laſſen, daß den daran leidenden Individuen die Kenntniß der beſtehenden geſetzlichen Vorſchriften ermangele.
Kein Militärpflichtiger kann ſich durch einen Bevoll— mächtigten, welcher Art er auch ſeie, für tauglich erklären laſſen; er muß in Selbſtperſon erſcheinen, inſofern er ſich
nicht dem im Artikel 43 des Recrutirungsgeſetzes ausge⸗ ſprochenen Nachtheile des Erſtmarſchirens ausſetzen will.
Friedberg den 4. Mai 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor.
Bekanntmachungen von Be— hoͤrden.
c ν Eid i e tig h d ue n g.
(677) Nachdem ſich durch die Aufſtellung des Inventars über das Vermögen des wegen Verſchwendung unter Curatel geſtellten Friedrich Roth, Ortsbürgers zu Gronau, eine Ueber— ſchuldung herausgeſtellt hat und die für ſolchen be⸗ ſtellten Curatoren eine Zuſammenberufung deſſen Gläubiger beantragt haben, ſo werden ſolche hierdurch auf den 20. k. M., Vormittags von 9-11 Uhr,
mit welcher Stunde contumacirt wird, in das Lokal des unterzeichneten Gerichts vorgeladen.
In dieſem Termine haben ſie ihre Forderungen glaubhaft anzumelden und ſich über die Wahl eines Curators zu vereinbaren, auch ſoll gleichzeitig zur Abwendung des förmlichen Concurs-Ver⸗ fahrens eine gütliche Uebereinkunft unter ihnen verſucht werden.
Die im vorgedachten Termine nicht erſchei⸗ nenden unbekannten Gläubiger werden von die ſem Verfahren ausgeſchloſſen, die bekannten, im Termine nicht anweſenden chirographariſcher Gläubiger aber gleich der Minderzahl der vor getretenen als dem Beſchluſſe der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger beitretend erachtet werden.
Bergen den 20. April 1853.
Kurfürſtliches Juſtiz-Amt Hille. vdt. Molter.
Fruchtverſteigerung zu Butzbach. (696) Dienſtag den 24. d. M., Vormittags 11 Uhr, wird in dem Gaſthauſe zum Heſſiſchen Hofe zu Butzbach der Reſt der auf dem fiscali⸗ ſchen Speicher daſelbſt lagernden 18521 herr⸗ ſchaftlichen Früchte, in ungefähr 50 Malter Korn und 16 Malter Gerſte beſtehend, öffent⸗ lich verſteigert.
Friedberg den 3. Mai 1853.
Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Buß.
Bekanntmachung.
(699) Das am 25. und 26. v. M. ver⸗ ſteigerte Holz im Straßheimer Walde kann, vom 19. d. M. anfangend, an jedem Dienſtag, Donnerſtag und Samſtag bis zum 20. Juni l. J. abgefahren werden. Ockſtadt am 2. Mai 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Oeffentliche Bekanntmachung.
(709) Durch Beſchluß Gr. Hofgerichts der Provinz Oberheſſen vom 19. v. Mts. iſt der Metzgermeiſter Anton Winter von Buß ⸗ bach für einen Verſchwender erklärt und der ſelbſtſtändigen Verwaltung ſeines Vermögens entſetzt worden. Dies wird mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß fortan Rechtsgeſchäfte, die ohne Zuziehung und Zuſtimmung des beſtellten Curators, Collektor Kuhl in Butzbach, mit dem⸗ ſelben abgeſchloffen werden, aller Gültigkeit entbehren. Bereits beſtehende Anſprüche aber find binnen einer Friſt von drei Wochen bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, wenn ſie bei der angeordneten Regulirung ſeines Ver⸗ mögens und Schuldenſtandes Berückſichtigung finden ſollen. Butzbach den 30. April 1853. eee daſ. 0 el.
Das Soolbad Naubeim in der Wellerau
(698) wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet.
Die Anſtalt hat ſeit dem letzten Sommer durch die Erbauung eines geräumigen zweiten Badehauſes eine weſentliche Bereicherung erfahren. In den zu beiden Seiten des großen Sool⸗ ſprudels gelegenen Badhäuſern kommen jetzt 64 gut eingerichtete Badezimmer mit 68 Wannen zur Benutzung; außerdem verfügt die Anſtalt noch über zwei beſondere Cabinette mit Douchevorrichtung und über 6 ältere Badezimmer— im Ganzen alſo über 76 Badewannen, ſo daß täglich 5—600 Bäder verabreicht werden können.
Die hieſigen Bäder werden bekanntlich aus dem 26 R. warmen gasreichen Soolſprudel bereitet und haben ſich durch ihre ausgezeichnete Heilkraft bereits einen vorzüglichen Ruf erworben.
Von dem alteren oder kleinen Soolſprudel benutzt die Badeanſtalt gegenwärtig nur das kohlenſaure Gas, wovon derſelbe täglich 25 28000 Cubikfuß liefert, zur Bereitung von Gas⸗ und Gasdouchebädern.
Die beiden Trinkquellen, der Kur- und der Salzbrunnen, haben eine neue und zweck- mäßige Faſſung erhalten und werden mit geſchmackvollen Anlagen umgeben. Eine neu entdeckte alkaliſche Natronquelle kommt in dieſem Sommer zuerſt zur Benutzung. Zu anderen Erweiterungen und ee der Badeanſtalt iſt durch bedeutenden Landankauf die nöthige Einleitung getroffen.
Der kurmäßige Gebrauch der hieſigen Quellen hat ſich bei den durch Störungen des organiſchen Stoffwechſels bedingten Krankheiten, namentlich bei Serofeln, Gicht, Rheumatismus, Flechten, chroniſchen Unterleibsbeſchwerden und vielen Arten von Nervenleiden, hülfreich bewährt.
Die ärztliche Praxis bei dem Bade wird von dem Phyſikus Dr. Bode und dem prak— tiſchen Arzt Dr. Ehrhardt ausgeübt; wundärztlicher Hülfeleiſtung unterzieht ſich außer dem erſtge⸗ nannten Arzte auch der Amtswundarzt Bechtold.
Zur Aufnahme der Kurgäſte eingerichtete Wohnungen ſind in genügender Anzahl vor⸗ handen. Beſtellungen von Logis in den Badhäuſern ſind zeitig an die Soolbade-Inſpection zu richten, welche auch jede andere etwa gewünſchte Auskunft bereitwilligſt ertheilen wird.
Nauheim den 29. April 1853.
Kurfürſtliches Salzamt.
H. Engelhardt. F. Schreiber. R. Ludwig. Avenarius.
Edictalla dung.
(710) Auf den Antrag der Beneficiar-Erben des am 3. April l. J. hierſelbſt verſtorbenen Bahnhofsarbeiters Ernſt Friedrich Chriſtian Schäfer aus Nauheim, als:
1) ſeines Vaters des Salzwiegers Ernſt Schäfer für ſich und ſeine minderjährigen Kinder Georg und Catharine,
2) des Weißbinders Heinrich Schäfer und
3) der Ehefrau des Kappenmachers Joh. Georg Reich, Marie, geb. Schäfer,
ſämmtlich von hier, werden die Gläubiger des genannten Ernſt Fr. Chr. Schäfer hierdurch zum Zwecke der Feſtſtellung des vorläufig auf⸗ genommenen Inventars öffentlich aufgefordert, ihre Forderungen bei Meidung der Nichtberück⸗ ſichtigung bei dieſem Geſchäfte im Termine den 23. d. M., Vormittags 9 Uhr, bei unterzeichnete Gerichtsſtelle anzumelden. Nauheim am 2. Mai 1853. Kurfürſtliches Juſtizamt Kid hee e.
d) Unterhaltung der ſtädtiſchen Güter: Schreinerarbeit, veranſchl. zu 11 fl. 39 kr. Schlofferarbeit,„„ Weißbinderarbeit, 17 17 4„ 30„ Handarbeit, 7„ 56„ 9 e) Unterhaltung der Vicinalwege: Maurerarbeit, veranſchl. zu fl. 39 kr. Pflaſtererarbeit,„„„ Handarbeit,„„ 156% 43. Sodann Anliefern zu dieſen Arbeiten er⸗ forderlichen 0,450 Cubikklafter Mauerſteinen, 0,325 Cubikklftr. Pflaſterſteinen, 3,0 Cubikklftr. Chauſſirſteinen, 24 laufende Fuß Kanaldeckel, von Rockenberger Sandſteinen, 1200 Stück Ruſſenſteinen und 4 Bütten Kalk. Friedberg den 3. Mai 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender.
Schaafpferche-Verpachtung. (712) Mittwoch den 11. Mai, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 10 Schaafpferche, welche den 20. Mai ihren An dt. Schlarbaum. fang nehmen, meiſtbietend verpachtet.
5 0 Friedberg den 8. Mai 1853. Arbeits ⸗Verſteigerung. Der Gfoßherzo gl. Bürgermeiſter (710 Mittwoch den 18. d. M., Vormittags Bender. 00 5 5 8 Uhr, werden auf hieſigem Rathhauſe nach n e
ſtehende Arbeiten und Lieferungen an die We⸗ (713) Die Benutzung des Graſes an den
nigſtnehmenden verſteigert: 0 7 N 5 a) Unterhaltung des Rathhauſes und der Kreis- Böſchungen und in den Gräben der Staats
rathswohnung: ſtraßen des Baubezirks Friedberg pro 1853 Maurerarbeit, veranſchl. zu 42 fl. 31 kr wird in folgenden Terminen öffentlich an die Steinhauerarbeit,„„ 13% 45 Meiſtbietenden verſteigert:
Zimmerarbeit,„ 1 8% 2 1) Mittwoch den 11. Mai l. J., Vormittags Schreinerarbeit,„* 7„ 33„ um 10 Uhr, in Friedberg bei Herrn Gaft⸗ Schloſſerarbeit,„ a wirth Netz vom III. Bauaufſehersbezirk.
Glaſerarbeit,„„ 14 45 2) Donnerſtag den 12. Mai l. J., Vormit⸗
tags um 11 Uhr, in Nie derwöllſtadt bei Herrn Gaſtwirth Puth vom IV. Bauauf⸗ ſehersbezirk.
3) Donnerſtag den 12. Mai l. J., Nachmit⸗ tags 1 Uhr, auf dem Ilbenſtädier Chauſſee⸗ haus vom VI. u. VII. Bauaufſehersbezirk.
Weißbinderarbeit,„ 1 5 b) Unterhaltung der Feuerſpritzen: Sattlerarbeit, veranſchl. zu 36 fl.— kr. c) Unterhaltung der Straßen der Stadt: Pflaſtererarbeit, veranſchl, zu 48 fl.— kr. Handarbeit, 1„ 36—
1110 2 Sam 5) 9 Uhr zum Lem bann, 10 Nea 11 Uhr,
Koch* Donne 9 1096 1 wülth 75 0 Donner 7 1000 2 Hol bez. Friedbelg, Das Olo!
Bel 710 An: ſolgende bauf die Meiftbieten annehmbaren ich an die 3 55 Mittwoc 10 Uhr, rte Gemarkünt Flur 1 Nr. Müllerhans 2 Donnerſt tags 1 U haus: a) G Flur 1 Nr. der Brück Flur 2 Nr, Speckenby b) Fur 6 Nr. Augarten; Flur 6 Nr. Breitenbach Flur 6 Nr.“ Flur 11 Nr. Lachgräben. 3) Donnerſt tags 10 wirth W a) G dur 21 Nr. Steinbruch b) G Zur 11 Nr. UAlftr fr 4) Donnerff tags 2 1 wirth 0 dur 2 Nr. „Irledberger Flut 2 Nr. 29 Engſltgaler Friedberg Das G
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