Ausgabe 
18.10.1902 Drittes Blatt
 
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vim Bahn weiter befördert. Wie wir hören, Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Witwe des Kaufmanns Baruch Kazenstein. Am 13.: wird der Zentner mit 5 Mt. bis 5 Mr. 50 Pf., je nach Qualität, bezahlt.

-r. Marburg, 17. Oft. Die Errichtung eines Glektrizitätsmerkes war hier seit längerer Zeit schon erwogen worden, und war man dieser Angelegen­heit auf Betreiben des Universi ätsrektors näher ge­treten, der zur Erleuchtung der zahlreichen wissenschaft­lichen Institute und Hörsäle die Beschaffung elektrischen Lichtes für erwünscht hielt. In der heute Abend ab­gehaltenen Sigung der Stadtverordneten wurde nun von einem Schriftwechsel zwischen dem Universitäts­kurator und dem Magistrat Kenntnis gegeben, nach welchem zur Zeit an eine Realisierung des Projektes nicht zu denken ist, weil der Minister angesichts der Finanzlage des Staates nicht die Verpflichtung zur Ab­nahme elektrischer Kraft für Errichtung der Universitäts­Institute zu übernehmen gesonnen ist. Die Versamm­lung stimmte auch einem Vertrag zu, nach welchem die Stadt den anderthalb Stunden westlich gelegenen so­genannten Kohlwald( Eichenbestand) an den Fiskus ab­tritt gegen die nahe an der Stadt gelegenen fiskalischen Waldorte Dammelsberg und Kirchspitze( gleichfalls Eichenbestand). Der Vertrag enthält die Klausel, daß die Stadt den Waldbestand der eingetauschten Waldorte nicht forstwirtschaftlich ausnutt, sondern möglichst zur Verschönerung der Umgebung der Stadt zu erhalten sucht.

** Aus dem Waldeckschen. Mein lieber Freund und Kriegefamerad, willst Du 120 Mt. jährlich betragende Bei hilfe beziehen, so ziehe auf einige Zeit aus Deiner lieben waldeckschen Heimat aus, nimm Stellung in der Nachbarprovinz und Du erhältst nach kurzer Zeit auf Dein eingereicotes Gesuch eine monatliche Beihilfe von 10 Mt. Ich selbst, den 70er Krieg mitgemacht von Anfang bis zu Ende, be­suchte oft die preußischen Nachbardörfer und muß mich wundern und wieder freuen, daß in jedem Dorfe die Krieger ihre monatlichen 10 Mart bekommen. Ein Schäfer aus meinem Dorfe, der sogar 3 Feldzüge mitgemacht hat, hatte in Waldeck petitioniert, geschrieben und gelaufen, aber er be= fam nichts. Da in seinem Dorfe die Schäferei einging, wollte er sich halb tot ärgern, that es aber nicht, sondern ging in's angrenzende Preußen und wurde Schäfer. Wie eine selbstverständliche Frucht fiel ihm nach kurzer Zeit seines Dienstes die monatliche 10 Mt.- Spende zu. Das größte Unglück war ihm zum größten Glück geworden.

** Waldkappel, 17. Ott. In der vergangenen Nacht brach abermals Großfeuer aus. 3 Wohnhäuser und 4 Scheunen brannten ab. Der Schaden ist bedeutend.

** Schmalkalden, 17. Otober. Nach der amtlichen Feststellung beträgt der Immobiliarschaden, den das Brandunglück am 2. Ottober in dem benachbarten Orte Floh verursacht hat, rund 175 000 Mart. Durch das Feuer, welches im Jahre 1895 den Ort heimsuchte, wurde ein Schaden von 164 000 Mt. angerichtet.

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Am 11. Okt.: Peter Otto Brühl, Glasermeister dahier mit Emma Margarethe Elise Hizel hierselbst; Ludwig Weisbrod, Fahrkartenausgeber dahier mit Marie Elisabethe Klös hierselbst; Philipp August Presber, Feldwebel dahier mit Pauline Sudheimer hierselbst; Starl Heinrich Christian Groß, Droschken befizer in Wiesbaden mit Christine Kronenberg dahier. Am 13. Dr. Ludwig Theodor Möser, Chemiker dahier mit Marie Krauß in Rülfenrod. Am 14.: Christian Wilhelm Otto Kuhl, Schuhmacher dahier mit Emilie Vonderheid hierselbst; Philipp Seipp, Kaufmann dahier mit Margarethe Karoline Becker in Rödgen.

Eheschließungen.

Christian August Prätorius, 92 Jahre ait, Lehrer i. P. Am 14.: Lina Mathes, 1 Jahr 5 Monate alt, Tochter des Fuhrknechts Friedrich Mathes. Am 15.: Otto Konrad Justus Vomend, 1 Jahr 4 Monate alt, Sohn des Hoboisten Johannes Vomend; Johannes Tammert, 28 Jahre alt, cand. med. vet. Am 17.: Friedrich Schäfer, 41 Jahre alt, Cigarrenmacher; Balthaser Stohr, 82 Jahre alt, Küfermeister. Sämtlich dahier. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde.

Am 21. Sonntag nach Trinitatis, den 19. Oktober Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schloffer.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Scheunemann.

Im Anschluß daran: Feierliche Eröffnung des Konfirmanden­unter ichts für die Kinder der Markusgemeinde, wozu die Eltern, Angehörigen und Baten der Kinder freundlichst eingeladen werden. Abends 8 Uhr im oberen Konfirmand nsaal; Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Donnerstag, den 23. Oftobu, Abends 8 Uhr im oberen In der Johanneskirche.

Am 11. Oft.: Wilhelm Heinrich Schmitt, Dach­decker daier mit Anna Dorothea Katharine Dietz hier­selbst; Georg Jung, Schlosser dahier mit Christine Katharine Röhrig hierselbst; Johann Heinrich Dörner, Forstgartenaufseher dahier mit Katharine Engel in Rüddingshausen; Karl Ernst Christel, Hotelbesitzer in Kassel mit Helene Asch dahier. Am 14.: Wilhelm Jakob August Emil Noll, Schlosser dahier mit Elise Konfirmandenſaal, Bibelſtunde( Psalm 51). Pfarrer Schlosser. Junker hierselbst. Am 15.: Philipp Jakob Schwarz, Miliär- Intendantur- Bureau- Diätar in Frankfurt a. M. mit Minna Karoline Emma Hofmann dahier; Wilhelm Schnabel, Bankbeamter in Frankfurt a. M. mit Katharine Lina Weeg dahier.

Geborene.

Vormittags 9.30: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uh: Kindergottesdienst für die Johannes: gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Montag, den 20 Oftober, Abends 8 Uhr. Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Johannesbrief, Kap. 1, Gott ist Licht, Gemeinschaft, Erkenntnis. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde.

Samstag, 18. Oft.

heiligen Beichte.

Sonntag, 19. Oft.

22. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6.30 Uhr: Gelegenheit zur heil. Be chte. ,, 7 Uhr: Die erste heil. Messe,

Am 5. Oft: Dem Steinmetzen Louis Schmidt ein Sohn, Wilhelm. Am 8.: Dem Taglöhner Friedrich Schupp eine Tochter, Frieda; dem Oberleutnant Mar uno eine Tochter Wilhelmine Elise. Am 9.: Dem Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur Diener in der Ohrenklinik Karl Ludwig Stork ein Sohn, Karl Ludwig Philipp. Am 10.: Dem Kauf­mann Johann Georg Adami eine Tochter. Am 14.: Dem Wagenwärter Friedrich Kalesky ein Sohn, Kacl Justus Friedrich. Am 15.: Dem Schneider Roelof Meindert Winterwerp eine Tochter, Elisabeth; dem Dienstmann Kaspar Gisenbach eine Tochter. Dem Sattler Franz Borschbach eine Tochter, Luise Margarethe; dem Taglöhner Johannes Grün eine Tochter, Emma.

Gestorbene.

"

vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion.

8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Mi itärgottesdienst mit Predigt.

9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2.30 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht

mit Segen.

An den Werktagen ist täglich des Abends um 6.30 Uhr Rosen­franz- Andacht mit Segen.

Gestorbene.

Am 17. Oktober.: Balthasar Stohr II., 82 Jahre alt, Küfermeister dahier. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. d. Mts. vom Sterbe­hause, Seltersweg 46, aus statt.

Am 10. Oft. Georg Albert Schädel, 1 Jahr 9 Monate alt, Sohn des Universitätspedellen Johannes Schädel. Am 11.: Elisabeth Hofmann, geb. Rohrbach, 40 Jahre alt, Ehefrau des Schreinermeisters Johann Friedrich August Hofmann; Marie Schwarz, geb. Seibeling, 66 Jahre alt, Witwe des Universitätsdieners Peter Schwarz. Am 12.: Thekla Neubürger, 4 Jahre 9 Monate alt, Tochter des Kaufmanns Albert Neu­bürger; Therese Staßenstein, geb. Hanau, 69 Jahre alt, adheller's preisgekrönier Junger Husoursche Gözeres schön mob irtes Zimme

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" Wie fann man denn etwaigen jungen Haarwuchs ,, be­nung ist also nicht übertrieben angefeßt."

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Nr. 242.

Samstag,

den 18. Oktober.

1902.