Ausgabe 
14.6.1854
 
Einzelbild herunterladen

185 e-

und hackte, betete Röschen in voller Angſt:Ach, heiliger Chriſtoph! hilf mir aus der Noth und wirke ein kleines Wunder, ſonſt findet der Vater meinen Hans und macht ein Mordſpektakel, ja, er wäre im Stande und verböte mir auf immer, mit dem lieben Jungen zu reden. Und wie der Alte eine halbe Stunde fleißig gehauen hatte, fiel der alte Baum, und zwiſchen den Wurzeln war Alles gelb, eitel alte Ducaten, und darunter viele andere größere Goldſtücke. Und während Vater und Tochter jubelten, kroch auch Hans vom Baume herunter, ihre Freude zu theilen. Den ſah der Vater verwundert an und ſprach: Wie kommſt Du denn daher? Dich habe ich im Traume nicht geſehen.Ei Vater! entgegnete Röschen ſchel miſch,das iſt der Schatz von der andern Linde. Und nach vier Wochen waren Hans und Röschen Mann und

Frau.

Miszellen.

Ohnlängſt hatte ſich ein eingebildeter Burſche in den Kopf geſetzt, einer Truppe beladener Muͤllereſel nicht auszuweichen, und wurde, wie ſich verſteht, zu Boden geſtoßen. Wieder aufgeſtanden, fuhr er den Eſelstreiber an:Könntet Ihr Eure Sackträger nicht aus dem Wege treiben, da Ihr ſahet,

daß Euch ein honetter Menſch begegne! Der Letztere aber entgegnete:Wenn wir noch einmal zuſammtentreffen, werde ich ſchon in der Ferne rufen: Eſel geh' gleich aus dem Wege!

Im 852

Käufer. Aber warum iſt denn das Getreid' gar ſo theuer? Händler. Ja bedenken's nur den fortwährenden

Regen? Da muß ja Alles verfaulen! Am 1. Mai 1853.

Käufer. Aber warum iſt denn das Getreid' gar ſo theuer?

Händler. Ja bedenken's nur das fortwährend ſchöne Wetter! Da muß ja Alles verdorren.

Am 1. Mai 1854.

Käufer. Aber warum iſt denn das Getreid' gar ſo theuer?

Händler. Ja bedenken's nur den fortwährenden Wechſel: bald regent's, nachdem ſcheint wieder die Sonn' drein da muß ja Alles auswachſen.

Käufer. Na, vielleicht ſchickt auf's Jahr unſer Herr gott gar kein Wetter, das wär's allerbeſte.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

NN Oeffentliche Aufforderung. (768) Konrad Plock aus Niederweiſel, ſeit dem Jahre 1761 von Hauſe abweſend, hat ein ſeither curatoriſch verwaltetes Vermögen von ungefähr 33 fl. hinterlaſſen. Da derſelbe nunmehr für verſtorben zu erachten iſt, ſo ſoll in Ermangelung bekannter Erben deſſen Vermögen dem Fiscus überwieſen werden, falls nicht nähere Erb⸗ oder ſonſtige Anſprüche hieran in der damit vorbeſtimmten Friſt von 6 Wochen

dahier angemeldet und begründet werden. Butzbach am 10. Mai 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach el. Mut h, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor.

Immobiliar-Verſteigerung.

(874) Freitag den 16. Juni d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zur Debitmaſſe des Bürgers Joſeph Geck dahier gehörenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 36 und 39 ſpeciell ver⸗ zeichnet find, nochmals unter dem Anfügen verſteigert, daß die auf den Grundſtücken be⸗ findliche Gerſtenernte den Steigerern mit über⸗ geben wird. Friedberg am 6. Juni 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher.

Mobiliar-Verſteigerung.

(875) Freitag den 16. Juni d. J., Nach- mittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zur Debitmaſſe des Bürgers Joſeph Geck dahier gehörenden Mobilien, beſtehend in Bett ung, Kleider, Weißzeug, Möbel und ſonſtigen Hausgeräthſchaften, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 6. Juni 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher.

Immobiliar-Verſteigerung.

(879) Donnerſtag den 22. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe

die zur Concursmaſſe des Heinrich Bender da bier gehörenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nro. 77 und 79 von 1853 ſpeclell verzeichnet ſind, ſammt einer mit der Hofraithe verbundenen Loosholzberechtigung noch mals öffentlich meiſtbietend unter dem Anfügen verſteigert, daß nunmehr den Letztbietenden ſo gleich mit dem Zuſchlag die Genehmigung er theilt wird. Friedberg den 6. Juni 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Main⸗Weſer⸗Bahn. (8910 Samſtag den 17. Juni l. J. Nach⸗ mittags 3 Uhr ſollen auf der Station Nieder

wöllſtadt folgende Arbeiten zur Erbauung eines Stationsgebäudes daſelbſt, öffentlich verakkordiret

werden:. 1) Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 1088 1 2) Steinhauerarbeiten, 893 3) Zimmerarbeiten,1368 20 4) Spenglerarbeiten, 48 56

Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen können täglich auf dem Geſchäftszimmer des Unterzeichneten eingeſehen werden.

Friedberg den 8. Juni 1854.

Der Großherzogliche Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand.

Main Weſer⸗ Bahn. (890) Samſtag den 17. Juni l. J. Vormit⸗ tags 9 Uhr ſollen auf der Station Vilbel nach bezeichnete Arbeiten zur Erbauung eines Sta tionshauſes daſelbſt, an den Wenigſtfordernden

öffentlich verakkordiret werden:. 1) Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 1173 47 2) Steinhauerarbeiten,* 926 30 3) Zimmerarbeiten,1395 27 4) Spenglerarbeiten,* 48 56

5) Lieferung von 270 Bütten Kalk 351 Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen liegen in dem Geſchäftszimmer des Unterzeich⸗ neten zur Einſicht bereit. Friedberg den 8. Juni 1854. Der Großherzogliche Sektions-Ingenieur der Sektion Vilbel Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗ Bahn.

(888) Donnerſtag den 15. Juni l. J. Vor⸗

mittags 9 Uhr ſoll auf dem hieſigen Bahnhofe die Lieferung von 15 gußeiſernen Dachfenſtern, 15 Oefen zu Bahnwärterwohnungen mit Be ſchläg und Rohr ꝛc. gegen Annahme von alten vorhandenen Oefen ꝛc. an den Wenigſtfordern⸗ den öffentlich verakkordirt werden. Friedberg den 7. Juni 1854. Der Großh. Sektions-Ingenieur der Sectlonen Friedberg und Vilbel Hochgeſand.

Zur Nachricht.

(881) Aus dem Steinbruche der Gemeinde Ockſtadt werden ſchöne Mauerſteine klafter⸗ und halbklafterweiſe zu 15 fl. pr. Cubikklafter abgegeben. Der Steinbruch iſt oberhalb Ock ſtadt und ungefähr 5 Minuten von da entfernt. Bemerkt wird noch, daß die Steine gut abzu- fahren find. Ockſtadt den 7. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Ockſtadt Gröninger.

Bekanntmachung.

(903) Mittwoch den 14. Juni, Nachmittags 6 Uhr, wird an Ort und Stelle im Seer⸗ graben die Saat von vier ftädtiſchen Parzellen, beſtiebend in Hafer und Klee, für das Jahr 1854 meiſtbietend verpachtet. Der Anfang geſchieht am Brunnenhauſe. Friedberg den 10. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.

Schaafpferche- Verpachtung.

(901) Mittwoch den 14. Juni, Morgens

um 11 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe

5-10 Schaafpferche, welche am 18. Juni

ihren Anfang nehmen, meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 10. Juni 1854.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.

Gras verkauf.

(905) Das diesjährige Gras zu Heu und Grummet von den Gräflich Solms-Rödel beim'ſchen Wieſen wird, wie folgt, in einzelnen Abtheilungen verſteigert:

Dienſtag den 20. l. M., Vormittags 9 Ubr, von ungefähr 15 Morgen, in Ober- und Niederroßbacher Gemarkung, auf dem Rath hauſe zu Oberroßbach;

Donnerſtag den 22. l. M., Vormittags 9 Uhr, von ungefähr 210 Morgen in Nieder-