Berlin, 13. Oft. Nachträglich werden Einzelheiten über eine Rede bekannt, die der Kaiser am vorigen Dienstag im Offizierkasino des 3. Grenadier- Regiments in Königsberg hielt. Wie ein Telegramm aus Königsberg berichtet, feierte der Kaiser der Königsberger Hartungschen Zeitung" zufolge u. A. den neuen fommandierenden Generalforps vou der Golz mit folgenden Worten: Nun kann ich ruhig schlafen, jetzt habe ich einen Häseler im Westen und einen Häfeler im Osten.
Vermischtes.
* Berlin, 10. Oft. Das„ Berl. Tagebl." meldet aus London: In Tottenham ist, wie die Untersuchung des Leichenbeschauers ergab, ein aus Südafrika heimgekehrter arbeitsloser Soldat Hungers gestorben.
* Berlin, 10. Oft. Nach einer Meldung aus Madrid fam es gestern in Salines bei Gibraltar, wo 25 000 Mann
streifen, zu einem furchtbaren Auftritt. Die Gendarmerie
wollte eine Versammlung im Stier- Birfus verhindern. Sie
wurde aber mit Steinwürfen angegriffen und gab Feuer. 3 Arbeiter wurden erschossen und sehr viele verwundet.
*
Dresden, 10. Ott. Auf seinem Gute Piskowitz bei
Camenz erschoß sich der sächsische Major a. D. von der Planit, ein Better des verstorbenen sächsischen Kriegsministers wegen zerrütteten Vermögens- Verhältnissen.
* Göttingen. Als Lettor der französischen Sprache ist an Stelle des Herrn Couchoud, Herr Dr. Halbwuchs
getreten.
Giessener Cagesneuigkeiten.
** Der Großherzog hat den nachbenannten Beamten in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemein schaft aus Anlaß ihrer am 1. Oktober I. Is. erfolgten Versetzung in den Ruhestand folgende Orden verliehen: dem Güterexpedienten Jakob Friedsam zu Mainz das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Eisenbahnsekretär Friedrich Adam zu Mainz das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Stationsassistenten Wilhelm Kern zu Bingen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; dem Bahn meister Konrad Bischoff zu Lauterbach die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, den Lokomotivführern Cornelius Rieger und Adam Aul, beide zu Aschaffenburg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift" Für treue Dienste".
P. D. Die Tagesordnung der öffentlichen Sigung des Provinzial- Ausschusses vom 11. Oktober umfaßte folgende Gegenstände: 1) Beschwerde der Gemeinde Eifa gegen einen Beschluß des Kreis- Ausschusses, durch welchen ihr die Unterhaltungspflicht eines Kanals in der Ortsdurchfahrt zugewiesen wurde. Diese Beschwerde wurde abgewiesen. 2) Antrag auf Entziehung der Konzession der Hebamme Ißley in Udenhausen. Die Entscheidung wurde ausgesetzt. 3) Refurs des Heinrich Karl Geisel gegen eine Entscheidung des Kreisausschusses, durch welche seine Reklamation gegen den Voranschlag abgewiesen worden war. Der Rekurs wurde verworfen. 4) Die Entscheidung über eine Beschwerde der Gemeinde Nidda wegen des Ankaufs ihrer Obstbäume durch den Kreis wurde ausgesetzt. 5) Die Beschwerde der Gemeinde Bergheim gegen einen Beschluß des Kreisausschusses wegen Anpflanzung von Obstbäumen wurde zurückgewiesen. 6) Die Bürgermeisterwahl von Bersrod wurde für ungiltig erklärt.
In der hiesigen Stadtkirche, die gestern anläßlich des Gente- Dankfestes festlich geschmückt war, wurde der zahlreich versammelten Gemeinde der neue Geistliche, Herr Pfarrer Scheunemann, zuletzt in Dahlheim in Rheinhessen, vorgestellt. Herr Defan Strack
2]
Dr. Rumseys Patient.
Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner.
( Nachdrud verboten.)
Ach Hetty, ich kann Ihnen ia in Worten garnicht sagen, wie unendlich lieb ich Sie habe."
Die großen Augen des jungen Mannes blickten so leidenschaftlich beredt auf Hetty, daß das leichtfertige, herzlose Mädchen gerührt ward.
Was soll ich thun, Herbert?" flüsterte sie mit gesenkten Augen.
Mir die Blumen geben und lieb zu mir sein!" bat er weich. " Jekt nicht! Kommen Sie nach dent Abendessen an den Bach; vielleicht gebe ich sie Ihnen dort. Horch- Tante ruft mich. Ich muß hinein. Adieu."
Damit enteilte sie ihm.
" Hetty", empfing ſie drinnen Frau Armitage, die Frau des Gastwirts, sprachst Du nicht eben mit Herrn Franzius?" " Ja, Tante Fanny."
Ich will Dir mal etwas sagen, Kind. Dein Onkel und ich sehen das garnicht gern; denn wegen Deines hübschen Gesichts wird Dich ein so feiner Herr-"
aus Leihgestern wies den neuen Amtsbruder in sein| Amt ein und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er ebenso in Segen wirfen möge, wie Herr Pfarrer Dr. Grein. Herr Pfarrer Schlosser begrüßte dann den neuen Amtsbruder und hofft auf ein gedeihliches und gesegnetes Zusammenwirken mit ihm. Alsdann sprach Herr Pfarrer Scheuneman nach Verlesung des 64. Psalms auf Grund der Bibelstelle Matthäus 6, 11.„ Unser täglich Brot gieb uns heute". Die Gemeindemitglieder nahmen einen guten Eindruck mit nach Hause und schließen wir uns den Wünschen an, daß der neue Geistliche in die Fußtapfen seines Vorgänger treten möge.
Ach", entgegnete Hetty, den Kopf hochmütig in den Nacken werfend, forge Dich nur nicht darum. Er meint es ehrlich mit mir; heute früh fragte er mich, ob ich seine Frau werden wollte." Das das fann sein Ernst nicht sein!" rief Frau Armitage, ungläubig und zugleich erfreut, aus.
" Doch! Morgen will er mit Onfel sprechen das heißt, wenn ich" Ja" gesagt habe. Er meinte, er brauchte sich nach feinem Menschen in der Welt zu richten- er wird mich zu einer vornehmen Dame machen- er ist sehr reich-"
Liebst Du ihn denn, Kind?" fiel die Tante ernst ein. " Ach Gott, Tante, stelle doch nicht diese Frage. Ich weiß es wirklich selber nicht genau."
Hetty machte sich in der Küche zu schaffen. Mit geräuschvollem Klappern fezte sie Teller und Gläser auf ein Brett, um den jungen Leuten das Abendbrot zu servieren.
" Laß das heute", wehrte die Tante. Ich werde das selber besorgen." Mit diesen Worten nahm sie das Brett und ging hinaus.
Hetty eilte in ihre Kammer hinauf. Dort nahm sie einen leinen Handspiegel von der Wand und gab sich einer tiefen Betrachtung ihres hübschen Spiegelbildes hin. Nach einer ge
** Dem Vernehmen nach tritt die evangelische Landessynode am Dienstag, 28. Oktober, zusammen. Die Sigungen finden zu Darmstadt im Stände haus statt und werden voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen.
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* Der heutige Ob st martt war wiederum stark beſucht; die aufgefahrene Ware war durchgängig gnt. Die erzielten Preise für den Käufer wie auch für den Verkäufer
ganz annehmbar. Es wurden verkauft das Pfund Aepfel
im Durchschnitt zu 4 Bfg.
* Wegen der Beförderung der Begleiter Landwirtschaftliche Verein der Provinz Oberhessen bei der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. vorstellig geworden. Bekanntlich sollen die Viehbegleiter nach § 44 Absatz 4 in den Vichwagen Unterkunft finden, welche Bestimmung nach Ansicht der Beteiligten eine große Härte enthält, umsomehr, als der Aufenthalt in diesen Wagen mit dem Vich zusammen für Menschen mit Lebensgefahr verbunden ist. Die Eisenbahndirektion hat nun dem Landwirtschaftlichen Provinzialverein geantwortet, daß sie hinsichtlich der Beförderung der Viehbegleiter ihre Dienststellen bereits vor einem Jahre angewiesen hat, die betreffenden Bestimmungen der E.-V.-O. milde zu handhaben. Die Beförderung der Viehbegleiter soul bei Personenzügen in Wagen 4. Klasse, bei anderen Zügen thunlichst im Packwagen, namentlich zur Nachtzeit, während der heißen Jahreszeit und bei lange dauernden Transporten zugelassen werden. Auch soll diese Vergünstigung da gewährt werden, wo die Beförderung im Viehwagen eine unnötige, durch Betriebsrücksichten oder andere Umstände nicht bedingte Härte bedeuten würde.
von Viehtransporten auf der Eisenbahn ist der
** Zur Landtagswahl. Die Dürftigkeit an ernstem politischen Stoff scheint manchen Korrespondenten, der politischen Stoff scheint manchen Korrespondenten, der seinem Blatt notgedrungen Berichte schicken soll, zur Verzweiflung und in dieser Stimmung zu Bhantasien zu treiben, wie sich solche in der Kölnischen Beitung" vom Samstag niedergelegt finden. Diesem Blatte wird nämlich„ Aus Hessen" vom 10. Oktober folgendes zur hessischen Landtagswahl geschrieben:
" Das Hauptinteresse der hessischen Politiker dürfte sich in diesen Tagen nach Mainz richten. Dort beherrscht seit vielen Jahren die Sozialdemokratie das Feld, indem sie zwei ihrer schärfsten Vertreter in den Landtag schickt. Nun aber ist, wie ein Artikel eines Gießener Blattes betont, in Mainz zwischen den Nationalliberalen und dem Centrum eine Verständigung dahin im Gange, daß beide Parteien geschlossen für den bisherigen Wormser Vertreter, Herrn Nikol. Reinhart stimmen wollen. Herr Reinhart erscheint in der That als der einzige Mann, der den Sozialdemokraten erfolgreich die Spizze bieten und ihnen wenigstens eines der beiden Mandate entreißen könnte. Er ist einer der ältesten und eifrigsten Parlamentarier, der im nächsten Jahr sein 25jähriges Abgeordnetenjubiläum begeht, huldigt einer streng fatholischen Gesinnung, neigt aber politisch sehr weit nach links, sodaß er ohne Frage auch von den Mainzer Freisinnigen gern angenommen werden würde. Käme dieser Wahlkompromiß zu Stande, so würde das Wormser Mandat für den dortigen Ober
raumen Weile hing sie den Spiegel wieder weg, schloß die Hände ineinander, trat an das offene Fenster und blickte in die Landschaft hinaus.
" Soll ich ihn heiraten?" flüsterte sie vor sich hin.„ Er ist reich- er liebt mich aufrichtig. Bin ich erst seine Frau, so bin ich eine vornehme Dame und brauche keine Hausarbeit mehr zu verrichten. Wie ich diese gewöhnliche Arbeit, vor allem die Armut, hasse! Wie schön muß es sein, wenn man sich um weiter nichts, als um schöne Kleider und Hüte und Vergnügen zu fümmern hat! Er ist reich- er liebt mich- wenn ich„ Ja" sage, heiratet er mich sofort. Onkel und Tante würden sich gewiß darüber freuen und die Leute sich wundern, was für eine gute Partie ich mache. Soll ich ihn heiraten? Ich liebe ihn nicht garnicht aber schließlich, was thut das?"
Sie feufzte. Die rosige Farbe wich langsam aus ihrem schönen Gesicht; dann lehnte sie sich zum Fenster hinaus und stützte den Kopf in die Hand.
bürgermeister Köhler fret, den Darmstadt nicht wieder wählen will, weil er eben Wormser Oberbürgermeister ist. In der Kammer war er Vorfizender des Finanzausschusses und als solcher eine höchst schäzenswerte Kraft." In welchem weltfernen Dorfe des Großherzogtums mag wohl dieser Berichterstatter der„ Kölnischen Zeitung" wohnen?
" Ich liebe ihn nicht!" murmelte sie wieder.„ Wenn ich Herrn von Audrey sehe- dann, ja dann rast mein Herz in wilden Schlägen. Schon als Kind hatte ich Robert lieber als sonst einen Menschen auf der weiten Welt. Niemand ahnt davon etwas nie habe ich meine Gefühle verraten- und lieber möchte ich Roberts Stlavin als das Weib irgend eines anderen Mannes sein. Wie thöricht ich bin! Robert denkt mit keinem Atemzug an mich, und dennoch ist sein Bild unauslöschlich in meinem Herzen eingegraben. Wenn ich daran denke, könnte ich wahnsinnig werden. Vielleicht sehe ich Robert heute abend, wenn ich an den Bach gehe. Er pflegt diesen Weg einzuschlagen, wenn er nach dem Schlosse geht. Auch Herr Everett hat mich lieb er ist ein ebenso vornehmer Herr wie Franzius. Ach, wie die beiden mich langweilen! 3wanzig solcher Verehrer gäbe ich hin für einen freundlichen Blick aus Roberts Augen. Wie thöricht, wie unsagbar thöricht bin ich doch!"
Wieder trat sie an den kleinen Spiegel und betrachtete ihr Gesicht.
Die Schloßfräuleins sind nicht halb so hübsch, wie ich", flüsterte sie. Niemand in der ganzen Gegend kommt mir gleich. Ob Robert mich hübsch findet? Ach, warum soll ich mir um Herrn Franzius den Kopf zerbrechen! Ob der Baron sich wohl ärgern würde, wenn ich Franzius heirate? Ach, wenn ich ihn doch eifersüchtig machen fönnfe! Aber er macht sich ia nichts aus mir, er beachtet mich nicht mehr, als alle anderen Mädchen im Dorfe. Ach, Robert, Robert, ich gäbe die ganze Welt hin um ein Lächeln von Dir, und Du Du denkst nicht einen Atom an die arme Hetty! Hättest Du mich wenigstens so lieb wie
Aus Hessen und nachbargebieten.
*** Staufenberg. Am Sonntag wurde in unserem Ort gestürmt. Beim Schmiedemeister brannte die Scheune. Die Löscharbeiten waren rasch im Gang, so daß das Feuer nicht weiter um sich greifen konnte. Herr Schwalb scheint großes Pech zu haben, in wenigen Jahren ist es nun schon das dritte Mal, daß der rote Hahn in seinem Anwesen Besuch abstattete.
** Hofheim i. T., 12. Oftbr. Der hiesige Totengräber Frizz Mitternacht feiert dieser Tage seine goldene Hochzeit und zugleich sein 50jähriges Toten
gräber- Jubiläum.
** Bad- Nauheim, 13. Oft. Bürgermeister Wörner
wurde am Samstag Vormittag im großen Teich tot aufgefunden.
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Zu dem Selbstmord des Bürgermeisters Wörner wird der„ Frff. 3tg." geschrieben: Im Januar 1894 faufte ein aus Stottbus zugezogener Arzt ein Haus am Vor Abschluß des KaufAlicenplatz in Nauheim. vertrages bedeutete ihn Bürgermeister Wörner, der den Aft vorzunehmen hatte, daß nach hessischem Geseze die Anwesenheit der Ehefrau des Arztes und deren Unterschrift unbedingt nötig sei, obwohl der Arzt erklärte, daß seine Frau nicht miterwebe und er nach dem in Stuttbus geltenden Rechte( Gütertrennung) allein kaufen fönne. Der Bürgermeister blieb bei seinem Verlangen. Um die Formalität zu erfüllen und den Kaufvertrag schnell abzuschließen, rief nun der Arzt seine Frau telegraphisch von Kottbus nach Nauheim. In einem späteren Ehescheidungsprozeß und bei Ableistung eines Offenbarungseides berief sich die Frau des Arztes auf ihr angebliches Miteigentum an dem Haus in Nauheim. Der Arzt strengte einen Prozeß dagegeu an und ließ den Bürgermeister Wörner als Zeugen vorladen. Dieser soll nun am 15. April 1901 vor dem Landgericht in Gießen einen faschen Eid geschworen haben und sollte deshalb am 11. d. M. berhaftet werden. Dem entzog er sich durch Selbstmord.
** Vom Main, 12. Oft. In einem Walde bei Forstlahn fiel ein 2 Wilderer verfolgender Forstgehilfe hin. Dabei entlud sich sein Gewehr, und der Schuß drang dem einen Wilddiebe, dem Schuhmacher Zimmermann in die Seite. Er war sofort tot, 6 Kinder verlieren ihren Ernährer.
** Frankfurt a. M, 13. Okt. Die Eröffnung des neuen Schauspielhauses fann nach einer Mitteilung der Frankfurter Zeitung" zu dem festgesetzten Termin, am 25. Oftober, nicht stattfinden. Obwohl mit dem größten Eifer an der Fertigstellung der inneren Einrichtungen gearbeitet wird, hat jetzt eine Beratung der beteiligten Faktoren ergeben, daß es ganz unmöglich ist, den festgesetzten Termin einzuhalten. Man hofft, bis zum 1. November fertig zu werden, aber es ist nicht ausgeschlosser, daß die Eröffnung erst 8 bis 14 Tage später erfolgen wird.
** Darmstadt, 11. Oft. Mit dem Flobert er schossen hat am Samstag Nachmittag der 13 Jahre alte Richard Keil dahier, Ecke der Schwanen- und Gardistenstraße den 13 jährigen Knaben Peter Wacker. schossene ist ein 3 willing und trug der Mutter einen Knaben auf dem Arm, während sie den anderen an der Hand führte, als der Thäter mit dem aus der elterlichen Wohnung entnommene Flobert hinzukam und mit den Worten ,,, ich
will
Deinen Hund! Ja, ich will an den Bach gehen, Herr Franzius wird mich dort erwarten- der Baron kommt vielleicht vorbei und sieht uns- vielleicht wird er dann eifersüchtig. Ich nehme mein Gedichtbuch mit und setze mich unter die große Rüfter am Wasser, wo die Vergißmeinnicht wachsen. Ach, und ich wünsche sehnlichſt, der Baron möchte dort vorbeikommen!"
Kaum waren diese Gedanken in Hettys Kopf aufgestiegen, so festigten sich dieselben zum Entschluß. Sie nahm ihr rot eingebundenes Gedichtbuch und verließ das Haus. Am Bache augelangt, setzte sie sich nieder, pflückte einen Strauß Vergißmeinnicht, legte ihn auf das aufgeschlagene Buch auf ihrem Schoß und blickte wie träumerisch in das Wasser. Nach einer Weile vernahm sie Schritte und gleich darauf schlug eine wohlbekannte Stimme an ihr Ohr, ihr Herz in einen wilden Taumel versekend. Guten Abend, Fräulein Hetty." " Guten Abend, Herr Baron."
Ihre Stimme flang bescheiden, und schüchtern. Sie erhob sich, wobei die Blumen vor ihre Füße fielen. Eine jähe Nöte schoß in ihr Antlig, ihre strahlenden Augen hoben sich einen Augenblick zu den seiner empor, um dann unter abermaligent Erglühen sich zu Boden zu senken. So bot sie ein unbeschreiblich liebliches Bild. Das mochte auch der junge Mann denken, der einige Schritte von ihr entfernt am anderen Üfer des Baches stand. Es war eine jugendliche Gestalt mit einem hübschen, männlichen Gesicht. Seine Augen waren sehr dunkel und lagen ziemlich tief das Attribut eines tiefen Denkers oder Schwärmers. Jeder Zoll an ihm war ein Gentleman.
Ist Ihr Onkel zu Hause?" fragte er. " Ich weiß nicht, Herr Baron. Ich will gleich hingehen und nachsehen, wenn Sie es wünschen."
Nein, nein, es hat gar keine Eile. Mein Vater sagte mir,
ich solle zu Ihrem Onfel gehen und ihn zu morgen früh auf das Schloß bestellen. Wollen Sie ihm das ausrichten?"
Gewiß, Herr Baron."
Es folgte eine kleine Pause, während welcher beide schwiegen. Hetty blickte in das Wasser zu ihren Füßen, der Baron betrachtete das junge Mädchen.
" Guten Abend", sagte er dann. Guten Abend, Herr Baron."
Er wandte sich um und schlug dann den Weg nach dem Schlosse ein.
Seine Augen verrieten heute abend, daß er mich hübsch fand", murmelte das eitle Mädchen vor sich hin.„ Warum sagen es seine Lippen nicht? Ach, ich wünschte, er sagte es mir. Ach Herr Franzius, Sie bier?"
Landtagswa auffordert. Int Rampie gegen daß das von der
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mal zum Borf Herzen fomme, Rentrum feine Mainz verlieft gerichtete Begri 2 Jahren war ** Wie wir
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