Ausgabe 
30.1.1894
 
Einzelbild herunterladen

reunde und n sind. 8.

lud

hier nach unden und

vohl.

geb. Spier.

ö

Chaussee Friedberg. Inserat⸗

Hagasse. Abzuholen atgebühren h Wye.

(l. Kragen. Burg.

U ogge, mit

bei lbenstadt, D

1894.

M 12.

Oberhessischer

Inzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗ wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 30. August 1884, die Erbschafts- und Schenkungssteuer betr. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Die in 8

Friedberg den 26. Januar 1894.

3, Absatz 1 der im Reg.⸗Bl. Nr. 3 von 1885 erschienenen Instruktion zu rubr. Gesetze erwähnten Formulare zu den

Sterbfallslisten werden Ihnen mit nächster Post behufs Zustellung an die Großh. Standesbeamten Ihrer resp. Gemeinden in der voraussicht

lich den Bedarf deckenden Zahl zugehen. Bei etwaigem weiteren Bedarf sind dieselben von uns zu beziehen.

Betreffend: Die Anlage von Abfahrten an den Staatsstraßen.

br. Braden. Friedberg den 25. Januar 1894.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir sind veranlaßt, unser Ausschreiben vom 27. Oktober v. J.(Kreisbl. Nr. 128) bei Ihnen mit der Aufforderung in Erinnerung zu bringen, die Reinigung und Einsteinung der Abfahrten, soweit dieses noch nicht geschehen, unverzüglich vornehmen zu lassen.

Dr. Braden.

Der Amtsanwalt bei den Großherzoglichen Amtsgerichten Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach, Vilbel an die Großh. Bürgermeistereien Beienheim, Hausen, Ilbenstadt, Kirch-Göns, Ober-Mörlen, Ober-Rosbach, Rockenberg, Rödgen, Weckesheim,

Wölfersheim.

Sie werden um baldgefällige Einsendung der Rügeregister ersucht.

Zimmermann.

Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Nikolaus Neustiel Müller, von Heringen(B. 723,94); Max Blumenthal, herum-

ziehender Künstler von Bütav(V. 6 94); Auguste Amalie Stein von Oschatz(F. 1563,93); Burckhardsfelden(F. 1585/93); Mathias Jung, zuletzt in Ober-Eschbach(F. G. VI. Fr.(R. 13,94); Hubert Lappmann, zuletzt in Friedberg(R. 15,94); Heinrich Klein, Korbmacher von Battenberg(V. 1097/93); Christian Theiß von Odenhausen(R. 18/94); Wedelin Keith von Horwieden(B. 1053/93); August Kiebler von Zirschberg(N. 543/93); 0 Ignatz Meier von Bichenbach(R. 9/94); Andreas Peter von Rothenkirchen(R. 9/4); Georg Hofmann von

von Fauerbach b.

Christian Enders von Ober-Crumbach(R. 9/94);

G. Br.); Andreas Falk,

Friedberg(R. 23/94); Arno Hartung von Eisenach(V. 1198,93).

Ausschreiben: Ende Dezember v. J. oder Anfangs Januar d. Is. wurde der Ludwig Wehrum Ehefrau von Rodheim v. d. 890 Dringend verdächtig ist Elise Müller von Ranstadt. 1. Gegen Heinrich Schalles von Rockensüß, geb. am 21. März 1867 daselbst, Russenbrenner, 2. Gegen Friedrich Bachmann von Ixheim, geb. am 8. März 1859 daselbst,

nebst einer wollenen Jacke gestohlen. Steckbriefe.

Haftbefehl wegen Bettelns erlassen worden(N. 1061/93). von Großh. Amtsgericht Friedberg Haftbefehl wegen Unterschlagung erlassen worden(F. 1445,93). Um Ver

Erledigungen. Wilh. Abel von Ernstthal; Joh. Phil. Wilh. Kahn von Frankfurt a. M.; Becker in Gießen; Heinrich Schlösser von Amönau; Wilh. Ewald von Bad-Nauheim; Wachtmeister Schwarz in Friedberg; Aug. Ziegler von Oppenheim; Karl Mairose von Schipppenbeil;

Marg.

riedberg; Theodor Röder von Eichelhain durch Gendarm Steinbach in Friedberg. 0 9

Friedberg den 25. Januar 1894.

Anton Fridolin Kremer von Johannesberg(F. 1562,93); Friedrich Fabel von

Knecht von Nieder-Rosbach(R. 1294); Simon Meckel Heinrich Steller von Burggemünden(F. 1196/93);

ein wollener Frauenrock

Um Verhaftung, Durchsuchung und Beschlagnahme wird ersucht(B. 39 94).

ist von Großh. Amtsgericht Bad⸗Nauheim Maurer und Taglöhner, ist

haftung und Nachricht vor Zuführung wird gebeten.

Kirsch von Gelnhaar durch die Gendarmen Delp II. und

Johs. Heller von Culmbach; Rudolf Reifschneider von Reichelsheim durch Wilhelm Weibel von Vilbel durch Gendarm Steinbach in

Der Großherzogliche Amtsanwalt. Zimmermann.

Deutsches Reich.

Berlin, 26. Jan. Fürst Bismarck be⸗ stieg um Uhr in Friedrichsruhe den Salon wagen, von dem zahlreichen Publikum stürmisch begrüßt. 6 weißgekleidete Jungfrauen, die ihm vorausgingen, streuten Blumen. In der Be gleitung des Fürsten befanden sich Graf Herbert Bismarck, br. Schweninger und. Chrysander. Bei der Abfahrt, die um 9 Uhr 25 Min. er⸗ folgte, erschollen brausende Hochs. Auf telephoni schen Befehl des Kaisers flaggten um 1 Uhr die amtlichen Gebäude in Berlin. Ebenso waren die Privatgebäude und besonders die Linden reich beflaggt, die Häuser mit Enblemen und Grün geschmückt. Verschiedene Tribünen waren errichtet. Vor der Passage war die lebens⸗ große Wachsfigur Bismarcks aufgestellt. Ein über 200,000 Personen geschätztes Publikum drängte sich bei dem schönen Wetter mehrere Stunden vor der Ankunft in den Straßen. Nach dem Bahnhof waren die Herren des Hauptquartiers des Kaisers, sowie die Kabinets chefs befohlen. Eine Ehren-Kompagnie der Gardehusaren und Gardejäger war im Schloß aufgestellt. Als der Kaiser um 11 Uhr von einer Spazierfahrt zurückkehrte, wurde er jubelnd begrüßt. Der Kaiser erwartete den Fürsten in der Terrassenwohnung des Schlosses. Bis marck ist um 1 Uhr am Lehrter Bahnhof ein getroffen. Von Spandau ab fuhr er in einem Separatzug, dessen 2 Wagen bekränzt waren. Bei der Einfahrt stand Bismarck am Fenster. Von dem Prinzen Heinrich und den befohlenen offiziellen Personen wurde er empfangen und herzlich begrüßt. Der Fürst sah gut aus.

Vor dem Bahnhof hatten sich viele Tausende Tausende fingen an zu singen:

angesammelt, die bei dem Erscheinen Bismarcks, der mit dem Prinzen Heinrich fuhr, in brausende Hochs und Hurrahrufe ausbrachen, durch die Bismarck sichtlich ergriffen wurde. Die Kürassier Eskorte wurde beim Vorbeifahren überall mit Blumen beworfen. Die brausenden Hochrufe pflanzten sich den ganzen Weg bis zum Schlosse fort. Die Hotels waren von Fremden, welche sich den Einzug Bismarcks ansehen wollten, über füllt. Der Kaiser empfing Bismarck im Schloß an der Treppe mit zweimaliger Umarmung. Er hatte die Uniform des Bismarck'schen Kürassier⸗Regiments angelegt. Als der Zug am Schlosse angelangt war, verließen Fürst Bismarck und Prinz Heinrich die Galakutsche und schritten die Front der Ehrenkompagnie ab. Prinz Heinrich führte sodann den Fürsten in seine Gemächer. Drinnen empfing der Kaiser, umgeben von dem gesammten Haupt quartier und sämmtlichen Kabinetschefs, den Fürsten. Die Begrüßung war äußerst herzlich; Fürst Bismarck war sichtlich gerührt. In der Wohnung waren auch die drei ältesten kaiser lichen Prinzen anwesend. Um 1 Uhr war bei den Majestäten Frühstückstafel von drei Gedecken für den Kaiser, die Kaiserin und Bismarck. Die Magdeburgischen Kürassiere,

von denen eine Abordnung eingetroffen war, standen vor des Fürsten Wohnung Posten. Nach dem Frühstück begab sich Fürst

Bismarck in seine Gemächer. Nach der An kunft Bismarcks und beim Empfange durch den Kaiser erfolgten auf dem Platze vor dem Schlosse andauernd herzliche, begeisterte Kundgeb ungen.

Heil Dir im Siegerkranz,Die Wacht am Rhein,Deutsch⸗ land, Deutschland über alles. Der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und Fürst Bismarck zeigten sich wiederholt dankend und grüßend am Fenster. Die Ovationen dauerten ununter brochen fort. Die Menschenmenge wurde ge radezu unheimlich. Um 3 Uhr gab der Reichs kanzler Caprivi, hierauf alle Staatssekretäre ihre Karten bei Bismarck ab. Gesprochen hat Bismarck mit keinem von denselben. Als der Kaiser Nachmittags einen Spazierritt unter nahm, wurden ihm seitens der Volksmenge enthusiastische Ovationen dargebracht. Die Menge rief:Hoch Kaiser! Hoch Bismarck! Das donnernde Hurrah pflanzte sich wie ein Lauffeuer fort. Ein Zurückhalten der Menge war nicht möglich, und die begeisterte Stim mung machte sich auch in Zurufen Luft. Dank, Kaiser, Dank! scholl es unter dem brausenden Beifall der Menge dem hohen Herrn entgegen. Um 4 Uhr fuhr Fürst Bismarck bei der Kaiserin Friedrich vor und verweilte 20 Minuten im Palais. Die Kundgebungen, mit welchen die Berliner die kurze, nur wenig hundert Meter lange Fahrt vom Schlosse zum Palais der Kaiserin begleiteten, waren über wältigend. Sobald der Fürst, welcher die Uniform seiner Kürassiere trug, wieder am Wagen erschien brach der Jubel mit elemen tarer Kraft los. Wagen, Pferde, reitende und nicht reitende Polizei, alles ging unter in einer einzigen wogenden, hurrahrufenden Masse. Wäre auf jeden Kopf ein Schutzmann gekommen, da

war kein Halten mehr. Die Wucht des Augen