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Dienstag den 15. Juli.
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8 1390.
Oberhessischer Anzeiger.
Honte Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch a 733 1; Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Diensta 1* 9 und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag— 18
N neen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von mittel auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. cher Pil—————.——————— m— n num Amtlicher Theil.
reffend: Die Wahl der Einschätzungs Commissionen für die Veranlagung der Gewerbesteuer. Friedberg den 11. Juli 1890.
un Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 9 Nach Art. 27 des Gesetzes vom 8. Juli 1884 hat die Regulirung der Gewerbesteuer durch eine Commission zu geschehen, welche aus
J det edern besteht.
m Großherzoglichen Steuercommissär als Vorsitzender und drei von dem Gemeinderath einer jeden Gemeinde auf drei Jahre gewählten Mit— Feruer sollen in jeder Gemeinde zwei Ersatzmänner gewählt werden.
Indem wir Sie beauftragen diese Wahl durch den Gemeinderath binnen fünf Tagen vornehmen zu lassen und uns Abschrift des emeinderathsprotokolls umgehend vorzulegen, bemerken wir, daß zu Mitgliedern dieser Commissionen nur solche Personen gewählt werden ene kunen, welche zur Zeit der Wahl 30 Jahre alt sind und welche die passive Wahlfähigkeit als Gemeinderathsmitglied besitzen.
r Zur Geschäftsförderung und Ersparung von Kosten für die Gemeinden erscheint es zweckmaͤßig, die Mitglieder der Einschätzungs— Ne ommission für die Veranlagung der Einkommen- und Kapitalrentensteuer auch als Mitglieder für rubricirte Commission zu bestimmen.
treffend: Den Termin zur Einsendung der Kirchen- und Stiftungsrechnungen. 9 0 9
Dr. Braden. Friedberg den 14. Juli 1890.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Kirchen- und Stiftungsvorstände des Kreises.
. Einem Ersuchen Großherzoglicher Ober-Rechnungskammer entsprechend, verweisen wir Sie auf unser Ausschreiben vom 20. Juni 1885, 1 5 die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, abgedruckt in Nr. 72 des Oberhessischen Anzeigers von 1890 und machen Sie hierbei auf „ Mint ser Ausschreiben vom 31. August 1881, in Nr. 105 des Oberhessischen Anzeigers von 1881 aufmecksam, wonach die Rechnungen Ende August
Bekanntmachung.
75 die betr. Vorstände abzugeben und zu Ende September an die Justificatur Großherzoglicher Ober Rechnungskammer einzusenden sind. Wir erwarten, daß diese Termine pünktlich eingehalten werden.
Dr. Braden.
Die Maul- und Klauenseuche im Gehöfte des Großherzoglichen Bürgermeisters Häuser zu Hausen, und im Gehöfte des Balthaser Keßler
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Rritriu — 1* Langenhain ist erloschen. Friedberg den 12. Juli 1890. D555 Deutsches Reich 1 Möbel.) Darmstadt. Der Werkführer Stieler
zurde zum Vorsteher der Centralwerkstätte der Wain⸗Neckarbahn, L. Leonhard zu Friedberg zum Steuerkommissariatsgehilfen eruannt.
Berlin. Ein Bruder des verstorbenen Majors Barttelot, des Führers der Nachhut des Stanley'schen Zuges, Walter G. Barttelot, hat
hint,
K bn.
9— Glaser m die„Daily News“ ein Schreiben gerichtet,
i welchem er sagt:„Stanley gibt vor, in seinem Iain uche„Im dunkelsten Theile Afrikas“ einen . 3 Kkahrheitsgetreuen Bericht über die Lage der 1 Ein Jachhut und die Maßnahmen der Officiere der⸗
ben zu geben. Sobald aber die Tagebücher d Briesschaften Major Barttelot's und Mr. imeson's veröffentlicht sind, wird man sehen, b Stanley's Vertheidigung wegen seines Be—
er
11 ö mens der Nachhut gegenüber unzureichend ist. 16 Ant. üßerdem ist sie ungenau, irreführend und un⸗ —— e!“— Kapitän Casati, der Begleiter Emin 18, schas, ist in Neapel angekommen und hat sich 2 ein bet über Stanley mit außerordentlicher Schärfe Grieb, Asgesprochen. Nicht Emin verdanke Stanley die Rettung, sondern das Umgekehrte sei der
Feu. Emin und Casati hätten Stanley in gerade— furchtbarer Lage gefunden, nur Dank der fe Emins konnte Stanley den Rückmarsch clsführen. Casatt beabsichtigt, über seine Erleb— 1 1. ue ein Buch herauszugeben und dann nach * A ika zurückzukehren. Kiel. Der„Reichsanzeiger“ macht bekannt: Jin Heinrich ist mit der„Irene“ aus dienst— ler Veranlassung am 8. Juli in Kiel einge— tiffen. Das Schiff geht am 12. Juli wieder u See, um zur Mansöverflotte zu stoßen. Die Zand, unlaufenden Nachrichten, welche das Eintreffen 7 d Prinzen mit der Erkrankung der Prinzessin 6 weknüpfen, beruhen auf Erfindung.
c. 15 Schlangenbad. Die Exkönigin Isabella ö nl Spanien wird am 20. Juli zu einer 6wöchigen Laue* dahier eintreffen.
Narlsbad, 11. Juli. Herzog Ernst von zurg-Gotha ist gestern zum Besuch des Prinzen
Ferdinand von Bulgarien hier angekommen. Prinz Ferdinand war dem Herzog bis Eger in einem Separatzug entgegengefahren. Der Herzog ist zwecks Erörterung wichtiger Familienangelegen— heiten mehrere Tage hier anwesend.
Straßburg, 12. Juli. Fürst Hohenlohe ist gestern von Paris hierher zurückgekehrt.
Ausland.
Oesterreich⸗-Ungarn. Wien. Die Kaiserin Elisabeth tritt Mitte August eine mehr— monatliche Reise nach Amerika und Afrika an.
— Der serbische Gesandte verlangte die Zurücknahme des Schweineeinfuhrverbots.
Pest. Der„Pester Lloyd“ hält die Nach— richt über die Zusammenkunft Caprivis, Kal— nokys und Crispis für nicht unwahrscheinlich. Salisbury wird aber bei aller Intimität Eng— lands mit den verbündeten Mächten nicht daran theinehmen. Für die Festigkeit des Bundesver— hältuisses spreche es, daß nach dem Kanzler— wechsel im April ein schriftlicher Meinungsaus— tausch genügte, um eine unveränderte Beibehal— tung der Bündnißgrundlagen festzuhalten. Heute sei daher die Zusammenkunft nur als normale, jedes Aufsehens entbehrende Erscheinung anzusehen.
Schweden. Vossewangen, 12. Juli. Kaiser Wilhelm hat gestern früh die Fahrt von Eide nach Vossewangen im Kariol bei gutem Wetter zurückgelegt. Um 11 Uhr erfolgte die Ankunft in Vossewangen. Nach eingenommen Frühstück fand die Weiterfahrt nach Stahlheim statt. Das Wetter war etwas regnerisch geworden. Abends fand zu Ehren des Monarchen ein Feuerwerk statt. Heute, am 12., setzte der Kaiser die Reise zu Fuß und zu Wagen nach Gudwangen fort, wo ihn die Vacht„Hohenzollern“ erwartet hatte. Gegen 7 Uhr Abends erfolgte die Abfahrt nach Faleide.
Großbritannien. London. Der erste Lord des Schatzes, Smith, läßt erklären, er beabsichtige nicht, zu demissioniren oder die Pairs würde anzunehmen. Die Gerüchte über eine
bevorstehende Umbildung des Cabinets seien unbegründet.
— 11. Juli. Das Oberhaus erledigte ohne Debatte die Einzelberathung der Helgoland-Bill.
— 11. Juli. Der General-Postmeister empfing heute eine Deputation der Briefträger. Es ist wahrscheinlich, daß infolge des günstigen Eindruckes, den die Deligirten beim Empfange erhielten, der allgemeine Streik der Briefträger nicht ausbricht. Die Krisis ist beseitigt.
Italien. Rom. Der Correspondent des „Berl. Tageblattes“ hatte ein Interview mit dem italienischen Finanzminister. Derselbe erklärte auf eine Anfrage hin, die italienischen Finanzen seien im Stande, einen Krieg eventuell auszu— halten. Ein Krieg sei jedoch wenig wahrschein— lich. Italien halte treu an dem Dreibunde fest. Der Finanzminister glaubt nicht an eine Gefähr— dung des Friedens durch den Orient, auch nicht, daß eine französisch⸗russische Allianz abgeschlossen worden sei. Der Minister meint weiter, daß das Cabinet Crispi mit großer Mehrheit aus den Wahlen hervorgehen werde.
— Wie die„Opinione“ erfährt, hätte Eng⸗ land dem italienischen Cabinet die Versicherung gegeben, daß es auf seine Rechte auf Tunis gegenüber Frankreich nicht verzichte.
Serbien. Belgrad. Es verlautet auf das Bestimmteste, daß die Königin Natalie Belgrad nächstens ebenfalls verlassen wird.
Rumänien. Bukarest. Die rumänischen Blätter eifern sehr gegen die russischen Umtriebe und bringen sentationelle Enthüllungen. Aus Bulgarien meldet eine russische Depesche die Unzufriedenheit des Militärs wegen rückständigen Soldes.
Bulgarien. Sofia. Aus Odessa wird der„Daily News“ gemeldet:„Einem hier aus Sofia eingegangenen Privat-Chiffretelegramm zufolge drückte Fürst Ferdinand vor einigen Tagen Stambuloff gegenüber seinen halbgefaßten Ent— schluß aus, unverzüglich nach Bulgarien zurück— zukehren und förmlich abzudanken. Von diesem


