Ausgabe 
1.12.1852
 
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Verbeugung, und richtete häufig irgend eine beifällige Be merkung an uns, jedoch ſchüchtern und ehrerbietig, denn Gabriele war ein Mädchen, geeignet, Beides, Huldigung und Reſpekt, einzuflößen. Sie bemitleidete den verlaſſenen blaſſen jungen Mann, der ſo erfreut ſchien, Jemand zu finden, mit dem er ſprechen konnte, und der ſo außeror dentliche Geduld und Ausdauer zeigte, denn niemals ſahen wir, daß er einen Fiſch fing. Durch eine von Nelly's Kaffeeſchweſtern, welche Köchin im vornehmſten Gaſt hofe war, erlangten wir die Gewißheit, daß unſer neuer Bekannter ſich ſeiner Geſundheit und des Angelns wegen dort aufhalte, daß er Erminſtoun heiße und der einzige Sohn vom reichen Ermiſtoun in Z. ſei. Nelly's Plau dergefährtin hatte eine Schweſter, welche zu Erminſtoun Hall wohnte, und ſo war denn kein Zweifel an der Rich tigkeit der Nachricht, ſowohl in Betreff von Sir Thomas Ermiſtoun's Perſon, als von dem ungeheuren Reichthum, den ſein Vater beſitzen ſollte. Die Ausſagerin fügte noch hinzu, der arme Sir Thomas ſei vielleicht wohl etwas ſchwächlich, aber der Abgott ſeines Vaters, werfe er mit dem Gelde umher wie mit Spreu und ſeie ein großmüthi ger, freigebiger, gutherziger junger Gentleman.

Ich bemerkte nach dieſer Kunde einen großen Wechſel in Gabrielens Benehmen gegen ihren Bewunderer denn ſo mußte man ihn nennen, da ſeine Bewundernng ſich in jedem ſeiner Worte und Blicke ſo augenſcheinlich zeigte. Bald darauf ging Gabriele allein aus es war ja Nie mand, der ſie darüber ausfragen oder zur Rede ſtellen konnte; und ſechs Wochen nach dem Tage, wo Thomas Erminſtoun ſie zum erſten Male ſah, wurde ſie ſeine Frau. Ja, ſo auffallend es erſcheinen mag, es ſchien damals Alles ſehr natürlich und einfach in der Ausführung; eines

herrlichen Sommermorgens früh weckte mich Gabriele und

hieß mich gleich aufſtehen, da ſie mir eine Sache von großer Wichtigkeit mitzutheilen wünſche, die in wenig Stunden vor ſich gehen ſolle. Blaß, aber in ruhiger Faſſung ſchritt ſie an's Werk, ſich und mich mit einfachen weißen Kleidern und Strohhüten zu ſchmücken, neu und blendend weiß, doch durchaus einfach und billig, wenn auch bei weitem beſſer als die Kleider, welche wir zu tragen gewohnt waren.

Gabriele nahm Alles aus einer Lade, welche noch während meines Schlafes angekommen ſein mußte, und als unſere Toilette vollendet war, verglich ich ſie im Geiſte mit einem jener jungen Mädchen, welche ich in der Kirche geſehen hatte, wo damals eine Geſellſchaft von ſchönen Jungfrauen zur Konfirmation verſammelt war. Sie ſah nicht aus wie eine Braut kein Erröthen, kein Zittern, ſondern ruhige Selbſtbeherrſchung und feſter Ent ſchluß zeigte ſich an ihr und flößte mir eine gewiſſe ehr furchtsvolle Scheu ein.

Kluges Schweſterchen Ruth, ſagte ſie,ich werde mich noch dieſen Morgen mit Herrn Thomas Erminſtoun vermählen in der Kirche. Du biſt meine Brautjungfer, und der Küſter wird mein Trauzeuge ſein. Ich werde nicht wieder hierher kommen, denn eine vierſpännige Chaiſe hält in YVarrow Wood, um uns gleich nach der Trauung fortzuſchaffen. Du wirſt alsdann nach Hauſe gehen, theuerſte Schweſter, und Deinen Hochzeitsſtaat ablegen, um vor dem Alten zu erſcheinen; und da ich nicht häufig mit ihm ſpeiſe, und der Alte niemals nach mir fragt, ſo wird er mich nicht vermiſſen. Sage daher Nichts, Nelly iſt der Mund geſtopft, fürchte ſie nicht. Gedulde Dich, Liebſte, bis Du Len mir hörſt, heitere Tage ſtehen uns bevor, Ruth, und wir ſcheiden nicht für lange Zeit!

Hier weinte ſie, ach ſo bitterlich, daß ich dachte, ſie würde ſterben. Beſtürzt und zitternd wagte ich zu fragen,

ob ſie denn Herrn Thomas Erminſtoun mehr liebe als mich, denn meine Eiferſucht wucherte empor, und in dem Abe von vierzehn Jahren wußte ich noch nichts von iebe.

Ihn lieben 2 rief ſie mit Heftigkeit und ſchlug die Hände wild zuſammen,ich liebe auf Erden nur Dich, meine Ruth, meine Schweſter. Er iſt ein Narr, und ich heirathe ihn nur, um Dich und mich vor Erniedrigung und Elend zu retten. Er kauft mich mit ſeinem Reichthum. Ich bin wenig über ſechszehn,, hier ſenkte ſie das lieb⸗ liche Haupt, armes Weſen!aber ich bin vor Kummer gealtert; ich bin verhärtet in der Sünde, denn ich ſtehe im Begriff, eine große Sünde zu begehen. Ich gelobe zu lieben, wo ich verachte; zu gehorchen, wo ich zu herrſchen gewillt bin; und zu ehren, wo ich den ſchwachen jungen Mann in äußerſter Verachtung halte!

Umſonſt war alles Bitten und Flehen, zu warten. Gabriele führte mich nach den Wieſen, wo eine Kutſche hielt, und uns nach der Kirche fuhr. Ich ſah ſie ver mählt; ich mußte etwas in einem großen Buche unter⸗ ſchreiben; ich fühlte ihre heißen Thränen und Umarmungen, und wußte, daß Sir Thomas Erminſtoun auch mich küßte, als er mit Gabrielen verſchwand, worauf der Küſter mich allein in den Wagen hob, welcher mich an dem nämlichen Platze wieder abſetzte, bei den ruhigen Wieſen am ſchim mernden Waſſer. Ich ſetzte mich nieder und weinte bis ich erſchöpft war. War dieß Alles nur ein Traum? War Gabriele wirklich fort? Meine Schweſter, eigentlich noch ein Kind, wirklich verheirathet? reich und groß geworden? Doch ich behielt ihre Worte im Herzen, ich eilte nach Hauſe und legte mein altes dunkelfarbiges Kleid an, und Nelly ſagte nicht ein Wort. Sir Thomas Erminſtoun's Gold hatte ihr Schweigen geſichert; und ſie durfteNichts wiſſen, ſondern gegenwärtig nur für mich ſorgen.

Abends, noch ehe mein Vater ſich zur Ruhe begeben, erſchien ein an ihn adreſſirter Brief. Ich habe niemals den Inhalt erfahren, doch war er von Gabrielen und ihrem Manne. Ich ſah meinen Vater einige Tage lang nicht wieder, und darauf ſah er mich gar nicht mehr anz und ſeltſam, höͤchſt ſeltſam erſchien es, Gabriele war ver ſchwunden wie ein Lenzſchnee, in der Stille, ganz geheim nißvoll; und ich rief wie im Todeskampfe:Hat ſich wohl je ſo etwas in der Welt zugetragen?

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*

Mein Vater erkundigte ſich nach der Stellung des jungen Mannes, mit dem ſeine Tochter davongegangen war, und zugleich auch nach der Geſetzlichkeit ihrer Hei rath; als er ſich genügend uber Beides beruhigt hatte, fiel er in die nämliche Trägheit und Indolenz zurück wie zuvor, und verträumte ſein Leben, meinte wohl gar, eine ungeheure Arbeit hinter ſich zu haben, als er die nöthigen Erkundigungen eingezogen. Bald darauf erhielt ich meinen erſten Brief, welcher doppelten Werth und doppeltes In tereſſe fuͤr mich hatte, weil er von Gabrielen war. Die Wirthshausmagd brachte ihn unter dem Vorwande, Nelly zu beſuchen, und ſo erfuhr mein Vater nichts davon. Ach jener erſte Brief! werde ich je vergeſſen, wie ich ihn in meinen Thränen badete und mit meinen Küſſen bedeckte? Er war ganz kurz: daß ſie ſich vorläufig irgendwo ein⸗ gemiethet hätten, weil der alte Herr Erminſtoun ſeinem Sohne noch nicht vergeben habe; nicht ein Wort von ihrem Glücke, nicht ein Wort von ihrem Manne; doch ſagte ſie am Schluß,daß ſie ſehr bald hoffe, ihre theure Ruth nachkommen zu laſſen um ſich nie wieder von ihr zu trennen.

(Fortſetzung folgt.)

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