zu seinem 25jährigen zu vermissen, der Kaiser Wilhelm vor Allem
habe, das Schwert Preußens und Deutsch⸗ schlossen. lands zu schleifen. Nachdem hierauf
Antwort-Brief Bismarck's ein— in dem dieser die Möglich- Erscheinens in Aus⸗
dankerfüllte getroffen war, keit seines baldigen
sicht gestellt hatte— allerdings habe in An⸗
betracht seiner Gesundheits-Verhältnisse über diese Möglichkeit Or. Schweniger zu entscheiden — übersandte der Kaiser an den Fürsten Bis⸗ marck ein zweites, ebenfalls sehr huldvolles Schreiben, worin er ihm für seinen in Aus sicht gestellten Besuch dankte und nochmals den Wunsch aussprach, den Fürsten, wenn irgend möglich, zu seinem Geburtstag, sei es auch ent— weder kurz nachher oder kurz vorher, in Berlin zu begrüßen. Zugleich bot der Kaiser dem Fürsten für seinen eventuellen Besuch die am bequemsten gelegenen, angenehmsten Parterre⸗ zimmer im Schlosse an. Als besonderes Symp— tom muß erwähnt werden, daß Graf Herbert Bis— marck zu der heute Abend im Schloß stattfindenden Defilicour eingeladen ist. Herbert Bismarck hatte am Montag Nachmittag noch keine Ahnung von der Aussöhnung. Zahlreiche Telegramme, Briefe, die Freude uber die langersehnte Kunde ausdrückend, sind in Friedrichsruhe eingetroffen. — 25. Jan. Die Abreise des Fürsten Bis— marck von Friedrichsruhe erfolgt Freitag Vor— mittags 9 Uhr 25 Min., die Ankunft in Berlin um 1 Uhr Mittags. Bismarck wird bei seiner Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof vom Prinzen Heinrich und dem sogenannten großen mili— tärischen Empfang, zu dem also Minister oder sonstige Civilbeamte nicht gehören, begrüßt und ins Schloß geleitet werden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Bismarcks Ankunft und Einzug sich unter großartigen Ovationen voll— ziehen wird. Für das ganze deutsche Volk wird die Fahrt des Fürsten nach Berlin eine wahre Jubel- und Triumphfahrt werden. Be— greiflich ist auch daher die Spannung, mit welcher man weiteren Nachrichten aus Berlin entgegensieht. Das Geschenk einer Flasche alten Weines, welche der Kaiser dem Fürsten Bismarck als Rekonvaleszententrunk übersandt hat, wird begreiflicher Weise vielfach besprochen, und mancher mag sich wundern und meinen, eine einzige Flasche Wein sei doch eigentlich kein kaiserliches Geschenk. Und doch liegt in der verhältnißmäßigen Geringfügigkeit der Gabe — im Uebrigen kann eine Flasche alten Weins aus dem Berliner Hofkeller ein gar köstlich Ding sein— gerade ihr Werth. Eine Flasche Wein schenkt einem Wiedergenesenden der Freund, nicht der Herr. f
— 25. Januar. Der Bundesrath stimmte der Verlängerung des Handelsprovisoriums
überwiesen.
suchte Versammlung von Arbeitslosen die von
militärischen Jubiläum bausschließe, und den e l affect f 11
7 fi Reisenden verbiete und ihn unter olizeiaufsicht stelle. Ministeri 85 1 as Vertrauen der mier den. Hochseligen Nach weiteren Ausführungen von Enneccerus, Werner ee besitze nicht d i
dabei mitgewirkt und Auer wird die zweite Berathung im Plenum be- upschtina. Nac 9
Die Vorlage betreffend Schutz der Waaren- den die Skupschtina aufgelöst wurde, wurde
der bezeichnungen wird nach kurzer Debatte einer Kommission die Sitzung unter Hochrufen auf den König
geschlossen.
Leipzig, 25. Jan. Eine zahlreich be⸗
Auseinandersetzungen zwischen Anarchisten und Sozialdemokraten. Königsberg i. Pr.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Prag, 25. Jan. Der jungcezechische Antrag auf Aufhebung des Prager Ausnahmezustandes wurde im Land— tage gar nicht an eine Kommission verwiesen. Dafür stimmten nur die Jungcezechen und die Altezechen. Nach der Abstimmung machten die Jungczechen großen Lärm.
Belgien. Brüssel, 24. Januar. Die „Independance belge“ verzeichnet unter Vor⸗ behalt das Gerücht, daß in der Schlacht bei Kassongo, welche mörderischer war, als ur⸗ sprünglich berichtet wurde, auch Baron Dhanis getödtet worden sei. Die Truppen des Congo— staates geriethen zwischen das Feuer von Rumaliza und Gongo Lutete, der Verrath übte. Lutete wurde von den Truppen der Nachhut, welche ihn bei dem Verrath ertappten, getödtet. Frankreich. Paris, 25. Januar. Das „Journal des Debats“ meldet aus St. Louis: Oberst Bonnier besetzte Timbuktu ohne Schwert— streich.
Spanien. Madrid. Der Minister des Auswärtigen benachrichtigte die spanischen Bot⸗ schafter, Martinez Campos werde von Marokko 30 Millionen Kriegskosten-Entschädigung ver— langen.
Barcelona. Wiederum in einer Höhle, 400 Meter vom Strand entfernt, nahe am catalonischen Dorf San Juan, entdeckte die Gendarmerie am 19. ds. Mts. eine Nieder— lage von Sprengstoffen bezw. 26 Päcke Schieß⸗ pulver, 40 Dynamitpatronen, 19 Rollen Lunten und 35 Päckchen Knallpulver.
Italien. Turin, 23. Jan. Infolge Ordnungs⸗ störungen seitens der Studenten, weil ihnen ein außerordentlicher Prüfungstermin verweigert wurde, ist die Universität geschlossen worden. Serbien. Belgrad, 24. Januar. Heute Morgen um 5 Uhr wurde die Liste der neuen Minister dem Könige vorgelegt und von diesem sofort bestätigt. Der Liberale Simie, bisher Gesandter in Wien, übernimmt das Präsidium, das Aeußere und provisorisch die Finanzen, der gemäßigt Radikale Nikolajevie das Innere,
zwischen dem Reich und Spanien bis zum 31. März 1894 zu, ebenso dem Antrage der Ausschüsse über die Veranlagung der Brannt— weinbrennereien für die Kontingentsperiode 1893-96, und dem Antrage, betreffend Bestim— mungen über den Verkehr mit Sprengstoffen sowie dem Berichte über den Entwurf eines Ge setzes, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr.
— 24. Jan. Reichstag. Die Anträge Gröber und Langerfeldt, welche die Rechtsstellung eingetragener Be— rufsvereine sichern wollen, werden von Spahn und R ickert begründet und von Heyl bekämpft, der in diesen Vereinen nur Mittel zur Förderung revolutionärer Propaganda erblickt und auf die Erfahrungen in Eng— land und in der Schweiz verweist. Legien bekampft die Anschauung, als ob durch Ablehnung solcher An— träge die sozialistische Entwickelung der Arbeiterschaft aufgehalten werden konne. Auch eine Besserung des Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei mit Hilfe dieser Vereine nicht zu erwarten. Gleich— wohl stimme seine Partei für die Anträge, weil sie den Arbeitern einräumten, was ihr natürliches Recht sei. Nach langerer Debatte wird der Antrag einer Kom⸗ mission überwiesen.— 25. Jan. Erste Lesung des Ge— setzes betreffend die Abzahlungsgeschafte. Buschka und Spahn erklaren sich mit der Vorlage einverstanden und bitten von der Kommissionsberathung abzustehen. Lenz—
mann verhält sich gegenuber der Vorlage nicht ablehnend,
der Fortschrittler br. Gjorgjevic, bisher Ge— sandter in Athen, den Kultus, der Liberale Professor Losanic den Handel und Ackerbau, der Farblose General Zdrapkovie die Bauten, der Liberale Oberst Pavlovie, ein Schwager von Simie, den Krieg und der Fortschrittler Professor Gjorgyevie die Justiz. Die serbischen Gesandischaften, Konsulate und Kreispräfekte wurden noch Nachts von der Bildung des Kabinets Simie telegraphisch verständigt.— 24. Jan. Die Skupschtina wurde Nachmittags 4 Uhr eröffnet, die Galerien sind stark besetzt. Der Vorsitzende Katie theilte mit, daß der neu ernannte Minister Gjorgjevie sein Mandat in Folge des Austrittes aus der Fortschrittspartei niedergelegt hat. Sodann verlas Katie den Ukas, betreffend die Demission des Kabinets Gruie und die Ernennung des Kabinets Simie. Der Ministerpräsident verlas das Regierungs- programm und machte sodann eine kleine Pause, während welcher Rista Popovic sich zum Worte meldete und zu spechen begann. Der Minister— präsident protestirte dagegen, da er noch Mit⸗ theilung machen wolle und begann ein Akten- stück zu verlesen. Er wurde jedoch überschrieen.
will aber, daß man nicht zu weit gehe, Luxusgegenstande
sitzenden.
Gegen den russischen zurückgewiesen Sprachlehrer Berkowitz ist, dem„B. Tabgl 15 n zufolge, wegen Spionage die Untersuchung eingeleitet.
Rista Popovic erklärte, das neue
Nach Verlesung des Ukases, durch
Amerika. Buenos-Aires, 24. Januar. Nach Meldungen von hier von heute stellt sich
Anarchisten einberufen war, führte zu scharfen bei den Aufständischen in Rio de Janeiro Mangel an Lebensmitteln ein.
Ein Versuch der In⸗ surgenten, bei Nietheroy zu landen, wurde Eine Kugel tödtete einen Ma⸗ trosen der portugiesischen Korvette„Mindello“
doch ist nicht festgestellt, von wo der Schuß
abgefeuert worden ist.
Egypten. Kairo. Einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus zufolge ist das Dekret behufs der Erneuerung des gemischten Gerichts- hofes auf 5 Jahre reduzirt und soll nun am 31. d. M. unterzeichnet werden.
Afrika. Kamerun. Nach den Telegrammen des Major Frangois, hat er am 1. Januar in der Dorisibschlucht bei Gemsberg die Streit⸗ kräfte Wittboi's geschlagen und ihnen große Verluste zugefügt; 40 Pferde und eine große Menge Rinder und Schafe wurden erbeutet, von der Schutztruppe seien nur drei Soldaten leicht verwundet.
Aus Stadt und Land. — Friedberg, 26. Jan. Ein frecher Diebstahl wurde gestern Nachmittag hier begangen. Die Tochter eines hiesigen Wirths zählte einen ziemlichen Geldbetrag auf den Wirthstisch um verschiedene Rechnungen zu be⸗ zahlen. Da sie einen Augenblick etwas in der Küche zu thun hatte, legte sie das Geld in den Büffetkasten, was ein anwesender fremder Gast sah, der nun schleunigst das Geld aus dem Kasten nahm und ohne seine Zeche zu bezahlen verschwand. Der Thäter, der wohl Bedürfniß nach einem Ausflug in den Taunus fühlte, wurde noch gegen Abend durch Wachtmeister Schwarz von hier, welcher die Verfolgung desselben sofort aufgenommen hatte, in Ockstadt dingfest gemacht und hierher gebracht.
Allerlei.
Angerburg in Ostpreußen, 21. Jan. Hier ent⸗ zündeten sich gestern in einem Geschäfte fünf Millionen rothköpfiger Streichhölzer und flogen in die Luft. Die starke Erschütterung wurde in der ganzen Stadt gespürt. Die beiden Lehrlinge, die den Unfall verschuldeten, kamen mit leichten Verletzungen davon. Das Dach des Hauses wurde durch den Luftdruck in die Höhe gehoben.
New ⸗York, 22. Jan. Eine Feuersbrunst hat die Stadt Jeremie auf Hayti fast gänzlich eingeäschert. Die Bauern kamen vom Lande herein und raubten alles, was von den Flammen bis dahin verschont worden war. Die Einwohner der Stadt wehrten sich und es kam zu blutigen Auftritten, wobei eine ganze Anzahl Personen getötdet wurde.
Suppenküche. Mit herzlichem Danke bescheinigen wir heute den Empfang folgender Gaben: Von Fräulein Dieffenbach 2 M.; Reallehrer br. Dieckmann 2 M.; Rechtsanwalt Seyd 10 M.; Ungenannt 10 M.; Ungenannt Suppen⸗ grünes; Chr. Weißenbach 50 Wecke und 3 Laib Brod; Ungenannt Holz; Geschwister Preußer 1 Sack Kartoffeln; C. Hilbrecht 12 Ctr. Reis, Gerste, Erbsen und Bohnen; J. A. Windecker 30 Pfd. Bohnen, Linsen und Erbsen; Ungenannt Suppengrünes. Für die Armen-Commission: Velte, Pfarrer.
Handel und Verkehr.
Ein an die Eisenbahndirektionen gerichteter Erlaß des preußischen Eisenbahnministers macht auf die darüber erhobenen Klagen aufmerksam, daß Ha ndgepäck in den Personenwagen zuweilen in einer die Mitreisenden belästigenden oder gefährlichen Weise untergebracht wird. Der Minister hat unter Hinweis auf die Zusatzbestim⸗ mung 1 zu§ 28 der Verkehrsordnung, welche besagt, daß jeder Bahnpassagier nur auf den über oder unter seinem Sitzplatz befindlichen Raum zur Unterbringung von Handgepäck Anspruch hat, daher die Eisenbahn⸗ direktionen veranlaßt, die über die Mitnahme von Hand⸗ gepäck in den Personenwagen bestehenden Vorschriften den Stations- und Zugsbeamten in Erinnerung zu bringen und letztere anzuweisen, soweit möglich auch darauf zu achten, daß bei Unterbringung des Handgepäcks in den Personenwagen auf die persönliche Sicherheit der Mit⸗ reisenden die erforderliche Rücksicht genommen wird.
Verloosungen.
Meininger 100 Thlr.⸗Loose. Gewinnziehung. Serie 3689 Nr. 13 à 240,000 M., S. 303 N. 20 4 30,000 M., S. 981 N. 21, S. 1400 N. 6, S. 2146 N. 14, S. 2685 N. 20 à 3000 M.
Hamburger 3proz. Prämienanleihe von
Simie überreichte das Aktenstück dem Vor—
1866. Serienziehung vom 2. Jan. Serie 3 119 130 139 358 359 524 615 668 681 781 877 984 1028
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