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einnahmen nicht gedeckt sind, soll das Defizit von der Staatskasse gedeckt werden.
Frankreich. Paris. In einem an den Prinzen Valori, seinen Pariser Repräsentanten, gerichteten Manifest erklärt sich Prinz Franz Maria von Bourbon, indem er den Titel eines Herzogs von Anjou annimmt, zum Erben der Krone Frankreichs.
Großbritannien. Glasgow, 4. Sept. Da der jüngste Beschluß der Bergarbeiter, die Arbeit wieder aufzunehmen, keine absolute Majorität erlangte, dauert der Strike fort. Von 70,000 Bergleuten Schottlands arbeiten heute nur 400.
Italien. Ravenna, 4. September. In Castiglione erfolgten anläßlich der Verhaftung zweier Betrunkenen schwere aufrüherische Scenen und Zusammenstöße mit der Polizei. Die Polizei⸗ behörde verfügte deshalb die Auflösung des Vereins„Orsini“ und des Arbeiterbundes und nahm in dessen Räumen Haussuchungen vor.
Griechenland. Athen. In Folge der Ausschreitungen von Offizieren und Soldaten gegen die Zeitung„Akropolis“ ist General Karaiskaki von der Regierung zur Disposition gestellt und der Platzkommandant von Athen bestraft worden; beide billigten die Haltung! der Offiziere. Unter den Offizieren herrscht starke Aufregung.
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Die Regierung erklärte, sie werde die Ordnung energisch aufrechthalten.
Rußland. Petersburg, 4. Septbr. Auf dem Jahrmarkte in Swatogorsk, Gouvernement Charkow, fanden ernste Bauernunruhen statt, welche erst durch ein starkes Militäraufgebot) unterdrückt werden konnten.
— Gegenüber verschiedenen Gerüchten über die Krankheit des Kaisers wird der Köln. Ztg. versichert, Sacharjin halte daran fest, hinreichende Ruhe und Schonung würden den Kaiser in verhältnißmäßig kurzer Zeit wieder vollständig herstellen. Sacharjin soll hauptsächlich nach Bojelowesch mitgereist sein, um daselbst den vom Kaukasus kommenden Großfürsten Georg nochmals zu untersuchen.
Aus Stadt und Land. Friedberg. Wie wir hören ist ein Betreff des Besuchs des Gottesdienstes durch die Schüler der hiesigen Handwerkerschule zwischen dem Dekanate und dem Vor⸗ stande der Schule folgende Einrichtung vereinbart worden: Jeden Sonntag Morgen findet vor Beginn des Unter⸗ richts durch einen Geistlichen eine etwa viertelstündige
Andacht statt. Damit wäre den Bestimmungen des Gesetzes Rechnung getragen und die so segensreich
wirkende Schule bliebe uns erhalten. Vilbel. Die Verbrechen wollen hier werden. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde wiederum dreimal hier eingebrochen. In dem Gasthaus„Zur Rose“ und zwar in dem Filialgeschäft der Firma Schade u. Füllgrabe drangen die Diebe vom Hofe aus durch ein Fenster, dessen Glasscheiben sie eingedrückt hatten, in das Wirthszimmer und von da mittelst Erbrechens der nach dem Laden führenden Ein— gangsthüre, in denselben ein, öffneten gewaltsam die Ladenschublade, entnahmen ihr einiges Wechselgeld und aus dem Laden ca. 3000 Cigarren und einige Flaschen Tokayerwein. Im Nachbarhause des Oekonomen Ph. Laupus, welchem erst kürzlich die Scheuer von ruchloser Hand in Brand gesteckt wurde, brachen zur selbigen Zeit ebenfalls Diebe ein. Sie benutzten zu ihrem Ein · tritt ein offenstehendes Fenster, durchsuchten 2 Schränke und eine Commode, verließen aber das Haus, ohne etwas an klingender Münze gefunden zu haben. Beim dritten Einbruch war es auf die zuweilen dem Orts gericht bezw. der Bürgermeisterei zur Verwahrung über gebenen Hypothenkegelder u. s. w. abgesehen. Morgens zwischen Z und 4 Uhr, als die Nachtwächter ihren Dienst verlassen hatten, drangen die Einbrecher von der Säugasse, einer stillen Straße aus, in die Amts lokalitäten der Bürgermeisterei ein, nachdem sie eine Leiter zum ersten Stock legt, dort eine Fenster⸗ scheibe eingedrückt und, eil die Thüre den Sprengver⸗ suchen widerstanden, mittelst Stemmeisens ein Loch in die Wand durchgebrochen hatten. Alles mit Ausnahme der Aktenschra und des diebssicheren Kassenschrankes wurde durchwühlt, aber Geld fanden die Eindringlinge auch hier nicht, sodaß sie ohne Beute abziehen mußten. Die Fortsetzung di wurde in der Nacht
nicht alle
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Mauer nach der Schloßruine zu. Die hiesigen Nacht⸗ wächter sind sehr rührig; allein es besteht hier als Kontrole das System des Pfeifens, wodurch die Diebe aufmerksam werden. Es dürfte sich daher dringend empfehlen, die allbewährte Kontroluhr einzuführen. Ein weiteres Verbrechen wurde am Montag Adend
verübt. Ein hiesiger Bursche begleitete ein in Massen⸗
heim dienendes Madchen. Auf dem Wege nach dorten kamen noch zwei Burschen von hier dazu, prügelten den Begleiter durch und begingen an dem Mädchen ein Sittlichkeitsverbrechen. Die beiden, schon vorbestraften Thäter, sind verhaftet.
Gießen. Liste der Hauptgeschworenen für die am 25. Sept. beginnende Sitzungsperiode: 1. W. Schudt in Rockenberg; 2. W. Schwenk(11. in Nieder⸗Eschbach; 3. Joh. Göbel 11. in Pfordt; 4. Ur. A. Trapp in Friedberg; 5. S. Bieber in Nieder-Eschbach; 6. W.
Grieb(i. in Holzheim; 7. A. Rompf III. in Land⸗ Dr. E. Netto in Gießen; 9. K. Flach III.
Goöns; 8. in Butzbach; 10. E. Löb in Friedberg; 11. 3 Möbs III. in Nieder⸗Mörlen; 12. K. Heil 11. in Butzbach; 13. H. Kratz in Laubach: 14. J. W. Lemp
in Altenstadt; 15. J. H. Ortwein in Angersbach, 16.
Direktor H. Schudt in Fauerbach b. Fr.; 17. Ober ⸗ forster Bücking in Romrod; 18. W. Raab in Selters; 19. H. E. Schneider in Alsfeld; 20. H. Schmalbach IV. in Crainfeld; 21. T. Schlunk in Gambach; 22. H. Reitz in Butzbach; 23. W. Reichert l. in Eckartshausen; 24. Ph. Blecher 11. in Ober⸗Rosbach; 25. H. Keutzer 111. in Frischborn; 26. C. Kalbfleich(1. in Altenburg; 27. L. Fr. Harth in Nieder⸗Mockstadt; 28. J. H. Ihring in Lich; 29. Ph. Kreiling(V. in Heuchelheim; 30. E. Fischbach in Gießen.
Allerlei.
Frankfurt. Wie aus Cassel, angeblich amtlich,
Torpsmanöver des elften Armeecorps wegen der Cholera— gefahr auf höheren Befehl aufgehoben. Ob damit auch ein Ausfall der Divisionsmandver verbunden ist, soll vorläufig noch nicht bestimmt sein.
Marburg, 5. Sept. In Bürgeln ist gestern ein Krankheitsfall vorgekommen, bei dem Cholera bacterio— logisch festgestellt wurde. Sonst ist Alles seuchenfrei. — 6. Sept. Bei drei weiteren am Dienstag vorge—
kommenen Krankheitsfällen ist Cholera konstatirt worden.
Neuötting, 5. Sept. Bei den gestrigen Brigade— manövern zwischen Erlbach und Endlkirchen wurde Hauptmann von Kreß zu Kressenstein vom 16. Inf. Regt. durch einen scharfen Schuß getödtet. Heute wurden
in der Brigade Visitationen nach scharfen Patronen ab⸗
gehalten, jedoch ohne Erfolg.
Karlsruhe, 4. Septbr. Aus allen Theilen des badischen Oberlandes laufen Nachrichten über furchtbare Hagelwetter ein. Großer Schaden wurde vornehmlich den Weinbergen und dem Tabak zugefügt. Die Ernte wurde theilweise vernichtet.
Plauen im Vogtland, 4. Sept. Während der Weihe der Fahne des Militärvereins brach die stockwerk— hohe Tribüne mit den Ehrengästen, Festjungfrauen und Gesangvereinen zusammen. Ein Knabe blieb todt, ein anderer wurde schwer verletzt.
Leipzig, 4. Septbr. Der erste Buchhalter der Baumwollspinnerei zu Leipzig, Nietzel, erschoß im Comp⸗ toir den Direktor Peger, weil dieser ihm gekündigt hatte, dann sich selbst.
Berlin. Nach der Veröffentlichung des Kaiser⸗ lichen Gesundheitsamtes sind vom 27. Aug. bis 3. Sept. Mittags an Cholera in Deutschland 53 Erkrankungen und 21 Todesfälle vorgekommen. Davon kommen auf Ostpreußen 6/1, auf das Weichselgebiet 24/11, auf das Netze⸗Warthegebiet 7/3, auf das Odergebiet 2/2, auf Oberschlesien 1/1, auf Hessen-Nassau 12/3, auf die Rheinprovinz 1/0.
Innsbruck, 4. Septbr. Gestern Abend ging im Raxgebiete auf dem Semmering ein furchtbares Un⸗ wetter nieder, durch welches die Straßen in der Um⸗ gebung von Reichenau im Naßwalde unpassierbar ge— macht wurden. Dort kamen auch Lawinenstürze vor. Das Hotel„Kaiserbrunn“ und dessen Logiergaste sind von allem Verkehr vollständig abgeschnitten.
Amsterdam, 6. Sept. Gestern feuerte unvor— sichtiger Weise ein Soldat an Bord des Rammschiffes „Guinea“, das an den Seemanövern bei Kykduin theil⸗
nimmt, ein nicht gerichtetes Geschütz ab. Der erste Offizier und ein Soldat wurden schwer verletzt; ein
Matrose wurde getödtet und einer verwundet.
London, 5. Sept. Während der Herzog und die Herzogin von Connaught heute Nachmittag die Ballon⸗ abtheilung im Militarlager von Aldershot besuchten, wurde ein Fkesselballon vom Blitz getroffen. Drei Soldaten, die den Draht des Ballons hielten, wurden schwer verletzt.
Behandlung der Weine in Flaschen und Fässeru.
Bewahren wir Weine in stehenden Flaschen
von Montag auf im evangelischen Pfarrhause gemacht. D drei an der Zahl,
Hier drang Diebe, durch das Kellerfenster
ein und befanden sich schon mit einem brennenden Licht versehen, auf 8 Hauses, als Pfarrer Heusel, mit dem letzten Bal von Frankfurt kommend, die Hausthüre öffnete. f löschten die Einbrecher das Licht und entfernten
fort sich in der raschesten Weise durch den Hof über die
dem Corridor des!
auf, so verderben sie fast immer, auch wenn letztere verkorkt sind. Es rührt dies daher, daß die Korke austrocknen, und ein steter Luft— wechsel durch die Poren stattfindet. Tauchen Spunde auf den Fässern nicht mehr in den Wein, so trocknen sie ebenfalls und die Luft kann aus- und eintreten.
Aus dem eben Ge⸗
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sagten geht hervor, daß der Luftwechsel Schwankungen im Wärmegrad um so grö
ist, je mehr leerer, bezw. mit Luft gefüllter
Raum in deu Gefässen vorhanden ist. Wir sollen deshalb die Flaschen möglichst voll füllen; bei besonderen Verkorkungsvorrichtungen können wir vemeiden, daß eine Luftblase darin zurück⸗ bleibt. Die Fässer sollen soviel wie möglich so lange sie noch nicht im Verzapf sind, spund⸗ voll gehalten werden. Um das Austrocknen der Korke und Spunde zu verhindern, lege man die Flaschen, und wähle beiß ässern lange Spunde, die bei der Abnahme des Weines durch Ver— dunstung noch in den Wein tauchen.
Berloosungen.
Augsburger 7 fl.⸗Loose vom Jahre 1864. Ziehung am 1. September 1894. Auszahlung sofort. Hauptpreise: Serie 1480 N. 80 à 3000 M. S. 1401 N. 83 à 600 M. S. 106 N. 32, S. 647 N. 2, S. 1124 N. 80, S. 1139 N. 82, 100, S. 1401 N. 24, 85, je 10⁰⁰ M.
Oesterr. Credit-Anstalt 100 fl.⸗Loose vom Jahre 1858. Ziehung am 1. September 1894. Aus-
zahlung am 1. März 1895. Gezogene Serien: Nr. 555 371 1008 1157 1245 1400 1560 1618 2047 2077 2085 2780 2836 3476 4040.— Hauptpreise: S. 1563
N. 47 à 150,000 fl. S. 958 N. 65 à 30,000 fl. [S. 1742 N. 42, S. 3560 N. 7 je 5000 fl.
Stadt Paris 500 Fr.⸗Loose von 1876. Ziehung am 10. August. Auszahlung am 25. August 1894. [Hauptpreise: N. 200973 à 100,000 Fr., N. 154535 à 10,000 Fr., N. 42113 à 5000 Fr., N. 26408, 55140,
gemeldet wird, ist das auf Ende September angesetzte 108831 144343 186470 190206 205130 213873 22982(62
243730 je Fr. 1000. Alle übrigen gezogenen Num mern je 500 Fr.
Eingesandt.
Wir können unsern Lesern die erfreuliche Mittheilung machen, daß es unserm Saalbauwirth, Herrn Rudelius, gelungen ist, für die Theatersaison eine neue Theater- truppe, und zwar unter der Direktion Fr. Riger⸗ Willfried aus München, zu engagiren. Wir bringen dieser neuen Theatergesellschaft unser Wohlwollen ent gegen und wünschen derselben zu ihrem Unternehmen ein stets ausverlauftes Haus.*
Friedberger Markt
Mittwoch den 12. September.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde.
16. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Eßlinger aus
Ober-Rosbach.
Gottesdienst in der Burglirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
Katechismuslehre für die Mädchen. Am 17. Sonntage nach Trinit. Abendmahl in der Burgkirche.
Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr Beicht; um 7 Uhr wird die heil. Communion ausgetheilt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
Geld- Cours.
Frankfurt am 6. September 1894.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstücke„ 20 iu uu 827 Dollars in Woad 4. 15 Ducaleengnangmngmgm 9. 75 „ Al mareedsds 9. 70 Englische Sovereigans 20. 34 20. 30
Russ. Imperia!!! * Tinte. Feine schwarze Schreib-, Copir. und Archiv ⸗ Tinte in Flaschen zu M. 1. 60, 40 Pf. Feine schwarze Alizarin, Schreib Flaschen zu M. 1, 60 Pf. Tiefschwarze Kaiser⸗Tinte in Flaschen zu MN. 15 12 Pf., Schwarze Schreib⸗Tinte in Flaschen zu 20 und 12 Pf., Gallus Tinte(Schultinte) à 8 Pf., Feine violette Salon⸗Tinte in Flaschen zu 25 Pf., Feine brillantviolette Copirtinte in Flaschen à 25, 15 Pf., Feine rothe Tinte in FFlaschen zu 40, 25 Pf., Feine blaue 7 in Flaschen zu 40 und 25 Pf., Tinte zum Waschezeichnen in Schachteln mit Zubehör 75 Pf., Hektographen Silber- Tinte, Gold⸗Tinte
und Copir⸗Tinte in
Tinte,
bei Carl Bindernagel.


