von der Unabhängigkeitspartei interpellirt den Ministerpräsidenten, ob er Kenntniß habe, daß die ungarischen Regimenter nach der Sprache und Nationalität gruppirt würden und eine neue Dislokation vorgenommen werden solle. Wekerle erwiedert, er werde sich informiren, müsse aber schon jetzt erklären, daß beim Kriegs ministerium die Tendenz, die ungarische Sprache durch irgendwelche Gruppirung in den Hinter⸗ grund zu stellen, absolut ausgeschlossen sei.
Prag, 3. März. In Jungbunzlau wurde gestern Abend beim Thore der Dekanatskirche eine Bombe gefunden. Dieselbe enthielt in einer mit Lumpen umwickelten und mit, Draht umwundenen Glasflasche zwei mit Schießpulver umgebene Sprengpulverpatronen. Zwei Zünd⸗ schnüre sind vor der Explosion erloschen. Die Auffindung der Bombe erfolgte, als das das Theater verlassende Publikum an der Kirche vorüberging. Ein Knabe stieß mit dem Fuß an die Bombe, und es ist ein Wunder, daß sie hierbei nicht explodirte. Von dem Thäter hat man bis jetzt keine Spur.
Schweden. Christiania, 3. März. Der Minister des Innern Thorne demissionirte in Folge eisenbahnpolitischer Differenzen innerhalb des Ministeriums.
Frankreich. Paris, 2. März. Der Prinz von Wales stattete dem Präsidenten Carnot heute einen Besuch ab, den dieser später er⸗ wiederte.
Großbritannien. London, 3. März. Nach einer Meldung des Bureau Reuter hat die Königin die Entlassung Gladstones angenommen. Gladstone hat der Königin als seinen Nachfolger Lord Rosebery empfohlen und Letzterer erhielt von der Königin den Befehl, heute nach Windsor zu kommen. Lord Rosebery ist bereit, den Posten des Premiers anzunehmen. Wahrschein— lich treten nur zwei Veränderungen im Kabinet ein. Nach der„Times“ hat die ärztliche Unter— suchung ergeben, daß Glädstone sich wahrschein— lich einer Staaroperation unterziehen muß.
Italien. Rom, 2. März. Der Papst empfing heute anläßlich der Doppelfeier seines Geburtsfestes und seiner Krönung das Heilige Kollegium.
Amerika. Washington, 1. März. Das Repräsentantenhaus nahm die von Bland ein⸗ gebrachte Bill, betreffend die Ausprägung des im Schatzamte befindlichen Silbers an.
Buenos-Ayres, 2. März. Die Aufständischen von Rio Grande wurden bei Saraudi geschlagen. 400 Mann sollen gefallen, viele gefangen ge— nommen sein.
Rio de Janeiro, 3. März. Die Wahlen sind in größter Ruhe verlaufen. Mit großer Majorität wurden Prudente de Moraes zum Präsidenten, Manuel Victori no Pereira zum Vizepräsidenten der Republik gewählt.
Aus Stadt und Land.
r. Friedberg. Dadurch, daß ein Mitglied des Streichquartetts am 11. März verhindert ist, ist eine Verlegung des Musikvereins-Concerts nöthig geworden. Unter Mitwirkung des Quartetts wird es Donnerstag den 15. März im Saale des Hotel Trapp stattfinden. Vilbel, 28. Febr. Heute war Schlachthausinspektor Keßler mit einem zweiten Beamten des Schlachthauses von Frankfurt hier, um ähnlich wie in Groß-Gerau einem Wasenmeister das saubere Handwerk zu legen. An Ort und Stelle wurde durch Ausgrabungen festge— stellt, daß von zwei verscharrten Kühen nur noch die Knochen vorhanden waren, während das Fleisch fehlte. Wo es hingekommen ist, wird die Untersuchung ergeben. Der Wasenmeister G. und ein Gehilfe wurde verhaftet.
Allerlei.
Stuttgart, 2. März. In Thalheim bei Tuttlingen starb vorgestern, 75 Jahre alt, die Wittwe M. Schnecken⸗ burger's, des Dichters der„Wacht am Rhein“. Berlin, 2. März.
ein Mann in Haft, der in allen Theilen Böhmens Ver⸗
Zu dem gestrigen Doppelmord in Großlichterfelde wird gemeldet, daß der Gärtner Helbig gestanden hat, nach vorhergegangenem Streite den Prokuristen Detlof und den Gartner Kurz mit
Prag. Beim Kuttenberger Kreisgericht befindet sich hältnisse mit Dienstmädchen unterhielt und ihnen Geld entlockte. Eine Anzahl dieser Mädchen ist spurlos ver⸗ schwunden. Man glaubt, daß er sie aus der Welt ge⸗ schafft habe. Sämmtliche Gerichte in Böhmen wurden beauftragt, Erhebungen anzustellen.
Barcelona, 2. März. Eine Schildwache des Kreuzers„Navarra“, auf dem die Anarchisten in Ge⸗ wahrsam gehalten werden, schoß auf das Boot, welches die Herzogin von Uzes an Bord der französischen Fre⸗— gatte„Iphigenie“ führte. Eine Untersuchung ist ein⸗ geleitet.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben,
sagt das Sprichwort. Wie viel davon richtig ist hat neulich ein Briefträger in London er⸗ fahren. Nach der abendlichen Bestellung fand derselbe, wieder auf der Post angelangt, noch einen Brief in seiner Tasche vor, den er übersehen hatte. Der Brief sah ihm wie eine ganz gewöhnliche unwichtige Drucksache aus und er behielt ihn für den ersten Rundgang am nächsten Morgen zurück. Was war die Folge? Weil dieses Schreiben nicht zur Zeit eintraf, konnte eine große Firma ihren Ver— pflichtungen nicht nachkommen, sie mußte die Zahlungen einstellen, und Hunderte von Ar— beitern verloren die Beschäftigung. Der saum— selige Briefbote selbst wurde entlassen, seine Familie gerieth dadurch ins Elend, und das Alles wegen einer einzigen Pflichtversäumniß.
Eine gute Antwort.
Ein Bittsteller wandte sich einst an den König Alphons von Arragonien; er erzählte von einem schrecklichen Gläubiger, der seine Schuld rücksichtslos eintreibe, Schulden, die noch von seinen Eltern herstammten. Der König wollte den Namen des grausamen Menschen kennen lernen. Und wen nannte der Witzbold? Den Magen, der immer mehr haben wolle und verlange, was man ihm schulde. Der König lachte über den Scherz, gab ihm ein Geldstück, rieth ihm aber auch, er solle sich doch an einen tüchtigen Advokaten wenden, der ihn in Schutz nehmen werde. Dieser Ad— vokat heiße„Fleiß“ und die Frau des Ad⸗ vokaten„Selbstbeschränkung.“ Wir empfehlen denselben hiermit sammt seiner Frau.
Ein guter Rath. Nach mehrjährigen Erfahrungen(schreibt ein Meister), habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, nie einem Gesellen in der Aufregung über ein von ihm begangenes Vergehen oder eine Ungehörigkeit zu kündigen, ebensowenig eine in der Aufregung ausgesprochene Kündigung anzunehmen. Ich sage in solchen Fällen ganz einfach: wir wollen morgen darüber sprechen. Ich habe dann fast immer die Genugthuung, daß am nächsten Tage der Geselle, wenn ich allein mit ihm spreche, sein Unrecht zugibt. Sehr oft haben mir die Leute gedankt, daß ich ihnen Zeit zur ruhigen Ueberlegung gelassen hatte; das sind dann meine zuverlässigstenen Gesellen geworden.
Handel und Verkehr. Friedberg, 3. März. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00 1.10, Eier 1 Stück 6 Pf. 2 Stück große 11 Pf. Gießen, 3. März. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter pr. Pfd. Mk. 0,95—1,05, Eier per St. 6 Pf., 2 St. 11—00 Pf., Käse pr. St. 5—8 Pf., Tauben pr. Paar Mk. 0,00 0,00, Hühner pr. Stück Mk. 1,00 1,20, Hahnen pr. Stück Mk. 1,20—1,50, Enten Mk. 1.70—2.00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 62—68 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfund 50 bis 56 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60— 70 Pf., Kalbfleisch pr. Pfund 50—56 Pf., Hammelfleisch per Pfund 40 bis 60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 4,00 5,00 Mark. Weißkraut pr. St. 0—00 Pfg., Zwiebel pr. Ctr. M. 10,00— 10,50.
Verloosungen. Braunschweiger 20 Thlr.⸗Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 1. März 1894. Gezogene Serien: Nr. 38 241 675 887 1343 1349 1518 2069 2095 2651 3177 3180 3467 3840 3971 4172 4513 5081 5349 5580 6510 7196 7319 7556 7998 8021 8160 8319 8719 8722
Repertoir⸗Entwurf
der vereinigten Stadt Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 6.: Lucretia Borgia.
wöhnliche Preise.
Mittwoch den 7.: 6. Abonnements⸗Concert unter Mit⸗
wirkung des Violinisten Ross aus Wien. Concert⸗
preise. Donnerstag den 8.: Lohengrin. Große Preise. Gewöhnl. Pr.
Freitag den 9.: Geschlossen. Samstag den 10.: Die Afrikanerin. Sonntag den 11.: Zum ersten Male: Hänsel und Gretel. Märchenspiel in 3 Bildern von E. Humperdinck. Hierauf: Die Puppenfee. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 6.: Gyges und sein Ring. Mittwoch den 7.: Der Herr Senator. Donnerstag den 8.: Der ungläubige Thomas. Militärfromm. Gewöhnliche Preise. Freitag den 9.: Egmont. Gewöhnliche Preise. Samstag den 10. Emilia Galotti. Gewöhnl. Preise. Sonntag den 11.: Nachmittags 3½ Uhr: Charley's Tante. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Talisman. Gewöhnliche Preise. Montag den 12.: Der Herr Senator.
Puppenfee. Ge⸗
Gew. Pr. Gew. Pr. Vorher:
Gew. Preise.
In Amerika verstorbene Hessen und Hessen ⸗ Nassauer.
New⸗Nork, N. Y. Margaretha Gertrude Huber, geb. Rist, aus Mainz; Wilhelm Höhn aus Biebelnheim; Susanna Kuhn, geb. Plank, 49 Jahre alt, aus Gießen. 4 Brooklyn, N. M. Henry Mander, 65 Jahre alt, aus Zennern, Hessen—
Kassel.
Chicago, Ill. Augustus Bauer, 66 Jahre alt, aus Friedberg. Cincinnati, Ohio. Anna Maria Zahn, geb. Kirch, 66 Jahre alt, aus Bodenheim.
Dillon, Kans.
Frau Beckel, 57 Jahre alt, aus Niederzwehren, Kur—
hessen.
Jersey City, N. J. Ida Engel, 18 Jahre alt, eine Nichte von Charles Meyer aus Flensungen.
Nashville, Ill. Professors⸗Wittwe Gertrude Eull, geb. Ulm, 69 Jahre alt, aus Rothenburg, Kurhessen.
Pittsburgh, Pa. Christoph Pfannkuch aus Heiligenrode, Kurhessen; Anna Freudenberg, geb. Schminke, 76 Jahre alt, aus Engsterode, Kurhessen.
Trenton, N. J. f Ludwig Wilhelm Ries, 46 Jahre alt, aus Wittgenborn, Kreis Gelnhausen.
Zur gefl. Beachtung.
Schriftliche Anfragen wegen Auskunftser— theilungen über Inserate ꝛc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Frei— marke für die Rückantwort beigelegt ist. Ueber Inserate, bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunfts- ertheilungen befugt. Offertenbriefe sind, soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden, in der Expedition abzuholen.
Die Exped. des Oberhess. Anzeigers.
Cheviots und Velours à M. 4. 45 Pf. per Meter versenden jede beliebige Meterzahl an Jeder⸗ mann. Erstes deutsches Tuchversandtgeschäft
Oettinger& Co., Frankfurt a. M.,
Fabrik-Depot. 5 Muster umgehend franco. 684 Bei Carl Bindernagel in Friedberg ist
1 g Neuester Caschen⸗ Fahrplan. Winter- Dienst. Für die
4 Mittel⸗Rheingegend, Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein-Preußen.
Messerstichen traktirt zu haben. Die beiden Verwundeten
sind sodann an Verblutung gestorben.
9076 9337 9579 9807 9943.
Preis 25 Pf.


