Ausgabe 
26.7.1894
 
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Alle Eingänge werden durch Polizisten und Soldaten scharf bewacht und nur Leute, die sich über ihre Identität ausweisen können, er⸗ halten Zutritt. In der Vorhalle werden eine Compagnie Infanterie, eine Abtheilung Stadt⸗ serganten und das ganze freie Personal der Geheimpolizei Aufstellung nehmen. Caserio wird sofort nach seinem Eintreffen in das kleine Zimmer neben dem Gerichtssaale gebracht werden, wo sich sonst die Angeklagten während der Berathung der Jury aufhalten.

Großbritannien. London, 24. Juli. Das Unterhaus hat nach dreitägiger Debatte die Bill, betreffend die irischen ausgesetzten Pächter, mit 259 gegen 227 Stimmen in 2. Lesung angenommen.

Spanien. Madrid, 22. Juli. Kolonialminister empfing gestern Abend ein Telegramm von dem Gouverneur der Philippinen, wonach eine Abtheilung der spanischen Kolonial⸗ truppen auf Mindanao von muhamedanischen Malaien überfallen worden ist. Von den spanischen Truppen wurden 14 Mann, worunter ein Offizier, getödtet, und 47, worunter zwei Offiziere, verwundet. Die Malaien wurden zurückgeschlagen und hinterließen 27 Todte.

Portugal. Lissabon. Die Journale meinen, die Streitfrage zwischen Deutschland und Portugal betreffs des Kionga werde zum Gegenstand einer Vermittelung gemacht werden.

Italien. Rom, 22. Juli. Bonghi er⸗ klärt in einem an den Direktor desFanfulla gerichteten Schreiben, daß bei der Unterredung zwischen dem Präsidenten der französischen Republik und ihm, weder Casimir-Perier noch er über den Dreibund gesprochen haben. Der Präsident Casimir⸗Perier habe im Gegentheil sein volles Vertrauen zu der Erhaltung des Friedens in Europa ausgedrückt.

23. Juli. Durch Dekret des Königs

durch Explosion einer Petroleumlampe, ein Zimmer- brand ausgebrochen.

thun, da der Brand bereits durch die Hausbewohner gelöscht war.

25. Juli. im Ockstädter Felde einen Hitzschlag. Dieselbe ist, wie

mittheilt, heute Nacht verstorben.

Ke A. In dem Staats- Budget für die Finanz- Periode 1894/97 sind Mittel vorgesehen, aus welchen im Bedürfnißfalle die Aufbesserung der Pen sionen der vor dem 1. April 1891 in den Ruhestand versetzten Civilbeamten und der seiner Zeit nicht in den Verband der Königlich Preußischen Armee überge⸗ tretenen Hessischen Offiziere und Militärbeamten er⸗ folgen soll. Nach den Erläuterungen zu der betreffen den Anforderung steht die Entscheidung über die Ge⸗ suche um Aufbesserung der Ruhegehalte dem Großh. Staatsministerium zu Darmstadt zu, an welche Behörde demgemäß etwaige Anträge zu richten sein werden.

man uns

Der Im Uebrigen ist hervorzuheben, daß der erhöhte Ruhe

gehalt im Ganzen den Betrag von 3600 M. nicht über⸗ schreiten darf, auch eine Aufbesserung nicht bewilligt werden kann, wenn der betreffende Pensionär notorisch, bezw. nach Ausweis seiner Einschätzung zur Einkommen: steuer, aus anderen Quellen ebensoviel oder mehr zu beziehen hat, als die zulassige Pensionserhöhung bei einem Ruhegehalt bis zu 2000 M.: 109%, bei Ruhe- gehalten von 2000 M. bis zu 3600 M. 10 von 2000 M. und 5% für den verbleibenden Theil beträgt.

Staden, 21. Juli. Gestern Abend wurde hier in einer Wirthschaft ein junger Verbrecher verhaftet. Derselbe sagte dem Wirth, er sei aus dem Zuchthaus Marienschloß ausgebrochen und bat um ein größeres Darlehen. Dem herbeigerufenen Bürgermeister gegen über, der ihn verhaften wollte, nahm er diese Angaben zurück und gab als seinen Heimathsort Dauernheim an. Er berief sich dabei auf einen hiesigen Einwohner, der ihn kenne. Dieser war zur Stelle und bestätigte jene Angabe, erklärte aber gleichzeitig, daß jener wegen eines Diebstahls von etwa 120 Mark verfolgt werde. Daraufhin wurde die Verhaftung vorgenommen.

2. Darmstadt. Wie unseren Lesern bereits be⸗ kannt, gedenkt der evangelische Verein der Gustav-Adolf⸗ Stiftung seine 47. Hauptversammlung in der zweiten Woche des Septembers hier abzuhalten, und zwar vom 11.13. Ohne auf Wesen und Zweck des genannten Vereins, die jedem Evangelischen, der dem kirchlichen Leben nicht völlig entfremdet ist, bekannt sein dürften, hier näher einzugehen, erlauben wir uns nur darauf hinzuweisen, daß die Wahl Darmstadts zur Abhaltung

wurde das Parlament geschlossen.

Serbien. Belgrad, 24. Juli. In Nisch treffen heute zwei belgische Geheimpolizisten und ein französischer Geheimpolizist ein, um die Identität des dort verhafteten Anarchisten festzustellen. Derselbe wird noch immer in

strengster Haft gehalten und die serbische Re- Die

gierung bewahrt auf den Wunsch verschiedener interessirten Staaten vorläufig das strengste Geheimniß über den Gefangenen.

Rußland. Petersburg, 24. Juli. Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern nach Peterhof zurückgekehrt.

Afrika. Tanger. Der Sultan ist am 21. Juli an der Spitze des Heeres unter dem Jubel der Bevölkerung in Fez eingezogen; sämmtliche Stämme verhalten sich ruhig und sind dem Sultan ergeben.

China. Peking. Das Bureau Reuter meldet unterm 23. Juli: Von Taku gingen am 20. Juli nach Korea 12,000 Mann chinesische Truppen in Begleitung von 8 Kanonenbooten ab, welche Befehl haben, falls die Japaner sich der Landung derselben widersetzen, das Feuer zu eröffnen. Außerdem werden Truppen nach der Lutschu⸗Insel gesandt. Falls Feind seligkeiten ausbrechen, sollen die Flotten von Nanking und Canton nach den japanischen Küsten abgehen. Jede chinesische Provinz soll

20,000 Mann stellen. Nach einer Meldung des Bureau Reuter aus Yokohama vom 359

22. Juli lehnt die Regierung Koreas die von

Japan geforderten inneren Reformen so lange

ab, bis Japan seine Truppen aus Korea zurückziehe. Man nimmt an, daß die Haltung Koreas dem Einflusse Chinas zuzuschreiben sei. Englische und amerikanische Marinesoldaten sind zum Schutze der Gesandtschaften in Sbul ans Land gegangen.

Shanghai, 23. Juli. Gerücht von einer Erklärung des Krieges zwischen China und Japan ist bis heute unbegründet, die Lage jedoch kritisch.

Aus Stadt und Land.

K Friedberg, 25. Juli. Heute Nacht um 11 Uhr

A Vas

war in dem Hause des Gastwirths Sang auf dem Haagt,

der Jahresversammlung schon deshalb nicht ohne Be⸗ deutung erscheint, weil von hier aus die Anregung zur Gründung eines großen, das ganze Deutschland nach seinem evangelischen Theile umfassenden, Vereins aus- gegangen ist. Schon einmal, und zwar im Jahre 1847, hatte Darmstadt die Ehre, die Abgeordneten der ein⸗ zelnen Hauptvereine der Stiftung begrüßen zu dürfen. ie damalige Versammlung nahm, wie noch lebende Theilnehmer derselben uns versichern, einen äußerst befriedigenden Verlauf und ließ bei allen, die ihren Verhandlungen anwohnten, einen durchaus günstigen, die große Sache des Vereins in hohem Grade förder lichen Eindruck zurück. Mochte die diesjährige Ver · sammlung sich derselben freundlichen Aufnahme und Theilnahme unserer evangelischen Bürgerschaft zu er⸗ freuen haben, damit die aus den verschiedenen Theilen unsreres Vaterlandes zu erwartenden Gäste mit den⸗ selben Gefühlen der Dankbarkeit für das, was ihnen hier zu Theil geworden, von Darmstadt scheiden können, wie ihre Vorgänger aus dem Jahre 1847. K

Allerlei.

Wolfach in Baden, 20. Juli. Gestern Abend etwas nach 6 Uhr hat im benachbarten Schlapbach der Jagdaufseher Vetter den mit seinem Fuhrwerk von Wolfach heimkehrenden Bühler, unweit seines elterlichen

Hauses, von einer Waldlisiere aus aus Eifersucht erschossen. Oberhausen, 26. Juni. Ben Akiba würde be⸗

schämt sein, wenn er den nachstehenden Fall hörte, welcher sicherlichnoch nicht dagewesen ist. Seit dem Umbau des hiesigen Bahnhofes, also volle acht Jahre, haben nämlich drei Räume den Dornröschenschlaf ge⸗ schlafen, bis dieselben am Freitag zufällig entdeckt wur den, indem man etwas einbaute und die Wand durch⸗ schlug, jedoch auf der anderen Seite die Oeffnung nicht finden konnte. Durch das Zählen der Fenster und der Räume stellte sich dann heraus, daß diese drei Zimmer acht Jahre lang brach gelegen haben. Berlin, 23. Juli. In Wernigerode ist General Graf Bose gestern gestorben, in Ostende General von Winterfeld in Folge eines Schlaganfalls. 23. Juli. In Pontremoli wurde durch ein Erdbeben eine Panik hervorgerufen; es sind keine Verluste zu verzeichnen.

1 N fe 5 Ein Rezept gegen den Biß toller Hunde veröffentlicht der 82 Jahre alte Förster Gastel wie folgt: Ich will mein vielbewährtes Mittel gegen den Biß toller Hunde nicht mit in das Grab nehmen, sondern es veröffentlichen; es

5 Massa,

ist der letzte Dienst, den ich der Welt thun kann. Man nehme warmen Weinessig und

Gestern erlitt eine junge Schnitterin

laues Wasser, wasche damit die Wunde rein

Petrol ö 1 aus und trockne sie. Dann gieße man einige 0 Die Feuerwehr war allarmirt Tropfen Chlorwassersäure auf die Wunde, weil und auch rasch an Pass, fan eden Hang tema. das Gift des Speichels zerstören.

Biegsames Glas.

Um biegsames Glas herzustellen, löst man 48 Theile Schießbaumwolle in einem Theil Aether oder Alkohol und fügt 24 Theile eines nicht harzigen Oeles und 4 Theile Canadabalsam hinzu. Diese Mischung wird

auf eine Glastafel aufgestrichen und in einem

50 warmen Luftstrom getrocknet. Dadurch erhält man eine durchsichtige Masse, die man von der Glastafel abhebt. Man kann, je nach der Stärke, in der man die Masse aufträgt, die biegsame Glasscheibe in ganz verschiedener Stärke haben. Dieses biegsame Glas ist gegen Salze, Säuren und Alkalien ziemlich so wider⸗

standsfähig, wie das gewöhnliche Glas, es ist geruchlos, biegsam und unzerbrechlich. Fügt

man der vorhin beschriebenen Mischung noch

ein wenig Chlormagnesium zu, so wird das

biegsame Glas auch widerstandsfähig gegen Feuer und durch Beimengung von etwas Zink⸗ weiß kann man ihm eine schöne Elfenbeinfarbe geben.

Einen vorzüglichen flüssigen Leim erhält man, wenn man Gelatine oder besten Kölner Leim im Wasserbade mit einer gleichen Menge starken Essig, einem Viertheil Alkohol und ein klein wenig Alaun auflöst. Unter dem Einflusse des Essigs behält dieser Leim auch im kalten Zustande seine Flüssigkeit bei. Er ist sehr bequem für eine Menge kleiner Arbeiten,

die keinen sehr zähen Klebestoff verlangen, denn.

er ist stets für den Gebrauch bereit und hält sich lange.

verbrauchen ihn in großer Menge; ferner dient 2

derselbe zum Festkitten von Perlmutter, Horn u. dergl. auf Holz und Metall.

Mittel gegen Hausschwamm.

Zur Beseitigung des Hausschwamms wird 8

empfohlen, die befallenen Wände mit Petro⸗ leum zu bestreichen. Dasselbe dringt in die Holz oder Mauerwand ein und tödtet den Schwamm. Die Stellen, an welchen sich der Schwamm befindet, werden schwarz, nach einiger Zeit löst sich der Schwamm und fällt zu Boden und um gegen ein Wiederkehren der störenden Erscheinung völlig gesichert zu sein, braucht man das Bestreichen mit Petroleum nur noch einmal nach einiger Zeit zu wieder holen.

Zur Verbesserung der Erde für Topf⸗ pflanzen

wird, auf vielfache Empfehlungen, ein Ver⸗ mischen derselben mit Torfmull benutzt. Die vielen guten Eigenschaften des Torfmulls lassen denselben auch als ein vorzügliches Material erscheinen und werden auch recht gute Erfolge damit erzielt. Nur neigt der Torfmull sehr gern zur Säuerung. Um diesem Uebel vorzu⸗ beugen, muß der Torfmull vorher kompostirt und mit etwas Kalkstaub vermischt werden. Auch wo das Gartenlaub, wie es jetzt häufig geschieht, mit dem Fäcaltorf aus dem Hause gedüngt wird, ist eine öftere Kalkdüngung nöthig, weil sich sonst mit der Zeit viele schädlichen Bodensäuren bilden, welche dem Wachsthum hinderlich sind, vom Kalk aber gebunden werden.

Wie soll man Pferde auspaunen?

Bei der Anspannung der Pferde werden

immer noch recht viele Fehler gemacht. Daß die Zugstränge möglichst parallel zum Erd⸗ boden gehen müssen, ist eine alte Erfahrung, aus welchem Grunde bei großen Pferden die Zugwage über der Deichsel, bei kleineren unter derselben anzubringen ist. Die Länge der An⸗ spannung trägt viel zum leichteren oder

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