blanken Waffe zur Anwendung kommen soll." Der| Bayer. Landesztg." fleiden, was zu erwarten war, ihre Kritik, die Sozialdemokratie( Potsdam- Westhavelland, wo an Antrag fand ungeteilten Beifall der deutschen Burschen- des Telegramms in sehr scharfe Formen. schaft und gelangte zur Annahme. Von fachmännischer Sette wird uns hierzu geschrieben:
Dieser Entschluß der deutschen Burschenschaft findet auch in Studentenkreisen viel Anerkennung. Der Laie wird vielleicht vor dem schrecklich klingenden Wort„ Kampfunfähigkeit" zurückschrecken. Kampfunfähigkeit bedeutet weiter nichts als eine Abfuhr. Eine Abfuhr bedingt immer nach längerer oder fürzerer Zeit entweder durch Blutverlust oder durch Knochendefekt oder durch Erschlaffung des Armes infolge durchschlagener Muskeln die Kampfunfähigkeit. Lebensgefährlich braucht eine solche Verlegung längst noch nicht zu sein. Der große Unterschied zwischen einem Pistolen- und Säbelduell ist ferner noch der: 1) ist ein Pistolenduell, wenigstens in der Art, wie es in Studentenkreisen gehandhabt wird, vielzusehr Sache des blinden Glückes, 2.) bleibt überhaupt einem Kontrahenten, der„ knippsen" muß, viel zu wenig Zeit, auch nur einigermaßen Pistolenschießen zu lernen. 3.) bleiben einem Säbelduellanten 6 Wochen Zeit, sich die nötige Geschicklichkeit im Fechten anzueignen. Nüßt er diese Zeit gründlich aus, so fann er ungefähr sicher sein, daß ihm nichts menschliches" passiert. 4.) kommt bei einer Säbelmensur der Sekundant hinzu, der erfahrungsgemäß etwa doppelt so viel wert ist, wie gründliche Kenntnis im Fechten.
Der kulturelle Fortschritt, den die deutsche Burschenschaft mit dieser Neuerung bringt, ist ja nicht sehr groß immerhin aber sehr anerkennenswert. Der Duellgegner wird nach wie vor sagen: Es ist gleich, ob man eine Thorheit durch die andere ersetzt. In Offizierskreisen wird das Säbelduell aus dem Grunde feinen Anklang finden, weil im Duell erhaltene Wunden unter die Rubrik der schwer bestraften ,, Selbstverstümmelung" fallen. Aus diesem Grunde geht man wohl hauptsächlich in Offizierskreisen lieber ,, aufs Ganze."
Politische Nachrichten.
Der Kaiser traf auf seiner Rheinfahrt um 3.50 Uhr in Koblenz ein und begab sich zu Wagen durch die Rheinanlagen nach dem Rheinufer; das Kaiserschiff fuhr um 4.10 Uhr ab. Der Kaiser stand auf dem Radkasten und erwiderte fortwährend die Grüße der an beiden Ufern Stehenden.
Die Deputation russischer Offiziere, welche auf Einladung des Kaisers der Kaiser- Parade in Posen und dem sich hieran anschließenden Kaiser- Diner als Gäste des Kaisers beiwohnen werden, wird 30 Mann stark sein und unter Führung des Gouverneurs von Warschau am 1. September in Posen eintreffen.
Zu der Depesche des Kaisers an den Prinz regenten feien noch einige süddeutsche Breßstimmen erwähnt. In großer Erregung benutzt der ultramontane " Bayerische Kourier" das Telegramm zur Polemik gegen die bayerische Regierung. Er betont gleichzeitig:" Der Deutsche Reichstag wird nicht umhin fönnen, Stellung zu diesem Telegramm zu nehmen; denn die Konsequenzen, die man aus dem Kaisertelegramm ziehen kann, sind für das Verhältnis der Bundesstaaten zueinander überaus bedenklich."
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- Die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Louise und dem Prinzen Joachim traf gestern Vormittag furz nach 8 Uhr in Homburg ein und begab sich sofort zu Wagen nach dem föniglichen Schloß. Die Kaiserin muß ihrem verlegten Fuß noch Schonung auferlegen. Der Bug hielt nicht vor dem Kaiser Pavillon sondern in dem Innern des Bahnhofes. Die Kaiserin ging von ihrem Salonwagen nach der Equipage auf einen Stock gestützt Auf dem Berron begrüßte sie noch ihre Tante, die Prinzessin Henriette von Schleswig- Holstein und deren Gemahl der Professor Esmarch aus Kiel, welche zur Kur hier sind. Die Straßen vom Bahnhofe nach dem Schloß waren heute Vormittag bereits festlich geschmückt.
Das klerikale Neue Münchener Tagebl." erklärt, daß das bayerische Zentrum nur noch unbeugsamer und ener= gischer in seiner Opposition gegen das Ministerium Crailsheim beharren werde. Die Blätter des ausgesprochenen Partitularismus, wie das„ Bayer. Vaterland" und die„ Neue
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gestern ihr Ende. Der Kronprinz trifft morgen Sonn- Die Vogesenfahrt des Kronprinzen erreichte tag in Homburg v. d. H. ein, um daselbst mit seinen Eltern und Geschwistern zusammenzutreffen.
Berlin, 15. August. Der Magistrat befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit den Empfangs- Feierlich feiten und der Ausschmückung der Straßen anläßlich der Ankunft des Königs von Italien. Das Brandenburger Thor wird mit Fahnen und Laubgewinden geschmückt. Der Pariser Plaz soll an vier Stellen dekorativen Schmuck erhalten. Der Platz vor dem Brandenburger Thor, wo die städtischen Behörden den König begrüßen werden, soll mit niedrigen Podien ausgestattet werden.
Der Großherzog von Hessen traf gestern Nachmittag um 3 Uhr 26 Min. bei schönstem Wetter mittels Sonderzug auf dem reichgeschmückten Bahnhof zu Mainz ein. In seinem Gefolge befanden sich der Oberhof- Marschall von Westerweller, Oberst v. Wachter, Oberstleutnant von Röder und Rittmeister v. Krämer. Zum Empfange hatten sich eingefunden Oberstallmeister von Wedel und Eisenbahn- Präsident Breidenbach. Der Großherzog fuhr in offenem Zweispänner durch die herrlich geschmückten Straßen unter freudigen Zurufen der zahlreich anwesenden Menge nach dem Schloße.
Sprengen der bind
Stimmen erhielten
fall der Stichwahl fidh Bündler und und ob die Romp
Stelle b. Loebells der Sozialdemokrat Peus den schon früher von ihm vertretenen Kreis zurückgewann.) Dafür wurde aber ein neues Mandat von den Nationalliberalen erobert, das von Emden- Norden. Der Reichspartei wurden die beiden langjährigen Abgg. Frhr. b. Stumm- Halberg und von Dziembowski- Bomst durch den Tod entrissen. Beide Wahlkreise sind bei den Er satzwahlen der Partet verloren gegangen. Für den berstorbenen Freiherrn v. Stumm- Halberg wurde der nationalliberale Abgeordnete Prieze gewählt, und für Dziembowski der Conservative v. Gersdorff. Centrum hatte zehn Ersazwahlen, die bis auf zwei noch unerledigte keine Besitzveränderungen brachten. 3wei neue Mandate gewann die Partei vom bayrischen Bauernbunde. Die welfischen Gentrums- Hospitanten büßten zwei Mandate ein. Die Nationalliberalen hatten zehn Nachwahlen. Dabei sind sieben Mandate behauptet worden, eines ging an die Conservativen verloren und eines an die Sozialdemokraten bei der Ersatzwahl für Dr. Lehr in Döbeln. Außer dem Zuwachse eines bisher reichsparteilichen Mandats ge= vom Bunde der Landwirte( Einbeck- Northeim), zwei von wannen die Nationalliberalen im Kampfe ein Mandat den Welf.n( Melle- Diepholz und Celle- Gifhorn) und zwei von den Sozialdemokraten( Kalbe- Aschersleben und Mülhausen). Die Freisinnige Vereinigung hatte eine Nachwahl, bei der Dr. Siemens durch Dr. Barth ersetzt wurde, und gewann einen Sitz von den Conservativen. Die Freisinnige Volkspartei verlor in drei Nachwahlen einen Sitz an die Sozialdemokratie, zwei wurden behouptet. Die Deutsche Volkspartei verlor ein Mandat an die Sozialdemokratie. Die Sozialdemokraten verloren bei den Nachwahlen zwei Mandate, gewannen aber dafür vier, je eines von der Freisinnigen und der Süddeutschen Volkspartei. Die Zahl der Mandate ist demnach unverändert geblieben bei den Conservativen und beim Centrum; Verluste haben erlitten die Reichspartei, die Freisinnige Volkspartei und die Deutsche Volkspartei; gewachsen ist die Vertretung der Sozialdemokratie um 2, der Freisinnigen Vereinigung um 1 und der Nationalliberalen um 3 Mandate.
Ungewöhnlich groß ist in der letzten Legislaturperiode die Zahl der Reichstagserfatwahlen gewesen. Im Ganzen sind von den 1898 gewählten 397 Abgeordneten inzwischen 47 in Folge Todes oder aus anderen Gründen aus dem Reichstage wieder ausstande der Parteien, die in der„ Karlsruher 3tg." vergeschieden. Einer Uebersicht der Veränderungen im Beöffentlicht wird, sind folgende Angaben entnommen: An deutsch- konservativen Mandaten wurden im Laufe der Legislaturperiode fünf frei: zwei davon gingen im Kampfe verloren, eines an den Freisinn ( Stralsund- Greifswald, wo statt des verstorbenen Abg. v. Bismarck- Bohlen Gothein gewählt wurde), eines an
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Gu: Hemmelmark bei Eckernförde, ommerfitz des Prinzen Heinrich.
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Bericht geftellt we Paris, 15. Au fchiedenen Gemet Swischenfall gefchl die Amtsfiegel w fchwestern bon der bie Schulen zurüd Neue en einer Depesche aus Johannesburg, das abfichtige, den Haf bauen und dafür d die Erstattung der veränität Portuga Lorenzo Marquez Giessen ** Das Regie 14. Auguft enthält für Minderbem Blattes, ausgegebe über die öffent
kreise Forchheim- Kulmbach wurden 15,669 Stimmen - Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlabgegeben. Es erhielten Zöllner( Centr.) 6099, Faber( N.) 3946, Weilnböck( B. d. 2) 3520 Deinhardt( Soz.) 1766. Wölfel( Bayer. B.) 306 Stimmen. Ungiltig oder zersplittert 32 Stimmen. Hiernach ist Stichwahl zwischen Zöllner und Faber nötig.
nationale, 3228 freisinnige, 5218 Zentrums- und 1493 Bei der Hauptwahl von 1898 wurden abgegeben 6045 sozialdemokratische Stimmen; in der Stichwahl siegte dann das Zentrum mit 9490 gegen 8262 nationalliberale Stimmen. wachs von über 800 Stimmen und die Sozialdemokraten Diesmal haben das Zentrum in der ersten Wahl einem Zueinen solchen ron 273 Stimmen erhalten. Das hervorstechendste Resultat des ersten Wahlganges ist jedoch die Verschiebung, die bei den Nationalliberalen eingetreten ist. Obgleich diesmal die Freisinnigen mit den Nationalliberalen zusammengingen, haben diese 2100 Stimmen wenig r erhalten als 1898. Der Grund hierfür liegt in dem Ab
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Das Gut Hemmelmark
bei Eckernförde
an der Ostsee gelegen, ist Eigentum des Prinzen Heinrich, der mit seiner Familie dort gern in ländlicher Zurückgezogenheit weilt. Es handelt sich da nicht um ein stolzes Schloß am Meere, sondern um ein wohlerhaltenes, aber bescheidenes Haus, das der prinzlichen Familie ein liebgewordenes Heim bietet. Das Gut Hemmelmark ist neuerdings mit dem vom Prinzen angekauften Gute Luisenberg zu einer ansehnlichen Besitzung vereinigt worden.
* Ein Trauerspiel aus dem Leben. Vor wenigen Wochen war in Budapest der Bräutigam der Blumenmacherin İda Fürst gestorben, wenige Stunden bevor das Paar fürs Leben vereint werden solte. Alltäglich seit dem Tode des jungen Mannes ging das Mädchen in der Abendstunde auf den Friedhof hinaus, um am Grabe des Geliebten zu beten. Für den größten Teil ihres fargen Verdienstes kaufte sie Blumen und Bouquetts, um damit das Grab zu zieren. Für den Rest ihrer Eisparnisse ließ sie dem jungen Mann einen Grabstein setzen. Vorgestern Abend kam das Mädchen wie gewöhnlich auf den Friedhof. Mit den Blumen, die sie mitgebracht hatte, wollte sie den Grabstein bekränzen. Als sie den Kranz un den Marmor winden wollte, stürzte der Stein um und begrub das Mädchen unter sich. Wenige Stunden darnach erlag sie den erlittenen Verlegungen. Ihr letzter Wunsch, mit ihrem Bräutigam im Tode vereint zu sein, war erfüllt.
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