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eig
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Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
den Kreis
Friedberg und die angrenzenden Bezirke
im Beſonderen.
M19.
Mittwoch den 8. März
185.
81 6 94
— ö 6 11. Heſſiſche Friedberg
Bürgermeiſter des Kreiſes.
Den Audienztag bei Gr.
Amtlicher
Das Großherzoglich
G„ 138 J
XKreisamt
an ſämmtliche Großh.
Betreffend:
Der auf Dienſtag den 14.
Audienztag wird nicht abgehalten, meinden veröffentlichen werden.
Friedberg den 3. Marz 1854.
Melek.
An Pie I
: Den Abgang der Gr. Landgeſtütsbeſchäler auf die Ge— ſtütsſtationen.
Kreisamte Friedberg. März d. J. fallende
was Sie in Ihren Ge—
Betreffend
Die Großherzoglichen Geſtütsbeſchäler ſind am 5. d. M. auf die Geſtütsſtation Altenſtadt abgegangen. Indem ich Sie hiervon, zur Veroffentlichung in Ihren Gemeinden, in Punt niß ſetze, weiſe ich Sie zugleich an, bei Ausſtellung der Bedeckſcheinen mit der größten Sor gfalt und Pünktlich keit zu verfahren und darauf zu achten, daß Störung entſteht.
Friedberg den 6. März 1854.
N leer.
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keinerlei
Es wird hiermit zur Kenntniß der bracht, daß Dienſtag den 14. l. M. kein halten wird.
riedberg den 3. März 1854. Großherzogliches Rentamt Friedberg In Erledigung der Rentamtmannsſtelle Grünewald, Finanzacceſſiſt.
Der Kleiderſchrank. Humoreske. (Fortſetzung.)
„Sie haben vorigen Mittwoch aus der Verſtetzerung uus Kantors Holzwarth Möbeln gekauft?“ fiel ihm die ſremde ungeduldig in's Wort.
„Allerdings!“
„Und welche? haben Sie
„Wen
ihn auch gekauft?“ denn?“ fragte Benſen verwundert
„Ach ſo; ich vergaß mich— ich hab's Ihnen noch nicht erzählt! Darf ich fragen, wie viel Sie in Kantors Verſteigerung erſtanden haben?“
„Hm, für eine ziemliche Summe, Madame! Ick habe die beſten Stücke erſtanden,“ entgegnete Benſen aus—
weichend und mit ſteigender Betroffenheit.„Der Mann hat keine Familie hinterlaſſen, es waren wenig Liebhaber zu der Fahrniß da— ich mag ſo für ein fünfzig, ſechs zig
gekauft haben, denn es ging Alles billig weg!“
Thaler
„Wollen Sie eine Liſte von dem Erkauften machen? wollen Sie mir Alles verkaufen?“ Fremde raſch;„ich lege Ihnen für den ganzen Kram unbeſehen 200 Thaler auf den Tiſch!“
Benſen blickte die Frau verdutzt an.„Um zwei⸗ hundert Thaler erlaſſe ich das Ganze nicht, liebe Frau,“ verſetzte er nach einer Pauſe.„Das wäre zu wohlfeil. Wenn die alten Möbeln für Sie 200 Thaler werth ſind, ſo ſind ſie für mich noch einmal ſoviel werth!“
Die Frau ſchwieg eine Weile.„Wir wollen nicht darum markten,“ ſagte ſie. kauft? Betten, das mich noch einmal die Liſte davon ſehen!“
Der Trödler nahm von einem Nagel an ſeinem Pulte den Auctionszettel, den die Dame raſch uber flog; als ſie damit zu Ende war, bebte ſie plotzlich in froher Ueberraſchung zuſammen.„Das iſt er!“ murmelte ſie vor ſich hin, und fuhr dann laut fort„Was verlangen Sie für das ganze Meublement? Doch nein! ich will
fragte die
„Was haben Sie Alles ge— Sopha, Kommoden Laſſen Sie
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nur ein einziges Stück,— den übrigen Plunder mögen Sie behalten. Geben Sie mir den kleinen eichenen Schrank mit den vier Schubladen, und ich bezahle Ihnen dafür was Sie verlangen! Wo's iſt er? Zeigen Sie mir ihn!“
Benſen erſchrack und erblaßte vor Schrecken.„Un moglich!“ ſtammelte er;„der Schrank iſt fort— verkauft
— verloren!“
„Verkauft!“ rief die Fremde;„um's Himmels willen, Mann, iſt das wahr?.... O Thor, der Sie ſind Sie haben ſich und mich ruinirt. Der Schrank hätte uns Beide reich gemacht!— Warum mußte auch das dumme Gericht die Verſteigerung ſo beſchleunigen? Warum hat man ſie nicht oͤffentlich angekündigt? Ich wäre dazu ge kommen und hätte ich auch in den letzten Zügen gelegen! Können Sie mir den Schrank nicht wieder verſchaffen? Wer hat ihn gekauft? Wo iſt er hingekommen? Kann man ihn um Geld und gute Worte nicht wieder kaufen Sagen Sie mir nur den Namen des jetzigen Beſitzers und ich ruhe nicht, bis ich ihn wieder habe!


