht zu Handelsverträgen, sondern zu Han delskriegen, und sei daher abzulehnen. Die Vorlage sei geradezu ein Mittel, um den Junkern das trystallisierte Blut der Arbeiter in die Taschen zu leiten. sprach volle 312 Stunden mit größter Heftigkeit. Seine Rede fand aber etwa von 112 Uhr ab eine geringe Aufmerksamkeit, weil die Buren, geleitet von dem Kom mandanten Banks, auf der Tribüne erschienen waren. Alle Augen wandten sich den schlichten Männern zu, die still und ruhig auf ihren Pläßen saßen, als gelte dieses ehrende Interesse nicht ihnen, sondern ganz an­deren Leuten. Banks ist bekanntlich geborener Ber liner; sein Vater war lange Jahre ebenfalls Abgeordne

ter.

Antrick schloß seine Rede nach drei Uhr. Diese Ausnüßung der Redefreiheit erregte den grimmen Zorn des Abg. Dr. Paasche, der, wie auch der Reichskanzler dies getan hatte, auf den schädigenden Einfluß dieser Obstruktionsreden hinwies. Es kommt noch besser," rief man ihm von den Bänken der Sozialdemokraten zu. Als er die Bemerkung machte, wie unnötig es sei, die in der Kommission bereits hinreichend besprochenen Dinge nochmals wiederzufäuen, wurden von unten störende Zwischenrufe laut. Der zum Sarkasmus geneigte Brä sident machte nun unter der schallenden Heiterkeit des Hauses den Vorschlag, die Herren, die den Redner zu stören beabsichtigten, möchten sich auf ihre Plätze be geben. Dr. Paasches Ausführungen zielten im wesent­lichen darauf ab, die Landwirte zu ermahnen, daß sie mit dem Erreichbaren zufrieden sind nach der Mit­teilung des Reichskanzlers seien landwirtschaftliche Zölle, die über die Mindestsäße hinausgehen, nicht zu errei­chen.- Ergo!

Abg. Graf Kaniß erklärte sich bei Roggen- und Weizenzöllen unter längeren Ausführungen über die Wirkung der Getreidezölle für den Antrag Wangenheim, wie seine Partei auch für eine Ermäßigung der In­dustriezölle eintreten wolle. Der Vater des Antrags Herold schien in seiner heutigen Rede im sogenannten Kehrtunnel angelangt zu sein; er betonte nämlich mit einer gewissen Ergebenheit in den Willen des Schick­jals, daß höhere Tarife nicht zu erlangen seien. Alle wahren Freunde der Landwirtschaft müßten sich auf die Beschlüsse der Zolltariskommission vereinigen. Er nehme an, daß die Worte des Reichskanzlers nicht für alle Stadien ber Beratung gelten.

Der Abg. Fischbeck von der freisinnigen Volkspartei nennt den Reichskanzler einen Gemütsmenschen; schlim­mer als die Obstruktion würde es den Reichstag schädi gen, wenn er zu einer reinen Jasagemaschine würde.

schweren Stock erhob, um ihn auf des Barons Haupt nieber­sausen zu lassen.

-

" Ich tönnte Sie töten Sie elende Kreatur- Sie ehr­Lofer Wicht!" schrie er.

Einen Moment war Audrey wie betäubt, ob dieses heftigen Angriffs. Doch schon in der nächsten Sekunde wallte das stolze Blut seiner Ahnen in ihm auf. Franzius war fein zu unter­schäßender Gegner, er war breiter und stämmiger als der Baron. Dazu tam die fast übernatürliche Straft, welche die blinde Wut ihm verlieh. Nach furzem Ningen fiel Audrey zu Boden, sprang jedoch im nächsten Augenblick mit einer blißschnellen Bewegung wieder in die Höhe. Er hatte keine andere Waffe bei sich, als einen dünnen Spazierſtock. Wie ein Blis fuhr ihm in diesem Moment der Nat eines alten Preisrichters durch den Sinn eine Erinnerung, die ihm das Leben rettete. Der alte Fechter hatte ihm eines Tages gesagt: Der beste Sniff, einen Feind mit einem einfachen Stock niederzustrecken, besteht darin, daß man ihn wie ein Bajonett gebraucht. Man sucht den Gegner in den Mund oder den Hals zu treffen, wenn man angegriffen wird, gleichviel ob es ein Mensch oder ein Hund ist."

Als Franzius seinen schweren Stod erhob, faßte Audrey sein eigenes dünnes Stöckchen mit beiden Händen und zielte auf seines Angreifers Mund. Der Stod ging jedoch ein Stüd höher und traf das Auge des unglücklichen Mannes, der mit tiefem Stöhnen zusammenbrach.

Im Nu war Audreys Zorn verflogen. Er bengte sich über die regungslose Gestalt am Boden und untersuchte die Wunde, bie er ihm beigebracht. Franzius rührte sich nicht. Ringsum schauerliche Totenstille. Die dunklen Schatten der Nacht bodten gespenstisch auf der Ebene. Audrey begriff anfangs nicht, daß etwas einem Mord Aehnliches soeben geschehen sei. Er beugte sich wieder über den Leblosen, nahm dessen Hand in die seine und fühlte den Pulser schlug nicht mehr. Mit zitternden Fingern öffnete er den Nod und preßte seine Hand auf die Herz­gegend fein Laut, nicht der geringste. Audrey empfand auch legt noch teine Furcht. Noch immer nicht tam ihm das volle Be­wußtsein für das Geschehene. Er griff in seine Tasche, wo er manchmal eine Flasche Cognac zu tragen pflegte- eine Ber­wünschung murmelnd bemerkte er, daß er sie nicht bei sich hatte. Dann nahm er seinen Stock auf und strich langsam über das Ende desselben es war feucht von Blut. Leise strich er von

der Spige aufwärts- auch hier einige Boll lang feuchtes Blut. Jezt endlich dämmerte die Erkenntnis in ihm auf, daß der Stod durch das Auge in das Gehirn des jungen Mannes gedrungen war und dessen sofortigen Lob herbeigeführt hatte.