Ausgabe 
21.4.1894
 
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egnung ließ der Portier die brennende Petroleum⸗ 4 die er in der Hand trug, fallen, die Lampe explodirte und setzte mit rasender Schnelligkeit die frisch gefirnißten Treppen in Brand

Wiesbaden, 19. April. Nach demTagblatt wurden hier zwei gefährliche Verbrecher, die an einem bedeutenden Gold⸗ und Silberdiebstahl in Frankfurt betheiligt sind, festgenommen. J

Eisenach, 16. April. Eine Feuersbrunst äscherte 15 Gebäude im armen Rhöndorf Frankenheim ein. Die Gebäude sind nicht versichert

Berlin, 18. April. medizinischer Kapazitäten au N aus dem Auslande trat heute der deutsche kongreß zusammen.

Berlin, 17. April. Es steht nu der heute Morgen verhaftete Maur aus Dramburg in Pommern, r der Helene Schweichel ist. Als die Beamten in seine Wohnung eintraten, um ihn zu verhaften, verrieth er sich durch den Ausruf: Ich habe Helene icht ermordet.

Breslau, 18. April. Im Lichinia bei Leschnitz in Oberschlesien wu 28 Wohnhäuser sowie viele Scheunen und Stallun in Asche gelegt. Vier d 7 ebenso ist

8 5aun r Betheiligung des Reichs und Chirurgen⸗

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Kinder fanden in Flammen den Tod, 0 eine Anzahl Rindvieh verbrannt. Die Entstehungs ursache ist noch nicht aufgeklärt.

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Wien, 17. April. In Ungarisch⸗Hradi 1

während des Jahrmarktes ein großer Brand

furchtbare Panik verursachte. 18 Gebäude brannten ab, darunter die Franziskanerkirche, deren Thurm ein⸗ stürzte. In Adlerkosteletz brannten Nachts 33 Häuser

ab. 300 Menschen wurden obdachlos, zwei Personen sind umgekommen.

Wien, 17. April. In Neusandec verheerte eine ungeheuere Feuersbrunst den inneren Stadttheil; die Pfarrkirche, die evangelische Kirche, das Jesuitenkloster, Gymnasium und Postgebäude sowie 133 Haäuser sind abgebrannt.

Wien, 19. April. Heute Vormittag haben im Krankensaale des Wiedener Spitals 25 unter Polizei aufsicht stehende Madchen revoltirt, die Geräthschaften zertrümmert und die barmherzigen Schwestern und die Aerzte thätlich angegriffen. Die herbeigerufene Polizei nahm acht Verhaftungen vor.

Gent, 18. April. Bei einer Bauernhochzeit in der Stadt Thielt bei Gent ereignete sich ein furchtbares Ungluck. Ein Mörser, aus welchem Schüsse abgegeben wurden, eyplodirte und dadurch wurden vier Personen, darunter das Brautpaar, getödtet und fünfzehn ver wundet. Mehrere der Verwundeten verlieren das Augenlicht

Christiania. Aus Aalesund wird gemeldet, daß der Amerikaner Wellman, welcher eine Nordpolexpedition in Norwegen ausrüstet, am 24. April von Aalesund abreisen wird und in Spitzbergen zu überwintern gedenkt. Die Expedition zählt 16 Theilnehmer.

Barcelona, 18. April. Gestern Abend mißlang ein Mordversuch gegen den die Einschiffung der Rom Pilger überwachenden Civilgouverneur Larroca. Der Angreifer, ein Schriftsetzer, der Anarchist ist, wurde verhaftet und sein Dolch beschlagnahmt. 6000 weitere Pilger schiffen sich heute in Begleitung mehrerer Bischöfe nach Italien ein.

Lissabon. Der Gesundheitszustand dahier ist beunruhigend. Eine seit mehreren Wochen herrschende Cbolerine-Epidemie hat Neigung, sich auszubreiten.

Welches ist das gefährlichste Laster?

Eines Tages waren die Laster versammelt und stritten um den Vorrang. Sie rühmten der Reihe nach ihre Eigenschaften. Der Geis, die Lüge, der Hochmuth, die Unkeuschheit, der Haß zählten alle ihre Verdienste und Leistungen

her; jedes wollte das größte Uebel unter den Menschen anrichten können. Da ließ zuletzt der Spott sein giftiges Lachen hören und

sprach;Das Uebel, das ihr anstiftet ist ge ring im Vergleich zu dem, das ich thun kann. Euer kann sich der Mensch entwöhnen; von mir befreit er sich niemals. Ihr ermuthigt zum Bösen, ich entmuthige die Tugend. Durch mich sinkt die Begeisterung dahin, die Gerechtig keit unterliegt, die Wahrheit wird furchtsam,

die Pflicht schämt sich. Da schrieen alle Laster:Dem Spott gehört der Vorsitz, er ist

der Gefährlichste von uns Allen.

DieSozialdemokratie behauptet stetsReligion ist Privatsache. Wäre

es ihr mit diesem Satz ernst und sollte derselbe nicht nur dazu dienen, Unerfahrenen das Urtheil zu trüben über die von der Sozialdemokratie vertretene matexialistische Weltanschauung gegen über der christlichen so müßte sie nicht nur aus ihren Zeitungen alle Angriffe gegen die chwistliche Religon vertreiben, sondern jede auch bei offiziellen Gelegenheiten es vermeiden, ihren Haß gegen das Christenthum zu zeigen. Gerade

das Gegentheil davon ist der Fall. Heut nur ein Beispiel dafür. Bei dem letzten inter⸗ nationalen Sozialistenkongreß standen an den Wänden des deutschen sozialen Vereinshauses u. a. folgende Sprüche in rother Farbe gemalt: Ohne Fürsten glücklich leben, ohne Pfaffen freudig sterben.Der Mensch soll als Mensch dem Menschen ein Gott sein.Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen. Kingsley, der große englische Arbeiterfreund, der ein tiefes Verständniß für das Berechtigte in der modernen Arbeiterbewegung hatte, sagte einmal:Der Sozialismus muß verchristlicht werden, oder er wird untergehen. Er wird Recht behalten.

Die Heidenmission der evangelischen Kirche hat weit mehr als die der römisch⸗katholischen Kirche unter Vorurtheilen im Lager der eigenen Glaubensgenossen zu leiden. Vielfach ist daran schuld das ungünstige Urtheil, welches sich ohne genauere Kenntniß der näheren Verhält nisse dieser oder jener Weltreisende auf seinen Streifzügen bildet und dann in Europa ver breitet. Da ist es erfreulich zu sehen, daß ein so erfahrener Mann wie es der jetzige Chef des Wißmannschen Expeditionskorps, Dr. Bumiller, ist, sich nicht scheut, einmal ein günstiges Urtheil über protestantische Missionsarbeit zu fällen. Er hebt in einem Bericht an seine Vorgesetzten namentlich die Thätigkeit der Mission der Evang. Brüdergemeinde am Flusse des Rungwe hervor und über die nicht fern davon gelegene Arbeit der Basler Mission ist das Urtheil nicht weniger günstig, Er sagt: Es ist auf allen Stationen mit viel Fleiß und Verständniß gearbeitet worden und die Bevölkerung scheint überall zu den Missionären Vertrauen und Zuneigung gefaßt zu haben.

Verletzungen durch Nägel.

Jedermann, der Pferde besitzt und mit Pferden zu thun hat, weiß, wie leicht die Thiere in Nägel treten und dadurch zeitig oder dauernd untauglich werden können. Wunden dieser Art bedürfen einer aufmerksamen Behandlung, und doch wissen wenige, was in einem solchen Falle zu thun ist. Die zähe, faserige Sohle ist sehr elastisch und ver mag sich, wenigstens wenn der Nagel sehr rasch entfernt wird, zusammenzuschließen und eine Blutung zu verhindern. Wenn ein der artiger Unfall sich ereignet, so wende man sich an den nächsten Hufschmied, da dieser die Werkzeuge zum Ausschneiden der Fußsohle besitzt, was an der durchbohrten Stelle ge schehen muß, bis das Blut frei fließt. Als dann bringe man das Pferd nach Hause, wasche den Fuß ganz rein und lege auf die Sohle gequetschten Leinsamen, der mit so viel heißem Wasser versetzt wird, daß er eine Art Teig bildet, so daß die ganze Höhlung des Fußes ausgefüllt ist. Dieser Teig sitzt, ohne besonders

festgebunden zu werden, fest, wenn das Pferd

auf einem harten Fußboden steht. Selbstver ständlich kann auch auf andere Weise der Boden feucht und weich und die Wunde zu freiem Abfluß offen gehalten werden, ich erachte aber einen Leinsamenumschlag für besser als alles Andere. Wie lange das Pferd in dieser Weise behandelt werden muß, hängt von der Schwere der Beschädigung ab und wie rasch das Thier Fieber ꝛc. in Fuß- und Sprunggelenk über windet. Wunden dieser Art sind stets von Gefahr begleitet, vornehmlich aber, wenn der verletzende Nagel verrostet war. Manches gute Thier ist an einer solchen Verletzung zu Grunde gegangen, von der der Besitzer viel leicht gar nichts wußte. Das geschilderte Ver fahren ist nicht kostspielig, erfordert keine be sondere Geschicklichkeit und ist besser als irgend ein anderes, das etwa noch empfohlen werden könnte.

Ueber die Kopfbedeckung schreibt die Wochenschrift für naturgemäße

Lebens⸗ und Heilweise, derHausdoktor: Der gesunde, kräftige Mensch bedarf eigentlich gar keiner Kopfbedeckung. Doch da barhäuptig zu gehen, selbst für den halbwegs gesunden Menschen eine zu strenge Forderung sein dürfte, so sei die Kopfbedeckung wenigstens porös, nicht aber warm. Für Kinder und junge Leute

sind die Pelzmützen ganz zu verwerfen. Früh⸗ zeitiges Ausgehen der Haare, Reuralgie,

Kopfgicht, Kopfschmerzen und andere Uebel sind in vielen Fällen auf das Zuwarmhalten des Kopfes in den Jugendjahren zurückzuführen. Die Natur gab genügende Schutzmittel für das Gehirn in der starken Knochendecke und den unzähligen Haaren. Eine zu warme Kopfbedeckung hindert auch das Zustand bekommen eines schönen kräftigen Haarwuchses. Aengstliche Mütter werden gut thun, ihre Kinder schon frühzeitig an kalte Waschungen des Kopfes zu gewöhnen, dann brauchen sie nicht in Sorge zu leben, daß ein kalter Wind dem Kinde schadet, wenn es auch ohne Kopfbedeckung im

Winter aus dem Hause läuft. Gerade das frühzeitige Warmhalten des Kopfes ist die Veranlassung zu öfteren Erkältungen. Selbst

verständlich sollten ganz kleine Kinder, bei denen der Haarwuchs noch nicht ganz entwickelt ist, bei kaltem Wetter im Freien eine Kopf bedeckung haben, doch darf dieselbe nicht zu warm sein und Schwitzen der Kopfhaut ver ursachen.

BVerloosung.

Wiener Communal- 100 fl.⸗Loose von 1874. Verloosung am 2. April 1894. Zahlbar am 2. Juli 1894 bei der Stadtkasse zu Wien. Gezogene Serlen: 34 265 529 809 1303 1376 1565 1609 1993 2124 2293 2516 2656. Prämien: 200,000 fl. S. 1993 Nr. 57. 4 20,000 fl. S. 34. Nr. 79. à 5000 fl. S. 1609 Nr. 23. à 1000 fl. S. 34. Nr. 22, 265 93, 1303 50, 1565 53, 1993 99. à 250 fl. S. 34 Nr. 21, 265 18 42, 809 6 7 49, 1376 86 93, 1993 39 98, 2293 70 84. à 140 fl. alle übrigen in obigen Serien enthaltenen Nummern.

In Amerika verstorbene Hessen und Hessen⸗ Nassauer. Bellville, Ill. Frau Catharina Hofmeister, geb. Ferbert, 70 Jahre alt, aus Hofheim bei Worms. Bradford, Ind. Christoph Fischer, 69 Jahre alt, aus Oberstedten. Charlestown, Ind. Catharina Sophie Schilke, geb. Jung, 72 Jahre alt, aus Massenheim. 5 Chicago, Ill. Elisabetha Brandau, geb. Sippel, 76 Jahre alt, aus * Kurh.; Marie Winkler, geb. Mader. 25 Jahre alt, aus Bons⸗ weiher. Clearwater, Minn. Heinrich Wilhelm Kohler, 76 Jahre alt, aus Aue, Kr. Schmalkalden. 5 Edwards ville, Ill. Anna Marie Zimmerschied, geb. Wüst, 80 Jahre alt, aus Dornbach. Evansville, Ind. Gustav Heinrich Krach, 79 Jahre alt, aus Hersfeld. Glen Riddle, Pa. Rev. Matthias J. Meurer, 96 Jahre alt, aus Nassau.

1 King, Texas. Elisabetha Möller, geb. Schmeltz, 78 Jahre alt, aus

Oberkaufungen.

5 Liberty Towuship, O. Georg Kern, 43 Jahre alt, aus Geilshausen. 1 Louisville, Ky. Gertrude, Wittwe des verst. Georg Shoemaker, 69 Jahre alt, aus Darmsta dt. Milwaukee, Wisc. [Henry Stirn, 73 Jahre alt, aus Biedenkopf; ö N 8 [Lehrer Jakob Wahl aus Darmstadt. Muscatine, Jowa. Balthasar Fischer, 73 Jahre alt, aus Heskem. Newark, N. J. 36 Jahre alt, aus Darmstadt. Portland, Oreg. Alexander Meyer, 66 Jahre alt, aus Worms. Santa Cruz, Cal. Anna Elisabetha Kaiser, geb. Prüssing, aus Mühlhausen, Hessen⸗Nassau. . New Pork, City. Nikolaus Gallei, 45 Jahre alt, aus Bensheim; Caroline Kief, geb. Meisenheim; Henriette Günther, geb. Lauterbach.

W. Koch,

Dotzert, 52 Jahre alt, aus

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Weismüller, 35 Jahre alt, auß

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