Ausgabe 
2.8.1894
 
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Deutsches Reich.

Büdingen. Sicherem Vernehmen nach wird die Kaiserin Friedrich Mitte des nächsten Monats zum Besuch am hiesigen fürstlichen Hofe erwartet.

Karlsruhe, 30. Juli. Das Großherzogs⸗ paar reist morgen von St. Blasien nach der Insel Mainau ab.

Ausland.

Großbritannien. London. Nach einem Hof⸗Circulär wird Kaiser Wilhelm nächsten Montag in Cowes erwartet. Er wird 10 Tage hierbleiben; an zweien wird er im Mili tärlager bei Aldershot sein, wo der Herzog von Connaught eine große Revue angeordnet hat.

Italien. Mailand, 30. Juli. In Brescia fanden Haussuchungen und Beschlagnahmen von Gewehren, Modell 1891, dessen Einzel heiten Staatsgeheimniß sind, statt.

Bastia, 30. Juli. Lucchesi, der Mörder des Redakteurs Bandi, wurde heute den italie nischen Behörden ausgeliefert und an Bord des nach Livorno gehenden DampfersPale stina gebracht.

Afrika. Tanger, 30. Juli. Die Riff⸗ kabylen nahmen eine unter französischer Flagge segelnde, von Tanger kommende Barke weg und raubten die ganze Ladung.

China. Shanghai, 30. Juli. Nach einer

Lloyd⸗Depesche von heute verlautet, mehrere chinesische Dampfer seien von den Blokade schiffen bei Faku vernichtet worden. Im

Nangtsekiang wurden Torpedos gelegt. Das deutsche KanonenbootWolf ist am 26. Juli in Chefoo angekommen. Unter den an Bord desKowshing getödteten Ausländern befindet sich auch der ehemalige deutsche Offizier Haupt mann von Hanneken, der seit 25 Jahren eine wichtige Stellung in chinesischen Diensten be kleidete.

Sansibar, 28. Juli. Aufständischen von Witu, Mahagih und Suleiman, von deneu Lieutenant Wake auf seinem letzten Zuge verwundet wurde, sind jetzt von dem Administrator des Protektorats, Kapitän Rogers, gefangen genommen worden. Die übrigen Aufständischen wurden entwaffnet.

Die Führer der

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Seit einigen Tagen weilt Alter thumsforscher Kofler von Darmstadt hier, um vorzugs weise in der Burg Ausgrabungen nach römischen Alter thümern vorzunehmen. Bis jetzt wurden nennenswerthe Funde nicht gemacht, doch konnte ziemlich sicher consta rt werden, daß das römische Castel Meter tiefer lag, als unser heutiges Pflaster. Man stieß bereits auf die römische Castellmauer und die Soldatenwohnungen.

7 Das dritte Berbandsfest der evang. Arbeiter vereine des Mittelrheinkreises wurde am 29. Juli d. J. dahter in folgender Weise gefeiert: nachdem von 11 bis 2 Uhr die auswärtigen 14 Vereine am Bahnhof em pfangen waren, begann um Uhr der Gottesdienst in der im Inneren prachtvoll dekorirten Stadtkirche, bei welchem Pfarrer De. Rade aus Frankfurt eine er

greifende Predigt hielt. Die Stadtkirche konnte dies- mal die Besucher nicht alle fassen, es mußten viele wieder umkehren. Die Collekte für einen gemeinnützigen Zweck des Arbeiter-Verbandes ergab die Summe von 53.55 M. Sehr dankenswerth muß die Mitwirkung des Musikvereins in der Stadtkirche erwähnt werden. Nach beendigtem Gottesdienste gegen 4 Uhr begaben sich die Vereine in geschlossenem Zuge, mit Musik voran, nach dem Festplatz, dem Schloßhof. Hier fand zunächst durch Dekan Meyer die Begrüßung der Erschienenen in warmen Worten statt. Demnächst hielten Pfarrer Naumann aus Frankfurt und Pfarrer Wenck aus Darmstadt Ansprachen. Mitglied Bergmann aus Bocken⸗ heim machte auf die Arbeiter- Bibliothek aufmerksam

worauf mit der Ab n Anzahl Hefte, zu 10 Pig. das S gemacht wurde. Das erste Heft ist Volksmann von 12 Woman 5 Beige 1 Fr. Naumann in Beigeordneter Hieron 5 Doch auf den Groß herzog Baärrn aus Frankfurt ein solches

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des niedrigen Eintrittspreises von 10 Pfg. für Mit⸗ glieder und 20 Pfg. für Nichtmitglieder ist doch die Einnahme, dank der schönen Witterung, so günstig aus⸗ gefallen, daß voraussichtlich sämmtliche Kosten gedeckt werden können. Zum Schlusse wünscht Einsender den erst seit einigen Jahren ins Leben gerufenen ev. Arbeiter⸗ Vereinen von Herzen Glück und Gedeihen!

Butzbach. Die hiesige evangelische Kirchengemeinde hat den Katholiken einen schönen Altar, der Jahr⸗ hunderte lang in der Butzbacher evangelischen Pfarr⸗ kirche hinter Bretterverschlag aufbewahrt wurde, mit bemerkenswerther Freigebigkeit zur Benutzung über⸗ wiesen. Freunde der Diaspora Katholiken erbauten außerhalb der Stadt eine katholische Kapelle, worin dieser Altar Aufstellung fand.

Eberstadt, 31. Juli. Die verflossenen Mittwoch herrschende fast afrikanische Hitze hat, wie aus ver⸗ schiedenen anderen Orten berichtet wurde, auch hier ein Menschenleben gekostet. Die 49jährige Frau des hie⸗ sigen Bewohners R. wurde beim Fruchtschneiden vom Schlage gerührt.

Echzell, 31. Juli. Ein etwa 9jähriger Knabe machte sich an der Häckselmaschine zu thun; der Kleine kam mit der Hand in die Maschine, welche ihm einen Finger glatt ab, den anderen aber so durchschnitt, daß er nur noch an einem Hautlappen hing.

Büdingen, 30. Juli. Heute Morgen schied nach etwa Stägigem Krankenlager Kirchenrath Meyer dahier aus diesem Erdenleben in einem Alter von 91½ Jahren. Er entstammte einer alten, ehrbaren hiesigen Bürgerfamilie und wurde nach vollendeter Studienzeit bald als Pfarrer in dem benachbarten Haingründau angestellt. Aber schon im Jahr 1829 übertrug ihm der damalige Patron hiesiger Kirche, der Fürst Casimir zu Ysenburg und Büdingen die zweite hiesige Pfarrstelle; spater, im Jahr 1844 ward er erster Stadtpfarrer und bekleidete von da an auch das Amt eines Dekans des Dekanats Bü⸗ dingen, ertheilte dabei den Religionsunterricht im Gym⸗ nasium und war langjähriges Mitglied der Kreisschul kommission und der Landessynode. In seinen Aemtern war er rastlos thätig und zeichnete sich dabei durch un ermüdliches, wissenschaftliches Streben aus. In Aner kennung dessen ernannte ihn der jetzige Fürst zu Ysen burg und Büdingen zum Hofprediger, der Großherzog verlieh ihm nacheinander den Philipps- und Ludewigs⸗ orden und ehrte ihn mit dem TitelKirchenrath.

Grebenhain. Am 28. Juli spielten mehrere Kinder in der Scheune des Landwirths Komp. Plötzlich wurde die Ehefrau des Komp durch Hilferufe erschreckt; als sie sich nach der Scheuer begab, fand sie ihr sechs jähriges Mädchen mit der Hand in der Häckselmaschine stecken und ein anderes dreijahriges Kind an der Kurbel, die Hand des Mädchens war beinahe durchschnitten.

Kastel, 29. Juli. Eine gemeinsame Rheinfahrt zum Besuche des Nationaldenkmals auf dem Niederwald bis nach Rüdesheim wurde gestern Nachmittag für sämmtliche Mannschaften des gegenwärtig hier gemeinsam übenden Hess. Pionierbataillons Nr. 11 und der Pionier⸗ Bataillone Nr. 16 und 20 unter Begleitung der Musikcorps unternommen. Es wurden hierzu die beiden DampferRhein undOverstolz der Köln-⸗Düssel⸗ dorfer Dampf-Schifffahrts-Gesellschaft benutzt. Die stattlichen, reich mit Fahnen geschmückten Schiffe fuhren um 1 Uhr Nachmittags in Mainz ab und kehrten um 10 Uhr Abends zurück.

Allerlei.

Augsburg, 30. Juli. Wie dieCorr. Hofm. meldet, spielte sich hier ein blutiger Exceß ab. Drei Strolche, von Schutzleuten angehalten, versetzten dem einen acht, dem andern sechszehn Stiche. Beide Polizisten sind tödlich verwundet; die Thäter wurden verhaftet.

Berlin, 30. Juli. Heute Nachmittag wurde ein zweiter choleraverdächtiger Fall im Osten Berlins kon⸗ statirt.

Berlin, 30. Juli. Der Maurer Thiede, der unter dem Verdacht des an der Krankenpflegerin Helene Schweichel verübten Mordes steht, soll einem Straf gefangenen in Plotzensee diese That eingestanden haben. Dieser hat an die Staatsanwaltschaft ein Schreiben ge langen lassen, in dem er anzeigt, Thiede habe sich ihm gegenüber zu der Thäterschaft bekannt und auch den Hergang der Ausführung geschildert. Er habe den Mord ausgeführt, weil er bei seinem Opfer seine Absicht nicht erreicht gehabt habe. Vor dem Untersuchungs richter hat Thiede bisher bestritten, den Mord begangen zu haben.

Berlin, 31. Juli. Die Familie des Schlossers Patschowski in der Swinemünderstraße, bestehend aus dem Ehepaar und zwei Söhnen im Alter von zehn und sieben Jahren, wurden Vormittags elf Uhr alle erhängt als Leichen aufgefunden. Patschowski litt an Schwindsucht

Danzig, 29. Juli. Der neueste Cholerabericht aus dem Grenzgebiete weist 758 Erkrankungen und 366 Todesfalle auf. Im Gouvernement Warschau wurden vom 14. bis 22. Juli 455 Erkrankungen und 220 Todesfalle gemeldet, während in den anderen Ge bieten die Seuche abnimmt.

Lüttich, 30. Juli. Seit vorgestern sind hier an 3 Erkrankungen und 2 2 f kung und 3 e, Chenée 1 Erkrankung un

Der 24 Jahre alte Kellner Paul so alte Frau Susanna und Georg en gestern wegen Ermordung der Frau

29. Juli.

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Sophie Rasch vor Gericht. Paul Kuzula und Schmer⸗

fedt wurden zum Tode verurtheilt.

los Opfer der Vendetta geworden. Die Behörden sind

den Mördern auf der Spur.

Palermo, 30. Juli. Bei einem Zusammenstoß

zwischen einer Brigantenbande und Landgensdarmen

wurden sechs Briganten getödtet.

Petersburg. Im Gouvernement Jaroslaw wüthet

die Rinderpest. Die Zahl der gefallenen Thiere ist sehr

groß. Auch einige Bauern sind der Seuche erlegen. Telephonlegung im Trabe.

Wie berichtet wird, haben in den letzten Tagen zwei Cavalleriepatrouillen im Trabe binnen vier Stunden eine dreißig Kilometer lange Telephonleitung zwischen Berlin und Potsdam hergestellt. Zu diesem Zwecke ver⸗ ließen in früher Morgenstunde zwei Cavallerie⸗ patrouillen, je ein Offizier und zwei Ulanen⸗ unteroffiziere, Berlin und Potsdam zu gleicher Zeit. Ausgerüstet war jede Patrouille mit einem vollständigen Telephonapparat, den der eine Unteroffizier in einem Lederüberzug auf der Brust trug, und einem Vorrath von ganz dünnem Stahldraht auf Rollen, jede Rolle mit 1000 Meter. Das Legen der Leitung begann in Berlin vom Wachtgebäude auf dem Pionier übungsplatze an der Hasenheide aus. Nachdem das Ende des Leitungsdrahtes mit der im Wachthause bereits befindlichen Stadtleitung in Verbindung gebracht war, nahm der gleichzeitig mit dem Fernsprecher ausgerüstete Unteroffizier die Rolle. Sie in eine Art Klammer mit Hand⸗ griff steckend, so daß sie sich leicht in seiner Hand um sich selbst drehte, ritt er vielleicht dreißig Schritt voraus und machte dann Halt. Inzwischen hatte der zweite Unteroffizier seine Lanze durch eine mit einer Gabel am Ende versehene Stange um die Hälfte verlängert. Der von der Rolle des ersten Unteroffiziers ausgehende Draht wurde mit der Gabel gefaßt, bezw. durch dieselbe geleitet und dann von dem zweiten Unteroffizier mit der verlängerten Lanze in die Kronen der an dem Saume der Hasen heide stehenden Bäume gelegt. Jetzt wurde Trab kommandirt. Der Offizier gab die Rich⸗ tung an, nur solche Wege und Chausseen wählend, die zur Seite mit hohen Bäumen versehen waren. Der die Rolle führende Unter⸗ offizier immer 30 Schritt voran, der zweite den abgewickelten Draht immer flott in die Gipfel der Bäume werfend, sprengte die kleine Patrouille lustig in den Morgen hinein. War die Rolle ganz abgewickelt, also ein Kilometer Leitung gelegt, wurde gehalten. Der erste Unter offizier saß ab; um seine in die Erde gesteckte Lanze schlang er das Ende des Drahtes und dieses wieder verband er mit dem Apparat. Das Telephon war eingeschaltet und die Ver ständigung mit der Ausgangsstelle wurde nach gesucht. Der Anruf der letzteren wurde dadurch bewerkstelligt, daß der Unteroffizier auf einem ganz winzigen Horn ein kurzes Signal gegen eines der beiden am Telephon befindlichen Hörner blies. Er brauchte seinen Anruf nicht zu wiederholen; denn kaum war sein Signal gegeben, als auch schon ein gleiches Signal vom Abgangsort deutlich durch den Apparat ertönte. Die mündliche Verständigung wurde nun eben⸗ falls geprüft, dann schleunigst der Apparat ausgeschaltet, der Draht einer neuen Rolle mit dem abgelaufenen verbunden, und weiter ging es in dem Trabe. Bei Teltow trafen beide Patrouillen zusammen; Signale wurden durch die Apparate beider Endpunkte gegeben, dann die Drähte mit einander verbunden, wobei die Apparate miteingeschaltet blieben und die Führer beider Patrouillen hatten die Genugthuung, mit⸗ anzuhören, wie die in Berlin und Potsdam an den Endapparaten stehenden höheren Offiziere sich lobend über das schnelle Legen und sichere Funktioniren dieser neuen Art von Fernsprech⸗ einrichtung aussprachen. Dann wurde Befehl zum Aufnehmen der Leitung gegeben. Beide Patrouillen machten den Weg, den sie gekommen, wieder zurück, dabei den Draht wieder ein⸗

sammelnd.

Conte, 28. Juli. Zwei Gendarmen wurden bei Solaro erschossen aufgefunden. Die beiden sind zweifel⸗

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