Ausgabe 
18.8.1902 Erstes Blatt
 
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geben wird. Er schuldet dem Lande, das er zu verteidigen| Kitchener trugen Civil. Es folgte eine allgemeine Vor­geschworen hat, Alles, selbst das Opfer gewisser persönlicher Ueberzeugungen.( Lebhafter Beifall.)

Bei dem nach der Feier der Einweihung des Denkmals veranstalteten Bankett führte Kriegsminister André in einer Erwiderung auf mehrere Toaste, namentlich des Vertreters von Belfort aus, er rathe Belfort, die glorreiche Fahne von 1870 nicht früher herauszutragen, bis an dem Tage, da das Vaterland alle seine Kinder zu den Waffen rufen werde. Der Kriegsminister sprach sich zu Gunsten des zweijährigen Dienstes aus.

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stellung. Dann standen die Buren- Generale eine Zeit lang mit ihren Gastgebern auf dem Verdeck und unter­hielten sich gruppenweise. Botha pflog ein lebhaftes Gespräch mit Chamberlain und Roberts. Die Buren­Generale reisten bereits um 11 Uhr nach London ab, ohne König Eduard auf seiner Yacht besucht zu haben. Sie hielten mit dem ehemaligen Spezial- Gesandten Fischer an Bord der Saxonia eine Beratung ab, in der fie beschlossen, der Flottenschau nicht beizuwohnen. Botha teilte vor der Abreise von Southampton einem Vertreter der Presse mit, er, Dewet und Delarey würden auch die Vereinigten Staaten besuchen, che sie nach Südafrika zurückkehrten.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Vom Kaiser ausgezeichnet. Im Bezirk Gießen haben, nachdem gestern dem Kriegerverein Waßenborn- Steinberg die Kaiserschleifen überreicht worden ist, bereits 5 Vereine dieses Ehrenzeichen. Es sind dies außer dem Waßenborner Verein die Kriegervereine von Gießen, Burkhardsfelden, Großen- Buseck, Staufenberg.

*** Zum englischen Postkartenschwindel. Die Firma, die in vielen Zeitungen inserirt und diesen dafür einen Check zugestellt hat, ist, wie nunmehr definitiv feststeht, eine Schwindelfirma. Wie man schreibt, sollen sehr biele auf den englischen Leim gefrochen sein. Ganze Wagenladungen von Briefen seien in London ein­gegangen. Als aber die Krönung vorüber war und die Schwindler einige Zehntausende eingestrichen hatten, seien sie spurlos verschwunden.

Der Berliner Lokal- Anzeiger" schreibt dazu: In hiesigen diplomatischen Kreisen hat die Revancherede des französischen Kriegsministers noch weniger aufregend gewirkt als ähnliche Rundgebungen in den letzten Jahren. Wie der Lokal- An­zeiger aus Petersburg erfährt, hat der Kaiser in Reval den politisch nicht hoch genug zu veranschlagenden Erfolg gehabt, die Burückhaltung zu überwinden, die der Zar selbst dem Raiser gegenüber bei allem sonstigen gegenseitigen Einver­nehmen bisher noch immer beobachtet hatte. Die beiden Monarchen sind dann mit der rückhaltlosesten Sympathie einander näher getreten und haben während der ganzen Dauer der Begegnung in geradezu herzlicher Freundlichkeit der Kaiser hat das 116. Infanterie- Regiment, sein mit einander verkehrt. Bei dieser Gelegenheit hat zweifellos Leib- Regiment, am Samstag in Mainz selbst kommandiert der Kaiser aus dem Munde des Baren die Bürgschaft für und es 2 Mal vorgeführt. Er trug auch die Uniform des die dauernde Aufrechterhaltung des Weltfriedens erlangt. Regiments. Oberst von Dewit befindet sich noch auf Urlaub. So erklärt es sich, daß der Kaiser nach seiner Rückkehr aus* Der Großherzog ist gestern Abend mit Gefolge Rußland widerholt zu betonen in der Lage war, jetzt halte direkt ab Mainz wieder zu den Vorstellungen nach er den Weltfrieden auf lange Jahre hinaus für gesichert. Bayreuth abgereist und wird nächsten Donnerstag, den 21., Abends, wieder nach Jagdschloß Wolfsgarten zurückkehren.

Politische Nachrichten.

Vom Depeschenwechsel.

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Zu der Frage, wer die Veröffentlichung des Depeschenwechsels zwischen dem Kaiser und dem Prinz­regenten veranlaßt hat, wird bekannt, daß der Reichs­fanzler Graf Bülow den Prinzegenten, welcher die Depesche zunächst als privat behandelte, um die Er­laubnis zur Veröffentlichung ersucht hat. Die Depesche wird vom Centrum zu einer regelrechten Hezze be­nußt, indem es beabsichtigt, in den nächsten Tagen überall Versammlungen zu veranstalten, um Protest gegen die Einmischung in bayerische Angelegenheiten zu erheben.

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** Streif. Die am Bau des Stechenhauses beschäftigten Arbeiter, etwa 50- haven heute morgen die Arbeit eingestellt. Als Grund dafür wird angegeben, daß der Polier zu streng gewesen sei. Andrerseits hört man auch, daß die Ar­beiter mit den bisherigen Lohnverhältnissen unzufrieden seien.

** Ordensauszeichnungen. Infolge der am Samstag stattgefundenen Truppenschau in Mainz hat von unserem Re­giment den Roten Adlerorden 4. Klasse erhalten Haupt mann von dem Busch, Oberleutnant Koettschau erhielt den Kronenorden 4. Klasse, er war Ordonnanz beim Kaiser. Unsere Nachricht in letzter Samstag- Nummer, daß Herr Oberst von Dewiß den Roten Adlerorden erhalten hat, ist nicht zutreffend. Er hat den Kronenorden 2. Klasse

Eine neue Polenvorlage soll nach den Berl. Pol. Nachr." beabsichtigt sein, die allerdings keine finanzielle Forderung enthält, sondern die Verleihung von Stimm­rechten für die Kreistage an Domänenpächter be­trifft. Wenn die Ansiedelungskommission Besißungen aus deutscher Hand erwerbe, gehe in der Regel die von dem Vor­befizer geführte Virilstimme auf dem Kreistage den Deutschen verloren. Aehnlich ungünstige Wirkungen seien zu befürchten, , wenn demnächst auf Grund des 250 Millionen- Gesezes mit Stimmrecht ausgestattete Rittergüter aus deutscher Hand vom Staate sei es zur Einverleibung in seinen Domänialbesig, sei es zum Zwecke späterer Aufteilung angekauft werden. In diesen Fällen gehen die Virilstimmrechte zwar nicht gänzlich verloren, sie ruhen aber in denjenigen Kreisen, in denen der Fistus bereits mit einem stimmberechtigten Rittergute an­gesessen ist".

München. Dem nächsten, Ende September 1903 zu­sammentretenden Landtag wird eine Vorlage wegen Ueber gang der Pfälzischen Eisenbahn an den Staat zugehen, und zwar sofort beim Zusammentritt, da am 1. Januar 1904 erklärt werden muß, daß die Verwaltung am 1. Januar 1905 übernommen werden wolle.

Zum Falle Löhning.

bekommen.

=* Unser Infanterie- Regiment Nr. 116 hatte heute Vormittag bei Groß- Rechtenbach Scharfschießen. Nächsten Samstag rückt das Regiment aus zum Regiments- und Brigade- Ererzieren.

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Fr. Die Schlußprüfung für Handarbeit slehrer­innen bestanden in der Alicenschule sämtliche vier Eraminandinnen: Frl. Dörr, Feller, Häring und Heß. Zwei erhielten das Prädikat gut, zwei im ganzen gut". So wird uns von befreundeter Seite mitgeteilt. In 14 Tagen schließt das Instiut sein Sommerhalbjahr.

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Bestrafte Neu- oder Wißbegier. Ein in Gießen woh I bekannter Herr unternahm fürzlich eine Ent­deckungsreise in das alte Schloß. Er stöberte dort, er stöberte da, ja er hatte den Mut sich an eine Gruft Doch zu wagen. Gern hätte er Näheres ergründet. altes Gemäuer fann auch heimtückisch sein- plöglich thut er einen Fehltritt und fällt in eine solche Gruft. Seine Hülferufe sollen, wie anwesende Arbeiter ver­fichern, recht kläglich zum Himmel erschollen sein. Aus Bosheit" wohl ließen sie den Armen Verunglückten noch eine ganze Weile zappeln, ehe sie ihn ans Tages­licht beförderten, ja man munfelt sogar, daß er einige Stunden da unten habe verbringen müssen.

** Den Gravelottetag haben gestern Krieger verein, Kriegerfameradschaft, Veteranenverein, Marineverein und Gardeverein gemeinschaftlich durch Kirchgang gefeiert. Etwa 160 Kameraden hatten sich dazu gestellt. Nachdem gings im Zug zum Kriegerdenkmal; hier wurden zu Ehren der gefallenen Kameraden Kränze niedergelegt und Herr Pfr. Naumann hielt eine ergreifende Gedächtnisrede. Der Zug löste sich dann auf und die einzelnen Vereine setzten die Feier jeder nach seiner Art fort.

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* Am Samstag hatte ein Fuhrmann bei der Lahnstraße die Unvorsichtigkeit, mit seinem mit Rüben­blättern beladenen Kuh- Wagen zu nahe am Ufer der Lahn zu fahren. An einer abschüssigen Stelle stürzte der Wagen um und ins Wasser. Kühe, Wagen und ein großer Theil der Rübenblätter konnten mit fremder Hilfe gerettet werden.

r. Roschatquintett. Wenn man bedenkt, daß alles in den Ferien ist, daß der August ein notorischer Reise­monat ist, so war das Konzert gestern Abend sehr gut besucht. Hätte es während des Semesters statt­gefunden, so wäre es sicherlich überfüllt gewesen. Herr Koschat wird wohl auch anderswo nie über leere Säle zu flagen brauchen. Die Leistungen waren wie man es von solchen Namen nicht anders erwartete vorzüglich. Koschats sämtliche Lieder sprechen zum Gemüt. Von ihrer Einfachheit und Innigkeit wird man, wenn man überhaupt noch einer Rührung fähig ist, sicherlich bewegt. Jedem, der in seinem Leben ein mal geliebt, gescherzt und gelitten hat, klingt sein eigener Roman wieder in den Ohren, wenn er die herzigen Lieder vom Busserl- wenn er das tieftraurige Ver­lassen" hört. Daß die Gesangstechnik vollendet war, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Besonderes Auf sehen erregte der sa frische grundtiafe Baß" des Herrn Haan. Stürmischer Beifall erscholl nach jedem Lied. Das Quintett ließ sich zu einigen Zugaben zwingen. Gerade diese Zugaben es waren Ueber­liedchen waren prächtige Satiren auf schwülstige, tausendmal wiederholende Kompositionen. Herr Stoschat war so liebenswürdig, sich auf Wunsch auf der zum Verkauf ausgelegten Stofchat- Ansichtskarte eigen­händig zu unterschreiben. Diese Karte wird manchem eine dauernde Erinnerung an den genußreichen Abend bleiben.

Die N. A. 3." schreibt: Die Finanzverwaltung hat bisher darauf verzichtet zu den Erörterungen über den Fall Löhning in der Presse das Wort zu nehmen. Sie wird diese Zurückhaltung auch fernerhin beobachten. Es widerspricht den preußischen Verwaltungsgrundsägen, Beschwerden, welche ein Staatsbeamter gegen seine vor­gesetzte Behörde erheben zu fönnen glaubt, durch die Presse zum Austrag bringen zu lassen. selbst weisen darauf hin, daß die Löhning- Angelegenheit in der preußischen Volksvertretung zur Sprache kommen müsse. Dort ist der Ort, wo der zuständige Ressort Minister zu dem Nachweis Gelegenheit finden wird, daß Löhnings der Regierungspolitik direkt zuwider laufende Haltung in der Polenpolitik für seine Versetz­ung in den Ruhestand entscheidend geworden ist.

Eine talte Dusche.

Der französische Handelsminister begab sich nach Besançon um der dort stattfindenden Viktor Hugo- Feier beizuwohnen. Als der Vertreter des protestantischen Konsistoriums ihm vor­gestellt wurde, sagte er zu diesem, die Regierung befürworte bie Kultusfreiheit. Sollte aber eine Konfeſſion den Borzug haben, so wäre es die protestantische. Alsdann wurde vom Generalvifar die fatholische Geistlichkeit vorgestellt. Der Generalvifar erklärte, der Klerus arbeite für das Wohl Frankreichs und der Kirche, worauf der Minister entgegnete, er sollte noch hinzufügen, auch für das Wohl der Republik. Der Klerus müsse vor allen Dingen die Gesetze beachten. Hierauf zog sich der Generalvikar ohne ein Wort der Er­

wiederung zurück.

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Von interessierter Seite wird uns folgender Zeitungsausschnitt zugesandt Zur Errichtung von Tankanlagen seitens der Deutsch- Amerikanischen Petro­leumgesellschaft. In den letzten Wochen haben wieder Berichte, in welchen gegen die Errichtung von kleineren Tankanlagen der Deutsch- Amerikanischen Petroleum- Ge­sellschaft im Innern des Landes zu Felde gezogen wird, die Runde durch die Tageszeitungen gemacht und wird in denselben speziell die Eisenbahnverwaltung aufge­fordert, die Errichtung derartiger Tanks auf Bahnhöfen nicht mehr wie bisher zu gestatten und die Benuzung der auf Stationen der Staatsbahn bereits in schr großer Anzahl vorhandenen Tanks zu verbieten bezi. die Pachtkontrakte zu fündigen und die Beseitigung der Anlagen zu verlangen. Diese Agitation gegen die Bassinanlagen geht von Seiten aus, die nicht das Al­gemeinwohl im Auge haben resp. verstehen, sondern Selbstverständlich lediglich ihre eigenen Interessen. hat jeder Mensch nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, für seine Interessen nach jeder Richtung hin ehrlich zu kämpfen, aber viel nüßen wird dieser Kampf den Petroleumhändlern leider nicht, denn sie fämpfen nicht gegen eine Person an, sondern gegen ein System, welches im Zuge der Zeit liegt: das System der möglichst direkten Versorgung des Konsumenten durch den Produzenten, das System der Ausschaltung des Zwischenhandels. Auf fast allen Gebieten, bezw. in fast allen Artikeln tritt diese Erscheinung der Jezt­zeit in allen möglichen Formen zu Tage und die ab­nehmende Bedeutung der früheren inländischen großen Stapelplätze und des Handels an denselben ist die Folge dieser immer weiter um sich greifenden Handelsweise. Was nun die Errichtung der unendlich vielen Tankan­lagen der Deutsch- Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft anbetrifft, so geschieht solche seitens der Gesellschaft doch zweifellos, um noch fonfurrenzfähiger zu sein als bisher und je schärfer die Konkurrenz ist, desto besser ist es für den Konsumenten. Absolut verkehrt würde es unserer Ansicht nach sein, wenn die Staatseisenbahn die Grrichtung weiterer Tankanlagen auf den Bahnhöfen ihrer Stationen nicht gestatten würde, im Gegenteil sollte die Regierung verlangen, daß sämtliche Anlagen auf Staatsgrund vorgenommen werden müssen, denn auf diese Weise sichert sich der Staat eine gewisse Kon­trolle über die Gesellschaft und zweifellos einen Ein­fluß auf dieselbe, der um so größer wird, je mehr Kapital seitens der Gesellschaft in den Tantanlagen 2c. investiert wird. Der Staat würde alsdann eine Macht gegenüber der Geſellſchaft in Händen haben, die bei fluger Ausnußung letzterer jedwede Ausschreitung un­möglich machen würde, eine Macht, welche zu erlangen dem Staate bisher unmöglich gewesen ist.( Wir geben vorstehenden Artikel zur allgemeinen Kenntnis, unsere eigene Ansicht darüber behalten wir uns vor.)

** Zusammenkunst der 49er. Zur Erinnerung an ihre gemeinsamen Studien wollen diejenigen Herren Lehrer, die im Jahre 1849 das Seminar in Fried­berg verließen, am 25. August gemütlich zusammen­kommen. Der Ort ist noch unbestimmt. Von den damals abgegangenen Lehrern leben jetzt noch 11. In Gießen selbst wohnen 3 davon.

Die Buren- Generale in London. London, 16. Aug. Aus Southamptan wird tele­graphiert: Der Dampfer Saron" mit den Buren­Generalen Botha, Dewet und Delarey traf um 3/410 Uhr hier ein. Sie wurden von dem Capitän Hertz über das Dock zur Nigeria geführt. Eine zahl­reiche Menschenmenge stand am Ufer und brachte den Buren enthusiastische Ovationen dar, für welche diese freundlich dankten. Auf dem obersten Deck der Nigeria empfing fie Chamberlain, Lord Roberts, Lord Kitchener, Lord Onslow sowie Frau Chamberlain und Lady Roberts nebst Tochter. Chamberlain, Roberts und

r. Anna und Karl. Ein Trauerspiel in 3 Aften. Ort der Handlung: Gießen und Umgegend. Zeit: der 17. August 1902. 1. Aft. Ein einfaches Zimmer- es iſt morgens 11 Uhr. Starl und Anna, zwei Liebende, wie man an ihrem Benehmen merkt, haben sonntäglich ausgeschlafen, sind in der heitersten, liebenswürdigsten Stimmung, beschließen umständlich, am Nachmittag auf die Kirmeß nach Wieseck zu gehen. 2. Aft. Kirmeß plag. Nachmittags Uhr. Viele Burschen und Mädchen. Anna's Augen gehen leider nicht immer geradeaus, sondern beschäftigen sich auffallend oft mit einem hübschen jungen Burschen der aber nicht Karl heißt usw. 3. Aft. Ein Schlafzimmer in der Bahn­hofstraße. Ecke Schanzenstraße. Die Familie liegt in tiefem Schlummer fein Laut ertönt nur ab und zu tickt einmal die Uhr. Plötzlich fahren gleichzeitig drei entsegte Gesichter aus den Kissen, drei Gestalten stürzen nach einem Fenster. Es hat draußen entsetzlich geschrieen. Das Fenster wird geöffnet. Man hört draußen in regelmäßigen Abständen so ein gewisses Klatschen jeder kennt das aus seiner Schul zeit- manchmal ist das Geräusch etwas dumpfer und jemand schreit ganz laut: Sarl. Starl!- Auuu­Er hägt mich tot!( So geschehen zu Gießen am 17. August 1902).

** Die wirtschaftlichen Folgen des diesjährigen Sommers. Ueber diese vielen feuchten und trübseligen Sommerwochen wird von nicht wenigen Geschäftsleuten mehr, wie genug, und mit allem Recht geklagt, und mancher Mann, der auf das Sommergeschäft als auf seine Haupteinnahme angewiesen war, wird wohl seine fünftige Steuereinschätzung ganz anders, als es zum leßten Male geschehen war, ausfüllen. Denn der Sommer 1901 war für die meisten deutschen Landschaften ebenso günstig, wie die letzte Wonnezeit miserabel, oder so­gar miserabler, gewesen ist. Wohnung vermieter und Ge­schäftsinhaber in Bädern und Sommerfrischen können vor­nehmlich ein Klagelied Jeremiä" singen, in manchen, sonst außerordentlich stark besuchten Ort ist es schon leer, und in der eigentlichen Saison sind genug Wohnungen und Gelasse für die Hälfte der sonst erzielten Miete losgeschlagen worden. Aber noch viel ärger sind die fahrenden Leute", Kunstreiter,

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