arbeiten, unsere militärische Organisation zu ver— vollständigen, können wir laut erklären, daß die französische Republik einen stolzen und würdigen Frieden haben will, wie er einer großen Nation zukommt, die ihrer Kraft und ihres Rechtes sicher ist. Mergan(radical) beantragte sodann Ver⸗ fassungsrevision und verlangt die Dringlichkeit dafür. Dieselbe wird mit 345 gegen 123 Stimmen abgelehnt.
Großbritannien. London, 17. Nov. Die von den Bäckermeistern bewilligten Forde— rungen der Arbeiter hatten zur Folge, daß der gestrige Streik nur einen geringen Umfang an— nahm. Bis jetzt ist die Zahl der Streikenden noch nicht übersehbar. Der unter den Kutschern und Conducteuren der Omnibusgesellschaft„Road Car“ bevorstehende Streikausbruch wurde da Ver— handlungen eingeleitet sind, auf acht Tage vertagt.
Italien. Rom. Die„Agenzia Stefani“ veröffentlicht folgende Note: Die italienische Re— gierung theilte den Signatarmächten der General— acte der Berliner Conferenz mit, daß sie am 15. Nov. 1889 das Protectorat über Theile an der Ostküste Afrikas übernommen, welche zwischen den 1886 als dem Sultan von Sansibar gehörig anerkannten Ortschaften liegen. Die Nordgrenze des neuen Protectorats fällt mit der Südgrenze des Sultanats Opia zusammen, welches schon nach der am 16. Mai 1888 den Mächten zuge— gangenen Kundgebung dem italienischen Protec— torat unterstellt ist.
Portugal. Lissabon, 18. Nov. Die portu— giesische Corvette„Bartolomes Diaz“ erhielt den Befehl, nach Brasilien zu gehen.„L'Indepen— dance belge“ will von einem drohenden Militär— aufstand in Madrid und Lissabon wissen.
Rußland. Petersburg. Wie der Peters— burger Correspondent der„Daily News“ aus Odessa erfährt, sind der Großfürst Michael, Onkel des Zaren und Präsident des Reichsrathes, sowie der Großfürst Sergius mit genannter Noth einer erusten Gefahr entronnen. Die Großfürsten waren per Eisenbahn auf der Ruckreise nach Petersburg begriffen, als zwischen Sebastopol und Lozovo der Zug plötzlich Halt machte, da ent— deckt wurde, daß die Schienen gelockert waren. Es wurde eine Untersuchung über den Zwischenfall ein— geleitet, der, wie man glaubt, ein vorsätzliches Com— plott gegen das Leben der beiden Großfürsten war.
Afrika. Sansibar, 18. Nov. Der Reichs— commissär Wißmann vollendete nach seiner Rück— kehr aus dem Innern die Pacificirung der Land— schaft Usagara. Von vielen Seiten sind Gesuche um Abschluß des Friedens eingelaufen.
Amerika. Rio de Janeiro, 18. Nov. Die Revolution ist ausschließlich von der Armee aus— gegangen. General da Foncesa, der im Vereine mit Benjamin Constant an die Spitze einer provi— sorischen Regierung trat und bereits zum Präsi— denten der Republik ernannt ist, war bisher General und Commandant einiger Truppen— bataillone, die von dem früheren conservativen Cabinet wegen der in diesem Heereskötper zu Tage getretenen meuterischen Gelüste in eine entlegene Grenzprovinz Brasiliens verlegt, von dem gegenwärtigen liberalen Cabinet aber, das seit Juni dieses Jahres an der Spitze der Ge— schaͤfte steht, nach Rio de Janeiro zurückberufen wurden. Der Aufstand ist von den Befehls— habern dieser Truppen ins Werk gesetzt worden. Constant ist seinem Berufe nach Gelehrter und als unruhiger Kopf und antidynastischer Wühler seit Langem bekannt. Einigen Aufschluß über die Vorgänge, welche den Ausbruch der Revo— lution beschleunigt haben, gibt eine eingehende Darstellung der„K. Z.“ über die Verhältnisse in Brasilten. Danach hat die Aufhebung der Sklaverei mittelst des Dekretes vom 13. Mai 1888 der republikanischen Bewegung durch das unver— mittelte Eintreten der Folgen dieser Maßregel einen mächtigen Anstoß gegeben. Ein großer Theil der ehemaligen Sklavereibesitzer trat zu den Republikanern uͤber. Dazu ist die Prinzessin Throufolgerin unbeliebt. Der Kaiser reiste gestern nach Europa ab. Derselbe erhält 2½ Million Dollars Entschädigung sowie 450,000 Dollars
Pension.— 19. Nov. Die von der provisori⸗ schen Regierung ernannten Gouverneure sind säͤämmtlich Militärpersonen. Die ersten fünf Punkte der Proclamation, welche die neue Ordnung der Dinge verkündet, besagen: 1) Die Republik ist proclamirt; 2) die Provinzen Brasiliens bilden die durch Förderation vereinigten Staaten Bra— siliens; 3) jeder einzelne Staat bildet eine eigene Localverwaltung; 4) jeder Staat entsendet zu dem demnächst zu berufenden Congreß, dessen endgiltigen Beschluß die provisorische Regierung erwartet, während inzwischen die Gouverneure die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ord— nung und zum Schutze der bürgerlichen Rechte treffen, einen Vertreter; 5) einstweilen vertritt die provisorische Regierung die inneren und die auswärtigen Beziehungen.— Der Graf von Eu, der Schwiegersohn des Kaisers, befindet sich nicht an Bord des Dampfers„Richtalo“ welcher Dom Petro nach Europa bringt. Der Graf ist aus Rlo verschwunden.
Aus Stadt und Land.
h. Schwal heim, 16. Nobo. Die Dampfdreschma— schine des K. Bender von Griedel arbeitete bei Oekonom Johs. Fritzel dahler seit einigen Tagen, die Arbeit sollte heute zu Ende gehen, als der Besitzer des Werks verun— glückte. Die Arbeiter hörten auf einmal einen starken Schlag und gleich stand das im Gang befindliche Werk stille. dessen linker, bloß noch durch die Kleidung mit dem Körper zusammenhängender Arm durch den Treibriemen an der Trommelwelle befestigt war.
Gießen. Als Geschworene für das IV. Quartal 1889 wurden ausgelost: 1. Fr. Wagner in Bönstadt, 2 J. Bach in Gießen, 3. L. Moll in Grünberg, 4. A Busch in Gießen, 5. H. Waldeck II. in Alsfeld, 6. K. Roth in Muschenheim, 7. K. Berk in Alsfeld, 8. B. Häuser J. in Steinberg, 9. L. Wenzel in Nieder-Erlenbach, 10. J. Karl in Grünberg, 11. K. Junker in Otterbach, 12. G. E. Lang in Alsfeld, 13. H. Schrimpf in Schlechtenwegen, 14. H. Schadeck III. in Lollar, 15. L. Hanner in Büdingen; 16. J. Planz in Alsfeld, 17. W. Mosler in Gießen, 18. J. H. Münch in Altenstadt, 19. Dr. A. Dietz in Gleßen, 20. Dr. H. Schudt in Fauerbach, 21. G. H. Schirmer in Gießen, 22. J Schäfer II. in Mainzlar, 23. O. Rullmann in Stammheim, 24. R. Ritter in Lau⸗ bach, 25. J. Demme in Hungen, 26. H. K. Eckhard in Laubach, 27. K. M. Schudt in Dorheim, 28. H. Sehrt II. in Bernsfeld, 29. W. Faulstich in Weitershaln, 30. Pro⸗ fessor Dr. P. Dettweller in Gießen. Die Sitzungen be— ginnen am 9. Dezember.
Allerlei.
st. Frankfurt. Samstag den 23. beginnt im Opern⸗ hause ein interessantes Gastspiel, welches sich nur auf einige Vorstellungen beschränken wird. Die bekannte Sängerin Fräulein Rafaela Passini von der Königlichen Oper zu Berlin, wird Samstag den 23. d. M. zunächst als Marie in der„Regimentstuchter,“ eine ihrer bewährtesten Par— tieen, vor das Publikum treten. Ein zweites Gastspiel des Fräulein Passint, soll dann am Dienstag den 28. stattfinden.
Solingen, 15. Nov. Die hiesige und die Gräf— rather Polizei hat dieser Tage mehrere Falschmünzer ver— haftet, die in dringendem Verdachte stehen, schon seit Jahren falsche 10. und 1 Markstücke angefertigt und vertrieben zu haben. Bei den in Gräfrath Verhafteten fand man zahlreiche Formen, Nickel, Stempel u. s w. Den ersten Verhaftungen dürften noch mehrere folgen, da sich die kopfreiche Falschmünzerbande über die ganze Gegend erstrecken soll.
Bremerhaven, 19. Nov. Im neuen Hafen ist der Baumwolle löschende englische Dampfer„Ocean King“ um 6 Uhr Morgens in Brand geraten. Der Vorder— raum wurde unter Wasser gesetzt und die Löscharbelten werden fortgesetzt. Der Schaden ist noch unbekannt.
Hamburg, 16. Nov. Heute Nachmittag ist der Dampfkessel in der Fabrik der Uktiengesellschaft für Elek— trizitätswerke geplatzt. Zwei Arbeiter sind todt, einer furchtbar verbrüht.
Meiningen. Der Erbprinz hat ein zweites Stück der griechischen Klassiker in Musik gesetzt, nämlich„Die Baechantinnen“ des Euripides. Eine Aufführung des Stückes soll im Beisein des Erbprinzen im Februar in Athen stattfinden.
München. Das Landgericht verurtheilte wegen des Eisenbahnunglücks bei Röhrmoos am 7. Juli d. J. den Wechselwärter Seidl zu einem Jahr, den Stationstag— löhner Müller zu 15 Monaten und den Bahnadjunkt Tiefenbacher zu 6 Monaten Gefängniß.
Venedig. Wie von hier gemeldet wird, macht das italtenische Kriegsministerkum Versuche mit einem neuer— fundenen Gewehr mit einer eletrischen Patrone. Die militärischen Kreise seien von den Versuchen überaus be— friedigt; das Gewehr soll eine Tragkraft von 4750 Meter baben und absolut rauch und knallfrei sein. Was wird wohl noch alle erfunden werden?
Barcelona, 18. Nov. Im spantischen Theater brach nach der Vorstellung beute Feuer aus und ergriff das ganze Gebäude. Menschen sind nicht verunglückt. Athen. In Piräus brach wieder das daggeische Fieber aus.
Belm Nachsehen entdeckte man die Leiche Benders,
Petersburg.
niedergebrannt.
Die Stadt Krewo, Gouvernemm Wilna, ist durch ein angelegtes Feuer zu drei Viene
Erläuterungen zu dem Rechenschaftsbericht dug Bürgermeisters, insbesondere der von dem Vor⸗ anschlag abweichenden Rubriken.
Nach dem Voranschlag ist der Kassenvorrath gegen
34,660 M. 86 Pf. von 1886/87 auf 27,294 mit din Vorlagen und den liquidirten Ausständen zurückgegangen nach dem Revisionsabschluß für 1887/88. Der Abschliß für 1888/89 zeigt trotz der außerordentlichen Obsterntt
einen abermaligen Rückgang und beziffert sich der Kasse vorrath mit den Vorlagen nunmehr auf 22,221 M. 96 Pie beste Beweis, daß zur Herstellung des Gleichten werden mußte, welche ohne Schädigung der allgemeinen Interessen n leicht zu tragender und nicht belästigender Weise gefunden
der wichts neue Einnahmequellen gesucht
wurden.
Rubr. 2. 444 M., welche hauptsächlich durch Erlös von Versteigz rungen im Rathbaus erzielt wurde, stattgefunden.
Rubr. 3. kleine Erhöhung eingetreten durch die Verpachtung de unbenutzten Friedhofs und einzelne bisher alljährig der pachtete Grundstücke.
Die Rubr. 4 aus Gras und anderen Naturalien be eine Mehreinnahme von 4,219 M. 59 Pf., welche zu Deckung des Defizits in anderen Rubriken verwendit wurde.
Rubr. 8. Von Schäfereien ist eine Mehreinnahne von 238 M. 80 Pf. erzielt, welche wohl von nicht in Anxet⸗ nung gebrachten Weiden und Steuern verschlungen werdet, da aber die vorgesehenen Ausgaben mit 1090 M. n mit 809 M. 76 Pf. figurtren, so dürften doch imme noch ein kleiner Gewinn für die Gemeinde von 280 M. bleiben.
Rubr. 22. Schulgeld und sonstige Beiträge. Dir Voranschlag wurde zwar erreicht, sogar noch etwas beg, schritten; es muß jedoch erwähnt werden, daß die Haut haltungskosten der Kleinkinderschule um 100 M. zur gegangen sind, was seinen Grund in dem billigeren Pflege satz hat und ist immer noch nicht die Bethetligung dem Maße gestiegen, als man es sich erwarten dursth, Die Musterschule welche mit einem Durchschnitt von 732 N, abschließt, brachte zwar die vorgesehenen Einnahmen, alle i die vermehrte Kinderzahl, welche die erhöhten Aus gabeg verursachte, steht in keinem Verhältniß. Die 118 Kinde welche kein Schulgeld bezahlen konnten, lassen schon dur blicken, in welchen Klassen die vermehrte Einwohnerze l zu suchen ist. Durch die Ueberfüllung der Klassen wer die Theilung nothwendig geworden, und dadurch, daß die Vermehrung der Lehrerstellen schon seit 1883 unaus gesetzt fortdauerte, hatte nach Art. 14 d. G. vom 9 Mi 1878 eine Erhöhung der Lehrergehalte stattzufinden. Diet Erhöhung von 3100 M. wurde noch durch Anschaffung von neuen Schulbänken und Oefen ze. gesteigert, so daß die Rubrik 75, Kosten der Schulhäuser und Schulen, de 12,883 auf 13.934 M. gestiegen ist, also um 1051 M. die Ausgaben stiegen. Hierzu kommt nun noch die Vet minderung des Zuschusses aus dem Augustiner- Schul fonds, welche durch nothwendige bauliche Herstellunget und Anschaffungen in der Realschule bezw. der Direktols, wohnung verursacht wurden, und die Summe von 3113 M. mehr als vorgesehen in Anspruch nahm. Wenn nun auch diese erhöhten Ausgaben nicht ganz im Betrage de; 7300 M. als fortdauernd anzusehen find, so dürfte dec eine Erhöhung von 6000 M. als unumgänglich not, wendig anzunehmen sein. N
Die Rubr. 23, Anschaffung und Unterhaltung des Faselviehs, lieferte durch Verkauf von 3 Faseln elnt: Ueberschuß von ca. 700 M., der aber wieder durch ven mehrte Ausgaben beinahe ganz daraufging.
Rub. 26, Ertrag der Gasanstalt, ist um 1000 M. gegen den Voranschlag zurückgeblieben, in der Einnahm! und in der Ausgabe um 1552 M. überschritten. sind durch die unbedingt nothwendigen Erneuerungen der Gasanstalt selbst im Betrage von 3839 M. entstandgh und sind als außerordentliche Ausgaben in der Speslall rechnung verzeichnet. Diese außerordentlichen Aus gaben, welche in den letzten Jahren durch Anlegen ven Rohrsträngen in neuen Straßen die Rentabilität der Gall anstalt beeinträchtigten, würden sehr gerne von der Stabe getragen werden, wenn auch Seitens der Bewohner einigen maßen den Opfern Rechnung getragen würde und wem es auch nur von denjenigen geschähe, welche auf du Pfennig nicht seben müssen, den die Petroleumlampe billige! kommt. Der Einnahmeausfall kommt hauptsächlich dure den Wegfall der Zuckerfabrik. Es gingen ein für Gas 21,106 M. gegen 24,852 M. Die Abgabe an Privat welche in 1887 noch 13,529 M. brachte, ist abermals auf 12,300 M. zurückgegangen, während die Abgabe 4 Private für Mokore und Kochzwecke von 1105 M. al. 1269 M. gestlegen. Der Erlös aus Coaks hat sich durtl den Umbau der Oefen etwas erhöht, während der aus Theer um 200 M. zurückgegangen ist. Durch den Ueber, gang der ganzen Installationsvorräthe aus dem Wasser werk in das Gaswerk zeigte sich bei den Aufnahmen am 1. April 1889 ein Vorrath von 5,593 M. 92 Pf., welchen bei der Spezialrechnung in Anschlag gebracht, in deu Stadtrechnung aber nur unter den Ausgaben erscheiner kann. Rechnet man hierzu nun noch die außerordentliche Ausgaben von 3,839 M, so würde der Reingewinn na 1 Abzug der Zinsen wegfallen, wenn die Stadt ihre Straßen⸗ beleuchtung anstatt wie dies jetzt geschieht
wie anderwätts zum Selbstkostenpreis rechnete Für Hülfsbedürftige war
Rubr. 28.
mit nur 20 Pf.
Von Gebäuden hat eine Mehreinnahme vin ö
Von verliehenen Gütern ist ebenfalls elne
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