Ausgabe 
21.5.1853
 
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Intelligenz-Blatt

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Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M 39.

Sonnabend den 21. Mai

1853.

Amtlicher Theil.

Das Großherzoglich Heſſiſche

Kreisamt Friedberg

an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Verſicherung von Mobilien bei den conceſſionirten Feuerverſicherungsgeſellſchaften.

Unter Bezug auf die Verordnungen vom 22. De⸗ zember 1835 die Ausdehnung der Münchener und Aachener Feuerverſicherungsgeſellſchaft auf das Großherzogthum Heſſen, vom 26. November 1847 die Ausdehnung der Geſellſchaft Colonia auf das Großherzogthum Heſſen, und vom 23. September 1851 die Ausdehnung der Ge ſellſchaft Deutſcher Phönir auf das Großherzogthum Heſſen betreffend, deren pünktlichen Beachtung bei vorkommenden Geſuchen ich Ihnen empfehle, weiſe ich Sie zugleich an, bei Ihnen auf Stempelpapier zu 36 kr. zu erſtattenden Berichten, unter Beiſchluß des Verſicherungsantrags, ſtets anzugeben:

1) die Summen der Verſicherung und den Tag des Ver⸗ ſicherungsantrags;

ob der zu Verſichernde ein rechtlicher braver Mann iſt und die zu verſichernde Summe ſeinen Verhält⸗ niſſen entſpricht und ſomit, ohne Taxation, der Ge nehmigung ein polizeiliches Hinderniß nicht entgegen ſteht;

3) ob die Gebäude, worin verſichert werden ſoll, Eigen⸗ thum des Verſicherten ſind und wenn nicht, ob der Eigenthümer in die Verſicherung eingewilligt;

4) ob die Nachbarn nichts dabei zu erinnern haben, und wenn, worin der Einwand beſteht;

5) ob der zu Verſichernde ſchon verſichert war, wann, bei welcher Geſellſchaft und auf welche Dauer?

Berichte, welche nicht vollſtändig ſind, gehen zurück,

indem ohne vollſtändige Beantwortung der Fragen Ge⸗

nehmigung nicht ertheilt werden kann.

Friedberg den 16. Mai 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor.

1 An Dieſelben. Betreffend: Die Vornahme der Feuerviſitation für 1853. Sie werden an Rückſendung der Feuerviſitationsproto⸗ kolle mit Nachweis, ob die Gebrechen innerhalb der vorgeſteck⸗ ten Friſt beſeitigt ſind oder nicht, binnen 8 Tagen erinnert.

Friedberg am 16. Mai 1853. i de Beauclair, Kreisaſſeſſor.

An Dieſelben.

Betreffend: Die Abhaltung des Langgönſer Vieh⸗ und Krämer⸗ marktes für 1853.

Sie werden alsbald veröffentlichen, daß der in dem Landkalender auf den 31. Mai J. J. eingetragene Vieh⸗ und Krämermarkt zu Langgöns nicht an dieſem Tage, ſondern Dienſtag den 24. laufenden Monats abge halten werden ſoll.

Friedberg den 18. Mai 1853.

de Beauclair, Kreisaſſeſſor.

Miszelle.

Ein Bauersmann aus einer Gegend, wo wenig Wald iſt, kam in eine Apotheke. Der Apotheker hatte ſich ein Eichhörnchen verſchafft, das er in einen Trillerkäfig ſetzte, wo es den ganzen Tag im Triller lief. Als der gute, aber einfältige Bauersmann das ſchöne ihm unbekannte Thierchen ſah, betrachtete er es mit großer Aufmerkſamkeit und fragte dann den Gehülfen: Was iſt das?

Der Gehülfe, der ein Poſſenmacher war, ſagte: Es iſt unſer Lehrling.

Ei, was macht dann der in dem Dinge? fragte der Bauersmann weiter.

Wißt Ihr, ſagte der Schelm von Gehülfen, wir brauchen viel feine Apothekerpülverlein. Das iſt die Mühle worauf ſie gemahlen werden, und der kleine Gehülfe mahlt ſie eben. Der Bauer glaubte das und ging fort. Das Eichhörnchen war aber ſo klug, daß es ſich ein Loch in den Käfig nagte und bei Zeiten durchging.

Der Apothekergehülfe kam auch fort und der Apotheker bekam einen Andern, der fuchsrothe Haare hatte. Da man nun damals noch Haarzöpfe trug, ſo hatte der Gehuͤlfe auch einen ſolchen von anſehnlicher Länge im Nacken hängen.

Als nun nach einiger Zeit der Bauer wieder einmal in die Apotheke kam, ſteht er lange da, beſieht den leeren Trillerkäſig und den rothen Gehuͤfen mit ſichtbarem Er⸗ ſtaunen. Endlich fragt ihn der Gehülfe, warum er denn ſo in Erſtaunen da ſtehe?

Da wundere ſich Einer nicht! rief der Bauer; Euch kenn' ich auch noch recht gut; aber was habt Ihr Euch in der kurzen Zeit geſtreckt! Wißt Ihr noch, wie Ihr da

oben in dem Triller ſaßet, um Pulver zu mahlen?

Damals hattet Ihr das rothe Schwänzlein da hinten nicht umwickelt, und es ſtand Euch viel ſchöner!

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