Dienstag den 19. November.
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Oberhessischer Anzeiger.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag. Donnerstag und Samstag.
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0 80 Dird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch
berurs U und Freitag Abend ausgegeben.
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Darmstadt. Dem bisherigen Präsidenten ne landwirthschaftlichen Vereins der Provinz U Herhessen, Freih. von Nordeck zur Rabenau in
10. Pedelhausen, wurde die goldene Medaille für
0 Val; ssenschaft, Kunst, Industrie und Landwirth—
e 140 left verliehen.
8 5 ledes arben Berlin, 15. Nov. Das Kaiserpaar ist um erlage bei Ahr Abends auf der Wildparkstation einge— Amm. fen und wurde von der Prinzessin Friedrich
, Grwetbesag un. pold erwartet. Die allerhöchsten Herrschaften
fer. An Phaben sich sofort ins Neue Palais.
15. Nov. Der Reichstag setzte heute die zweite Be— swah Fung ves Etats des Reichsamts des Innern fort.
n Amidt Elberfeld und Frohme traten für den Antrag
i 0 Hambach, betr. die Beschränkung der Kinder- und Frauen— nderhüten, geit, 5 Minister v. Bötticher erklärt wiederholt, eine
1 lage über obligatorische gewerbliche Schiedsgerichte
0 Holler. de dem Reichstage demnächst zugehen. Die Kinder- sterricht eit erfolge jedoch meist auf dringende Bitten der
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ern, entgegen den eigenen Wünschen der Unternehmer.
Srbthorst wünscht unverzügliche Veröffentlichung der
er d. J. ab wieder h. Ebeik⸗Enquete. Der Kaiser selbst habe den Arbeitern Schülern bei C. Heß, I. Wort verpfändet. Struckmann wünscht gesetzgebe—
nz. abgegeben werd, Ie Maßnahme, um solche Arbeiter, welche böswillig Hochachtungsvoll ie Trunksuchts halber ihre Pflichten gegen ihre Familte L. Müller. Ie erfüllen, zwangsweise dazu anzuhalten; ebenso eine
eßvorlage, welche die Kaufmannslehrlinge zum Besuche Minister von Bötttcher
255„ ahl* Fortbildungsschule zwinge. it in beiderlei Beztehung Gesetzvorlagen in Aussicht. e UAcialistengesetz beschloß, ihrer Vorberathung Naualhen n du bestehende Gesetz zu Grunde zu legen und n und Perlen zu sch em 10. e ster Fehloss. mit gegen Stimmen unverändert an. e 189 beantragte Fritzen den zweiten, vom I Jebote von Versammlungen handelnden Absatz i den e nach für Versammlungen anläßlich der Wahlen hlt zu n e In Reichstag, Landtag und zur Gemeindever— f thalten sollen. Minister v. Herrfurth sprach u gegen beide Auträge aus; Absatz 2 gehöre etzendon 5 5 0 s. Beide Anträge wurden gegen 9 Stimmen n und§ 9 unverändert mit 16 gegen 10 ichen iiden mit unwesentlichen, von Kulemann 1 geschlagenen Aenderungen, angenommen.— 1 0
Hosenträgern, fia— 14. Nov. Die Commission für das
e hm fast ohne Debatte die Paragraphen 2 bis
ren streichen. Träger beantragte eine Einschaltung,
5 ung die Landesgesetze unveränderte Geltung
lie!
10 15 den nothwendigsten Waffen des ganzen Ge⸗ J Stimmen angenommen. Die§§ 10—25 Nov. In der Socalistengesetzcommission
——
leilärte Minister Herrfurth den Antrag Kulemann
Mae 0 Schaffung eines Reichsverwaltungsgerichts 19wocb, les oberste Beschwerdeinstanz für durchaus sym⸗ egenschne J Ibttisch, den auch der Bundesrath ins Auge 4 ißt habe. Bei der a be 125 N ch Regierungsvorschlag, betreffend die Bu eben der obersten Commission, unter
hehnung des Antrages Kulemann mit 21 Stim⸗ h angenommen. Die Commission nahm ferner
. 1 1 Antrag auf Oeffentlichkeit der Verhandlungen dale Bent er Beschwerde⸗Commission an, nachdem Herrfurth g seslärt hatte, wesentliche Bedenken dagegen seien at vorhanden. Desgleichen wurde der Antrag
dieselbe bei 15,10 Knoten Geschwindigkeit den jetzigen schnelleren Schiffen nicht zu folgen ver— möge. Vom Centrum stimmten v. Franckenstein, v. Huene, und v. Hoensbrock dafür.
— 15. Nov. Die Bankgesetz- Commission nahm unter Ablehnung des Antrags Mirbach den Artikel 1 der Vorlage au.
Straßburg. Der Gemeinderath wählte den Beigeordneten Hochapfel zum Vertreter Straßburgs in den Landesausschuß. Hochapfel ist Altdeutscher und vor 1870 hierher einge— wandert. Nunmehr sitzen schon drei Altdeutsche im Landesausschusse.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Pola, 16. Nov. Prinz Heinrich von Preußen besichtigte gestern das Seear— senal, das Kriegsschiff„Kronprinzessin Stephanie“ und das Artillerieschiff„Novara“, wo Exercitien der Mannschaften stattfanden. Abends war Prunk— tafel im Marinecasino. Prinz Heinrich und Erz— herzog Karl Stephan mit den anwesenden Gästen unternahmen heute Morgen einen Jagdausflug auf die Inseln in der Umgebung von Pola. Abends fand im Marine-Casino ein großes Concert mit Tanzunterhaltung statt, an welchem die Erzherzogin Maria Theresia, Prinz Heinrich, die Erzherzoge Leopold und Karl Stephan, alle Admirale und Stabs⸗Oberofficiere theilnahmen.
Frankreich. Paris, 16. Nov. In der Deputirtenkammer wurde bei der Wahl des definitiyen Bureaus Floquet mit 383 von 400 Stimmen zum Präsidenten gewählt.
Großbritannien. London. Dem„Newyork Herald“ zufolge wird von der Britisch-Ostafrika— nischen Gesellschaft eine Expedition ausgerüstet, um Stanley und Emin Pascha zu Hilfe zu kommen.
Holland. Haag, 16. Nov. Gestern ist hier ein Abkommen mit Deutschland zum Schutz junger Mädchen gegen Verkuppelung unterzeichnet worden.
Rumänien. Bukarest. Die„Agence Roumain“ meldet: Der König nahm die Demis— sion Catargiu's an und beauftragte den General Mano mit der Neubildung des Cabinets, welch letzterem dies auch gelang.
Serbien. Belgrad, 15. Nov König Ale— xander besuchte gestern seine Mutter, womit deren Abreise widerlegt ist. König Milan verläßt in der kommenden Nacht mit dem Orient-Expreßzug Belgrad.
Griechenland. Athen, 15. Nov. Die Kammer erledigte heute eine Interpellation bezüg— lich Kreta's und nahm mit 72 gegen 54 Stimmen ein Vertrauensvotum für die Regierung an.
Amerika. Rio de Janeiro, 16. Nov. Hier ist eine revolutionäre Bewegung ausge— brochen, welche die Herstellung der Republik bezweckt und von der Armee unterstützt wird.
Das Ministerium demissionirte. Marineminister Ladaris wurde von an der Empörung theil- nehmenden Soldaten schwer verwundet. Ein provisorisches Ministerium ist eingesetzt. Die Kammer wird aufgelöst und der Staatsrath abgeschafft. Die Bevölkerung hat bis jetzt an der Bewegung keinen Autheil genommen. Die Geschäftslokale und die Banken sind geschlossen. Der Kaiser wird in seinem Palais gefangen
5 7* 79„ af Gestattung eines Vertheidigers vor der Giimission angenommen. a 1— ale gebe 15. Nov. Budget⸗Commission. Bei 5 175 1 utung des Marine⸗Etats wurde bei dem Kabite b N affsbauten von zwei geforderten Avisos 1 I. z tel 20) abgelehnt; die übrigen ee n n Gi 1„ nilligt. Die Forderungen für die nere nne , aal 1(Tit. 21) wurde mit 21 gegen 7 Sti 875 Ten f 0 illigt, nachdem der Marineem eset rag
%„ an fral Heusner ausgeführt hatte, ein i
die„Hohenzollern“ sei unumgänglich, da
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gehalten, und hat auf die Anzeige, daß er des!
Thrones entsetzt sei, aber eine Dotation erhalten werde, erwiedert, er werde nur der Gewalt weichen.
Aus Stadt und Land.
W. Friedberg. Pfarrer Rasch von Dorheim, dem wir schon manchen genußreichen Abend im Volksbildungs— verein verdanken, hielt am Donnerstag der vorigen Woche einen Vortrag über„Paris und seine diesjährige Aus— stellung.“ Der Vortragende gab ein so lichtvolles, vor— urtheilsloses, von feiner Beobachtungsgabe zeugendes Bild von der großen Stadt, dem Leben und Treiben auf ihren Straßen, von merkwürdigen Gebäuden und Denk— mälern, insbesondere von den Kunstschätzen und der Aus— stellung, daß die Befriedigung der Hörer ebenso groß war wie der Wunsch, noch mehr und immer mehr zu hören. Reicher Beifall gab dies zu erkennen.
s Friedberg. Anläßlich des Umstandes, daß bei den letzten Gemetderathswahlen im Kretise mehrfach Freibier ꝛc. gesetzt wurde, dürfte es nicht uninteressant sein, zu wissen, wie in Baden in diesem Falle entschieden wurde: „Freibier an die Wähler ist eine ungesetzliche, die Ungil— tigkeitserklärung der Wahl bewirkende Wahlbeeinflussung“ so hat das badische Verwaltungsgericht unter scharfer Mitzbilligung der dort häufig vorkommenden„Unsitte, aus Anlaß von Bürgermetster- oder Gemeinderaths-Wahlen unentgeltlich Getränke zu spenden“, in zwei Fällen bet Anfechtung einer Gemeinderathswahl und einer Bürger— meisterwahl erkannt. In den Erkenntnißgründen heißt es unter Anderem:„Der Gerichtshof muß betonen, daß, wenn das Gesetz den Gemeindebürgern das wichtige Recht der Selbsterwählung des Gemeindevorstandes ohne Vor— behalt einer späteren staatlichen Genehmigung eintäumt, es damit auch unterstellt und voraussetzen muß, daß das Wahlergebniß auf der freien ungefälschten Willensmeinung der mit sich hierüber ernst zu Rathe gegangenen Gemeinde⸗ bürgerschaft beruhe und nicht das Werk eines mit uner⸗ laubten Mitteln betriebenen Parteiwesens sei.“
b. Gießen. Mittwoch den 20. November, Nach— mittags 2 Uhr, wird im Kafe Balser zu Gießen eine Ver—⸗ sammlung von oberhessischen Genossenschaften abgehalten werden. Es soll eine Besprechung über das neue am 1. October in Kraft getretene Genossenschaftsgesetz und die den Genossenschaften durch dessen Bestimmungen er— wachsenden Aufgaben, sowie über Beitritt der Genossen— schaften zu den bestehenden Verbänden stattfinden. Volks— bank Direktor Bernhardt von Darmstadt, derzeit Direktor des Verbands der Erwerbs- und Wirthschaftsgenossen— schaften der Provinzen Starkenburg und Oberhessen, wird der Versammlung beiwohnen. Jedenfalls wird dite— selbe recht zahlreich durch Abgeordnete oberhessischer Ge— nossenschaften besucht werden.
Mainz, 14. Nov. Der„M. Anz.“ berichtet: In dem Hause„Zum Stein“ wurde gestern Nachmittag die Latrinengrube entleert. Die Oeffnung zu dieser Grube befindet sich hinter der Hausthüre. Die Leute der Reinig— ungsanstalt hatten bereits mehrere Fässer aus der Grube entnommen und warteten auf das Ankommen weiterer Fässer, ließen aber den Schlauch in der Oeffnung zur Latrine hängen, welche nicht verschlossen war. Anstatt aber, wie sich dies gehört, eine Wache zu der Oeffnung zu stellen, blieb diese unbewacht. Unglücklicherweise sptelten die Kinder in dem Hause gerade Verstecken. Das Mädchen des Maurermeisters Koch lief hinter die Thüre und stürzte in die Grube und kam darin um.
Allerlei.
Wiesbaden, 15 Nov. Die Eisenbahn Wies baden— Schwalbach wurde heute eröffnet.
Kronstadt(Siebenbürgen), 15. Nov. Der Kirch- tburm des Dorfes Olah Ujfaln ist eingestürzt. Sechs Personen sind getödtet, 4 schwer verletzt.
Im Genossenschaftswesen treten, wie die D. Z. schreibt, in jüngster Zeit Erscheinungen zu Tage, welche zu Bedenken Anlaß geben. Die von Jahr zu Jahr steigende Zahl der den Bedürfnissen der Landbevölkecung dienenden Genossenschaften beweist, daß in immer weiteren Kreisen sich die Erkenntniß Bahn bricht, wie die wirthschaftliche Kraft der Einzelnen durch genossenschaftlichen Zusammenschluß gehoben wer— den kann. Das am 1. Oktober d. J. in Kraft getretene Reichsgesetz über die Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften unterstützt die ge—


