Die am 1. Mai l. Is. fälligen Zeitpächte, sowie die nachträglichen Beiträge der Gemeinden ꝛc. zu den Ober amt innerhalb der ersten 25 Tage des Wonats Mal l. J. an den bestimmten Zabltagen Dienstags u Nachmittags, sowie Mittwochs, Freitags und Samstags von 9 bis 12 Uhr Vormittags zu entrichten Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht dies im Interesse ihrer Ortsan
Friedberg den 27. April 188g.
Bekanntmachung.
4.
Großberzogliches Rentamt Friedberg. Stoltz.
De utsches Reich.
Darmstadt. Der Major a. D. Riedesel Freih. zu Eisenbach wurde zum Hofstallmeister ernannt.
— Wie bekannt, hatte sich der Vorstand des Landes Lehrervereins für das Großherzogthum Hessen im Dezember vorigen Jahres in einer Eingabe an die Regierung und die Kammern gewendet wegen Aufbesserung der Gehalte der Volksschullehrer auf dem Lande. Wie verlautet, hat bei allen Abgeordneten der zweiten Kammer das Gesuch sympathische Aufnahme gefunden, und es bestehe deßhalb die begründete Hoffnung, daß die Regierung die wohlberechtigten Ansprüche der Landlehrer erfüllen und möglichst bald eine darauf gerichtete Vorlage an die Kammern ge— langen lassen wird.
Berlin, 27. April. Der Kronprinz von Rumänien hat heute den Fürsten Bismarck be— sucht und eine längere Unterredung mit ihm ge— habt; heute Nachmittag wird er sich bei seinen früheren Regimentskameraden in Potsdam ver— abschieden und morgen Abend in Begleitung des Majors v. Schilgen, des persönlichen Adjutanten des Fürsten von Hohenzollern, nach Bukarest abreisen.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Die amerikanischen Bevollmächtigten zur Samoa— Conferenz, Casson, Phelps und Bates, sind Frei— tag in Berlin angekommen und machten Sams— tag auf dem auswärtigen Amt dem Staats— secretär Graf v. Bismarck ihren Autrittsbesuch. Bei dieser Gelegenheit erklärte Bates, er be— dauere, daß ein seine Unterschrift tragender Ar— tikel im letzten Hefte einer amerikanischen Monats— schrift veröffentlicht und in der deutschen Presse vielfach bemerkt worden sei. Bates erklärte ferner, daß er seine Abhandlung nur als un— vollständig unterrichteter Privatmann geschrieben habe; nach dem Bekanntwerden der im Weiß buche veröffentlichten Depeschen, welche für die loyale Haltung der deutschen Regierung Zeug— niß ablegten, sei der Artikel gegenstandslos geworden.
Weimar, 26. April. Der Kaiser ist Mittags hier eingetroffen und unter Kanonen-Donner, Glockengeläute und dem Jubel der Bevölkerung in die prachtvoll geschmückte Stadt eingezogen. Vereine, Innungen und Schulen bildeten Spalier bis zum Schloße, wo die Großherzogin den Kaiser empfing. Der Großherzog war dem hohen Gaste bis Sulza entgegengefahren.
Braunschweig. Der Kaiser hat jetzt end— giltig seinen Besuch zugesagt, der voraussichtlich schon in der nächsten Woche erfolgen wird; es sind bereits umfassende Empfangsvorbereitungen im Gauge.
Eisenach, 27. April. Um 8½ Uhr heute morgen erfolgte unter brausendem Jubel der Bevölkerung die Ankunft des Kaisers in dem glaͤnzend geschmückten Eisenach.
Schleswig. Der schleswig'sche Lehrer,
dessen Schulkinder im März 1888 bei der Mit— theilung der Nachricht von dem Hinscheiden Kaiser Wilhelms ein Hurrah anstimmten, ist nach dem Fr. J. vom Cultusminister seines Amtes entsetzt worden. Hamburg. Das Entmündigungsverfahren gegen Geffcken wurde nach dem Fr. J. einge stellt. Die Aerzte erklärten seinen Geisteszustand für durchaus normal.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. April. Militärische Maßregeln wurden heute in redu— eirtem Maße getroffen. Geringe Ansammlungen in Hernals wurden von Patrouillen rasch zer— streut. Es haben keinerlei Demonstrationen mehr stattgefunden.
— 27. April. Die Tramway Kutscher haben,
mit Ausnahme von zwölf, die Arbeit wieder aufgenommen. Der Verwaltungsrath der Tram- way⸗Gesellschaft nahm seine Entlassung. Der Polizeierlaß wegen frühzeitiger Schließung der Hausthore und Wirthschaften ist zurückgenommen.
Graz. Von hier wird gemeldet, daß Graf Hartenau(Fürst Alexander von Battenberg) den Corpscommandanten Schönfeld ersuchte, ihn auf seinen nächsten Inspicierungsreisen begleiten zu dürfen, uud daß man daraus folgere, Graf Hartenau werde im Herbst als Oberst in die österreichische Armee eintreten.
Schweiz. Luzern. Der internationale Con— greß zur Bekämpfung der Sklaverei soll an— fangs August hier stattfinden.
Schweden. Stockholm. In der zweiten Kammer beantragte Bexel die Kündigung des Handels- u. Schifffahrtsvertrags mit Deutschland. Die Kammer verweigerte jedoch die Berathung des Antrags, weil derselbe zu spät eingebracht worden sei.
Frankreich. Paris, 25. April. Der deutsche Botschafter Graf Münster hat heute morgen Paris verlassen und wird am 9 Mai, also drei Tage nach der Eröffungsfeier der Welt— ausstellung auf seinen Posten zurückkehreu. Die Botschafter Rußlands und Oesterreichs werden ebenfalls in den nächsten Tagen kurze Urlaubs— reisen antreten und der italienische Botschafter, General Maquis de Menabrea, ist bereits seit acht Tagen der Eröffnung der Ausstellung aus dem Wege gegangen.
— Die Behauptung der„Opinione,“ die französische Regierung habe dem Vatikan irgend ein Versprechen betreffs Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes gemacht, wird in Regierungskreisen für unbegründet erklärt.
Nizza, 28. April. Als die Königin von Württemberg gestern Nachmittag in einem Lan— dauer von Nizza nach Monaco fuhr, gingen die Pferde durch, übersprangen eine Brustwehr und zerrissen die Zügel; der Wagen blieb auf dem Wege. Die Königin konnte den Wagen unbe— schädigt verlassen; der Diener wurde leicht am Fuße verletzt.
Großbritannien. London. Einer amt— lichen Bekanntmachung zufolge findet etwa am 16. Juli zu Ehren des Besuchs des Kaisers Wilhelm große Flottenschau in Spithead statt. An derselben werden 109 Kriegsschiffe theilnehmen.
Italien. Rom. Der„Agenzia Stefani“ zufolge reisen der König und der Kronprinz am 19. Mai früh via Gotthardbahn nach Berlin ab, wo sie am 21. Mai eintreffen werden.
Rußland. Petersburg. Dem„Russ. Juval.“ zufolge sindet in diesem Jahre im Warschauer Militärbezirk ein sechstägiges Manöver am Narewfluß statt, an welchem 90 Bataillone, 62 Escadrons und 234 Geschütze theilnehmen. Ein fünftägiges Mansver findet im Odessaer Militär— bezirk in der Umgegend Otschakoff's mit 13½ Bataillonen, 5½ Schwadronen und 12 Geschützen statt. An dem letzteren Manöver nehmen ferner Theil 4¼ Bataillone, eine Kosakensotnie und 4 Geschütze, welche in Odessa eingeschifft und bei Otschakoff gelandet werden.
— Außer dem Schah von Persien sollen auch der Emir von Bokhara und der Chan von Chiwa in diesem Jahre nach Petersburg kommen.
Amerika. Newyork, 26. April. Viele Ansiedler kehren von Oklahama zurück, da sich doppelt so viele Leute dort befinden, als sie Land bekommen können. Der Versuch der Grün— dung der Stadt Guthrie ist fehlgeschlageu, Viele verlassen die dortige Niederlassung; unter den Zurückbleibeuden herrscht große Noth.
Afrika. Sansibar, 27. April. Nach einer Reutermeldung wurden der englische Missionär
Roscol und dessen Frau, die auf dem Wege von
Mpwapwa nach der Küste gefangen genommen waren, gestern von Buschiri in Freiheit gesetzt
förstersbesoldungen sind an das unterzeichnete Rent⸗ nd Donnerstags von 8 bis 12 Ubr Vormittags und von 2 bis 5 Uhr
bei Meidung des Beitreibungsverfahrens gegen die Säumigen. gehörigen öffentlich bekannt machen zu lassen.
und sind auf der französischen Missionsstation
in Bagamoyo eingetroffen. Dr. Taylor und ein dritter Europäer, vermuthlich der Missionär Hooper, wurden von Buschiri, welcher ein Löse⸗ geld von 10,000 Rupien forderte, als Geisel zurückgehalten. Der englische Consul ermächtigte die französische Mission, das Lösegeld an Buschliri zu zahlen; man erwartet die alsbaldige Frei gabe der Zurückgehaltenen.
Australien. Auckland. Von Samog kommt folgende Nachricht:„Trenton“ und„Van⸗
dalia“ können nicht wieder flott gemacht werdenz
die Taucher retteten die Schiffskasse des„Tren- ton,“ der„Eber“ ist vollständig zertrümmert,
der„Nipsic“ ist wieder flott. nungen getroffen, um den„Nipsic“ nach Auck— land bringen zu lassen.
Aus Stadt und Land. W. Friedberg. Dienstag den 30. April, Vormittags
Es sind Anord⸗
—
11½ Uhr, findet in Frankfurt in der Rosenau die Jahres, versammlung der„Ev. Conferenz für das Großherzog?
thum Hessen“, die einen großen Theil der evang. Geist⸗
lichen und eine Anzahl angesehener Nicht-Geistlichen unseres
Landes zu ihren Mitgliedern zählt, statt. Das wichtige Tbema der Verhandlungen bilden Referat und Thesen des Gymnasiallehrers Trümpert von Darmstadt über: „Die Nothwendigkeit und Beschaffenhelt eines neuen Katechismus für die unirten Gemeinden im Großherzog; thum Hessen.“ Alle für diese wichtige Frage sich Ju.
teressirenden, namentlich Geistliche und Lehrer, sind freund? lichst zur Versammlung eingeladen und auch Nicht⸗Mit⸗
glieder herzlich willkommen.
Allerlei.
st. Frankfurt. In Folge des anhaltenden An⸗ dranges zu den Gastvorstellungen von Adolf v. Sonnen; thal, wird der Künstler sein hiesiges Gastspiel um eine Vorstellung verlängern. Dessen Abschieds Vorstellung findet somit erst am Mittwoch den 1. Mat im Opernhause statt und wird Sonnenthal an diesem Abende auf viel
faches Begehren nochmals den Wallenstein spielen, mit
welcher Rolle derselbe einen so ungewöhnlichen Eindruck auf das Publikum gemacht hat. Dresden.
Beinen an einen Baum aufgehängt. Am Fuß des Baumes
lag eine Schnapsflasche, an der ein Zettel des Inhalts geklebt war, daß der Entseelte angeblich sich selbst er“ Der Leiche waren Uhr und Börse geraubt.
hängt habe.
Berlin. Dem„Berliner Tageblatt“ soll der Post⸗
debit entzogen worden sein wegen Mittheilungen über 4
den Gesundheitszustand der Kalserin.
Görlutz, 25. April. Ein furchtbares Gewitter wüthete Der Blitz erschlug einen Lehren
eute in der Umgegend. in Eisenberg, zwei Arbeiter in Kupper, eine Dienstmagd in Eckersdorf und ein Bauernmädchen in Kunners dorf. Triest, 27. April. bruch im Postamt 53,000 Gulden gestohlen. Agram, 27. April. Heute Abend 8 Uhr 35. Min,
wurde ein drei Secunden andauerndes Erdbeben verspürke
Rom, 28. April. Die Königin und der Kronprinz,
sowie eine größere Anzahl hervorragender Persönlichkeiten der römischen Gesellschaft und der Fremdeneolonie wohnten gestern Abend dem von dem Kölner Männergesangverein im Theater Costanzi veranstalteten Concerte bei. Der
Verein errang einen ungeheuren Erfolg.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 27. April. Buttermarkt. Butter kostets
ver Pfd. M. 1.05—1.10, Eiter 1 Stück 5, 2 Stück 11 Pf.
Bußbach, 27. April. Wochenmarkt. Butter kostele per Pfund M. 1.05., Käse per Pfund 45-46 Pf., Eiet 1 Stück 5 Pf.
Gießen, 7. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 1.05 bis 1.20, Eier 1 Stück 5 Pf., 2 Stück 9 Pf., Käse per Stück 5— 8 Pf. Tauben per Paar M. 0.60— 0.85, Hühner per St. M. 1.20
bis 1.40, Hahnen per St. M. 2.00— 2.40, Enten per St.
M. 2.20— 2.40, Ochsenfleisch per Pfd. 60— 68 Pf., Kuh⸗
und Rindfleisch 45—54 Pf., Schweineflelisch 50 60 Pf., Hammelfleisch 54—64 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln
pro 100 Kilo M. 5.50— 7.00, Zwiebeln per Ctr. M. 8—9. Homburg, 11. April. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 5.00— 5.50, per Gescheid 12 Pf. Eier per
Stück 6—7 Pf., Butter per Pfund 1. Qualität M. 1.10,
2. Qualität M. 1.
Frankfurt, 26. April. Engros⸗ Markt. Heu pro 100 Kilo M. 7.20—9.00, Stroh pro 100 Kilo M. 7.00 bis 8.60, Butter pro 50 Kilo M. 112.00— 115, Eier das Hundert M. 5.00—6., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis
In dem sogenannten„Schwarzen Holze“ bei Zschopau ist während der Ostertage ein Raubmord verübt worden. Man fand dort die Leiche eines Zschopauer Bürgers bis auf Hemd und Unterhose entkletdet mit den 1
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