Ausgabe 
14.6.1854
 
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zählt von einer ſolchen, welche er in Hartenrod mitgemacht hat. Wir laſſen dieſen Gewährsmann ſelbſt erzaͤhlen:

Als wir in das Dorf kamen, hörten wir eine Muſik in der Ferne. Die Braut wurde von ihrem Dorfe ganz langſam herbeigefahren. Pferde und Fuhrmann waren mit Bändern geziert. In der Mitte des Wagens ſtand ein rieſenmäßiger Rocken, an welchen 3040 Pfund gehächelten Flachſes gebunden waren; kaum etliche Mann konnten ihn umfaſſen. Außen war er mit Goldpapier umwunden, woran vielfarbige Bänder herabflatterten. Ungefähr 20 hölzerne Spindeln ſtacken in dem Flachs. Unter dieſem Gebäude ſaß die Braut und mußte weinen. Man ſah ſie kaum. Vor dem Aufſteigen werden ihr, wie man erzählte, die Augen; durch die Verfertigerin des Brauthemdes zugebunden; dieß Band aber wird ſogleich wieder aufgelöſt, ſobald ſie dieſen Platz eingenommen hat. Alle ihre Geſpielinnen ſtanden aufrecht um ſie. Hobbes und Clarinetten begleiteten den Geſang eines wohlge wählten geiſtlichen Liedes. Hinter dieſem Ceremonienwagen folgt der Packwagen mit Hausrath nebſt 80100 Pfund gebrechten und geſchwungenen aber ungehächelten Flachſes. Um dieſe Wägen ſprengten gegen 10 junge Burſche zu Pferd: die Brautrenner. Sie waren voraus gejagt, und wurden auf der Grenze, wo wir mit unſerer Chaiſe hielten, von ebenſoviel Rennern des Bräutigams em pfangen; es hatte jeder einen Krug mit Branntwein und zwar ohne Stöpſel bei ſich. Dieſe Flaſchen reichten ſie einſtweilen in Erwartung des Brautwagens einander über die Grenze. Auf einem ſchwarzen Roß ritt bald darauf der Bräutigam langſam herzu, wie die alten Deutſchen ohne Sattel, den Hut hatte er heruntergeſchlagen und einen ſchwarzen Mantel um, begleitet von jungen Bur ſchen zu Pferd auch in Mänteln. Noch vor ſeiner An kunft warf die Braut, während ihr Wagen auf der Grenze ſtill hielt, alle Spindeln eine nach der andern hinter ſich zur Erde. Der Bräutigam hatte einen Hahn in der Hand; denſelben übergab er dem Fuhrmann, welcher ihm dagegen ein Stäbchen mit Bändern überreichte; dann um ritt er mit all ſeinen Rennern den Brautwagen. Das drittemal mußte das Pferd der Braut gegenüber Männ chen machen. Weil dies Manöver gut von ſtatten ging, ſo durfte dieſelbe freudig unter dem Rocken hervorſehen, im Gegentheil würde ſie eine vermeintliche uͤble Vorbe deutung beweint haben. Nun ging der Zug gemeinſchaft lich fort. Noch am Dorf rannten alle Begleiter, der Bräutigam hin der Mitte, voraus. Im Hochzeitshof ſprangen ſie ab, und als der Brautwagen ankam, hob der Bräutigam und jeder Burſch ſein Mädchen herab. An der Hausthür wurde dem Bräutigam ein Krug Bier ge reicht. Nachdem er, die Braut, der Brautvater und die nächſten Verwandten getrunken hatten, ſo trank der Bräu tigam noch einmal zuletzt und warf den Krug mit dem Bier hinter ſich. Alsdann ging das Paar in das Haus. Thränen marterten die Braut jetzt nicht mehr; ſtatt deſſen klagte ſie über den Druck der engen Schuhe, welche ſie dem Herkommen nach bei dieſer Gelegenheit tragen mußte. Ihr wurde nun die Brautkrone aufgeſetzt und das ſchöne kaſtanienbraune Haar, ſonſt in zwei Zöpfen geflochten, flatterte um ihre Schultern. So begleiteten wir ſie zur Kirche, voraus die Muſik und zum Beſchluß die alten Weiber, welche bitterlich weinten. In der Kirche hörten wir eine merkwürdige Hochzeitspredigt über den Grundſatz Zwei iſt beſſer als Eins, u. ſ. w. Mit natürlich mannichfachen Modificationen im Einzelnen ſollen auch noch in unſerer Zeit, wenn auch nur ſelten, Hochzeiten in jener Gegend alſo gefeiert werden.

Die Sprache des Hinterländers iſt bemerklich wegen

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Eigenthuͤmlichkeiten des Dialects, aber auch wegen auffal⸗ lender grammatikaliſcher Unrichtigkeiten, wovon hier nur der ſtatt des Accuſatives gebrauchte Nominativ und der ſäch liche Artikel vor jedem weiblichen Eigennamen erwaͤhnt ſei.

Die Hinterländer zeichnen ſich durch ſehr nationale Trachten aus. Vorzugsweiſe findet ſich dieſe Origina lität der Tracht beim weiblichen Geſchlecht. Im Schnitt der Mieder, im Bau der Mützen(Mutſchen), beſonders aber in der Zuſammenſtellung der Farben herrſcht große Verſchiedenheit; jeder Bezirk, oft jedes Dorf hat ſeine eigene Kleidung und Farben. Ein ſehr anmuthiges Ge miſch dieſer mannichfaltigen Erſcheinungen bieten beſonders Jahrmärkte dar, in deren Gewühl jeder Fremde ſogleich die Landsmannſchaften herauszufinden vermag. Eine ziem lich ſchauerliche Sitte iſt, daß ſich die Bauernweiber bei Regenwetter mit großen weißen Tüchern umhängen, die einem Leichengewande ſehr gleichen. Beſonders beim Kirchen gang tragen die Weiber blendend weiße, die wohlhaben deren zudem mit Franzen und Garnituren beſetzte Umwürfe über dem Kopf. Das männliche Geſchlecht trägt einen einfachen blauen Kittel und runden breitkrämpigen Hut. Dreimaſter ſieht man ſeltener.

x Ein Wunder. (Aus dem Schwarzwälder Boten.)

Höre, Röschen! ſagte der Vater,laß Du den Hans Hans ſein. Das iſt nichts für Dich. Du haſt Nichts und er hat Nichts, und aus Nichts wird Nichts.Aber, Vater! entgegnete Röschen faſt weinend,aus Nichts hat ja Gott die Welt erſchaffen.Ja das war in der goldenen Zeit; jetzt leben wir aber in der papiernen, und da gilt das Sprüchwort: Aus Nichts wird Nichts. Aber Vater! meint Ihr denn, mein Herz ſei eine Laterne, und ich könne die Liebe drin ausloͤſchen, wie ein Stümpchen Talglicht? Wenn ich den Hans nicht mehr ſehen ſoll, ſo iſt es aus mit mir. Und was habt Ihr denn gegen den Hans?Der Hans wär mir ſchon recht, aber ſeine leere Taſche nicht. Der Vater ſagte noch Mancherlei, das, wie es bei den verliebten Leuten immer der Fall iſt, zu einem Ohre Röschens hinein und zum andern wieder herausging, und die Sache blieb beim Alten, mit dem ein zigen Unterſchied, daß Hans immer dann erſt zu Röschen ſchlich, wenn der Vater nicht zu Hauſe war. Eines Tages ſaßen die beiden Liebesleute im Schatten der großen Linde im Garten und kosten freundlich mit einander, keiner böſen Ahnung Raum gebend, als plötzlich Röschen gegen die Gartenthüre hinblickte, und den Vater mit einer großen Axt bewaffnet, über den Hof daher kommen ſah. Hans kletterte, wie eine Katze, auf die Linde, und ohne zu fragen, was Röschen da im Garten zu thun gehabt, erzählte ihr der Vater, es habe ihm von einem großen Schatz geträumt, und ein Engel ſagte ihm, er ſolle die große Linde umhauen, da würde er zwiſchen ihren Wurzeln eine Kiſte mit Gold fin den, die ihn reicher machen ſollte als den großen Mogul, und nun hob er auch die Axt und wollte anfangen, in die Linde einzuhauen, da fiel ihm aber Röschen ängſtlich ein: Was denkt Ihr denn, Vater! Die ſchöne friſche Linde die hat Großmutter eingepflanzt, wie käme da eine Kiſte hinunter? Ihr werdet Euch geirrt haben, und der Engel hat Euch den alten Lindenbaum da rechts gezeigt. Der ſtand noch vor dem dreißigjährigen Kriege, unter dem kann wohl einmal Einer in drohender Zeit ſein Geld vergraben haben.Das kann auch ſein, entgegnete der Alte, ob er mir den großen oder den kleinen Baum gezeigt hat, das weiß ich ſelber nicht mehr recht.Gewiß, Vater! es iſt der Kleine. Und während der Vater fleißig hackte

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