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Sonntagsruhe, wie sie besonders vom Deutschnationalen| Handlungsgehilfenverband gefordert wird, schädige das faufmännische Gewerbe aufs Schwerste. Wenn es so weiter gehe, werde man bald die 36 stündige Sonntagsruhe fordern. Die tüchtigsten Gehilfen sind es nicht, die in der Frage der Sonntagsruhe am lautesten schreien. Treu und Glauben sind heute in der Gehilfen schaft eher seltener zu finden, als früher.( Sehr wahr). Das Sonntagsgeschäft kann vom Kleinkaufmann nicht entbehrt werden. Der Antrag wird unter lebhafter Zustimmung der Versammlung einstimmig an
genommen.
Umfange auch für den Handel mit den verschiedensten Waren zum Teil in offenen Verkaufsstellen ausgedehnt haben und dadurch den gewerblichen Mittelstand schwer schädigen, erscheint eine Einschränkung der über den Geldkredit weit hinausgehenden Thätigkeit der Raiffeisen- Vereine im Interesse des in seiner Existenz gefährdeten gewerblichen Mittelstandes des in seiner Existenz gefährdeten gewerblichen Mittelstandes dringend geboten."
Aus Hessen und Nachbargebieten.
Grünberg, 6. August. Ein frecher Anfall wurde dieser Tage auf einen 15jährigen Gymnasiasten gemacht, der mit einem Oberlegrer auf der Neumühle in der Sommerfrische weilte. Der rohe Mensch warf den Knaben in den Chausseegraben und schlug so lange auf ihn ein, bis ein auf der Neumühle bediensteter junger Mann heran eilte. Sofort ergriff der Unbekannte die Flucht, wurde aber nach längerer Verfolgung von dem wackeren Retter gefaßt und trotz allen Sträubens nach der Neumühle gebracht. Erst eine längere Aussprache per Snüppel konnte ihn zu dem Geständnis bewegen, daß er ein heiße und aus Groß- Eichen sei. Der Knabe hatte fünf nicht unbeträchtliche Löcher im Kopf. ** Grünberg. Ein Haupttreffer von 40 000 ME. fiel bei der letzten Ziehung auf die Kollektion Grünberg. Wer der Glückliche ist, wurde bisher noch nicht bekannt.
Den Antrag der Vereine zum Schuße des Handels und Gewerbes in Schlesien auf Aufhebung der Privilegien der Konsumvereine erläutert Kaufmann Oskar Kaiser- Breslau. Die Regierung würde energischer gegen die Konsumvereine vorgehen, wenn die Beamten- Konsumvereine nicht wären.( Sehr wahr!) Es ist unerhört, daß das Beamtentum dem Gewerbestande eine solche Konkurrenz machen darf, wie es geschieht und die Heranziehung aller Stonsumvereine zur Kommunal- und Staatseinkommensteuer muß so lange gefordert werden, bis die Forderung erfüllt ist. Es wird beschlossen, in einer Eingabe an das preußische Abgeordnetenhaus und die maßgebenden Stellen in Preußen, da ja besonders in Preußen die Frage brennend geworden ist, die Abschaffung aller Privilegien der Konsumbereine und die Einführung einer beson** Weylar, 5. Aug. Anläßlich ihres 60jährigen Bederen Umsatzsteuer für Konsumbereine zu verstehens veranstaltete die hiesige Kreisschüßengesellschaft am Sonntag und Montag in der" Brählsbach ein Fremden- und Gabenschießen. Zahlreiche Schüßenvercine resp. Vertreter aus der näheren und weiteren Umgebung waren erschienen, ihre Leistungen auf schießsportlichem Gebiete darzuthun. Die Marburger Schüßen holten die meisten und besten Preise. Der Besuch des Festes war ein verhältnismäßig guter, doch dürfte das unleidliche Regenwetter Viele von der Beteiligung abgehalten haben.
langen.
Dem Prof. Suchsland in Berlin, der besonders warm für den gewerblichen Mittelstand eingetreten ist, wird der Dank dafür telegraphisch ausgesprochen.
Kaufmann Kaiser- Breslau wendet sich dann gegen die Raiffeisen- Vereine, die dem Mittelstand eben falls das Leben sauer machen und jetzt bereits mit allem Möglichen handeln, so mit Wein, Konserven u. s. w. Die Raiffeisen- Vereine stehen mit der Centralgenossenschaftskasse, der sogenannten Preußenkasse in Verbindung, würden also mit staatlichem Gelde unterstützt, um die Existenz des gewerblichen Mittelstandes zu untergraben. Dazu sei das Geld der Steuerzahler nicht da.
Im Laufe der Debatte wird noch darauf hingewiesen, daß nicht nur die Raiffeisen- Vereine, sondern auch andere Genossenschaften, die mit der Preußenkasse in Verbindung stehen, wie die landwirtschaftlichen Einkaufsgenossen schaften, die Kornhäuser, den gewerblichen Mittelstand immer mehr verdrängen. Der Staat soll endlich damit aufräumen, die Versuche der Landwirtschaft mit unserem Gelde zu bezahlen.
Die General- Versammlung beschließt folgende Resolution an die geseßgebenden Körperschaften in Preußen zu richten: " Nachdem die mit staatlichen Geldmitteln arbeitenden Raiffeisen- Verbände und die Genossenschaften anderer Systeme ihren Geschäftsbetrieb in neuerer Zeit in immer größerem
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betrachten Staat und Gemeinde das Fleisch leider als günstiges Es werden Verbrauchsabgaben auf dieses Steuerobjekt. wichtigste Nahrungsmittel gelegt, die bei der Preisbildung schwer ins Gewicht fallen."
Geld und Silber im Taunus! Es ist nicht Scherz, sondern nackte Thatsache, man hat im Taunus, in der Nähe von Homburg, eine ziemlich mächtige Goldander getroffen, deren metallische Bestandteile nur aus Gold und Silber bestehen. Ein Bergingenieur wurde als erster auf die reichhaltige Jdce aufmerksam, als er dort in einem Stollen Arbeiten vornahm. Die authentische Prüfung der Erzproben ergab, daß der Metallgehalt ein ziemlich bedeutender ist, und daß das Verhältnis D. N) des Goldes zu dem Silber wie 1:26 steht.( Wir machen trotzdem ein großes? hinter diese Notiz.
** Frankfurt, 6. Aug.( Kriegsgericht.) Am 30. Dez. 1901 ist von Weisenau aus eine Postkarte an den Sergeanten Golibersow an der Unteroffiziereschule in Potsdam abgesandt worden mit der Adresse: An den Soldaten 2. Klasse Golibersow u. f. w. Hinten ſtanden allerei Schmeichelnamen auf der Karte, z. B. Du dickgefressener Hamster, Schwein hund us w. Am 12. März wurde wieder eine Ansichtskarte von Köln aus an den inzwischen zum Feldwebel avancirten G. abgeschickt mit der Adresse: An den Schweinhund Feldwebel so und so. Die" Ansicht" stellte einen alten Stromer bar; darunter ſtand: Schwein das biſt du! Und dann folgten wieder ganz salonunfähige Epitheta ornantia. Der Missethäter, der mit diesen Karten sein Ge= wissen belastet hat, ist nach Ansicht der Schriftexperten der 20jährige Unteroffizier R. Echeißlich von der 1. Komp. 87. Regiments( Mainz), der Schüler der genannten Schule war und am 12. März sich auf Kommando in Köln befand. Die Verhandlung wird heute zu weiterer Beweiserhebung vertagt.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14.
§ Naunheim, 6. Aug. Einem hiesigen Arbeiter passirte auf den Buderus'schen Eisenwerken ein bedauerlicher Unglücksfall. Beim Einhängen eines Förderwagens, wie dieselben auf den Seilbahnen laufen, wäre der Arbeiter beinahe er- 3 bis 6 geöffnet. schlagen worden. Der Verunglückte wurde sofort in die Klinik nach Gießen verbracht.
Aus dem Großherzog tum Hessen. Der erschienene erste Jahresbericht der hessischen Handwerkskammer berichtet über die Geschäftslage im Meggergewerbe u. a. Folgendes:„ Die deutsche Landwirtschaft ist nachweislich nicht imstande, den Bedarf Deutschlands an Fleisch zu produzieren, das geht schon zur Genüge aus der enormen Einfuhr Ameritas hervor. Trotzdem waren die Grenzen gegen die Einfuhr lebenden Viehes, die schon aus sanitären Gründen der Einfuhr von Fleisch unbedingt vorzuziehen ist, seither künstlich zu Gunsten der Landwirte durch die Seuchengeseße gesperrt. Nachdem das nicht mehr haltbar ist, sollen hierfür jetzt vielfach erhöhte Zollsäge treten. Damit nicht genug,
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Nr. 181.
Kleines Feuilleton.
Eine Moltke- Kritik. Ein Maitas
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Oberhessische Familienzeitung.
Seite 4.
Gelb ist die Lehm- Palaza, die Abends man bezieht.
bist das grobe Maisbrot, das ungern man flie ist sogar das Wasser, das durch die Kehle Gelb ist der kleine wanasü auf seinem Wackelthron,
Nr. 181.
Donnerstag, den 7. August
1902.
Oberbeflische Familienzeitung.


