Ausgabe 
4.12.1902 Erstes Blatt
 
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£[ Eine heitere Glosse zur Humbert- Jagd der frane zösischen Behörden] bringt der Gaulois. Nach einer Beitungsmeldung," schreibt er, sollen, auf Veranlassung des Justizministers, die Humberts endlich ernstlich ge= sucht werden. Andererseits wirb gemeldet, daß die Gläu­biger der Frau Humbert der oder den Personen, die ih­nen die berühmte Schwindlerbande lebendig oder tot in die Hände liefern würden, eine Belohnung von 100 000 Francs zu zahlen. Dieser Umstand wurde jetzt von einem Advokaten, der einen Raubmörder vergebens vor dem Todesurteil zu retten versucht hatte, in schlauer Weise zu Gunsten seines Klienten ausgenugt. Zwischen den bei­ben entspann sich nämlich folgender Dialog: Der Advokat: ,, Ich habe alles, was ich konnte, getan, um Sie zu retten, Gougeot."- Gougeot: Und ich bin doch zum Tode verurteilt. Haben Sie benn kein Mittel, mich aus der Patsche zu ziehen, Sie mit Ihrem Mundwerk?" Der Abvotat, nachdenkend: Ihr Gnadengesuch wird sicher ver­worfen werden. Ich sehe keinen Ausweg." Plötzlich kommt ihm ein Gedanke. So geht's, so geht's! Ich hab' es! Gougeot, Sie sollen leben noch recht lange leben. Es hängt nur von Ihnen ab."- Gougeot, mit augenschein­licher Befriedigung: Wenn es nur von mir abhängt, ist's schon gemacht. Was hab' ich zu tun?" Der Advokat: Hören Sie. Kurz vor Ihrer Hinrichtung wird man Sie fragen, ob Sie vor Ihrem Tode noch einen Wunsch haben." Gougeot: Weiß ich und ich werde ein Gläschen ,, Feinsten" und eine Zigarre verlangen." Der Advokat: ,, Nein, Sie werden sagen, daß Sie die Hum­bert suchen wollen!" Gougest: ,, Donnerwetter! Dann sterbe ich sicher an Altersschwäche."

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Giessener Cagesneuigkeiten.

** Der Großherzog empfing gestern Mittwoch: den Oberstleutnant Fchen. v. Normann, Kommandeur des Gendarmerie- Distrikts Oberhessen, den Archiv­direktor Dr. Freiherrn Schenk zu Schweinsberg, den Notar Kraft von Büdingen, den Rektor der Landes­universität Gießen Prof. D. Dr. Krüger, den Prof. Dr. Vossius von Gießen, den Prof. Dr. Drude und den Prof. Dr. Fromme von Gießen.

** Der 3 weiten Sammer ist eine Anzahl Regierungsvorlagen zugegangen( auf die noch näher eingegangen werden wird); dieselben betreffen: 1) den Entwurf eines Gesetzes über die Aenderung des Ge­setzes, die Erhebung der direkten Steuern vom 29. August 1874 betreffend; 2. einen Gesezentwurf, die Vormerkung streitig" in den Grundbüchern der Provinz Rheinhessen; 3) eine Nachtragsforderung von 12 800 Mt. zu Stapitel 93 Striminalfaffen" des Haupt­voranschlags 1902/03; 4) die Veräußerung von fisfa­lischen Grundstücken; 5) die Position B b 6 Räte bei den Provinzialdirektionen" der Besoldungsordnung vom 9. Juni 1898.

[ Im Bett auf Bergnügungsreisen.] Ein Londoner Blatt erzählt von einem russischen Millionär Baron Hugo Ortliet, der abwechselnd seine Zeit in seinen prächtigen Palästen in Petersburg und Moskau und seinem herrlichen Landgut bei Kasan zubringt, aber immer im Bett. Seit zehn Jahren ist er nicht aufgestanden und hat sich nicht angekleidet. Körperlich fehlt ihm nichts, und trop seiner Größe liefert sein Körperzustand ein Beispiel da­für, daß es nicht immer richtig ist, daß viel körperliche Bewegung zur Erhaltung der Gesundheit nötig ist. Nach­dem der Baron alle denkbaren Formen des Vergnü gens erschöpft hatte, legte er sich aus bloßer Langeweile ins Bett, und er ist seit dem Jahre 1892 nicht wieder dar­aus aufgestanden. Sogar bei seinen Reisen verläßt er das Bett nicht. Dieses wird dann von seinen Zimmern auf einen besonders gebauten Wagen getragen, von dort in seinen Privatsalonwagen, und dann fährt er immer im Sonderzug. In allen anderen Beziehungen ist er ganz vernünftig; er leitet sein großes Besißtum mit der größten Klugheit und mit Scharfsinn und ist glänzend und wißig in der Unterhaltung. Die einzige Besonder heit seines sonst achtbaren Charakters ist sein Wider­willen gegen die Anstrengung des Aufstehens. ,, Warum sollte ich mir die Mühe geben?" fragte er. Wozu muß id, aufstehen? Es gibt sicherlich nichts, was ich nicht ebensogut im Bett machen könnte?"

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^ Gefangenen- Transportwagen. Seit 1. Dezember hat unsere Justizbehörde eine w sentliche Besserung im Gefangenen- Transportwesen getroffen, indem sie einen Wag en eingeführt, welcher jeden Montag und Donnerstag an den Bahnzügen verkehrt, um die Gefangenen von und nach der Bahn zu bringen. Die Gendarmen brauchen nun die Ge­fangenen nicht mehr zu Fuß durch die Stadt zu trans portieren und manche Gelegenheit zum Entspringen ist den Gefangen n dadurch genommen. Herr D.fonom Puth bat die Führnng des Wagens übernommen und sieht man jest ten grünen Eustav" oftmals am Tage durch die Stabt eilen.

** Infolge Verkehrsstörungen auf der Bahnstrecke Berlin- Kassel ist uns das Material zu unsrer Unterhaltungs­beilage ausgeblieben. Nach Eintreffen desselben werden wir die Nummern nachholen.

d. Schneestürme. Aus dem Zentrum Deutschlands werden heftige Schneewehen gemeldet. Vom südlichan Harz und aus Thüringen meldet man uns Bertehrs­ftodungen auf Bahn und Landstraße infolge unüber windlicher Schneehaufen.

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** Schantbetrieb und Gottesdienst. Eim Echanfwirt war auf Grund einer Regierungspolizei Ver Ferner ist bei der Kammer eingegangen eine Vor- ordnung angeklagt und verurteilt worden, welche dem Gast­stellung einer Anzahl Wähler der Stadt Offenbach, und Schankwirt verbietet, an Gäft, die nicht zu den Rei betreffend Protest gegen die Wahlmännerwahl daselbst senden gehören, geistige Getränke während des Hauptgottes und eine Vorstellung des Karl Georg Jödf el dienstes zu verabfolgen. Das Kammergericht dagegen sprach zu Grünberg, betr. Protest gegen die Wahlmänner laut Röln. 8'g." den Angeklagten frei, da die Regierung wahl in Azenhain, Groß- Eichen, Merlau und Weickarts- polizei- Verordnung wegen ihrer allgemeinen Fassung ungiltig hain im 6. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen. sei. Die Polizeibehörden in Preußen dürfen nur solche Vorschriften erlassen, welche die äußere Heilighaltung de Sonn- und Feiertage betreffen oder gegen die Störung ihrer Feier gerichtet sind. Während des Gottesdienstes fönne ein Schantbetrieb nur dann verboten werden, went der Wirtschaftsbetrieb lärmend und auf der Straße ver nehmbar sei.

*[ Ein Eisbergwert,] aus welchem Eis zu Tage gefördert wird, gibt es seit kurzem in Arizona. In die sem öden, wasserarmen und im Sommer unerträglich heißen Staate fennt man schon lange viele tiefe mit Eis gefüllte Schluchten. Die meisten sind aber so schwer zugänglich, daß sie für eine nußbringende Verwertung ihres für Arizona kostbaren Inhalts nicht in Betracht tommen konnten. Eine dieser Eishöhlen jedoch liegt von dem Städtchen Flagstaff, welches eine Eisenbahnverbin dung hat, nur zwanzig Kilometer entfernt, und dort ist das erste Eisbergwert entstanden. Die Höhle, in wel­cher bereits ein hundert Meter tiefer Schacht versenkt ist, soll regelrecht abgebaut werden, und ihre Eisvorräte sind so groß, daß man alle an der Eisenbahn gelegenen Ortschaften Arizonas dauernd mit Eis versehen zu kön­nen hofft. Bisher gab es in Arizona nur fünstlich berei­tetes Eis, das für arme Leute unerschwinglich teuer ist.

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Im Monat November 1902 wurden an der hiesigen Universität promoviert: 1. cand. theol. Adolf Bender aus Darmstadt, 2. Gerichtsacceffist Adolf Ostern aus Mainz, 3. Approbierter Arzt May Henius aus Schönfließ, 4. Approbierter Arzt Otto Buchinger aus Gießen, 5. Approbierter Tierarzt Theodor Tiede aus Berlin, 6. Großh. Forstassessor Jakob Weber aus Gießen, Wissenschaftlicher Hilfs lehrer Ludwig Doermer aus Gießen.

Theater- Verein. Als 4. Vorstellung wird am Freitag, den 12. Dezember das immer gern gesehene Lustspiel ,, Dr. Klaus" von L'Arronge ge­geben werden. Als Gast tritt in der Rolle des Kutschers Lubowski Herr Schmasow vom Kgl. Hoftheater in Kaffel auf, dessen komt die Mitglieder des Theater: Vereins schon mehrfach erheitert hat.

** Unser Gewerbeverein hat von hoch. herziger Seite 10 000 Mt. geftiftet bekommen. Die Summe soll zu einem eventuellen Bau einer neuen Gewerbeschule mit verwendet werden.

[ Ein Theaterlöwe] in des Wortes eigentlichster Be­deutung ist jetzt in Jersey City zu schauen. Dort tritt in einem Stücke, das seit einigen Tagen unter dem Titel ,, Die Löwenbraut" zur Aufführung gelangte, ein cd; ter, ganz natürlicher Löwe auf. Die Rolle des Kö­nigs der Wüste, der natürlich im Käfig sizt, besteht da­rin, daß er jedesmal, wenn die ,, Braut" auf die Bühne tritt, ein furchtbares Brüllen hören lassen muß. Und der Löwe spielte seine Rolle so gut, daß der anspruchsvolle Regisseur seine Freude daran haben konnte. Jedesmal, wenn er das weiße Kleid der Braut erblickte, machte er die wildesten Luftsprünge und brüllte, daß die Halle erzitterte. Diese lebenswahre Durchführung der Rolle er­schien aber einem Agenten des Tierschußvereins von New Jersey etwas verdächtig. Als pflichttreuer Beam­ter untersuchte er heimlich den Fall und entdeckte fol­gendes: Jedesmal, wenn die Künstlerin in der weißen Robe auf die Bühne trat, ließ man durch den Fußboden bes Käfigs einen starken elektrischen Strom hindurch­gehen, der die Taßen des Löwen etwas unangenehm fizelte. Der fand natürlich den Scherz nicht nach seinem Geschmack, sprang wild umher und erhob nach seiner Weise Protest. Der Agent des Tierschutzvereins ließ so­fort den elektrischen Draht durchschneiden. Seit damals bleibt der Löwe beim Auftreten der ,, Braut" ebenso gleich giltig, wie der Ochse beim Vorübersausen des Schnell­zuges.

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** Einem fürzlich ergangenen Erlasse des Eisenbahn ministers zufolge ist Reisenden, die sich beim Einsteigen in einen Zug im Besize von Plazkarten befinden, denen aber ein nummerirter Plaz im D. Wagen nicht überwiesen werden Station, auf der sie den Bug verlassen, ohne Verzug gegen fann, in Bufunft die Plaztartengebühr von der Rückgabe der bescheinigten Plapfarte oder g'g'n Duttung zurückzuzahlen. Die Nichtbenuzurg ist vom Zugführer auf der Rückseite kurz zu bescheinigen. Die Reisenden sind gegebenenfalls vom Zugführer auf diese Bestimmung auf merksam zu machen und über die weit ren Schritte zu be lehr n.

Aus Hessen und Nachbargebieten.

Hoch

§. Loudorf, 1. Dezember. Im Saale des Herrn Robert Ziegler fand heute unter ſehr reger Beteilig- Leben zu rufen, a Vortrag durch Herrn Prof. Dr. Sonne aus Darm- emer gefunden ha stadt statt. Das von dem Gewerbeverein gewählte Thema Die Chemie des menschlichen Lebens" war von Herrn Dr. Sonne aufs sorgfältigste ausgearbeitet und fand daher bei den Hörern großen Beifall. interessant und sehr lehrreich waren hauptsächlich die Vorführungen, in welchen durch Mischaugen und Reib ungen Explosionen zu stande gebracht wurden, sodaß sich der Zuhörer leicht ein Bild von größeren Explosionen machen konnte. Auch wurde in der Fabrikation von Kohlensäure und der Herstellung Farben recht interessantes geleistet, sodaß Jedem, de bei der Sache war, Gelegenheit geboten war, id viel nüßliches für sein Leben und sein Geschäft an zueignen

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r. Klein- Linden, 3. Dez.( Christ bescheerung.) Wie in den Vorjahren, so wird die hiesige Klein finderschule auch am diesjährigen 1. Weihnachts feiertag eine Bescheerung arrangieren, die im Auffage von der Feier entsprechenden Sprüchen 2c. besteht. Da allerdings das Gotteshaus zu solcher Feier gebraudt werden muß, erregt bei den großen vorhandenen Sälen berechtigtes Befremden. Jeder politischen Vereinigung mird ein Privatraum zur Abhaltung von Veriann eine gute religiöse Sache handelt, scheinen die Anfragen lungen zur Verfügung gestellt und hier, wo es sich m bei derartigen Feiern nicht so viel verdient, wie bei negativ ausgefallen zu sein. Natürlich wird ja aud einer Tanzmusik 2c.

** Ueber das Leichenbegängnis für Herrn Stadtpfarrer Dr. Friedrich Grein, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag nach kurzer, schwerer Krankheit aus einem jungen, hoffnungsreichen Leben geschieden, das am Dienstag nachmittag auf dem städtischen Friedhofe zu Darmstadt stattfand, schreibt die Darmstäder Zeitung Folgendes: Die ganze Trauerfeier gab ein erhebendes und rührendes Zeugnis davon, welche Summe von Liebe und Verehrung sich der Entschlafene während seiner zehnjährigen Amtsthätigkeit in Gießen und in de furzen Zeit seiner hiesigen Wirksamkeit erworben hat. Trotzdem der Regen in Strömen floß, erwarteten Hunderte von Leidtragenden, darunter viele weibliche Mitglieder unsrer evangelischen Gemeinden, auf dem Friedhofe den langen Leichenzug; auch die Mitlgieder des Großherzoglichen Oberkonsistoriums, mit Herrn Prälaten D. Walz an der Spitze, waren nahezu voll­zählig erschienen. Die Chorschule, die Grein'schen Kon­firmanden und die evangelische Geistlichkeit von Stadt und Dekanat Darmstadt im Ornat gingen dem Sarge voran, dem außer den Angehörigen zunächst Herr Superintendent D. Flöring und Herr Dekan Neuroth, sowie zahlreiche Geistliche von Gießen und aus Ober­hefsen, viele Deputationen von Vereinen 2c., zum Teil mit umflorten Fahnen, folgten. Gefang der Chorschüler empfing den Zug am Grabe, an welchem Herr Super­intendent D. Flöring, der den jungen Pfarrer vor wenigen Wochen in sein hiesiges neues Amt eingeführt, die Leichenpredigt hielt, in ergreifender Weise die er­schütternde Tragik dieses Todesfalles, die schönen mensch lichen Vorzüge und das gesegnete und noch so viel Gr= folge verheißende amtliche Wirken Greins schildernd. Nach vollendeter Grabliturgie folgte eine lange Reihe von Ansprachen. Namens der trauernden evangelischen Gemeinde Darmstadt sprach Herr Stadtpfarrer Velte, im Auftrag des Pfarrkollegiums, des Kirchenvorstandes und der Helferinnen des Kindergottesdienstes drei Kränze am Grabe niederlegend. Als Vertreter des Kirchenvorstandes der Markusgemeinde in Gießen, an der Grein zehn Jahre gewirkt, widmete Herr Gymnasial­direktor Rausch, namens der evangelischen Gesamt­gemeinde Gießen Herr Pfarrer Dr. Naumann, im Auftrage der Gießener Stadtverwaltung Herr Bei geordneter Kommerzienrat Georgi dem teuren Ent­schlafenen, dessen Andenken in seiner ersten Gemeinde nie verlöschen werden, warme, aus innerstem Herzen kommende Worte des Nachruss. Für seinen früheren Gießener Amtskollegen sprach sodann Herr Pfarrer Schlosser, für die Dekanatsgeistlichkeit des Dekanats Gießen Herr Dekan Strad von Leihgestern. Noch viele weitere Kränze, darunter von dem Gießener Evangelischen Arbeiterverein und den Konfirmanden des Verblichenen, wurden am Grabe niedergelegt als sicht bare Zeichen dankbarer Erinnerung für all das Gute, das der verstorbene Seelsorger in der furzen Zeit seines Erdenwallens hat stiften dürfen. Have pia anima!

Auf der Station Voroshid stieß der Schnellzug Wien --Budapest mit einem Güterzüge zusammen. Die Maschine und ein Wagen des Schnellzuges wurden stark beschädigt, vier Wagen des Güterzuges vollständig zertrümmert und über den Bahndamm geworfen. Der Zugführer, der Koch, sowie ein Kellner des Schnellzuges wurden schwer, mehrere Passagiere und Bahnbedienstete leichter ver­letzt. Der Heizer des Schnellzuges wird vermißt.

- 110 Jahre alt wurde der Privatier Caspar Gerstl, der eben in Wopfing gestorben ist. Er war der älteste Mann im ganzen Bezirk und hat in drei Jahrhun­berten gelebt.

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Zwischen den Stationen der Kurst- Charkower Eisen­bahn Losowaja fund Sinelnikowo versagt die Wasserver­jorgung vollständig. Seit drei Tagen stockt der Verkehr ber Güterzüge. Alle Stationen sind durch Züge und Frachten versperrt. In Losowaja haben sich 2000 beladene und 400 zu beladende Wagen angehäuft.

- Der Chicagoer Großlaufmann Armour beabsichtigt, zur Erinnerung an die gemeldete Heilung seiner Tochter burch den Wiener Professor Lorenz eine Anstalt für blut lose Gelentsoperationen mit einem Kapital von drei Millionen Dollars au stiften.

An dem vom 26. bis 30. November 1. J. in Darm­stadt abgehaltenen Examen für die Kreisamtegehilfen und Kreisamtebureauvorsteher beteiligten sich 13 Herren, darunter 3 von Gießen, 3 von Offenbach, 2 von Lauterbach, 2 von Darmstadt, je 1 von Friedberg, Oppenheim und Alefeld.

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Gendarmerie brachte am Sonntag morgen einen jungen ** Großen Linden, 3. Dez.( Verhaftung.) Die verheirateten Mann von hier nach Gießen zur Haft da selbiger sich gegen§ 176 des bürgerlichen Gese buches vergangen haben soll. Nach Hinterlegung eine namhaften Kaution wurde derselbe jedoch andern Tags wieder auf freien Fuß gesetzt.

Butzbach, 2. Dez. Der 13jährige Sohn des Land wirts Georg Kißler 4. in Niederweisel, Schüler der hiesigen Realschule, stürzte gestern Morgen im Hause feiner Eltern erschütterung, daß er am Abend starb. die Treppe herunter und erlitt dabei eine so heftige Gehirn

1903 borgefehen. 2 aus den Nachbarort Anmeldungen nicht d Kirchhain, 3.

Friedberg, 3. Dez. In frecher Weise wurde an Samstag in mehreren Wirtschaften hierselbst der Inhalt be die Sammelbüchsen gestohlen. Den Spizbuben fielen übe 100 Mt. in die Hände. Alle Nachforschungen waren bis data resultatlos.

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** Frankfurt a. M., 3. Dez. Die Straffammer ver urteilte den Eisenbahnschaffner Philipp Dstermeier, der mit seiner Ehefrau im Bahnhofsviertel in siner Wohnung ein Absteigequartier" u terhalten hatte, wegen Kuppelei au 1 Jahr Gefängnis. Die Ehefrau, eine geborene Rohler rhielt 4 Wochen Gefängnis. Ostermeier wurde sofort in Haft genommen.

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Frankfurt a. M., 3. Dez. Der Aerzteverband für freie Aerztewahl hat den Krankenkassen und dem Medizinch bunde den Vertrag bezüglich der Behandlung der Mitglieder auf den 1. Januar 1903 gefündigt, ba ben Aerzten di

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