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tung, erstes Blatt, und die heutige Nummer derBerl. Neuesten Nachrichten wurden heute polizeilich beschlagnahmt.

Premierlieutenant v. Gravenreuth, welcher dem Geschäftsbüreau Wißmann's hier vorsteht, dürfte in den nächsten Tagen zur Dienstleistung im Auswärtigen Amte Der von Wißmann außer den fünf gekauften Schiffen noch gecharterte DampferMartha verläßt am 11. März Hamburg. Von den für die Organisation der Polizeitruppe und für die Geschäftsleitung angeworbenen Personen verließen Europa oder sind schon an der Ostküste Afrika's: Stabsarzt Schmelzkopf, kaufmännischer Beirath Wolf(Bayer), die Premierlieutenants v. Bülow, v. Eberstein und Theremin; Secondelieutenant Schmidt und Dr. Bumüller. Es folgen später die Premierlieutenants Krenzler(Württemberger), v. Zelewski, Richelmann, Böhlau, Secondelieu tenant End(Bayer), Johannes Sulzer, v Behr, Assistenzarzt Kohlstock, ferner Dr. Schmidt und Zahlmeister Merkel(Bayer). Außerdem ist die Anwerbung einzelner Beamten der ostafrikanischen Gesellschaft in Aussicht genommen. Das Kriegs ministerium soll auf Veranlassung Wißmann's sämmtliche Fuß Artillerie-Regimenter aufgefordert haben, ältere Unterofficiere, welche Handwerker gewesen und gewillt sind, vorläufig auf ein Jahr, nach Ostafrika zu gehen und der dortigen Colo nialtruppe beizutreten, in Vorschlag zu bringen. Von den vorgeschlagenen Unterofsicieren sollen 11 ausgewählt und diesen ein Oberfeuerwerker beigegeben werden. Nach einem Telegramm der Neuen Freien Presse erhielt das deutsche Schulgeschwader den unerwarteten Befehl, sofort nach Samoa abzusegeln.

Braunschweig, 22. Febr. Staatsminister Graf v. Görtz Wrisberg ist heute gestorben.

Stuttgart. DieNeue Freie Presse will erfahren haben, der König von Wuͤrttemberg habe wiederholt den lebhaften Wunsch geäußert, Woodcock möge wieder zu ihm zurückkehren. Eine Person untergeordneter Stellung habe demersten Minister diesen Wunsch überbracht.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 22. Febr. Das Abgeordnetenhaus nahm in der Special debatte die Paragraphen 15 bis 20 des Wehr gesetzes unverändert an unter Ablehnung aller Amendements der äußersten Linken.

( Die vom Abgeordneten Pazmandy beab sichtigte Gründung einer ungarischen Patrioten liga nach Déroulede'schem Muster ist politisch vollständig belanglos. Pazmandy's Franzosen liebelei ist von jeher bekannt, gleichwie die des Grafen Gabriel Karolyi. Beide gehören der äußersten Linken an und sind bier politisch und gesellschaftlich vollständig einflußlos. Der ernstere Theil der hiesigen Presse hält es nicht einmal der Mühe werth, sich mit den Hirngespinnsten dieser Personen zu beschäftigen. Hierauf bezüg liche Bemerkungen der deutschen Officiösen er regen deßwegen hier Befremden.

Meran, 21. Febr. Der Herzog und die Herzogin von Anhalt sind mit dem Prinzen Eduard und der Prinzessin Alexandra zu länge rem Aufenthalte hier eingetroffen.

Frankreich. Paris, 23. Febr. Spuller wurde zum Minister des Auswärtigen ernannt. Die in der Kammer verlesene Eiklärung des neuen Ministeriums besagt: Während der we nigen Monate, welche die gegenwärtige Legis latur von dem gesetzlichen Ablauf des Mandats trennen, bleiben noch zwei große Aufgaben zu erfüllen:Das Budget für 1890 ist noch zu votiren, außerdem handelt es sich darum, durch eine groß angelegte, duldsame und weise Politik den Erfolg der allgemeinen Ausstellung zu sichern, die zeigen wird, welche Wunder von Kunst und Industrie alle Völker in dem arbeit samen und friedlichen Frankreich aufgehaͤuft. Andere wichtige Gesetze, welche seit langer Zeit erwartet wurden, wie die Militärgesetze, befinden sich in Berathung. Wir rechnen darauf, daß Sie diese Gesetze zu gutem Ende führen werden, aber

Herzgegend führten den alsbaldigen Tod herbei.

betrachten es als Hauptaufgabe der Regierung,

unter den gegenwärtigen Verhältnissen für alle

Republikaner, für alle der Sache der Ordnung und der Freiheit ergebenen Franzosen, das Feld zu bereiten für die energische entscheidende Aktion, welche darauf abzielt, die Herrschaft des Frie

commandirt werden. dens, der Gerechtigkeit und des Fortschrittes zu

vertheidigen und zu befestigen, welche unser Land bei Begründung der Republik herstellen wollte.

DerTemps bestätigt eine Nachricht von der Beschießung Sagallo's. Der Minister befahl, Atschinoff aufzufordern, sich den bestehen den Gebräuchen zu fügen oder das unter fran zösischer Oberhoheit stehende Gebiet zu räumen. Atschinoff weigerte sich nicht allein, dieser Auf forderung Folge zu leisten, sondern pflanzte die russische Fahne auf und behauptete, das Recht zu haben, in Sagallo zu verbleiben. Nachdem die russische Regierung erklärt hat, sie nehme keinerlei Antheil an dem Unternehmen des freien Kosaken Atschinoff, ist letzterer mit sämmtlichen Begleitern von dem in Obok commandirenden franz. Admiral Ofry gefangen genommen worden.

24. Febr. Constans benachrichtigte den Polizeipräfekten schriftlich, daß er die Abgesandten des Syndicats der Arbeiterkammern, die dem Ministerium des Innern ihren Besuch für heute als Demonstration für den heutigen Tag an kündigten, nicht empfangen könne. Der Polizei präfect solle dieselben wissen lassen, daß jede Ansammlung auf der Straße untersagt und sei tens der Präfectur keine Kundgebung gestattet werde. Polizei und Militär sind bereit, jede Kundgebung niederzuhalten.

Großbritannien. London. Laut Mel dung hiesiger Blätter soll die hiesige Regierung eine Depesche von Lord Lytton erhalten haben, welche der Ueberzeugung Ausdruck gibt, daß Bou langer vor einem Kriege gegen Deutschland zu rückschrecke, aber entschlossen sei, wenn er ans Ruder gelangt sein sollte, einen Krieg mit Eng land vom Zaune zu brechen.

22. Febrpar. Vor der Parnell-Unter⸗ suchungs Commission gibt Pigott zu, den Erz bischof Walsh unterrichtet zu haben, daß er die Briefe Parnells für gefälscht halte. Ferner wird constatirt, daß Pigott dem damaligen Staats secretär Forster und auch dem Fenier Egan seine Dienste angeboten und Geld erbeten habe. Par⸗ nells Anwalt Russel beweist, daß Pigott gerade dieselben Buchstabirungsfehler machte, welche in den Parnellbriefen vorkommen.

Italien. Rom, 23. Febr. Die Kammer setzte die Berathung der Finanzmaßnahmen fort. Bisher wurden 39 Tages-Ordnungen in Druck gelegt, diejenige Nicotera's lehnt das Eingehen in die Specialdebatte ab.

Serbien. Belgrad, 24. Febr. Der König rciste heute mit dem Kronprinzen zur Jagd nach Kragujevatz ab. In Begleitung des Königs befanden sich der deutsche Gesandte Graf Bray, der russische Gesandte Persiany und der öster reichische Militärattaché Steinsberg.

Rußland. Petersburg. Die Verlobung des Zarewitsch mit der um 4 Jahre jüngeren Prinzessin Alix von Hessen kann als Thatsache angesehen werden, sie soll jeboch im Mai erst veroffentlicht werden, und zwar in Darmstadt. Der Zarewitsch wird sich dort persönlich das offi⸗ cielle Jawort holen. Die Abreise der hessischen Herr schaften ist zu Anfang Mai geplant. Der Groß berzog liegt eifrig der Bärenjagd ob. Hierzu wird demnächst noch General v. Werder er wartet, der frühere hiesige Militärattache, dessen Ankunft hier für Samstag den 23. Febr., gemeldet ist.

Afrika. Sansibar. Die deutschen Missio näre sind noch in den Händen der Araber, welche noch immer die Freilassung aller von den Deutschen gefangen gehaltenen Sklaven händler fordern.

Aus Stadt und Land. Gießen, 21. Febr. Reallehrer Adolf Mitzenius dahier, ehemals Mitprediger in Darmstadt, hat sich heute in seiner Wohnung erschossen. Drei Schüsse in die

Der

Verstorbene war schon längere Zeit leidend und dürfte

die That in einem Anfalle geistiger Umnachtung aus⸗ geführt haben.

Allerlei.

Wiesbaden. Ueber die Ursache der Verhaftung des Lokal Reporters Müller, welcher des schweren Verbrechens

des Giftmord Versuchs bezichtigt wird, erfährt dasW. T. noch folgende Einzelhetten: Am Sonntag den 10. ds.

war Müller von einer Bediensteten der Familie F. in

Mainz gesehen worden, was er gegenüber Frau F. so⸗ wohl als auch der Augenzeugin aus unbekannten Gründen entschieden leugnete.

F. sehr erschüttert. Nun wurde er am Donnerstag den 14. früh zu ganz ungewöhnlicher Stunde von einem Dienst⸗ mädchen der Familie F. im Hause betroffen, hatte auf ihre Frage,was er denn schon wolle, nur verlegene Ausreden und entfernte sich eiligst. Bald darauf stellte es sich heraus, daß das Fachinger Wasser, welches F. zu trinken pflegt, stark vergiftet war, denn schon einige Tropfen erregten heftiges Erbrechen. Rasche ärztliche Hülfe bewahrte F. vor weiterem Unheile. Der Verdacht lenkte sich infolge seines ungewöhnlichen und geheimniß vollen Besuches auf M. Dle gerichtliche Anzeige wurde nicht sofort gemacht, sondern zunächst M. brieflich der Zu⸗ tritt zum Hause untersagt. Trotzdem erschien er Samstag früh, wurde aber abgewiesen. Auf Drängen der Diener: schaft, welche besonders ein großes Interesse daran hat, daß das Dunkel gelichtet wird, erfolgte am Samstag die polizeiliche Anzeige und infolge hiervon am Sonntag M. Verhaftung.

Rostock, 24. Februar. Der Betrieb auf der dies

seitigen Strecke Neu⸗Strelitz Rostock ist wegen Schnee⸗

Verwehungen bis auf weiteres eingestellt. Ein beschränkter Betrieb findet zwischen Rostock und Warnemünde statt. Von der ganzen deutschen Ostseeküste von Königsberg bis Kiel wird Sturm mit Schnee⸗Verwehungen gemeldet.

Hamburg, 23. Februar. Der Raubmörder Dauth wurde heute früh mit dem Fallbeil hingerichtet.

Kiel, 23. Febr. Bei starkem, wachsenden Nordost ist eine Sturmfluth eingetreten. Das Wasser steht 68 Zoll über Null, höchster Stand seit 1873, überspült einen Thell des Hafenkais und dringt in die Keller ein. Der Fähr verkehr ist unterbrochen, weiteres Steigen des Wassers wird befürchtet.

Prag, 22. Februar. In der Emerenzeche bei Billin fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Drei Per sonen wurden getödtet, fünf verwundet.

Wien. Die Carl⸗Ludwigsbahn, und die galizischen Staats⸗Bahnen melden große Verkehrsstörungen, ebenso die russischen Bahnen. Die Kolomeäer Localbahn stellte den Verkehr gänzlich ein. Infolge von Weststürmen auf dem östlichen Mittelmeere und dem Adriatischen Meere wurden Segel Fahrzeuge und das österreichtsche Kriegs Schiff FregatteLaudon und ein Kanonenboot stark beschädigt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 23. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 1.00, Eier 1 St. 7 Pf., 2 St, 13 Pf.

Gleßen, 23. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 0.95 bis 1.00, Eter 1 Stück 67 Pf., Käse per Stück 58 Pf., Tauben per Paar M. 0.80 1.30, Hühner per Stück M. 1. 1.60, Hahnen per Stück M. 1.60 2.20, Enten per St. M. 2.00 2.30, Ochsenfleisch per Pfd. 6068 Pf., Kuh- und Rindfletsch 4554 Pf., Schwelnefleisch 50-60 Pf., Hammelfleisch 54-64 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Ktlo M. 6.000.00, Zwiebeln per Centner M. 9.00 9.50.

Frankfurt, 22. Februar. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 8.00 9.40, Stroh pro 100 Kilo M. 6.60 bis 7.20, Butter pro 50 Kilo M. 82.00 93.00, Eier das Hundert M. 6.007., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do. geschälte M. 2030, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23.25 50, Blumenkohl 100 Stück M. 60.00 70.00, Sellerieköpfe 100 Stück M. 8. 10., französischer Sellerie M. 0.50 00.00, franz. Kopfsalat 100 Stück M. 10.00 12.00, neue französische Bohnen per Pfd. M. 0.80 1.00, englischer Sellerte 50-60 Pf., Nüsse per Centner M. 20 bis 25, Haselnüsse per Centner M. 35.45., Aepfel per Pfund 6 10 Pf., Birnen per Pfund 5 bis 15 Pf., italtenische Kastanien 1418 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 6.50 7.50, französische Zucker schoten M. 1.20.

Frankfurt, 23. Febr. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12 18 Pf., do. geschälte 14 18 Pf., Linsen 18-28 Pf., weiße Bohnen 16 18 Pf., hiesige Kartoffeln per Gescheid 1012 Pf., krause Endivien 25-30 Pf., Butter per Pfd. M. 1.00 1.20, Eier das Stück 7 bis 8 Pf., Blumenkohl 2560 Pf., frische Suppenspargeln das Päckchen 2050 Pf., frische Spargein das Pfd. M. 2.00 bis 4.00, franz. Kopfsalat das Stück 14 18 Pf., Sellerie⸗ köpfe 5 20 Pf., franz Sellerie 40-50 Pf., engl. Sellerie 5060 Pf., franz. Romainsalat per Stuck 6080 Pf., Wirsing per Stück 10 15 Pf., Zwiebeln per Gescheld 2000 Pf., per Centner M. 7.00 8.00, Weißkraut per St. 10 25 Pf. neuer Lattigsalat die Port. 30-50 Pf., Aepfel per Pfd. 15 20 Pf., Birnen per-Pfd. 510 Pf., Nusse per Pfund 2028 Pf., Mauskartoffeln per Ge⸗ scheid 20 bis 25 Pf, Spinat 70 100 Pf., Rosenkohl 50-80 Pf., Schwarzwurzel 50 100 Pf., gelbe Rüben die Portion 15 20 Pf., weiße Rüben das Stück 2 Pf., rothe Rüben per Portlon 2030 Pf., Grünkohl 40 bis 60 Pf., Kastanien das Pfund 1516 Pf.

Literarisches.

Unter Bezugnahme auf die kirchlichen Anzeigen machen

wir darauf aufmerksam, daß das von demEvangelischen

Müller wurde jedoch überführt und von da an war seine freundschaftliche Stellung zur Familie

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