Ausgabe 
7.8.1894
 
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Bekanntmachung.

Wegen Reparatur der Holzbrücke bei Holzhausen ist der Verkehr für alle Fuhrwerke vom nächf

ca. 6 Tagen gesperrt. 1 Friedberg den 4. August 1894.

Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Beienheim.

In der Zeit von Montag den 6. August l. J. bis Dienstag den 21. August l. J., liegen auf dem Büreau der Großh. Bürgermeisterei Beienheim zur Einsicht der Betheiligten die Arbeiten des II. Abschnittes offen, nämlich: Bände Besitzstandsverzeichnisse, Bände Gütergeschosse nebst Zusammenstellung, Kartenblätter, 24 Bonitirungsblätter.

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Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Wölfersheim.

Nachdem sich mehr wie ein Fünftheil der betheiligten Grund eigenthümer, welche mehr als die Hälfte der betheiligten Fläche be sitzen, bei der am 7. Juli d. Is. stattgehabten Abstimmung für die Feldbereinigung und die Anlage von Wegen in den Baumstücken der Gemarkung Wölfersheim erklärt haben, und nachdem innerhalb der gesetzlichen Frist keine Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses erhoben worden sind, hat die Großh. Obere landwirthschaftliche Behörde den Beginn der Feldbe

reinigungsarbeiten verordnet und den Unterzeichneten zum Bereinigungs.

Commissär ernannt.

Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, lade ich gleich zeitig sämmtliche betheiligten Grundbesitzer zu der in Gemäßheit des Artikels 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 Donnerstag den 23. August d. IJs., Vormittags 9 Uhr, in dem Gemeindehause zu Wölfersheim stattfindenden Versammlung ein.

Diese Versammlung hat:

1. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, oder den Ab schätzungswerth der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Massegrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Be

ten Donnerstag den 9. d. Mts. auf Großherzogliches Kreisamt Friedberg: Dr. Braden.

Bekanntmachung.

Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen, welche schriftlich einzureichen sind, findet statt: Mittwoch den 22. August 1894, Vormittags von 910 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Beienheim, wozu ich die Interessenten unter dem Hinweise einlade, daß die Nichterscheinenden mit Ein⸗ wendungen ausgeschlossen sind.

Friedberg den 1. August 1894.

Der Bereinigungs-Commissär:

3287 Dr. Göttelmann.

Bekanntmachung.

dürfniß erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme auf

gebracht werden sollen;

2. die zur Vollzugs-Commission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen.

Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Betheiligten vorgebracht und berathen werden.

In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende betheiligte Grundeigenthümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeit eine Mehrheit von Zweidritttheilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Be theiligten verbindlich.

Kommen gültige Beschlüsse nicht zu Stande, so hat

zu 1. die Vollzugs ⸗Commission die erforderlichen Beschlüsse zu

fassen,

zu 2. die Großh. Obere landwirthschaftliche Behörde die Sachver

ständigen und Schiedsrichter zu ernennen.

Friedberg den 4. August 1894.

Der Bereinigungs-Commissär:

3328 Dr. Göttelmann.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Adolf Schmid zu Reichelsheim wurde zum Rechner der evangelischen Kirche Reichelsheim ernannt.

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Deutsches Reich.

Darmstadt. Dem A. Koch aus Altheim wurde das Patent als Geometer 1. Kl. für den Kr. Dieburg er theilt; dem Schullehrer Flath zu Vielbrunn die zweite Lehrerstelle zu Falken-Gesaß, dem Schullehrer Koch hafen zu Ober-Hainbrunn die Lehrerstelle zu Haister . dem Schullehrer Schäfer zu Londorf eine Lehrer stelle zu Reichelsheim i. W., dem Schullehrer Geibel zu Butzbach die Lehrerstelle zu Unter-Schmitten, dem Schul lehrer Winter zu Butzbach die Lehrerstelle zu Holzmühl übertragen; dem G. Trautwein aus Dorn-Dürkheim das Patent als Geometer 1. Kl. für den Kr. Alzey ertheilt; dem Schulamtsasp. Nelius aus Groß-Umstadt eine Lehrerstelle zu Wendelsheim, dem Schulamtsasp. Müller aus Ockenheim eine Lehrerstelle und der Schul amtsaspirantin Klassert aus Bensheim eine Lehrerinnen- stelle zu Bensheim, dem Schulamtsasp. Kratz aus Wohn bach eine Lehrerstelle zu Rodheim v. d. H., dem Schul⸗ amtsasp. Kaiser aus Spachbrücken eine Lehrerstelle zu Nieder⸗Ramstadt übertragen; den Forstassessoren Krug und Schlich, beide zu Mainz, das Patent als Geometer 1. Kl. für den Kr. Mainz ertheilt; dem Schulverwalter Schmidt zu Heuchelheim eine Lehrerstelle daselbst, dem Schulamtsasp. Schunk aus Hillesheim eine Lehrerstelle zu Weisenau, dem Schullehrer Bopp zu Eichelhain eine zehrerstelle zu Rhein⸗Dürkheim, dem Schullehrer Winter zu Ebersheim eine Lehrerstelle zu Marienborn, dem 1 Klaus zu Bermersheim die Lehrerstelle daselbst übertragen; die Schulverwalter Faulstroh am Gymnasium zu Worms, Will am Realgymnasium zu Gießen und Bumann an der Realschule zu Alzey zu Lehrern an diesen Anstalten ernannt, der Lehrer Funk in Marienschloß, auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, der Schullehrer Laist zu Nieder-Roden, auf Nachsuchen, der Schullehrer in den Ruhestand versetzt.

Berlin, 3. Aug. Wie dieN. A. Z. mittheilt, haben die zur Zeit an der Westküste Amerika's befindlichen KreuzerAlexandrine, Arcona undMarie Befehl erhalten, sich, sobald sie seeklar sind, zum Schutze der deutschen Interessen nach dem ostasiatischen Kriegs- schauplatz zu begeben.

DerReichsanzeiger dementirt die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Nachricht, daß eine Umbewaffnung der Armee mit einem neuen Gewehr bevorstehe. Die Nachricht scheine darauf zurückzuführen zu sein, daß von Seiten der Heeresverwaltung alle Neuerungen auf dem Gebiet des Waffenwesens eingehend geprüft wurden. Hieraus auf die Absicht zu schießen,

die Armee demnächst umzubewaffnen, sei nicht gerechtfertigt.

Wilhelmshaven, 4. Aug. Der Kaiser ist heute Nacht um 11 Uhr von Cassel wieder hier eingetroffen und begab sich sofort an Bord derHohenzollern. Die Werft und der Hafen waren elektrisch beleuchtet.

Ausland.

Schweiz. Bern. Die Nachricht aus wärtiger Blätter, die Schweiz beabsichigte die Kündigung der lateinischen Münzunion zu Ende dieses Jahres, wird von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Der Bundesrath habe weder dies beschlossen, noch eine solche Maßregel in Aussicht genommen. Der Chef des Finanz-Departements sei ein Gegner der Kündigung und sei den bezüglichen Anregungen im Nationalrath bei jeder Gelegenheit ent gegengetreten.

Frankreich. Toulon, 2. Aug. In der Werkstätte des Arsenals wurde letzte Nacht unter einem Haufen Körbe eine brennende Schwefelschnur entdeckt. Der Thäter ist noch nicht ermittelt.

Lyon, 3. Aug. Der Staatsanwalt Fochier begründete die Anklage. Vertheidiger Dubreuil erklärt, die Vertheidigung sei ihm von Amts⸗ wegen übertragen worden und er habe sie ge

in Alix hat den hier verhafteten Anarchisten Rat zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt. Derselbe hatte am 20. Mai den hiesigen Oel fabrikanten Blane mit einem Schusterpfriemen nahe dem linken Auge so ernstlich verwundet, daß Blanc einige Monate das Zimmer hüten mußte. Der Grund des Verbrechens war nur der Wunsch, einen Bourgeois zu tödten. Italien. Rom. Eine Notiz derAgenzia Stefani besagt, daß die Nachricht, wonach zwischen Italien und England Verhandlungen wegen einer gemeinsamen Aktion gegen Khartum schweben, jeder Begründung entbehre. Mailand. Außer in Brescia haben auch in Mailand, Geuua, Terni, Florenz ꝛc. Haus⸗ suchungen und Beschlagnahmen von Gewehren, Modell 1891, stattgefunden. Bisher sollen schon mehr als 1000 Stück aufgefunden worden sein, und was das Merkwürdigste an der Sache ist, es wurde festgestellt, daß private Waffen- händler schon Exemplare dieses Gewehres be saßen zur Zeit, als noch nicht ein Stück bei irgend einen Truppentheile der italienischen Armee zur Vertheilung gekommen war. Serbien. Nisch, 4. August. Der von belgischen und russischen Geheimpolizisten agnos⸗ eirte Jelohorsky, alias Baron Ungern⸗Sternberg, wurde auf Verlangen der russischen Regierung an Rußland ausgeliefert. Zwei russische Polizei⸗

horsam übernehmen müssen. Er bittet um beamte nahmen Jelohorsky, der in Salonichi

mildernde Umstände. Die Geschworenen be- riethen nur wenige Minuten und gegen 1 Uhr wurde das Urtheil gesprochen. Caserio rief:

Es lebe die Anarchie! Er wurde selbstver⸗

ständlich zum Tode verurtheilt. Caserio, ins Gefängniß zurückgeführt, mit gutem Appetit.

auf einen russischen Dampfer gebracht werden sollte, Ende voriger Woche in Nisch in Empfang. Jelohorsky wurde in Salonichi über Nacht in das Gefängniß des russischen Generalkonsulates eingesperrt, da der Dampfer erst am folgenden Morgen eintreffen konnte. Bei dieser Ge⸗

Er äußerte sein Mißvergnügen über einen Moment legenheit ist es nun, wie offizielle Depeschen

der Schwäche, den er vor dem Schwurgericht

gehabt und weigerte sich, ein Cassationsgesuch

zu unterzeichnen. Der Vertheidiger erklärte,

er werde Gnade beim Präsidenten der Republik

melden, dem berüchtigten Anarchisten gelungen, auszubrechen und auf einen im Hafen liegenden amerikanischen Dampfer zu entkommen. Das Verlangen des russischen Generalkonsuls, den

erbitten, ob Caserio wolle, oder nicht. Caserio Jelohorsky auszuliefern, lehnte der Kapitän empfing den Besuch des Pfarrers von Motta des Dampfers ab und am Montag stach dieser

Visconti.

Marseille, 2. August. Das Schwurgericht!

in See.

Amerika. Buenos⸗Aires, 3. Aug. Die