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ſich an gewaltigen Portionen Eiertorte und Confekt, und ſchienen, nach ihren neuen eleganten Anzügen zu ſchließen, eben jetzt recht in der Wolle zu ſitzen. Sie ſchmunzelten und ſchwenzelten mit roher Vertraulichkeit um die beiden Couſinen herum, und ich bemerkte zu meinem Leidweſen, daß Sophia Clarke ihre Artigkeiten und Huldigungen mit dem ſeligſten Lächeln und gewinnendſten Entgegenkommen erwiderte. Aergerlich ging ich weiter und traf in kurzer Entfernung von dem Laden einen Kollegen von der Sicherheitspolizei; dieß brachte mich auf den Gedanken, ob dieſer vielleicht die beiden Subjekte nicht beſſer kenne, daher kehrte ich mit ihm um und zeigte ihm die Beiden. Ein Blick genügte, um ihn dieſe Burſchen erkennen zu laſſen.
„Simpſon und Hartley nennen ſie ſich?“ ſagte er, nachdem wir ein Stuͤck weit vom Laden weg waren. „Das ſind nur zwei der vielen alias und Vermummungen, die ſie führen. Ich kann nicht eben ſagen, daß ich die Spitz⸗ buben ſchon genauer kenne; allein da ich die beſondere Weiſung habe, ihre Bekanntſchaft zu kultiviren, ſo hoffe ich recht bald mit ihnen vertrauter zu werden. Daß ſie falſche Spieler, Betrüger und Schwindler ſind, weiß ich bereits; und ich möchte darauf ſchwören, daß ſie hie und da auch zu einem gewagteren und frevleren Gewerbe greifen, wenn ihnen das Glück und die Würfel ungünſtig ſind!
„Sie ſcheinen gegenwärtig ſehr bei Kaſſe zu ſein,“ bemerkte ich.
„Es ſcheint ſo, und eben darum hab' ich ſie im Verdachte, mit einer Bande in Verbindung zu ſtehen, welche vergangene Woche den jungen Garslade in Jermyn Street kahl rupfte.— Ich will eine Wette eingehen,“ ſetzte mein Freund hinzu, als wir uns verabſchiedeten,— „daß einer der beiden Burſche die Livree der Königin, grau mit gelben Aufſchlägen, an ſich trägt, ehe viele Wochen ins Land gehen! Guten Abend!“
Etwa vierzehn Tage nach dieſer Unterredung wollte ich meinen Kindern ein Vergnügen machen und führte ſie ſammt meiner Frau nach Aſtley's großem Amphitheater, um ihnen den Anblick der verſchiedenen Wunder und Schauſtücke der Kunſtreiterei zu zeigen. Es war gegen Eude Februars, und ein ſchlechtes Wetter, das ſich noch verſchlimmert hatte, wie wir aus dem Theater kamen; es regnete und ſchloßte, bei ſcharfem, ſchneidendem Wind und ſtockdunkler Nacht. Ich mußte mich noch in Scotland Yard“) melden, und ſchickte deßhalb meine Frau und Kin— der in einem Cab nach Hauſe, und nachdem ich noch eine kleine Rauferei in einem benachbarten Branntweinſchanke hatte beilegen helfen, ging ich meines Weges weiter über die Weſtmünſterbrücke. Das rauhe Wetter hatte die Straßen zu ungewöhnlich früher Stunde geleert, ſo daß außer mir kein Fußgänger auf der Brücke zu ſehen war, bis ich ſie halb überſchritten hatte, da ging auf einmal eine weibliche Geſtalt, die bis um den Kopf eingehüllt war und bitterlich weinte, raſch auf der eutgegengeſetzten Seite vorüber. Ich drehte mich um und ſah der ent⸗ ſchwindenden Geſtalt nach; es war eine jugendliche, ſym⸗ metriſche, und nach einer kleinen Pauſe des Zögerns ent— ſchloß ich mich, ihr in einiger Entfernung ſo unbemerkt zu folgen, als ich nur konnte. Das Frauenzimmer eilte unaufhaltſam weiter, bis ſie Aſtley's Lokal erreichte, und ich bemerkte, daß ſie hier plotzlich ſtehen blieb und mit einer Geberde der Verzweiflung die Arme in die Luft warf. Ich beſchleunigte meine Schritte, und als ſie deſſen
*) Dem Centralwachthauſe der Londoner Sicherheitspolizei. Anm. d. Red.
gewahr wurde, ſtieß ſie einen leichten Schrei aus und ſprang wieder weinend und ſchluchzend davon. Der flüch⸗ tige Blick, welchen ich im Vorübereilen unter der Gas⸗ lampe an Aſtley's Hauſe auf ſie geworfen hatte, rief eine bange Ahnung in mir wach, und ich folgte ihr, ſo raſch ich nur konnte. An der erſten Kreuzſtraße bog ſie hier ein, und ich würde ſie bald eingeholt haben, allein als ich um die Ecke bog, wo ſie verſchwunden war, rannte ich mit vollem Leibe gegen einen ſtämmigen älteren Herrn an, der von der entgegengeſetzten Seite nicht minder eil⸗ fertig herkam als ich. Wegen der Plötzlichkeit des Stoßes und des ſchlüpfrigen Bodens ſtürzten wir alle Beide zur Erde; und bis wir uns wieder erhoben und gegenſeitig angebrummt hatten, war das junge Frauenzimmer, wer ſie auch immer geweſen ſein mochte, verſchwunden, und ein mehr als halbſtündiges Nachforſchen nach ihr ergab ſich als ganz erfolglos. Endlich kam ich auf den Einfall, mich an der einen Ecke der Weſtmünſterbrücke zu verſtecken. Ich mochte etwa zwanzig Minuten lang ungeduldig ge— wartet haben, da ſah ich den Gegenſtand meiner Verfol⸗ gung ſich ſchüchtern und verſtohlen von der entgegenge⸗ ſetzten Seite der Straße her der Brücke nähern. Als ſie meinen Verſteck beinahe erreicht hatte, ſprang ich hervor; ſie erblickte mich, ohne mich zu erkennen, ſtieß einen Aus— ruf des Schreckens aus und flüchtete ſich nach dem Fluſſe hinab, wo eine Menge Balken und Baumſtämme an ein⸗ ander gebunden lagen, welche zuſammen eine Art loſen Floßes bildeten. Ich folgte ihr mit verzweifelter Eile, denn ich ſah, daß es in der That Mary Kingsford war und bat ſie zu halten, indem ich ſie laut beim Namen rief. Sie ſchien mich nicht zu hören, und in einigen Augenblicken hatte das unglückliche Mädchen das Ende des Floßes erreicht. Eine kurze Weile verharrte ſie mit gefalteten Händen am Rande, dann ſtürzte ſie ſich in den düſtern rauſchenden Fluß. Als ich die Stelle erreichte, wo ſie verſchwunden war, konnte ich ſie anfangs wegen ihrer dunklen Trauerkleidung nicht bemerken, dann aber erblickte ich ſie, wie ſie von ihren ausgebreiteten Kleidern noch immer über dem Waſſer gehalten, aber von der Strömung fortgetragen wurde, daß ich ſie nicht mehr er— reichen konnte. Die einzige Möglichkeit, ſie zu erhaſchen, lag noch vor, wenn ich über ein Stück runden Zimmer⸗ holzes hinauskroch, an deſſen Ende ſie voruͤberkommen mußte, weil es weit in den Strom hineinragte. Dieß brachte ich denn mit einiger Schwierigkeit zu Stande; ich legte mich platt auf den Stamm nieder, und verſuchte vergebens mit ausgeſtreckten, krampfhaft gereckten Armen, ſie am Kleide zu erhaſchen. Es blieb nun Nichts übrig, als mich geradezu in den Strom zu ſtürzen, und nach ihr zu tauchen. Allerdings zögerte ich eine Weile, ehe ich dieß that, denn ich trug eine ſehr ſchwere unbehüfliche Kleidung, deren ich mich nicht hatte entledigen können und war nur ein ſehr mittelmäßiger Schwimmer, wie alle Binnenländer. Aber meine Unentſchiedenheit ſchwand raſch; das arme Mädchen, obwohl nur allmählig ſinkend, hatte ſeither keinen Laut hören laſſen noch ſich dem Anſchein nach geſträubt; als ihr jedoch das eiskalte Waſſer bis an die Lippen reichte, ſchien ſie plötzlich zum Bewußtſein ihres entſetzlichen Geſchickes zu erwachen; ſie kämpfte wild mit der verſchlingenden Fluth und rief verzweiflungsvoll und aus Leibeskräften um Hülfe. Ehe man hätte zehn zählen können, hatte ich ſie am Arme gefaßt und ihr den Kopf über das Waſſer gehoben. Kaum aber war dieß geſchehen, ſo war mir, als würden meine Kleider alleſammt zu Blei, ſo ſchnell hatten die dicken Stoffe und hohen Stiefeln das Waſſer eingeſogen. Vergebens bemühte ich mich, auf
dieſe Weiſe doppelt gehindert, das Floß wieder zu er⸗
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