Das Fest selbst wurde am Vorabend durch Zapfenstreich und Böllerschüsse und am Festtag Morgens durch Reveille und Böllerschüsse eingeleitet. Durch das Regenwetter konnten die auswärtigen Vereine, welche vollzählig er⸗ schtenen waren, erst gegen 12 Uhr, durch Festreitera ßbge—
holt und an der Empfangs bühne durch Festdamen und
Comité bewillkommt, in die bestimmten Locale geleitet werden. Auf ein um 1 Uhr gegebenes Glockenzeichen sammelten sich sämmtliche Vereine an der Empfangsbühne, um von da aus durch Festdamen, Comité, Musik und Deputirte der einzelnen Vereine mit ihren Fahnen die neue Fahne abzuholen, während dessen Glockengeläute und Böllerschüsse ertönten. Nachdem der Zug sich an das Pfarrhaus und von da wieder zur Empfangsbühne be— geben hatte, folgte ein Choral, hierauf die Weihe der Fahne, sodann die von Decan Brentano gehaltene mit großem Bei—
fall aufgenommene echt patriotische Rede, die Ueberreichung der durch Frauen und Jungfrauen gewidmeten Fahne und
die Danksagung seitens des Vereins. Choral und Böller⸗ schüsse beendigten diese Feter. Der nun aufgestellte Fest⸗ zug bewegte sich durch die recht schön geschmückten Orts- straßen nach dem Festplatz. Hier angekommen gruppirten sich die Vereine um die Festbühne und die Gesangvereine Euphrosyne und Thalla trugen den Chorgesang„Das Vaterland“ vor, nach welchem Bezirksvorsteher Bindewald von Frledberg die entsprechende Festrede hielt, die mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog endigte. Bet Tanz und andern Belustigungen vergnügten sich hierauf Alle. Das bei Anbruch der Nacht abgebrannte Feuer— werk war einfach und schön und wurde der Festplatz erst spät in der Nacht verlassen. Küche und Keller der Fest⸗ wirthe Schneider und Pauly waren gut. Montag Mittag durchzog wieder ein schöner Zug die Ortsstraßen nach dem Festplatz, wobei sich die Gemeinve Heldenbergen sehr zahlreich und auch viele Auswärtige bethetligten und nachdem auch am Abend das vorgesehene Feuerwerk ab— gebrannt war, wurde dem Tanzboden ganz besonders zu— gesprochen und erst spät in der Nacht entfernte sich die freudig erregte Versammlung.
Allerlei.
New Pork. Einem Telegramme der„Kreuzztg.“ von hier zufolge ist Princetown(Obio) am Sonntag von einem schrecklichen Cyelon heimgesucht worden. Dreißig Häuser sind dem Erdboden gleichgemacht und bis zum anderen Tag fünfzig Todte ermittelt.
Nützlichkeit der Heidelbeeren. Die Heidelbeeren können so vielseitig benutzt
werden, daß einige Worte darüber nicht am un-
rechten Platze sein werden, da zumal dieses Landes— produkt sich sehr häufig findet. In vielen Ge— genden gewähren sie zur Zeit ihrer Reife oft mehrere Wochen hindurch das fast ausschließliche
Butzbach, 17. Juni.
Nahrungsmittel der Kinder und selbst erwachse— ner Leute. Ferner dienen sie auf eine unschädliche Weise zum Färben der Weine und Liqueure. Mit ihrem Safte kann man Wolle, Leinwand ꝛc. schön violett färben. Vor allem verdient aber ihr medizinischer Nutzen Beachtung, und dieser ist zum Glück den Landlenten viel mehr bekannt als vielen Städtebewohnern. Schreiber dieses
Sellerieköpfe 4— 10 Pf., Romainsalat per Stück 20 30 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 8.—9, Carotten das Päckchen 8— 12 Pf., Kohlraben das Stüc 4—6 Pf., gelbe Rüben die Portion 6—8 Pf., rothe Rüben die Port 30—40 Pf., Gurken das Stück 4— 15 Pf. Erbsen per Pfund 20—25 Pf. Malteser Kartoffeln per Pfd. 1215 Pf., neue Kartoffeln das Pfund 7 Pf., Maus kartoffeln per Gescheid 20— 25 Pf., Rettig das Stüc 4—8 Pf., Weißkraut das Stück 20—30 Pf., Rothkraut 40—50 Pf., Wirsing 15—20 Pf., franz. Endivien das
kennt selbst zahllose Bauernfamilien, welche die! Stück 10—20 Pf.
gedörrten Heidelberren nie ausgehen lassen. Mit 1—2 Eßlöffel voll davon in mehr oder weniger Wasser(Wein ist noch besser) aufgekocht, lau— warm oder kalt genossen, stillen sie die heftigste Diarrhöe sehr schnell, ohne nachtheilige Rück— wirkung befürchten zu müssen. Sehr wahrschein— lich würde sich dieses einfache Mittel auch bei Cholera-Aufällen als heilsam bewähren. Auch in vielen anderen Fällen dürften sie heilsame Wir— kungen haben, und nicht mit Unrecht sagt ein altes Sprichwort:„Gerathen Heidelberren gut, so ist es keine gute Zeit für die Aerzte.“
Literarisches. Als neueste Lieferung des von Schulte vom Brühl herausgegebenen vaterländischen Werkes:„Deutsche
Schlößer und Burgen“ erschien soeben Doppelheft 1213, die drei Taunusburgen Königstein, Falken— stein und Cronberg behandelnd. Diese Burgen mit ihrer reichen Lage und Geschichte haben dem Verfasser Gelegenheit gegeben, den Text recht vielseitig zu gestalten und so werden sowohl die Leser volle Befriedigung finden, welche die Poesie in den alten Ruinen suchen, als auch diejenigen, welche lieber der ernsten Muse der Geschichte lauschen. Das saubere Büchlein wird gewiß dazu bei— tragen, daß jene reizvollen Lufteurorte des Taunus zu den vielen Verehrern, die sie bereits in Deutschland zählen, noch neue hinzugewinnen. Dabei ist der Preis von M. 1. ein mäßiger zu nennen.
Handel und Verkehr.
Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10— 1.15., Käse per Pfund 45— 46 Pf., Eier 1 Stück 6 Pf.
Frankfurt, 17. Juli. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12— 18 Pf., do. geschälte 14— 18 Pf., Linsen 18—28 Pf., weiße Bohnen 16— 18 Pf., Kartoffeln per Gescheid 10— 12 Pf., Butter per Pfd. M. 1.20— 1.35, Eier das Stück 5—6 Pf., Radieschen 2—3 Pf. das Päckchen, Blumenkohl 40— 80 Pf., Kopfsalat 5—6 Pf.,
Frankfurt, 18. Juli. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31.00—32.00, Nr. 1 M. 29.00 bis 30.00, Nr. 2 M. 24.50— 25.50, Nr. 3 M. 23.50 bis 24.50, Nr. 4 M. 19.00— 20.00, Nr. 5 M. 16.00— 17.00, Wilchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 54.00—55.00 norddeutsches und westf. Weizenmehl Nr. 00 M. 25.00 bis 25.50, hiesiges Roggenmehl Nr. 0 M. 24.50— 25 00, Nr. 0/1 M. 22.50— 23.00, Nr. 1 M. 21.00— 21.50, Nr. 2 M. 17.00- 18.00, Weizenkleie M. 8. Roggenkles
M. 9.00— 9.25, Spelzspreu M. 2.40, Rüböl im Detall M. 68—69. Obige Preise verstehen sich per 100 Klle ab hier, häufig jedoch auch loco auswärtiger Stationen. Geld⸗Cours. Frankfurt am 18. Juli 1889. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke„„„ 1 do. n/ 416. Englische Sovereigns„„ 20 Russische Imperiales. 16. 73 16. 69 Ducaten.„ 9. 58 „ ei ie 9. 68 9. 63 Dollars in Gold. 4. 19 4. 16
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 5. Sonntag nach Trinitatis. Pfarratmswoche Herr Pfarrer Velte. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½, ẽUühr: Herr Pfarrer Velte. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Küssinger. Gottesdienst in der Burgkirche Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach— Katechismuslehre.
Katholische Gemeinde. Samstag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 7 Uhr: Austhetlung der hl. CTommunion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, 2 Uhr: Christenlebre und Andacht.
Oeffentliche Bekanntmachung.
Zur Verhandlung über den im Coneurs der Friedrich Koch Eheleute von Hof Haselheck, Gemeinde Ober-Mörlen, von dem gemeinschuldnertschen Ehemann beantragten Zwangsvergleich ist auf Freitag den 26. Juli 1889, Vormittags 9½ Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin, der mit dem Prüfungstermin verbunden wird, anberaumt, zu welchem alle Betbeiligten hiermit eingeladen werden. Der Ver— gleschsvorschlag und die Erklärung des Gläubigeraus— schusses sind auf der Gerichtsschretberei niedergelegt.
Bad Nauheim den 6 Juli 1889.
Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer.
2708 Sch ũ tz.
5 5 5 0* Pferch-Versteigerung. Montag den 22. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr,
sollen in hiesigem Rathhause 10— 15 Schafpferche öffent lich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 19. Juli 1889 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 2729 Steinhäußer.
Ein Waisenkind(Mädchen)
ist durch unterzeichnete Behörde, allwo Anmeldungen ge
scheben können, in Pflege zu geben. Friedberg den 19. Juli 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
2734 Steinhäußer. — 122 Submission. Die bei Regullrung der Usa in der Gemarkung
Fauerbach b. Fr. vorkommenden Erd-, Transport- und Befestigungsarbeiten, veranschlagt zu 60 0 Mark, sollen auf dem Submissionswege vergeben werden.
Pläne, Kostenüberschlag und Submissionsbedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht offen, woselbst auch Offerten bis zum 27. d. Mts., Vor⸗ mittags 12 Uhr, einzureichen sind.
Friedberg den 17. Juli 1889.
Zorb II., Bezirksbauaufseher.
41 „Sofort
oder 1. Juli ein ges.„frdl. möbl. Zimmer“ zu ver⸗ miethen. Kaiserstraße 494, parterre. 2305
2709
Zwangs-Versteigerung.
Zu Gunsten der Gemeinde- und Consolidationskasse zu Nieder-Wöllstadt versteigeressch Dienstag den 23. d. M., Nachmittags 4 Uhr, vor dem Postamt daselbst gegen Baarzahlung: 4 Kühe, 6 Ziegen, 16 Gänse, 1 Wagen, sowie Kleiderschränke, Tische, Wanduhren, Bilder ze.
Herget, 2706 Kreisbote zu Vilbel. 8 habe diverse Kapitalten in größeren Beträgen gegen genügende hypothekarische Sicherheit für einen meiner Clienten auszulethen.
Refleetanten wollen sich dirket an mich wenden.
Friedberg den 30. Juni 1889.
L. Seyd,
2562 Rechtsanwalt.
WREIIer vogzüslichstfk obalMiT Mf MASS E.U PREIsk.
. r
Niederlage bei Georg Groß in Friedberg, bei Con
ditor Fritz in Bad⸗Nauheim.
Pension.
Unterzeichneter nimmt Schüler der hiesigen höheren [“Lehranstalten(Gymnasium, lateinlose Realschule) in Pension, Aufsicht und Nachhilfe Preis nach Vereinbarung.
R. Lohmann, wissenschaftlicher Reallehrer, 2735 Hanau a. M., Nürnbergerstraße 5.
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