Ausgabe 
8.3.1854
 
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Ich weiß den Namen des Käufers nicht mehr! verſetzte Benſen in einer gewaltigen Spannung.Ich kann mich uicht mehr recht entſinnen, wer ihn gekauft hat eine Predigers-Wittwe aus Mühlhauſen, glaub' ich doch nein! ein Schuſter aus Wandsleben war's, der nach Amerika auswandert; wenn er noch nicht abgereist iſt, laßt ſich der Schrank vielleicht noch herbeiſchaffen vor ausgeſetzt, daß man Geld und gute Worte nicht ſpart!

Geben Sie mir ſeine Adreſſe! ich reiſe ihm nach bis Bremen oder Hamburg, ja nöthigenfalls bis nach Amerika! rief die Fremde lebhaft.

Vielleicht iſt das nicht einmal nöthig, liebe Frau! ſagte Benſen nach einer Pauſe.Aber warum ſind Sie denn auf das alte Stück Schreinwerk ſo erpicht? Ich habe es doch genau unterſucht, und gar nichts Beſonderes da ran gefunden! Es ſind keine geheimen Fächer daran, keine verborgenen Federn, ich kann nicht begreifen, was an dem alten Gerümpel ſo ſonderlich werthvoll ſein ſoll! Sie ſind ſicher im Irrthum!

Die Fremde ſchien bei ſich unſchlüͤſſig, ob ſie dem Trödler ihr Vertrauen ſchenken ſolle, oder nicht; endlich erwiderte ſieIch, irre mich nicht! Haben Sie die Schubladen auch alle herausgenommen und umgekehrt, als Sie den Schrank unterſuchten? Haben Sie bemerkt, daß an der oberſten der Boden ſehr dick und ſchwer war? daß ſie einen doppelten Boden hatte, worin man Urkunden, Quittungen, ein Teſtament, Banknoten oder ähnliche Pa piere aufbewahren konnte?

Nein, liebe Frau, darnach habe ich nicht geſehen. Ich bin ein ſchlichter harmloſer Mann, den man leicht hintergehen kann und ſchon oft hintergangen hat. Wer hätte ſo etwas auch nur ahnen können?

Der Trödler war ſo zerknirſcht, daß die Fremde Vertrauen zu ihm gewann.Ich will Ihnen ſagen, was es mit dem Schranke für eine Bewandtniß hat, ſagte ſie geheimnißvoll;Sie ſcheinen mir ein braver, zuverläſſiger Mann zu ſein. Wenn wir auch den Fund theilen, ſo ſind wir doch Beide noch reich genug. Wollen Sie ver ſprechen, daß Sie Alles mit mir theilen wollen, was der

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Was enthält er denn? iſt der Fund der Mühe werth? fragte Benſen.

Hätte ich Ihnen denn ſonſt Hunderte von Thalern für das alte, wurmſtichige Möbel geboten? entgegnete die Fremde.Aber ich will Ihnen Alles ſagen? Haben Sie den Kantor Holtzwarth gekannt?

Das nicht eben! Er kaufte einmal von mir einen alten Sorgenſeſſel, aber wir bekamen Streit mit einander, weil der Stuhl mit Roßhaaren gepolſtert ſein ſollte, und ſich nur Seegras darin fand. Ich mußte ihm die Hälfte vom Kaufpreiſe nachlaſſen!

Das ſieht ihm ähnlich; er war ein ſelbſtſuͤchtiger geiziger Filz, wenigſtens in ſeinen ſpäteren Jahren. Früher war er ganz anders, ſag' ich Ihnen!

Damals hab' ich ihn nicht gekannt, meinte Benſen.

Aber ich, erwiderte die Fremde.Im Grunde wundert's mich nicht, daß er ſo wurde. Der Mann hat ſchrecklich viel durchgemacht, namentlich in ſeiner Familie, und ſolche Erlebniſſe verwandeln auch den beſten Mann!

Aber er war wohlhabend, ſo viel ich weiß, ſagte Benſen.Sein Aemtchen trug ihm eine ſchöne Summe; er war Almoſenpfleger und Kirchenälteſter, und hatte viele Vermögensverwaltungen von Wittwen und Waiſen. Ich habe nie gehört, daß er Unglück gehabt hätte!

Er war klug genug, daß er davon ſchwieg! ver ſetzte die Fremde.Haben Sie denn nie die Geſchichte von ſeiner Tochter gehört?

Ach ja, ich entſinne mich! Sie ſoll ihm in den Kriegsjahren mit einem Offizier davongelaufen ſein 5

Nun, das meine ich eben! ſagte die Fremde,die arme Caroline! vor zwanzig Jahren nannten die Leute ſie nur die ſchöne Kantorstochter Sie war ſein einziges Kind, und wie hing er an dem Mädchen! Und wie hing Caroline an ihm! ſie las ihm ſeine Wünſche ordentlich an den Augen ab, ſie war ſein Eins und Alles! Niemand ſang ſo ſchön wie ſie; und nun gar ihr Klavierſpiel!l Man meinte ordentlich die Engel muficiren zu hören, wenn ſie am Klavier ſaß. Wir liebten ſie alle wie unſern Aug apfel!

Schrank enthält?

(Jortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Be hoͤrden.

Nee

Edicetalla dung.

(240 Alle diejenigen, welche an das Ver⸗ mögen des Joſeph Geck in Friedberg, über welches von Gr. Hofgericht der Provinz Ober⸗ heſſen der förmliche Concursproceß erkannt wor⸗ den iſt, Anſprüche zu bilden haben, werden aufgefordert, ſolche

Mittwoch den 5. April, Vormittags 9 Uhr, bei Meidung Ausſchluſſes dahier geltend zu machen.

In dieſem Termine ſoll ein Arrangement verſucht, ein Maſſecurator und Gläubigeraus⸗ ſchuß beſtellt, ſowie über die Veräußerung der Maſſe Beſchluß gefaßt werden und ſind die nicht erſcheinenden Gläubiger in den angedeuteten Beziehungen an die Beſchlüſſe der Mehrheit der Erſchienenen gebunden.

Friedberg den 11. Februar 1854.

Großberzogl. Landgericht Hofmann.

Immobiliar-Verſteigerung.

(2410 Donnerſtag den 6. April l. J., Mor⸗ gens um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die dem hieſigen Bürger und Bierbrauer Joh.

Koch gebörige Immobilien meiſtbietend verſtei gert, als: Flur 2 Pag. 700 Klftr. 45% Hofraithe in der

Stadt.

2 674 32½ỹ0 Hofraum in der Stadt.

2 i 23% Grabgarten in der Stadt.

Friedberg den 18. Februar 1854. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Ben de r

Aufforderung.

(261) Die Nikolaus Höres Wittwe von Bön⸗ ſtadt beabſichtigt ihre angeblich von ihren Eltern, den Wilhelm Höres Eheleuten, ererbte Hofraithe Flur 1 Nr. 37 ihrem Sohn Georg Höres an zuſchlagen.

Da ſie das Eigenthum an der Hofraithe ur kundlich nicht darthun kann, ſo ſind etwaige Eigenthumsanſprüche an ſolche binnen 4 Wochen dahier anzuzeigen, nach deren Ablauf der An ſchlagscontrakt gerichtlich beſtätigt und der Ein⸗ trag der Hofraithe im Mutationsverzeichniß verfügt werden ſoll.

Altenſtadt den 17. Februar 1854.

Großherzogl. Landgericht Dr. Gilmer.

Garten⸗ Verpachtung. (309) Donnerſtag den 9. März, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein ſtädtiſcher Garten, 88,4 Klafter 45 Ruthen haltend, am ſog. rothen Thurm, auf den Zeit raum von ſechs Jahren meiſtbietend verpachtet.

Friedberg den 4. März 1854.

Der Großherzogl. Bürgermeiſter

Bender.

Edicetalla dung. (310) In Folge Verfügung Fürſtlich Iſen⸗ burg'ſcher Juſtiz-Canzlei zu Wächtersbach vom 11. Dezember 1810 wurde das Vermögen des abweſenden Johann Heinrich Schneider von Bön ſtadt deſſen beiden Geſchwiſtern, Katharine, der Ehefrau des Heinrich Schneider in Lindheim und Johann Adam Schneider von Reichelsheim 1 1818 nutznießlich gegen Caution über-

aſſen.

Da der Abweſende im Jahr 1772 geboren iſt, alſo längſt das 70. Lebensjahr zurückgelegt hat, ſo haben deſſen nächſte Angehörigen nun mehr um eigenthümliche Ueberlaſſung des Ver⸗ mögens absentis gebeten.

Demgemäß wird Johann Heinrich Schneider andurch aufgefordert binnen 60 Tagen Nach⸗ richt von ſich zu geben und ſein Vermögen in Empfang zu nehmen, widrigenfalls er für todt erklärt, ſolches ſeinen geſetzlichen Erben zu Ei⸗ genthum überlaſſen, die von ihnen geſtellten

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