Ausgabe 
26.9.1889
 
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Mitbürger!

Einsender dieses wollte den Wahlvorschlag, der sich auf der Rückseite des Haupt blattes vom Samstag obenan befindet, seinen Mitbürgern recht dringend an's Herz legen. Derselbe geht von der Versammlung in Kürschners Gartensaal aus, und es ist ja kein Geheimniß, daß diese Versammlung größtentheils aus den Männern bestand, die Herrn Hieronimus als Beigeordneten letzthin öffentlich empfohlen haben; es sollte keine öffent⸗ liche Versammlung sein, denn in derselben hätte man sich schwerlich geeinigt, man wäre durch ständigen absichtlichen Widerspruch zu keinem Resultate gekommen.

Die ca. 40 Männer, welche in dieser Versammlung die Candidaten aufstellten, thaten dies erst nach vielseitiger Debatte und unter Abwägung aller Verhältnisse; es waren nicht nur Männer einseitiger Ansicht erschienen, sondern sehr heftige Gegner der indirecten Be⸗ steuerung, die auch mit ihrer Ansicht durchaus nicht hinter dem Berge hielten.

Wer ist denn nun bei der Gegenpartei? Vorab dieDeutsch-Freisinnigen,(wurde doch ganz offen von Einigen derselben bemerktder national-miserablen Wirthschaft im Ge meinderathe muͤsse ein Ende gemacht werden), die Socialdemokraten, einige Juden (nicht alle die ihrem verdienstvollen Glaubensgenossen Herrn Hirsch die Ehre im Stadt rath zu sein nicht mehr gönnen), die Metzger(denen das Schlachthaus ein Dorn im Auge ist) und einige Bierbrauer und Wirthe(die das ihnen unbequeme Octroi beseitigt sehen möchten); hinzu kommen einige von den Genannten abhängige Leute.

Sind dies Sonderinteressen, oder sind es keine?!

Der ganze übrige überwiegende Theil der Bürgerschaft aber ist dringend gebeten, sich weder durch ernstgemeinte, noch durch fingirte, noch durch auf Zersplitterung berechnete Wahlvorschläge einzulassen, sondern am 1. October zur Wahlurne zu treten und ohne Streichung eines Namens zu wählen: die Herren

Johannes Koob

Louis Waas

Carl Trapp

Eduard Hirsch

Ernst Windecker

Adolf Windecker

Ernst Engel.

Zettel mit diesen Namen werden sowohl in der Stadt verbreitet, als auch am Wahllokale ausgegeben werden. 3561

Mitbürger!

Wir schlagen Ihnen folgende Männer zum Gemeinderath vor: Ernst Engel, Metzger. Carl Damm, Kaufmann. Ernst Windecker, Brauereibesitzer. Eduard Preußer, Landwirth. Carl Trapp, Fabrikant. Georg Emmrich Hanstein, Metzger. Heinrich Mondigler, Mechaniker.

Um bei den bevorstehenden Gemeinderaths-Wahlen eine Stimmenzersplitterung zu vermeiden, haben sich am 26. September eine größere Anzahl hiesiger Einwohner aus allen Klassen in Kürschners Gartensaal dahin geeinigt, daß nach Abwägung aller Verhältnisse sie nachstehende Candidaten für die Ersatzwahlen zum Gemeinderath ihren Mitbürgern vorschlagen wollen:

Johannes Koob,

Louis Waas,

Carl Trapp,

Eduard Hirsch,

Ernst Windecker,

Adolf Windecker,

Ernst Engel. 8

Windecker's Felsenkeller. Dienstag Abend 8 Uhr: 1

Zu Ehren der neugewählt; Stadträthe

Frei- Concert

bei welchem den neuen Stadträthen Gelegenheit gebite ist, den Wahlabend verherrlichen zu helfen. 3561

Es ladet dazu ein C. Rruse Bescheidenheit ist eine Zier! 9d hi Warum die Advocaten nicht gleich alle Vier 3516 Mehrere Wählen

Mitbürger!

Warum findet man auf den von gewisser interessing Seite inspirirten Wahlvorschlägen nicht die Namen dig el llt

Kaufmann Wilhelm Bernbec, do Kaufmann Ernst Häberle, 0 Kaufmann Ludwig Weis? 1 0

Das sind doch Männer, die, frei von jegliche Feneh Streberthum, durch stets bewiesene Ehrbarkelt Charakterfestigkeit, sowie durch Reife des Urtheils gu. i radezu geschaffen sind, einen Gemeinderathsposten wür Anefft auszufüllen. Ein Wähler.

Bürger! 9

wählt Männer, die makellos im bürgerlichen Leben de steben, Sinn und Herz für ihre Mitbürger haben auh unsere Freunde immer(nicht blos zur Wahl) sind. Wir empfehlen aufrichtigst: Ernst Engel. ö Carl Damm. ö Wilh. Kreuter III. Carl Trapp. 0 sümmte Hch. Mondigler. Georg Emmrich Hanstein. Aug. Valentin. 9500

Mitbürger!

Habt Ihr Euer eigenstes Interesse im Auge und walt ö Ihr stets gutes und billiges Fleisch essen, dann mug o.. blos Anhänger des öffentlichen Schlachthauses in ug tobinz Gemeinderath gewählt werden. 0 3569 Ein Wohlmeinender.

Mitbürger

Die Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn Rech l anwalt Jöckel in Kürschners Saal bestand nur 3 0 kaum 30 extra und geheim geladenen Leuten derseltg ab Pfe: Richtung, und war keine öffentliche Bürgerversammlun, Ttzordt wo Jeder hingeben konnte, um sich offen aussprece zu können.

Lasse sich darum Niemand beirren, sondern wall Jeder nach seiner freien Ueberzeugung.

Wir haben noch Männer, denen das Wohl der Stach sehr am Herzen liegt, welche aber glauben, daß dg Oetroiweg nicht der richtige ist, sondern welche dunt direkte Besteuerung die Besitzenden nach Maßgabe ihr Vermögens heranziehen wollen, wozu ja die Leute w guten Geschäften ihr Theil auch beitragen müssen.

Wir wenden uns daher nochmals dringend un

wanne Gerechtigkeitssinn

der Wähler. Helfen Sie also nicht einer Part welche die Geschäftsleute hemmen und schädigen wal! Wenn die Geschäfte in einer Stadt nicht gut gehen, dart steht es mit Allem schlecht, denn eins hangt am anders Das Oetroi paßt absolut nicht für unsere hlesigen klehhn städtischen Verhältnisse. Außerdem aber sind wir üben zeugt, daß die von uns vorgeschlagenen Männer auch ii Uebrigen die Interessen der Stadt mit richtiger Uebe legung zu wahren wissen. 9563

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