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baarem Geld im Hauſe, und war immer erbötig, gegen eine kleine Vergütung einem ſeiner Kameraden aus Ver⸗ legenheiten zu helfen. In Zeiten der Noth kaufte er die Lebensmittel für Alle auf und vertauſchte ſie gegen das, was die Andern veräußern mußten, oder verkaufte ſie auch auf Kredit. Dadurch war er mit der Zeit reich ge— worden, er beſaß ein geräͤumigeres und beſſeres Haus als die Uebrigen, und hätte leicht ſein Gewerbe aufgeben konnen, wenn er dazu nur Luſt gehabt hatte. Allein er ſchien ſich dabei zu gefallen, und machte niemals Anſtalt, eine ſolche verbrecheriſche Handthierung aufzugeben.
Eines Tages indeß verließ er Montreaux und kehrte erſt nach Verfluß von etwa 14 Tagen wieder i ſeiner Reiſe zurück, und zwar nicht allein, ſondern in Begleitung eines jungen, ſanften und ſchoͤnen Mädchens, 5 eines jener unſchuldigen ſüßen Weſen voll ſittlicher Kraft, die einen ſo gewaltigen Einfluß auf die Männer ausüben können. Madeleine Sandeau war achtzehn Jahre alt, hochgewachſen, blühend und ausnehmend hubſch; aus ihrem ſanften Auge leuchtete kindliche Unbefangenheit und der Widerſchein eines hohen, durch ſorgfältige Bildung ge— adelten Verſtandes. Ihr Vater hatte ſie aus der Schule genommen, damit ſie ſeinem Hausweſen vorſtehe, und ſo ſehr verſchieden auch dieſes von demjenigen war, an wel⸗ ches ſie bisher gewohnt geweſen, ſo erfüllte ſie dieſe Pflicht doch leicht und mit natürlicher Anmuth und Gewandtheit. Aber um ſo größer war der Abſcheu des jungen Mäd⸗ chens, als es die Menſchen ſeiner nädſten Umgebung näher kennen lernte. Madeleine machte ihrem Vater un— verhohlene Vorſtellungen über die Lebensweiſe, die er fuͤhrte; aber der alte Mann war kalt und unerbittlich. Bei haufiger Wiederholung von Madeleinen's Bitten und Vorſtellungen ſagte er ihr rundweg, er habe ſie in ſein Haus zurückgebracht, um ihm die Wirthſchaft zu führen, nicht um ihm den Text zu leſen, und gebot ihr ſtrenge, zu ſchweigen.
Indeſſen ſah ſie auch bald ſelbſt ein, wie vergeblich jeder Verſuch ſein würde, die Erwachſenen unter den tief— geſunkenen Weſen, in deren Mitte ſie leben mußte, civi— liſiren oder menſchlicher machen zu wollen, und ſie hielt ſich daher an die Kinder. Mit großer Mühe gründete ſie eine Schule, und machte es ſich zur täglichen Pflicht und Lebensaufgabe, nicht allein beſſere Gedanken und Worte, ſondern auch heilſamere Ideen und Grundſätze in die Ge— müther der Jugend dieſer Strandräuber einzuprägen. Sie erſtrebte und gewann die Gunſt der Eltern, indem ſie ſich der Kranken, Alten und Kinder annahm und dieſe ver— pflegte, und durch einige Kenntniſſe in der Medizin, welche ſie am Krankenbett zu einer doppelt willkommenen Erſcheinung machte. Wie und wo ſie dieſe Vertrautheit mit der Heilkunde erlangt hatte, geſtand ſie zwar niemals; aber es machte ſie immer betrübt und ſtille, wenn man ſie hierüber befragte.
Wenn eine ſchwarze duͤſtere Nacht einbrach und das ganze Dörfchen auf den Beinen war, dann verſchloß Ma— deleine ſich in ihr Kämmerlein, warf ſich auf die Kniee nieder und betete brünſtig. Nur hie und da ſchlich ſie wohl auf Augenblicke zum Fenſter, blickte hinaus und ſah nach dem Wetter oder horchte in die rabenſchwarze Fin⸗ ſterniß hinein. Wenn ihr Vater von ſolchen Expeditionen zurückkehrte, trat ſie ihm niemals zum Gruße entgegen. Ihr Herz ſträubte ſich gegen den Gedanken, dem Vater unter ſolchen Umſtänden unter die Augen zu treten, und erſt gegen Morgen pflegte ſie zu Bett zu gehen, wiewohl nur ſelten um zu ſchlafen.— Einmal bei einer beſondern Gelegenheit, nach einem kalten widerlichen Tage, brach der Abend plötzlich herein. Schwarze Wolken bedeckten
den Horizont wie mit einem Leichentuche, der Wind be— gann mit fürchterlicher Wuth um das Dörfchen herum zu heulen, und Madeleine ſchauderte bei dem Gedanken an das, was dieſe Nacht brachte. Der Sturmwind hatte ſich nämlich kaum erhoben, ſo war Pierre von ſeinem Stuhl am Kaminfeuer aufgeſtanden, hatte eine dichte Seemannsjacke angelegt, einen ſogenannten Südweſter auf den Kopf geſtülpt und ſich bewaffnet, und er ging, nach— dem er noch ein Glas Branntwein hinuntergeſtürzt. Er war der Letzte, der das Dorf verließ; alle Anderen waren ihm vorangegangen, und er fand ſie nun in einer engen Schlucht gelagert, alle ſorgfältig hinter Felſen verſteckt, während an der Sohle der Schlucht ein gewaltiges Feuer brannte. Es war eine kalte, ſtürmiſche Regennacht; aber das kümmerte die Standräuber nicht, denn der Wind wehte hart auf die Küſte und verſprach reichen Lohn für Alles, was ſie während des Harrens auszuſtehen hatten.
Ein Mann lag an der Mündung der Schlucht auf der Wache, er hatte ſich unter einem getheerten Segel— tuche verſteckt, um ſowohl vor dem Regen geſchützt zu ſein, als auch um nicht von der See aus geſehen werden zu können, wenn plötzliche Blitze die Klippen der Kuͤſte erhellten. Er hatte einen Nachtgucker in der Hand, mit welchem er den ganzen Horizont durchmuſterte, zwar eine Zeit vergeblich, allein dennoch mit gegründeter Ausſicht auf Erfolg, denn der Wind war zu gut, um ihre Hoff— nungen zu täuſchen, und die Wracker hatten Geduld.
Es war fürwahr eine fürchterliche Nacht; das Fir— mament pechſchwarz, kein einziger Stern zu ſehen, noch ein Blick von dem blaſſen Monde. Der Wind heulte durch die Felſen und warf ſein Giſcht und Schaum der Brandung hoch über die Klippen hinaus, welch letztere ubrigens vor der Schlucht ſich zu einem ſchmalen Streifen ſandigen Strandes abplatteten, der der gewöhnliche Schau— platz der dunklen Thaten dieſer Strandräuber war. Eine Strömung verlief von der hohen See aus in dieſe enge Bucht herein, und fuhrte zahlreiche Spieren, Kiſten und Boote herein,— lauter Gegenſtände, welche dieſen Men— ſchen willkommen waren.
„Eine Priſe!“ rief der wachthabende Mann plötzlich; ein großer Indienfahrer iſt kaum noch eine Meile von der Kuſte in See; er macht gewaltige Anſtrengungen, um die Landſpitze zu umfahren, aber es geht nicht mehr. Er iſt unſer, Jungens!“
„Gib mir die Fernrohre!“ ſagte Peter aufſtehend und nahm den Nachtgucker.„Meiner Treu! eine präch— tige Brigg!“ fuhr er mit unheimlichem Lächeln fort,— „der koſtbarſte Fang, den wir ſeit mehreren Jahren ge— macht haben. Jean, Du mußſt mit der Kuh hinaus, ſonſt könnt' er uns entkommen!“
Die Kuh war eine ſchändliche Erfindung, welche Pierre ſeine Kameraden gelehrt hatte, und beſtand darin, daß man eine Kuh an einen Pfoſten band und ihr eine ſchwere Schiffslaterne an beiden Hörnern befeſtigte. Die Kuh ward davon ſcheu und lief fortwährend hin und her, und ſuchte von dem Pfahl loszukommen und dadurch ſchwankte die Laterne hin und her und hatte ganz das Anſehen, als wäre es die Laterne eines vor Anker liegen— den Schiffes; denn in ſolchen düſteren Nächten war außer dem Lichte in einiger Entfernung nichts zu ſehen. Durch dieſe Liſt war ſchon manches Schiff in ſein Verderben ge— lockt worden, welches in der Hoffnung, hier einen ſichern Ankergrund zu finden, eingelaufen war. Die Kuh, die ſtets in Bereitſchaft ſtand, ward herbeigebracht, und ihr die Laterne angehängt, worauf die Strandräuber geduldig den Erfolg ihrer ruchloſen Liſt abwarteten.
Der Indienfahrer näherte ſich nun offenbar der
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