Sr. Majeſtät dem Kaiſer von Rußland verliehenen St. Stanislaus⸗ Ordens zweiter Klaſſe zu ertheilen geruht.— 7) Ertheilung eines Pa⸗ tents. Am 23. Juli wurde dem Georg Spencer von London für den ganzen Umfang des Großherzogthums und auf die Dauer der nächſten fünf Jahre das ausſchließliche Recht, die von ihm erfundene, durch Zeich⸗ nung und Beſchreibung näher erläuterte Verbeſſerung der Kautſchukfeder⸗ apparate an Eiſenbahnwagen allein in Anwendung bringen zu dürfen, ertheilt.— 8) Dienſtnachrichten. Am 26. Juni wurde der D.⸗St.⸗E. des E.⸗D. Alzey Joh. Jac. Eſſelborn zu Alzey zum Rentmeiſter des Rentamtsbezirks Alzey, am 5. Aug. der Steiger III. Klaſſe Carl Plock auf dem Dorheimer Bergwerk zum Oberſteiger auf dem Salzhauſer Werke, am 10. Aug. der Acceſſiſt bei der Geh. Kanzlei des Miniſteriums der Finanzen Ehriſtian Welſch zum Geheimen Kanzliſten bei derſelben ernannt, am 18. Aug. wurde der ſeither als juriſtiſches Mitglied der Eiſenbahn⸗Bau⸗Direckion zu Gießen verwendete Aſſeſſor m. St. an dem Landgerichte zu Gladenbach Friedrich Julius Harbordt zum Aſſeſſor mit Stimme an dem Landgerichte zu Butzbach ernannt; an demſelben Tage wurde dem Vicar an der Elementarſchule zu Herbſtein Georg Dehn die erledigte obere Knaben⸗Schullebrerſtelle daſelbſt übertragen.— 9) Cha⸗ rakterertheilung. Am 19. Aug. wurde dem Botenmeiſter und Protokolliſten bei dem Admimniſtrativ-Juſtiz⸗ und Lehnhof Ludwig Leyh zu Darmſtadt der Charakter als„Kanzleiſeeretär“ verliehen.— 10) Concurrenzeröff⸗ nungen. Erledigt ſind: die zweite Stadtpfarrerſtelle zu Gießen mit einem Gehalt von 1654 fl. 37 kr.; die evang. Schulſtelle zu Eberſtadt, Kreiſes Gießen, mit einem Gehalt von 324 fl 46 kr. nebſt einer Ent⸗ ſchädigung von 30 fl. 56 kr. für Heizung des Schullocals.— 11) Ver⸗ ſetzung in den Ruheſtand und Charakterverleihung. Am 24. Juli wurde der Friedensrichter des erſten Bezirks der Stadt Mainz, wie auch Rhein⸗ zollrichter und Ergänzungsrichter am Kreisgerichte zu Mainz Joſeph Heinrich Schalk, auf Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen und treuen Dienſte und unter Verleihung des Charakers als„Juſtizrath, in den Ruheſtand verſetzt.— Geſtorben find: Am 20. Jan. der Kanzlei⸗ diener bei der Rechnungskammer Johann Müller; am 5. Aug. der pen⸗ ſionirte Unterförſter Johannes Kalbfleiſch zu Bieber; am 19. Aug. der Bauaufſeher 1. Claſſe Röth zu Mainzz am 21. Aug. der Acceſſiſt bei der 2. Abtheilung der Rechnungskammer-⸗Juſtificatur Aug. Elwert.
Das Examen. Von W. O. von Horn.
Ich wollte meinen Kopf drauf wetten, daß viele von meinen lieben Leſern ſchon von dem„alten Deſſauer- gehort haben, der Einer der tapferſten Generäle Preußens war. Dieſer ſogenannte„alte Deſſauer⸗ war aber der Fürſt Leopold von Deſſau. Ein kurioſer Kauz, wie ſie nicht alle Tage die Sonne beſcheint, aber ein Mann von edler, tüchtiger Geſinnung. Man erzählt eine Menge Schnurren und Schnacken von ihm; die ich aber hier er— zählen will iſt keine gemachte und ihm angedichtete, ſon— dern eine wahre Begebenheit. Das Regiment des Fürſten lag in Halle in Garniſon und auch er hielt ſich meiſt in Halle auf, war aber oft ſehr ungehalten über die ſchlechten Sitten, welche unter ſeinen Soldaten einriſſen, darum wollte er auch, als ſein Feldprediger verſetzt worden war, ſich einen neuen Feldprediger herausfingern, der ſich, wie man ſagt, gewaſchen und Haare auf den Zähnen hätte.
Fürſt Leopold befand ſich einige Zeit in Deſſau bei ſeiner Familie, als ſich eines Tags ein junger Geiſtlicher melden ließ, der Feldprediger werden wollte.
Er kann kommen, ſagte er zu dem Kammerdiener, der ihn meldete und bald trat in männlich-feſter, faſt militäriſcher Haltung ein ſtattlicher, ſchöner und fein ge— kleideter junger Mann herein.
Der Fürſt Leopold hatte durchdringend ſcharfe Augen. Er muſterte den jungen Mann ſcharf. Er gefiel ihm ſehr, beſonders der Ausdruck männlicher Feſtigkeit in ſei— nem Weſen.
Er will alſo Feldprediger bei mir werden? fragte er den jungen Mann.
Wenn Eure Durchlaucht das Zutrauen in mich ſetzen wollen, daß ich dazu befähigt ſei, ſo wär's mein Wunſch, erwiederte der junge Mann und zog eine Brieftaſche her— aus, aus welcher er eine Anzahl Zeugniſſe über den Stand ſeiner Kenntniſſe und ſeine Aufführung herausnahm, um ſie dem Fürſten zu überreichen.
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Der Füͤrſt machte eine abweiſende Bewegung mit der“
Hand und ſagte: Thu' er das papierne Zeug da wieder in Seine Brieftaſche. Ich hab's nicht gerne, wenn Andre für mich gucken. Hab' ſelber gute Augen. Ich fühle meinen Leuten gerne ſelber auf die Zähne und Er mag ſich bereit halten, von mir examinirt zu werden. Das will ich Ihm fagen, fuhr er fort, daß ich mich um den gelehrten Kram gar nicht kümmere, ſondern, daß es mir darum zu thun iſt, einen Mann zu kriegen, der meine Kerls gehörig zu faſſen und zurechtzumachen verſteht; denn ſie taugen dem Teufel nichts, ſobald ſie aus dem Dienſte ſind.
Er ging nun ſchnell einige Mal im Gemach auff
.
und nieder als beſönne er ſich auf das, worin er den
jungen Mann examiniren wolle. Dieſem mochte bei ſolch einem ganz abſonderlichen Examen das Herz denn doch ein wenig laut pochen; aber ſeiner Kenntniſſe ſich bewußt und auch ſonſt reſolut, erwartete er ziemlich gefaßt das, was nun kommen ſollte. Plötzlich trat Leopold vor ihn hin und ſprach: Da Er bei meinem Regimente Feldpre⸗ diger werden will, ſo muß ich Ihn auch mit ſeiner künf— tigen Heerde bekannt machen. Das ſind lauter räudige Schafe, ſag' ich Ihm, lauter Racker. Brav und tapfer vor dem Feinde, ja das ſind die Kerls, das muß ich ſagen; Kerls wie die Loͤwen! Bei Stettin, auf der Inſel Rügen, in Ungarn bei Ofen, bei Hochſtädt und Kaiſerswerth, in Italien und Brabant haben ſie ſich ge⸗ ſchlagen, daß es eine Pläſir war und die lieben Engel im Himmel ihr blaues Wunder an ihnen ſahen; aber ſind ſie einen Tag in der Garniſon, ſo fährt der Satan in ſie hinein. Dann karten, ſaufen, räſonniren und lieder— lichen ſie, daß es eine Schande iſt. Dann verkaufen ſie das Hemd vom Leibe und bringen's durch. Das Hemd vom Leibe! Sag Er ſelbſt, was iſt dem Menſchen näher, 995 ee auf dem Leib? verhandelt auch ſeinen Kameraden, ſeinen Hauptmann ſeinen Oberſten und ſeinen Konig, 19 0 655 i fott findet, der ſie kaufen will! Dann werden die Kerle desperat, ſchmieden Complotte und gehen zum Henker! Da ſag' Er mir, will Er das hintertreiben?
Der junge Mann beſann ſich kurz, reichte dem Fuͤr⸗ ſten die Hand und ſagte feſt: Ja, mit Gottes Hülfe! Eure Durchlaucht müſſen mir aber auch in die Hände arbeiten und mich unterſtützen.
Der Fürſt blickte ihn unverwandt an. Als ihm der
junge Mann ſeine Hand darreichte, faßte und drückte er ſie. Das verſteht ſich von ſelber; fuhr er fort. Er ſoll an mir einen treuen Adjutanten haben, darauf verlaß Er ſich. Bring' ich die Kerls nicht in die Reihe und zur
Raſon, ſo will ich lieber den Degen nicht länger tragen!
Hör' Er mal, fuhr Fürſt Leopold fort, ich möchte wiſſen, wie Er mit ſo einem Bruder Liederlich umſpringen will, der keinen Schuß Pulver werth iſt, und den Ihm der Hauptmann zuſchickte und Ihn bitten ließe, dem Ker den Pelz aus dem Fundamente durchzuwaſchen. Denke Er, ich wär' ſo Einer und ſtünde jetzt vor Ihm, um dat Kapitel aus den Leviten einmal Sein Exercitium!
Der junge Mann dachte: Holla! nun gilt's! Abel
ich will dir den Kümmel reiben, daß dir das Nießen au- Er ſtellt ſich in Poſitun
kommt, als wär's Säntomer! und Fürſt Leopold faltet die Hände, ſenkt das Haupt und nimmt die Stellung eines Menſchen ein, der ſich ſeiner Schuld bewußt iſt und demüthig die Strafpredigt anzi— hören ſich eben anſchickt.
g Mit feſter, klarer Stimme begann der junge Geiſ⸗ liche: Es iſt euch bekannt, warum Euer braver Hen
Wer das verkauft, der
gehörig zu faſſen! Mach' En 5 1 Numershei
Hunkenbold,* ottes ererben n Euer Hen Euer Seel ere Seele le nachen. Drum im und horet, käufer, zu den alt, noch Un! Folde.“(Luca Als der time erhobe git großem J. — Jekamuma
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