iber gute Führung
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en Dienjtjahr abgel
r. 283
Erstes Blatt.
ement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg, fgebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen bierteljährlich Mt. 1.50.
durch Einberufung beilagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) Haushalts oder defische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und de erfolgt. Es weban, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Soten, welche nach Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
eine Prämie glaut efordert, fich unter B eugnisses der Herri etwaigen Sparta
er Bürgermeisterei
DAY
Donnerstag, den 4. Dezember 1902.
Gießener
11. Jahrgang.
Infectionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Big. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362.
Nenelle Nachrichten
ber L. J. zu melden.
Leibtaffe Gießen.
dụng.
mer eine Anzahl arm
Rinderheilanstalt zu B
Badefur auf Kosten
Bewohner des Sp
( Gießener Tageblatt)
Unabhängige Tageszeitung
( Gießener Beifun)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Giren and Umpfung.
he folche franten hält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh.
die Koften felbft beftre
bei ihrem Pfarramt
1 melden. Bei der
Ein böles Omen.
abzugeben, in welchem CB. In der Reichstagssigung vom Dienstag zersprang
erden, welche bereits der Reichsboten mag sich in diesem Augenblicke die emacht haben, falls ye aufgedrängt haben, ob diese zersprungene Glocke,
= n, die einlaufenden orisches Bild des Reichstags sei. Einst der Stolz des ist das Reichsparlament jetzt zu einer Stätte der
2.
J. Arnold.
und einer Bescheinten Scenen und zu einem Tummelplage entfesselter Eltern bis zum 15/ enschaften geworden. Einst lauschte die gesamte Nation den. Epäter einlaatung auf die Worte der Erwählten und heute drängt ichtigt werden, falls dime chauluſtige, neugierige Menge zu den Tribünen, sollten. Bemeilt pinit im alten Rom das Volk die Eingänge zum Amphiowie Knaben über 14t umilagerte. Beifall beim Publikum können die Redftalt nicht aufgenommerblichenem Interesse den aufregenden Verhandicht mehr erheischen und wer von den Tribünengästen en folgt, wird gewiß nicht ohne aufrichtiges Bedauern Berschlechterung der Sitten und die Verminderung Leihfaffe Gießen. ansehens feststellen. Es fehlt diesem Reichstage jedes bon Autorität, Ordnung und Zucht. Der Präsident einfach niedergeschrieen; seine Anordnungen werden htet und die unter seiner Leitung gefaßten Beschlüsse en für ungültig erklärt. Besorgt darf man sich wirklich diesen Umständen fragen, wohin das führen soll. ein mal die Grundbedingungen einer geordneten partarifchen Tätigteit, die Anerkennung der Autorität ma Aepfelwein af benten beseitigt und die Mehrheit den Ausschreien einer wild gewordenen Minderheit ausgesetzt ist, erlischt bei dem Anblick derartiger Auftritte allmählich plte die Achtung vor einer Einrichtung, die das Paila feiner Freiheit und seines Selbstbestimmungsrechtes oll. Für die Parlamentarier selbst aber giebt es, wenn inmal auf der schiefen Ebene stehen, kein Halten und Rasten mehr. Tatsächlich haben wir ja auch in den en seit Beginn des verzweifelten Kampfes um die Ausng der Geschäftsordnung allmählich eine staffelweise bollziehende Steigerung der Leidenschaften und eine chle, Warder, Jlimatisch weiter entwickelte Untergrabung der parlamen8 und Kaninchenfelle hen Existenzbedingungen gesehen. Alles, was kundige en Preisen zu kaufen gef vorausgesehen haben, ist buchstäblich eingetroffen, A. Kretschma wenri es noch einige Tage so weiter geht, dann sind Marktplay 22 gewiß Maßnahmen von ungeahnter Tragweite zu ten. Die Parlamentsminderheit glaubt gegen die heit zu fämpfen, schädigt aber in Wirklichkeit die fonezieben durch jede Buchhantionelle Regierungsform. Mögen die Reichsboten be37. Aufl. erschienene Schritten, daß jede andere Glocke zerspringen kann, wie diege des Präsidenten und daß eine kommende Generation störte Nerven unament nicht danken wird, wenn dereinst die alte parents herrlichkeit der siebziger Jahre versunken und die Sexual- System gene Glocke nur noch Mißtöne erklingen läßt.
Med.- Rat Dr. Müller über da
Zusendung für 1 Mk. in Briefma Curt Röber Braunschwe
Kaffee- Abschlag
nur in Holland!
Holländ.- Compagni
für Java- Kaffee- Export
Deutscher Reichstag.
229. Sigung.
CB. Berlin, 3. Dezember. Der Sturm tobt fort.-
der heutigen Sizung präsidierte Graf Ballestrem bar, wodurch alle Gerüchte über dessen Rücktrittsab
Maastricht 59, Holland aus der Welt geschafft waren. Die Verhandlung
versendet Postcolli von
unendlich in die Länge und es war fast unmög
Pfund echten, garantius der Häufung der Abstimmungen über die nichfeinsten, frisch gebrannte Dinge herauszufinden, worauf es eigentlich ankam. Holländ. Java- Kaffebünen sind überfüllt, auch die Hofloge ist besetzt, verzollt franko in's Has Soften, denn es war eintönig in der Verhandlung. preis für gleiche Qualität the leicht zu erkennende Taktik der Obstruktion geht NB. In Deutschland ist der Laden sind über 38 Positionen Berichte zu erstatten.
bus aber leer. Aber die Gäste kommen nicht recht
geg. Nachnahme von M
destens Mk. 1.40 per Pfund!
( 18
in daß für alle Positionen, über die referiert wird, Der Linten Zurückverweisung an die Kommission und Om Schlußantrag Uebergang zur Tagesordnung, ber
Spareinlagen mit dem Antrag auf namentliche Abstimmung rden je nach Kündigung tag wird. Jm ganzen sind 38 Referate zu erwarten. 9% verzinzt beim Vorscht ginn der Sigung beantragte Abg. Singer die rein Jüchen, eing. Gen. ng des Antrags Kardorff solange auszusetzen, bis äftsbericht u. Sparbeding her abgelehnt wurde. Es tam hierbei mehrfach zu Schr. Haftpflicht zu Jüchenhaftsordnungskommission darüber befunden habe, nco zu Diensten. Sparen menstößen zwischen dem Präsidenten und den Sonen auch per Post eingedemontraten, die, ebenso wie die Mitglieder der frei
rden.
Orpheum
Barielė.
Gr. Dorffelly
igen Vereinigung, mehrfach in drohender Haltung den Präsidenten losstürmten; im späteren Verlaufe Sung erlebte das Haus auch die Aufführung eines ede fonzerts bei der Sozialdemokratie. Es sprachen nacheinander unter den üblichen Gegenreden die Bejentatter Graf Schwerin- Löwiß, Gamp, Dr. MülMeiningen, Wurm u. a. Jm Verlaufe der Sigung Een auch Staatssekretär Graf Posadowsky und beE: in seiner furzen Rede, daß die verbündeten Regierun erst zum Antrag Kardorff Stellung nehmen würden, 1mu das Haus erst einmal in dessen sachliche Beratung getreten sei.
Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen.
Die Politik.
Ksengerüchte im Reichstag.
> Alle Meldungen über einen geplanten Rücktritt de Grafen Ballestrem sind unzutreffend. Zwar hat der Reichstagspräsident in der Sißung vom letzten Diens tag nur an der Abstimmung über die Zulässigkeit des Antrags Kardorff durch Abgabe eines blauen, auf Stimm enthaltung lautenden Bettels teilgenommen und sich dann entfernt aber lediglich nur zu dem zwecke, sich in seinen Präsidialgemächern von den Strapazen der lezten Tage auszuruhen.
Die Pläne der Mehrheit.
V Die Mehrheit des deutschen Reichstags sucht unter allen Umständen die zweite Lesung des Zolltarifs noch in diesem Monat zu beendigen, um dann Mitte Januar die dritte Lesung vorzunehmen. Wenn aber die stürmischen Szenen in der seitherigen Stärke wiederholt werden, dann ist an ein Gelingen dieses Planes nicht zu denken.
Inbiläum des Schulschiffes„ Stosch“.
£ Am Mittwoch blickte das Seekadetten- und Schiffsjungen- Schulschiff Stosch" auf eine 25jährige Tätigkeit zurück, seitdem es zum erstenmal die Reichskriegsflagge hißte. Zur Erinnerung an diesen Tag ist an die Inspektion des Bildungswesens der Marine folgende Allerhöchste Kabinettsordre ergangen: Zum 3. Dezember d. Js., dem Tage, an welchem vor 25 Jahren auf meinem Schulschiffe ,, Stosch" zum erstenmal die Flagge und die Kommandozeichen gesetzt worden sind, entbiete Jch den Offizieren und Mannschaften dieses Schiffes Meinen kaiserlichen Gruß, mit dem Wunsche, daß das bewährte Schiff weiterhin glücklich fahren und erfolgreich seinen wichtigen Aufgaben gerecht werden möge. Wilhelm I. R."
Der Etat für die Lehrerkonferenzen.
‡ Da in letzter Zeit den an mittleren Schulen angestellten Lehrern die Vergütung für die Teilnahme an den Konferenzen aus dem für die Volksschullehrer bestimmten Fonds für Kreislehrerkonferenzen bewilligt wurde, so hat der Kultusminister verfügt, daß dieser Fonds nur für Volksschullehrer verwendet werden soll.
Englisch- italienische Freundschaft.
In dem italienischen Abgeordnetenhause wurde das Ministerium über das Verhalten Italiens zu dem englischen Somalifeldzuge gefragt. Der Minister des Aeußern Prinetti teilte daraufhin mit, daß es England erlaubt worden sei, den Mullah bei seinem etwaigen Uebertritt auf italienisches Gebiet zu verfolgen. Ein höherer italinischer Offizier wird die Expedition begleiten. Die diplomatischen Beziehungen zwischen England und Italien sind also sehr intim.
England und die Zuckersteuer.
£ Als vor einigen Monaten die Vereinbarungen der Brüsseler Zuckerkonvention bekannt wurden, machten Kenner der Verhältnisse darauf aufmerksam, daß England offenbar die gesamte Zuckerlieferung aus fremden Staaten zurückdrängen und mit künstlichen Mitteln seinen Kolonialzucker begünstigen wolle. Die Kolonien gewähren AusfuhrPrämien und England läßt diesen prämiierten Zucker ohne Strafzoll einführen; für den übrigen Prämienzucker aber tritt der Strafzoll ein. Daß es so geplant ist, wurde dieser Tage im englischen Unterhause bestätigt, wo von der Regierung erklärt wurde, England brauche auf prä miierten Zucker aus seinen Kolonien feinen Strafzoll zu legen und werde es auch nicht tun.
Die politischen Zustände in Spanien.
£ Dem spanischen Marineminister wurde, weil er ohne Kammergenehmigung zwei Kreuzer erbauen ließ, ein Miß trauensvotum erteilt. Infolgedessen ist eine Kabinetts frisis ausgebrochen, die bei den herrschenden Unruhen und der Unbeliebtheit des Königs sehr bedenklich sind. Vielleicht aber wird diese Krisis durch eine Schließung des Par laments verhütet. Was nun die Unruhen, namentlich der Studenten von Barcelona, anlangt, so erregen sie die höchste Beunruhigung in den politischen Kreisen.
In Orense ist ein gewisser Perez Pulgar verhaftet worden, welcher einen Dolch bei sich trug und erklärte, er sei ein Arnachist aus Argentinien und nach Spanien gekommen, um den König zu ermorden. Da er aber nicht die Mittel gefunden habe, nach Madrid zu gelangen, sei er in Orense geblieben.
Die Botschaft des Präsidenten Roosevelt.
V Der Präsident der Vereinigten Staaten hat in seiner neuesten Botschaft an das Parlament seine persönlichen Anschauungen in temperamentvoller Weise zur Geltung gebracht. Er bekennt sich als einen Vollblutamerikaner, der auf eine moralische und wirtschaftliche Eroberung ausgeht und auch hierfür die Kämpfe nicht scheut. Um Au diesem Ziele zu gelangen, wünscht er in wirtschaftlicher
Hinsicht einen geeigneten Zolltarif auf der Grundlage der hohen Sätze des seitherigen Mac Kinley Tarifs und bon Gegenseitigkeitsverträgen, d. h. Verträge, bei denen die Zollerleichterungen von den Vertragsstaaten durch Ge genzugeständnisse einzeln erworben werden müssen. Die großen Erwerbsgenossenschaften will er unter Staatsaufsicht nehmen, aber nur dann bekämpfen, wenn sie eine Monopolstellung mit preistreiberischer Tendenz inne haben. Mit Kuba wünscht er engere Handelsverbindun gen und zuletzt fordert er als bestes Machtmittel des Staates eine starke Landmacht und namentlich eine mäch tige Scewehr. Der englische ,, Daily Telegraph" bespricht diese Botschaft höchst sympathisch und hebt die Interessengleichheit zwischen England und Amerika hervor, die das Band zwischen beiden Nationen immer enger fnüpfe. Kurze politische Nachrichten.
* Berlin, 3. Dezember( Hofbericht.) Die Abreise des Kaisers von Groß- Strehliz nach Slawenßiß erfolgte Mittwoch nachmittags 3 Uhr 35 Minuten, nachdem vɔrher im Groß- Strehlizer Schlosse ein Abschiedsdiner stattgefunden hatte, zu welchem die sämtlichen dort weilenden Jagdgäste Einladungen erhalten hatten. Der Jagdaufenthalt des Monarchen bei dem Fürsten zu Hohenlohe, Herzog von Uljest, wird bis Freitag, 5. d. Mts., währen.
Tie Breslauer Arbeiterschaft will bei der Ankunft des Kaisers in der schlesischen Provinzialhauptstadt Spalier bilden, um dadurch ihr Einverständnis zu seinen Bemerkungen über den verstorbenen Geheimrat Krupp auszudrücken.
* In der Familie des Kronprinzen Friedrich August von Suchsen wird für Anfang Mai 1903 einem freudigen Ereignisse entgegengesehen.
* Die russischen Zeitungen drücken in den wärmsten und begeistertsten Worten ihre Sympathien mit der Rede Des Kaisers in Görlitz aus. Die ,, Deutsche Petersburger Zeitung" bezeichnet sie als eine menschlich schöne Handlung und eine wahrhaft befreiende Tat.
Die Sozialdemokratie hat eine ganze Anzahl von Tarifabänderungsvorschlägen vorbereitet.
* Die Ausgleichsverhandlungen zwischen Desterreich und Ungarn werden angesichts der Möglichkeit, daß der deutsche Zolltarif durchgeht, wieder aufgenommen.
* Der ungarische Landesverteidigungsminister wird wahrscheinlich sein Amt niederlegen.
* In Rußland sind an einemi Eisenbahnbau des Tonschen Bezirks Ausstände eingetreten, die infolge der Einmischung der Behörden eine immer größere Ausdehnung und schroffere Form annahmen. Zuleßt fam es sogar zu Ausschreitungen, bei denen mehrere Personen durch einen Infanterieangriff getötet bezw. verwundet wurden.
* Die französische Kammer hat beschlossen, nur die Hälfte des von Deutschland ausgesezten Betrags für die Ausstellung in St. Louis zu bewilligen in Höhe von 150 000 Francs.
* Das englisch- japanische Bündnis wird demnächst durch die Entsendung eines stationären japanischen Geschwaders in die europäischen Gewässer entspre chenden Ausdruck finden. Das aus zwei Schlachtschiffen und einigen kleineren Schiffen bestehende japanische Geschwader würde dann dem englischen Geschwader attachiert werden, um englische Manöver und gemeinsames Arbeiten mit der englischen Flotte zu erlernen.
* Da wegen der Seuchengefahr die englischen Häfen für argentinisches Vieh gesperrt sind, so nahm der Senat von Argentinien ein Gesez über verschärfte gesundpolizeiliche Ueberwachungsmaßnahmen an.
Nab und fern.
W Der Verein fürstlicher Frauen zur Förderung der Sittlichkeit, von dessen Gründung mehrfach berichtet wurde, hat eine neue Kräftigung erhalten. Ja einer in Kassel abgehaltenen Versammlung von Tamen hoher G- burt, unter denen sich die Herzogin Friedrich geodora zu Schleswig- Holstein, die Fürstin- Witwe Luise zu Waldeck und die Landgräfin von Hessen- Philippsthal befanden, wurde der Anschluß an den Verein beschlossen.
Ein furchtbares Familiendrama ereignete sich in Berlin. Die junge, hübsche Frau des Buchhalters Körner vergiftete nach einem boraufgegangenen heftigen Streit mit ihrem Gatten sich und ihren 312jährigen Sohn mit Morphium. Die Eheleute Körner lebten sehr unglücklich zusammen. Der schwächliche Mann hatte mehrfach Lunge... blutungen, das letzte Mal vor einigen Wochen. Seitdem bei dem Ehepaar ein junger Arzt als Aftermieter Wohnung genommen hatte, tamen die Zivistigkeiten immer häufiger vor, da Frau. mit ihrem Mieter ein intimes Verhältnis unterhalten haben soll.


