Ausgabe 
28.1.1852
 
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weil er ſich noch nie nach ſeiner Decke ſtrecken gelernt

. Schon am zweiten Tag ſah er ein, daß er wohl unter dem Bauholz ſchlafen müſſe, wenn er für Brot noch etwas uͤbrig haben wolle. Er thats; aber für die zart⸗ gewohnten Rippen und Knochen war das Lager entſetz i 1 1

10 Wan Morgen des fünften Tages, da die Sonne auf's Schiffsbauholz ſchien, erwachte er hungrig und hatte nichts mehr. 8 8 5

Da ſaß er die Stirne in die Hand geſtützt, und es fielen dicke Tropfen aus den Augen auf die harte Erde unter ihm. Doch es waren noch nicht die rechten Thränen, die Traurigkeit war die noch nicht, die Paulus eine gött⸗ liche nennt, welche eine Reue gebiert, die Niemanden gereuet; es war noch eine weltliche, fleiſchliche es war der Unmuth über das Mißlingen ſeiner Pläne. An die reuige Rückkehr in's Vaterhaus dachte er nicht. Gott wollte ihn noch anders führen.

Wie er ſo da ſaß und nichts hörte noch ſah, kam ein Schiffshauptmann daher, deſſen Schiff eben ſegelfertig lag nach der weſtindiſchen oder eigentlich ſüdamerikaniſchen Inſel Saint Croix(ſprich: Sänt Croa), dem aber noch ein Nohtmaſt fehlte, den er ſich hier ausſehen wollte. Ihm war das Unglück paſſirt, daß ihm ſein Schreiber geſtorben war. Er ſelbſt nämlich war nicht ſonderlich fir in dem Artikel, darum hielt er ſich einen Schreiber, dem er das Nöthige in die Feder ſagte. Als er ſo um die großen Haufen des Holzes herum ging, ſieht er den Leonhard da ſitzen und ſieht auch das Träufeln der Thränen. Er be⸗ trachtet ſich den achtzehnjaͤhrigen, ſauberen Burſchen, ſeine feine Kleidung und denkt: wer weiß, da kriegſt du viel leicht wieder einen Schreiber!

Er tritt zu ihm und klopft ihm mit den Worten: Warum ſo troſtlos, mein Sohn? auf die Schulter. In dem Tone des Mannes lag etwas Weiches und Gut⸗ müthiges, das Leonhard's Herz wohlthätig berührte. Er erſchrack freilich über die unerwartete Berührung und An⸗ rede, aber er ſammelte ſich ſchnell und ſagte:

Hunger im Magen, kein Verdienſt in Ausſicht und kein Geld im Beutel, das ſind Quellen ſchlechten Troſtes, Herr Capitän. Vollkommen richtig; erwiederte lächelnd

der Schiffscapitän; allein da wäre ja doch zu helfen,

wenn Arbeitsluſt und Gottvertrauen dabei wäre.

Beides fehlt mir nicht(er log da, denn Gottvertrauen kannte er noch nicht!), ſagte er keck; aber ſeit fünf Tagen ſuche ich Arbeit und finde keine.

Der Schiffskapitän ſah ihm in die Augen und dieſer Blick reichte für den Menſchenkenner hin, Wohlgefallen an dem Menſchen zu finden.

Nun, ſagte er dann, wenn Ihr mir klaren Wein über Euch einſchenkt und gute Atteſte habt, ſo könnte ſich's machen, daß Ihr Arbeit bei mir fändet, wenn Ihr nämlich Luſt habt, mit mir nach der Inſel Saint Croix zu reiſen?

Das war Waſſer auf Leonhard's Mühle! Setzt Euch ein Bischen zu mir oder befehlt, wohin ich mit Euch gehen ſoll, ſo will ich Eurem Wunſche vollkommen genügen, ſagte Leonhard.

Mit den Worten: Es iſt mir ſchon gut genug hier, ſetzte ſich der Schiffscapitän zu ihm und Leonhard beich tete ihm, wie einem Pfarrer, haarklein, wie Alles gekom men, und blieb der Wahrheit bis in's Kleinſte treu.

Der Schiffscapitän hörte aufmerkſam zu und ſagte, als Leonhard geendigt hatte: Macht Euch auf, mein Sohn, und geht zurück zum Vater und bittet ihn um Vergebung Und dieſe Worte begleitete er noch mit nachdruͤcklichen

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Ermahnungen an das, was ein Kind ſeinem, wenn auch

vielleicht fehlenden Vater ſchuldig iſt. Lieber hungerſter⸗

ben! rief entſchloſſen und feſt der Leonhard.

Der Schiffscapitän redete ihm hart und ſanft zu; als er eben ſah, daß nichts zu ändern ſei, ſagte er: Gut denn; Ihr ſollt mit mir an Bord meines Schiffes gehen. Iſt Euer Wohlverhalten ſo, daß ich zufrieden ſein kann, ſo ſollt Ihr's nicht bereuen, mit mir gegangen zu ſein; ich will dann in Sanit Croix für Euer Fortkommen ſorgen.

Leonhard verſprach heilig und theuer, gehorſam und treu zu ſein, und der Schiffshauptmann nahm ihn mit, und nachdem der Nothmaſt hergeſtellt und an Bord, das heißt in der Schiffsſprache: im Schiffe, war, lichteten ſie bei günſtigem Winde die Anker und ſegelten in Gottes Namen ins weite Weltmeer hinaus.

Leonhard war noch nicht zur Erkenntniß ſeines Un rechts gekommen. Er ſah ſich noch immer als den leiden den Theil an und glaubte in ſeinem Rechte zu ſein, daß er ins Vaterhaus nicht zurückgekehrt ſei. Dem Schiffs⸗ capitän war er treu ergeben. Unermüdet arbeitete er, deſſen Aufträge zu erfüllen. Da er mancherlei Kenntniſſe beſaß, ſo konnte ihn der Schiffscapitän wohl brauchen und bediente ſich ſeiner mit großem Vortheil. ungemein lieb und bewies ihm dieſe Neigung überall. Dies reizte die anderen Schiffsofficiere zu Neid und Feind ſchaft gegen ihn, was ſie ihm jedoch zu beweiſen den Muth nicht hatten, ſo lange der Capitän in ſchützte. Oft redete er mit ihm, wie er in Saint Croix für ihn ſorgen würde; allein der Menſch denkt's und Gott lenkt's. Noch auf der See erkrankte der Cavitän. Leonhard pflegte ihn mit treuer Liebe und Dankbarkeit; die Krankheit nahm aber ſo überhand, daß der brave Schiffscapitän ſtarb. Leonhard trauerte tief um ihn. Er ſah eine Stütze ſeines Fort

kommens zerſtört und ihm begann es bange zu werden,

wie es ihm ergehen würde.

Bald genug zeigten ſich für ihn die Folgen des Haſſes, welchen die Schiffsofficiere auf ihn geworfen hat ten. Der erſte Schiffslieutenant übernahm nun den Be fehl. Es war ein finſterer, rauher Menſch, der Leonhard ſehr abgeneigt war. Bisher hatte Leonhard bei dem Capi tän gewohnt und an ſeinem Tiſche gegeſſen. Jetzt mußte er in dem ſchlechteſten Raume des Schiffes ſchlafen; mußte mit den Matroſen eſſen und alle die ſchweren Arbeiten eines Schiffsjungen verrichten, zu denen ſich noch allerlei Quälereien geſellten, die ihm das Leben auf dem Schiffe, das fur ihn bisher ſo angenehm war, zu einer wahren Qual machten. Murren half nichts. Sich dagegen auf lehnen, hätte ihm die ſchwerſte Strafe zugezogen. Da blieb nichts übrig, als ſtille dulden, arbeiten und entbeh ren. Er ſank oft Abends auf ſein dürftiges Lager ſo er müdet, ſo völlig erſchöpft, daß er wünſchte, er möge den morgenden Tag nicht erleben. Dabei wurden ihm die härteſten Worte gegeben. Er konnte Nichts recht machen. Jeder ſtieß ihn hierhin und dorthin; denn als die Matroſen ſahen, wie die Officiere ihn mißhandelten, machten ſie's ihnen nach, und, da ſie deßhalb nicht zurechtgewieſen und beſtraft wurden, vielmehr merkten, daß das den Officieren wohlgefiel, fand ihre Rohheit und Grauſamkeit keine Grenze mehr und Leonhard war unſtreitig der geplagteſte

Menſch, der nicht eine Minute Ruhe fand und ſelbſt den

Matroſen die gemeinſten Dienſte verrichten mußte und dafür Püffe und Rippenſtöße als Dank erntete. Der harte Stein wurde weich. Nicht den zehntauſendſten⸗

Theil dieſes Unrechts hatte ihm der Vater angethan, und gegen den hatte er im Ungehorſam ſeine widerbellende Hier mußte er Rohheit und Mißhand

Stimme erhoben.

Er gewann ihn

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