Ausgabe 
18.10.1902 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

its milffen auch die Onung fiden, und wird sicherlich das

Nr. 243.

Drittes Blatt.

er und freundliche Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg.,

ern felbft bedenken,

dem Meister nach

Fernhalten befferer

in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 150.

Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und

Handwert immerhin Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich).

n hat, nur noch

Eltern ausdrücklich

m Lehrlingswesen

et als in anderen einem verftändigen

raufgehoben find

e günstige Butun aller Kürze zu ents deren Stande un ich wohl mit gutem ger, geiftig geweter

auch in Bulunft im

d. Es ist übrigens

inft, der Eltern wie

et, sondern oft das

pert an sich ein zu

icht nur in anderen gefeht und schon ir 9 gegen den eigenen nicht ganz auf den zum Professor" al öchter wollen lieber Im haben, als einen fo reinlichen Arbeits

geißelte die Dutsche dem Beitgedicht: night treiben,

en,

Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Samstag, den 18. Oktober 1902.

Gießener

11. Jahrgang.

Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3032.

Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Fernſprechauschluk Nr, 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Das Amtsblatt des Justiz- Ministeriums Nr 34 vom 8. Oftober enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justiz­behörden, betreffend die Verfolgung der im Ausland be­gangenen ftrafoaren Handlungen.

ANächsten Montag beginnt an hiesiger Uni­

, bie man ſelbſt in verſität die schriftliche Prüfung der juristischen Fakultät, zu der sich 51 Kandidaten gemeldet haben. Wie wir hören, nimmt an demselben Tage auch die Staats­prüfung in Darmstadt ihren Anfang, und ist die Zahl der zu Prüfenden dort 30. Wir wünschen, so wird uns nach dazu geschrieben, vor Allem den Herrn Kandidaten Alles Gute, aber auch deren Eltern und Bräute, soweit die Herrn Kandidaten solche besitzen, daß diejenigen Herren nicht durchrasseln. Bei letzterem Gramen wäre es nur wünschenswert, daß die Ergeb­nisse etwas zeitiger bekannt würden, damit diejenigen Damen die große Aufregung, die man doch lebhaft mitfühlen kann, erspart blieben.

Gott bewahre! ospace, sein!

ganden,

);

Landen,

K.

Verlagsdruckerei, rei,( gegr. 1783); En klein, Gieße

Innerod soll auf den ng bergeben werden. ausw. liegen während echnischen Bureau zur reit, den Interessenter Stag, den 21. de 11 Uhr Auskunft zu

Herrn Hirschel aus Offenbach, in der Meinung, daß auch aus dem Wahlkreise selbst ein Abgeordneter gewählt werden solle. ** Mit den Landtagswahlen beschäftigte sich eine am vorigen Samstag stattgefundene Mitglieder­Die M. S. 3tg." schreibt darüber: Cs vereins. handelte sich dabei nur darum, Stellung zu der Wahl in Gießen zu nehmen. Der bisherige Abgeordnete für Gießen war Rechtsanwalt Dr. Guffleisch. Von mehreren Rednern wurde anerkannt, daß Herr Gut fleisch in der Frage der Wahlreform, die bei der diesmaligen Wahl besonders in Betracht komme, einen zu billigenden Standpunkt eingenommen habe und wenn Gefahr bestände, daß das Gießener Mandat einem Gegner des direkten Wahlrechts zufallen könnte, sei für uns die Unterstützung seiner Kandidatur geboten. Anderseits ist es Aber diese Gefahr liege nicht vor. Thatsache, daß die sozialdemokratische Partei infolge des Wahlsystems viel zu schwach im Landtage vertreten ist, weshalb die Interessen der Arbeiter und Minder­bemittelten nicht in genügender Weise wahrgenommen werden können. Die Sozialdemokraten hätten deshalb die Pflicht, eigene Kandidaten aufzustellen, wie es der Beschluß der Landeskonferenz verlange. Dieser Ansicht war die Mehrheit der Versammlung; sie beschloß des halb, selbständig in die Wahlbewegung einzutreten. Als Kandidat wurde Eduard Krumm- Gießen aufgestellt.

Wer sonst aus der Stadt wünsche entgegenbringen. der Schwester Lenchen auch einen Glückwunsch aus­sprechen und dies im Anschluß an den Vorstand thun will, ist gebeten, um 11 Uhr Vormittags am nächsten Mittwoch in der Kleinkinderschule sich einzufinden. ** Orpheum. Am 16. d. M. hielt eine neue Künstler­truppe im Orpheum ihren Einzug. Wenn man schon ſeit der Eröffnung des Orpheums der Sache große Auf­merksamkeit zuwendete, so dürfen wir heute behaupten, daß die neuen Kräfte die letzten in verschiedenen Nummern übertreffen. Wir wollen z. B. nur den Goedicke heraus­greifen, welcher wirklich für eine heitere Unterhaltung bestens sorgt.

L. Zur Landtagswahl wird in Ergänzung unseres gestrigen Berichtes geschrieben: Für den Wahlbezirk Herbstein fandidatiert neben dem seitherigen Abg. Schmalbach der Bürgermeister Muth in Salz. Letzterer, der vor Schmalbadh gewählt war, hatte sich u. A. bei der Lehrerbesoldungsvorlage durch sein Dagegenwirken unbeliebt gemacht und wurde deshalb bei der Wahl abg schoben. Doch hat er neuerdings infolge Sinnesänderung und anderer wieder Chancen und dürfte dem Abgeordneten Schmalbach wohl streitig, mindestens aber heiß machen. Im Bezirk Grün berg ist der Redakteur Hirschel und der Kaufmann Noll aufgestellt. Die Aussichten für beide sind gleich günstig, d. h. die Parteien gleich stark. Hirschel scheint sich durch unzweckmäßige Agitation von befreundeter Seite viel zu verscherzen; wenn jedoch von seiner Seite, speziell von ihm selbst, noch ein paar Reden gehalten werden und sonst ein bischen agitiert wird, dürfte Hirschel mit dem Siege hervorgehen.- Dem Wahl­freis Schotten stehen drei Kandidaten auf, von welchem wohl der parteilose Oberförster Dr. We her in Stonradsdorf bei Ortenburg die meisten Aussichten hat, gewählt zu werden. Der christlich- soziale Sanitäts­hat Dr. Vogel in Laubach wird ein paar Stimmen erhalten und der seitherige Abgeordnete dieses Bezirks, Weidner in Herchenheim spielt vorläufig eine unbe­stimmte Rolle. Er möchte gern wiedergewählt sein, hat auch noch ein paar Anhänger, und jetzt sucht er für sich Stimmung zu machen. Er weiß wohl, daß, wenn er abgeschoben wird, es mit seiner Herrlichkeit zur öffentlichen Renn vorüber ist. Was da im ,, Gießener Anz." von gestern nach Schluß des Examens zu gratulieren, da bei seinen srat die Herabsetzun stand, daß der Umstand, daß Weidner, da er sich mit om 1. Jannar 190 dem Großherzog Arm in Arm hat photographieren fall" zu verzeichnen sein soll. Bei der Gratulation liehenen Kapitali lassen, hierdurch Vorteile erlangte, ist Mumpit.

Oktober d. Js. vor nd mit entsprechende eichen.

1902. Wafferwerk.

Jung, fanntmachung bom

2.

Leibkaffe Gießen

t.

36-,

gs-,

GOO

00000000

Das

Bild hat doch mit der Wahl nichts zu schaffen und fann

sicherlich nicht als ein Beweis besonderer Gunst bei Hofe angesehen werden, denn der Großherzog hat sich wohl schon oft mit Abgeordneten photographieren lassen. ohne daß dadurch auf besondere Gunstbezeugung ge­schlossen werden fonnte. Allerdings wird Weidner die Gelegenheit benutzen und in seinem Reich" mit dem Bilde Reklame zu machen versuchen. Aber es wird schwerlich viel nützen, man kennt den Vogel am Ge­fieder und Herr Weidner hat sich nicht die Gunst der maßgebenden Kreise in Schotten erhalten können, das beweist ein fürzlicher Ausspruch eines an ziemlich erster Stelle stehenden Mannes; er ist nicht der richtige Ver­treter für den Schottener Wahlbezirk. Gerade sein Redereford hat ihm am wenigsten genügt, da er damit wenig bezweckte und dem Staate nicht unbedeutende Kosten verursachte. Der sonstige Lebenswandel Weidners ist zwar kein, abnormer", wird aber dennoch in mancher Beziehung bemängelt.

G. K.

Weiter wird uns zur bevorstehenden Landtagswahl noch aus Grünberg von gestern geschrieben: Nachdem heute zwei Gemeinderatsmitglieder von hier mit Herrn Apotheker Weiker in Allendorf a. d. L. Rücksprache genommen, wird morgen Abend in der Gastwirtschaft von Georg Von- Eiff in Grünberg nochmals eine vertrauliche Besprechung der Ver­trauenspersonen stattfinden, wozu auch Einladungen an andere

M. In Darmstädter Kreisen macht eben eine Angelegenheit von sich reden, welche auch zu einer Untersuchung im Ministerium Veranlassung gegeben hat. Kurz nach Schluß der letzten Finanz­Gramen stand in einer rheinhessischen Zeitung, daß einer der Kandidaten( der mit Namen genannt war), das Gramen bestanden habe. Da von seiten der Prüfungs­fommission noch kein Resultat zusammengestellt war, fiel diese Veröffentlichung in maßgebenden Kreisen auf und als man der Sache auf den Grund ging, stellte es sich heraus, daß dem Kandidaten von einem Rechnungs­beamten aus dem Ministerium gratuliert worden war, und bei näherer Prüfung stellte sich die interessante Thatsache heraus, daß der fragliche Beamte denjenigen Standidaten, welche in dies öffentliche Geheim­nis" eingeweiht sind, gegen eine Gebühr von ca. Mf. 45 ein Buch zur Verfügung stellt( d. h. nur leiht), in welchem fast alle Fragen und Antworten, welche bei den Finanzeramen in Betracht kommen, aus­führlich enthalten sind. Durch seine Stellung ist der Herr auch leicht in der Lage, den Prüflingen alsbald Schüßlingen nur in den seltensten Fällen ein Durch

** Die Central- Waschanstalt für die Universitäts­fliniken ist zum Bau nunmehr definitiv beschlossene Sache; die Angriffsarbeiten sollen noch im kommenden Winter vorgenommen werden.

** Ist man berechtigt, fremde Kazen zu töten? Nach einer in Daude's Kommentar zum Reichsstrafgesetzbuch zu§ 292 enthaltenen Note( 19) sollen infolge reichsgerichtlichen Urteils vom 12. April 1887 berwilderte Hauskagen zu den jagdbaren Tieren gehören. Dieses Gitat ist aber, wie Haller in seinem Werke:" Die im Großherzogtum Hessen dermalen giltige Jagdgesetzgebung", Aufl. 3, Seite 38 bemerkt, nicht allein unrichtig, sondern auch sehr zur Herbei. ein Landgericht in einer Strafsache angenommen, daß führung von Irrtümern geeignet. Es hatte nämlich eine verwilderte Hauskatze zum" Wild" gehört. gegen das landgerichtliche Erkenntnis eingelegte Revision wurde aber vom Reichsgerichte lediglich aus dem Grunde verworfen, weil die erstinstanzliche thatsächliche Fest­der reichsgerichtlichen Nachprüfung sich ent­stellung- daß die verwilderte Hauskaße zum Wild" ziehe. Es hat sonach das Reichsgericht eine Entscheidung gehöre über die Frage, ob die verwilderte Hauskaße zum Wild" gehöre, nicht getroffen.

-

Aus Hessen und nachbargebieten.

Die

In Oberrad

** Frankfurt a. M., 17. Oktober. wurde der 13jährige Knabe Scheitel, der sich er­hängt hatte, durch künstliche Athmung wieder ins Leben zurückgerufen.

** Offenbach, 17. Dft. In der legten Nacht wurde im Nordwesten der Stadt, in der Eisenbahn-, Dom-, Rödern­und Bernardstraße offenbar von derselben Diebesbande, die übt hat, in 5 Geschäftslokale eingebrochen. Die Spizbuben fürzlich in einer Nacht in Frankfurt a. M. 4 Einbrüche ver. haben mit Dietrichen und Mauerflammern gearbeitet. Große Schäße sind ihnen nicht in die Hände gefallen, nur Beträge von 5 bis 10 mt. in den einzelnen Geschäften.

** Darmstadt. Dienstag 21. Oktober, Vormittags Uhr findet in der Aula der Technischen Hochschule die feierliche Uebergabe des Rektorats seitens des Prorektors Herrn Geh. Hofrat Professor Dr. Schering an den neu er­Bei diesem Anlaß wird auch das Resultat der für die nannten Reftor Herrn Geh. Baurat Professor Pfarr statt. Studienjahre 1900/01 und 1901/02 eingelieferten Preis. aufgaben bekannt gegeben.

geht er sogar so weit, dem Glücklichen anzuempfehlen: " Vergessen Sie den Diener R. nicht". Dieser Unfug, 11 anders fann man es nicht nennen, soll schon eine Reihe von Jahren bestehen und bildet eine hübsche Juustration zu dem Kapitel: Wie man das Finanzeramen besteht". Hoffentlich wird das Ministerium hier endgiltig Abhilfe schaffen. Ebenso peinlich berührt eine andere Geschichte, welche im Darmstädter Gefängnis passiert ist: Ginem Mainzer Geschäftsmann wurden in dessen hiesiger Filiale durch zwei Verkäuferinnen eine Anzahl Verkaufs­gegenstände entwendet; die Diebinnen wurden verhaftet und die gestohlenen Sachen in das Gefängnis ein­gebracht. Nach Bestrafung der Schuldigen stellte es sich aber heraus, daß ein Teil der gestohlenen Sachen im Wert von ca. Mk. 41 spurlos verschwunden waren. Auf wiederholte Reklamation wurde nunmehr dem Bestohlenen der Betrag in baar ersetzt.

** Das Anlagen- Konzert unserer Militär­Kapelle findet morgen Sonntag Vormittag 1/212 Uhr auf der Südanlage statt. Die Direktion hat folgendes Programm dazu aufgestellt: 1 Strönungsmarsch a. d. Prophet" v. Meyerbeer. 2. Fantasie über das Lied " Süße Heimat" v. Voigt. 3. Annen- Walzer v. Genon. 4. Potpurie a. d. ,, Afrikareise" v. Suppè.

n. Wie uns mitgeteilt wird, werden am nächsten Mittwoch, den 22. Oftober, 25 Jahre dahin gegangen sein, seit Schwester Benchen Welsch führende Personen ergehen wird. Es wird dort beraten ihren Dienst in unserer kleinkinder- Bewahr­werden, ob wir den Urwählern als Kandidat an Stelle des anstalt angetreten und ununterbrochen mit Treue zurückgetretenen Herrn Moll in Vorschlag gebracht werden und Tüchtigkeit geführt hat. Der Anstalts- Vorstand soll. Den antisemitischen Kandidaten lehnen die Vertrauens- wird ihr in Vereinigung aller seiner Mitglieder der männer aller anderen Parteien entschieden ab. Auch viele Jubilarin an ihrem Ehrentag, Vormittags 11 Uhr, Landleute des Wahlbezirks sind Gegner der Kandidatur des im großen Saal der Kleinkinderschule seine Glück

** Wiesbaden, 17. Oft. Vor dem hiesigen Schwur­gericht hatte sich der 33 Jahre alte Oberpostassistent Leonhard Wehner aus Usingen, gebürtig aus Nieder­walluf a. Rh. wegen Unterschlagung im Amte zu ver­antworten. Er hat in den Monaten Juli, August und September eine Reihe von Postanweisungsbeiträgen unterschlagen, indem er immer die eine Veruntreuung durch die andere gut machte. Als man dahinter fam, fehlten 274 Mt. Wehner war bis zum 1. April d. J. in Frankfurt a. M. ſtationiert. Er hat seit Jahren seinen bedürftigen Vater unterstüßen müssen und zwar mit Beträgen, die über seine Kräfte gingen. Dadurch war er in Schulden geraten und schließlich zum Ver­brecher geworden. Der Staatsanwalt selbst beantragte die Zubilligung mildernder Umstände. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis. Die Geschworenen ver­anstalteten unter sich eine Sammlung für die Familie des Verurteilten( Frau und 2 Kinder), die 75 Mt. er= gab. Auch beschlossen sie die Einreichung eines Gnaden­gesuchs an den Kaiser.

** Frankenberg. Ein lebhafter Handel in Zwetschen macht sich in diesem Jahre in unseren benachbarten Orten merklich. Ganze Wagen voll dieſes Steinobstes kamen von Schreufa und Sachsenberg hier durch und