ihr mit Leib und Seele entgegen; und wenn unſer Va⸗ terland dereinſt wieder frei wird, ſo ſeyen Sie verſichert, daß kein Schatten von Sklaverei darin zurückbleiben ſoll. Fluchen Sie daher unſeren Feinden und bemitleiden Sie uns, da wir eine ſo verzweifelte Lage zwiſchen ruſſiſchen Bajonetten und Sibirien auf der einen Seite, und dem Haſſe unſer Leibegenen auf der andern Seite haben.“
b Nach dieſen Worten ſtürzte Leon, ohe auf eine Antwort zu warten, aus dem Zimmer. Die. hüre ſchloß ſich hinter ihm. Giovanna lauſchte dem Schall ſeiner eili⸗ gen Schritte bis er in der Straße erſtarb. Sie wäre ihm gerne nachgelaufen, aber ſie wagte es nicht. Sie ſtürzte nach dem Fenſter. Roszynsky's Wagen rollte raſch davon, und vergebens rief ſie ihm nach:„Ich liebe Dich, Leon; ich habe Dich ja immer geliebt! 8
Ihre Qual war unerträglich. Sie zu erleichtern eilte ſie an ihren Schreibtiſch und ſchrieb nachſtehende Worte:„Theuerſter Leon, verzeihen Sie mir; laſſen Sie die Vergangenheit auf ewig vergeſſen ſein. Kehren Sie zu Ihrer Anielka zurück. Sie war immer die Ihrige, und wird es ewig ſein!“
Sie ſandte den Boten ab. Kam er wohl zu ſpät? oder würde er ihn zurückbringen? In der Hoffnung des letzteren zog ſie ſich in ihr Zimmer zurück, um einen klei⸗ nen Plan auszuführen.
Leon war in Verzweiflung. Er ſah ein, daß er zu vorſchnell geweſen, da er zu bald nach der Kunde von dem Tode ſeiner Frau ſeine Liebe erklärt hatte, und ge⸗ lobte, Anielka mehrere Monate lang nicht mehr zu ſehen. Seine Aufregung zu beſänftigen, war er einige Meilen weit in das Land hinaus geritten. Als er nach ein paar Stunden in ſein Hotel zuruͤckkam, fand er ihr Billet. Mit dem wilden Entzuͤcken, das die Worte in ſeine Seele ge— goſſen, flog er zu ihr zurück.
Als er ihren Salon erreichte, ſchien ein neuer und ſchrecklicher Wechſel der Dinge Spott mit ſeiner Leiden⸗ ſchaft treiben zu wollen— Anielka war nirgends zu fin⸗ den. War die italieniſche Sängerin entflohen?
Von Neuem gerieth er in Verzweiflung, ja, er war wie verſteinert über dieſe Enttäuſchung. Wie er noch im Zweifel, was jetzt zu beginnen, da ſtand, hörte er in der Entfernung ein Ave Maria. Er glaubte dieſe Töne wie⸗ der zu erkennen. Ein Heer von Erinnerungen ſchwamm auf ihnen heran: eine weinende Leibeigene, der Garten ſeines Heimathſchloſſes! Von einem neuen Entzücken er⸗ faßt, folgte er der Stimme. Er ſpürte ihr nach bis in ein inneres Zimmer, wo er endlich die liebliche Sängerin fand, wie ſie im Koſtüme einer polniſchen Leibeigenen auf den Knieen lag und ſang. mit einem rührenden Lächeln und trat ihm mit ernſter Schüchternheit entgegen. Leon breitete ſeine Arme aus; ſie ſank an ſeine Bruſt; und in dieſer Liebesumarmung waren alle vergangenen Leiden, war alles erduldete Un⸗ recht vergeſſen! Anielka zog eine kleine Börſe aus ihrem Buſen und nahm ein Silberſtück daraus hervor. Es war der Rubel. Jetzt lächelte Leon nicht mehr darüber. Er begriff die Heiligkeit dieſer kleinen Gabe; und Thränen der Reue fielen auf Anielka's Hand. 18
Wenige Monde ſpäter ſchrieb Leon an den Haus⸗ meiſter von Olgogrod, er ſolle die glänzendſten Vorkeh— rungen für den Empfang ſeines zweiten Weibes treffen. Er ſchloß ſeinen Brief mit den Worten:„Ich höre, daß ſich in dem Kerker unterhalb meines Schloſſes einige Un— glückliche befinden ſollen, die zu Lebzeiten meines Vaters dort eingekerkert wurden. Setzen Sie ſie augenblicklich in Freiheit. Dieß ſoll meine erſte Handlung des Dankes gegen Gott ſein, der mich ſo unendlich beglückt hat!“
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Sie erhob ſich, grüßte Leon
Anielka ſehnte ſich heftig, ihren Geburtsort recht bald wieder zu ſehen. Gleich nach der Trauung verließen ſie Wien, obſchon es nach Mitte Januars war.
Es war bereits ganz dunkel, als der Wagen mit; ſeinen vier Pferden vor dem Schloßthore von Olgogrod anhielt. Während ein Diener die Wagenthüre auf der
einen Seite öffnete, erſchien auf der andern, wo Anielka un Glücklich darüber, gleich beim Betreten ihrer neuen Heimath eine u? gute Handlung thun zu können, gab ſie ihm etwas Geld; aber ſtatt dafuͤr zu danken, erwiderte der Mann ihre Güte mit einem wilden Gelächter, und unter ſeinen dicken, ſchat
ſaß, ein Bettler, der um ein Almoſen flehte.
tigen Brauen hervor ſchoß ein Blick der roheſten Wildheit. Dieſer ſeltſame Vorfall machte einen ſchmerzlichen Eindruck auf Anielka und trübte ihr Glück. Leon beſänftigte und beruhigte ſie. In den Armen des geliebten Gatten ver—
gaß ſie Alles, nur die Seligkeit nicht, ſich als das Idol
ſeiner Zärtlichkeit zu wiſſen. Auf die Anſtrengung und Aufregung von der Reiſe her kam ihnen die Nachtruhe höchſt erwünſcht.
gen. Das Schloß war von einem Feuermeer umgeben,
das furchtbare Wogen ſchlug. Immer höher und höher
ſtiegen die Flammen, die Fenſter barſten mit einem ſchreck—
lichen Knall und der Rauch drang nach den entfernteſten
Gemächern.
Die einſame Geſtalt eines Mannes ſchlich über den Schnee hin, der wie ein Grabtuch über der öden Wüſte lag, ſeine vorſichtigen Schritte tönten auf dem gefrornen Schnee, der unter ſeinem Auftreten kniſterte. Es war der Bettler, der Anielka angeſprochen hatte. Auf einem nahen Hügel wendete er ſich um und ſchaute nach der ſchreckli— chen Scene. Leben in euern Kerkern hinſchmachten müſſen,“ rief er. „Was war mein Verbrechen? Daß ich meinen Herrn an die Niedrigkeit ſeiner Geburt erinnerte! Darum riſſen ſie mich von meinem einzigen Kinde weg, von meiner lieben kleinen Anielka; ſie hatten kein Mitleid mit ihrem ver⸗ waisten Zuſtande. Mögen ſie Alle zu Grunde gehen!“
Plötzlich ſtürzt ein ſchönes junges Weib in wilder Flucht nach einem der Hauptfenſter, ſie macht eine heftige Anſtrengung, ſich zu retten. Einen Augenblick lang hebt ſich ihre liebliche Geſtalt, von einem weißen Gewande um— hüllt, in furchtbarem Relief von dem Hintergrunde der
flammenden Vorhänge und Wände ab, und verſinkt dann
plötzlich in dem raſenden Element. Hinter ihr erſcheint noch eine Geſtalt, die ſich vergebens müht, ihr zu helfen — auch ſie geht zu Grunde; keine Spur mehr von Bei— den iſt zu ſehen!
Dieſes erſchütternde Trauerſpiel entſetzt ſelbſt den Urheber des Verbrechens. Er ſtürzt von der Stätte hin— weg, und wie er das Krachen der fallenden Wände ver⸗ nimmt, verſchließt er die Ohren mit den Händen, und eilt raſcher und raſcher davon.
Am andern Tage fanden die Bauern den Leichnam eines erfrorenen Mannes, der auf einem Schneehaufen lag— es war der unglückliche Brandſtifter. Die Vorſe⸗ hung, ſeine lange Haft, ſeine grauſamen Leiden erwägend, erſparte ihm den Jammer zu erfahren, daß die Herrin des Schloſſes, das er zerſtört, und die ſelbſt in den Flam— men zu Grunde gegangen war, Niemand anders geweſen ſei, als ſeine eigene geliebte Tochter— die Leibeigene von Poberez!
Alles lag in Schweigen und Dunkel um das Schloß her und bereits war die Nacht um einige Stunden vorgerückt, als plötzlich aus verſchiedenen Thei len des Gebäudes zu gleicher Zeit Flammen hervorſchlu—
„Jetzt werden keine Unglücklichen mehr ihr
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